Allerlei.
Heidelberg. Herr Redaeteur! Zur Berichtigung Ihres, meine Person betreffenden Artikels in Nr. 132 Ihres Blattes, ersuche ich Sie, in Ihrer nächsten Nummer meine abwehrende Erklärung dahin aufzunehmen, daß die gegen mich eingeleitete Untersuchung auf Verdächtig⸗ ungen beruht, die sich als unbegründet erweisen werden,
daß kein Diebstahl in Frage steht und ich nicht ver- haltenen Viehmarkte waren angetrieben: 5 Pferde, 610 Stück Rindvieh urd 621 Stück Schweine.
haftet bin. Heinrich Beller. Heidelberg. Am Montag wurde die Leiche des
vermißten Lieutenants Plehn im Neckar geländet und in Markt Dienstag den 21. und Mittwoch den 22. d. M.,
das akademische Todtenhaus verbracht, woselbst die
Leiche, welche wohl 14 Tage im Wasser gelegen haben
mag, von dem Bruder des Verunglückten sofort agnos— eirt wurde. Wie derselbe ins Wasser kam, ist noch ganz unaufgeklärt; man vermuthet, in einem Anfall von Geistesstörung
Obernkirchen, 6. Nov. Vorgestern Abend ereignete sich ein Grubenunglück bei Stadthagen. Durch schlagende Wetter ist die gänzliche Verschüttung eines Schachtes, der noch ausgebaut werden sollte, in dem aber trotzdem schon gearbeitet werden konnte, herbeigeführt worden. Bis jetzt ist hier bekannt, daß 7 Bergleute todt und einige arg verbrannt sind.
Erfurt. Die Masernkrankheit unter den Kindern unserer Stadt nimmt immere riesigere Dimensionen an. Bereits sind über 1000 Kinder(Erfurt hat 54,000 Ein wohner) als an den Masern erkrankt gemeldet. Trotz dem sind die Schulen noch nicht geschlossen, obgleich dieselben entvölkert sind und der Unterricht nicht fort— schreiten kann.
Wien, 8. Nov. Bei dem gestrigen Versuchsschießen bei Felixdorf zersprang ein 15 Centimeter⸗Hinterlader— Mörserrohr, wobei Hauptm. Matousek getödtet und Ober— lieutenant Kuezera schwer verwundet wurde. Bestem Ver— nehmen nach war das Mörserrohr aus Gußeisen und nicht, wie ein hiesiges Blatt meldet, aus Stahlbronee bergestellt.
Pest. Die Presse meldet, daß zu Gyamartha, nächst Temesvar, heute ein behufs der Steuer Erhebung pfän— dender Dorfrichter und Geschworener von dem Gepfän— deten erstochen wurde.
Handel und Verkehr.
Gießen, 7. Nov. Auf dem heute dahier abge—
Die Preise waren denen am vorigen Markte ziemlich gleich. Nächster
am letzteren Tage auch Krämermarkt(2. Zwiebelmarkt).
Frankfurt, 8. Nov. Wochenmarkt. Blumenkohl per Stück 10-30 Pf., Weißkraut M. 8 per Hundert, per Stück 10— 18 Pf., Rothkraut 20 40 Pf., Wirsing 6— 8 Pf., Spinat per Mahlzeit 30 Pf., Rosenkohl 35 Pf., Schwarzwurz 35 Pf., gelbe Rüben per Gebund 8 Pf., Carotten 8— 10 Pf., Radieschen 6 Pf., Kopf— salat 5 Pf., Endivien, Escarol und Romain 6-10 Pf., Schmalzkraut per Theil 10 Pf., rothe Rüben per Stück 3—65 Pf., Rettig 10—15 Pf., Zwiebeln per Ctr. je nach Qual. M. 3.75—5, per Gescheid 15 20 Pf., kleine Sorte 40- 50 P., Butter, Engrospreis per Ctr. M. 105, per Pfund M. 1.20— 1.30, Eier, frische, per Hundert M. 6, Kalkeier M. 5.40, italienische M. 7.50, Kartoffeln per Ctr. M. 3— 3.50, Frühkartoffeln M. 3.50— 3.75, per Gescheid 12— 16 Pf., feine Salatkartoffeln(Mäus— chen) gelbe per Ctr. M. 7.50 8, per Gescheid 30 Pf., rothe per Ctr. M. 6.50 7, per Gescheid 25 Pf., Rind⸗ fleisch per Pfund 55 Pf., Hammelfleisch(Nackenstüͤck) 45 Pf., Keule 50 Pf., Gans M. 4—7, per Pfund je nach Qual. 50— 70 Pf., Suppenhuhn M. 1.20— 1.50, Hahn M. 1.20 1.70, Ente M. 1.80- 2.50, Taube 50 bis 70 Pf., Krammetsvögel 40—50 Pf., Capaun M. 3, Has M. 3.70, Hasenziemer M. 3.30, Rehziemer M. 9 bis 12, Rehkeule M. 5— 7, Vorderschlegel M. 1.50 bis 2, Feldhuhn M. 2.— Heu- und Strohmarkt. Die
Zufuhr bestand in 56 Wagen.
Verloosung.
Die Ziehungsliste der Lotterie der land wirt h⸗ schaftlich en Landes ausstellung zu Darmstadt kann auf unserem Bureau eingesehen werden.
Die häufige Wahrnehmung, daß die bloße Kuhmilch, selbst oft die scheinbar beste, bei weitem nicht so gut be⸗ kommt, wie die Mutter- oder Ammenbrust, hat zu fleißigen Untersuchungen Anlaß geboten, wie diesem Mangel zu steuern set. Die Erfahrung lehrt, daß Kinder eine un⸗ gleich bessere Entwicklung zeigen, reicht man die Milch mit einem Zusatz gekocht.(Nebenher sei als solcher die nicht theure Timpe'sche Kindernahrung empfohlen.) Damit werden fast alle Mängel der Kuhmilch gründlich beseitigt; Kinder, die nach dieser Regel ernährt werden, zeigen fast stets einen bedeutenden Vorsprung vor solchen, die nur Kuhmilch erhalten und es ist jeder Mutter zu rathen, sich mal praktisch von diesen Vorzügen zu überzeugen. 3722
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. 23. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Weiffen bach. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Müller. Gottesdienst in der Burglirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Diegel. Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
stcatholische Gemeinde.
Samstag 5 Uhr: Beicht. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Oeffentliche Aufforderung.
Ansprüche an die in der Gemarkung Ober-Wöllstadt gelegenen, auf den Namen des Jacob Ulrich stehenden Immobilien, Fur J. Nr. 51. 52. 497, sind sogewiß binnen 4 Wochen dahier geltend zu machen, gegenfalls dem Antrage auf Löschung der Vormerkung„beschränkt“ bei diesen Parzellen stattgegeben werden wird.
Friedberg am 7. November 1882.
Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Sellheim. Hohenstein,
3707 Hülfsgerichtsschreiber.
Immobiliar-Versteigerung. Montag den 20. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Ratbhaus die nachbeschriebenen, zur Con— cursmasse der Firma Mai& Oppenheimer dahier ge— hörenden Immobtlien öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden: Gemarkung Friedberg. Flur. Nr.. Klftr. 354. 18/0. Hofraithe in der Stadt, 11. 3553/10. 30 Hofraithe daselbst. Friedberg den 10. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. V. d. B:
2727 Neuß“ dienfelkeher Orrichtemenn
Verst igeruug von Grundstücken.
Montag den 13. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause die zu dem Nachlasse des Philipp Deweil gehörenden Grundstücke erbvertheilungshalber einer dritten und letzten Versteigerung ausgesetzt werden.
Bei entsprechenden Geboten soll die Genehmig— ung sofort erfolgen.
Friedberg den 8. November 1882. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.
Seriba.
372⁴
Pferch⸗Versteigerung.
Montag den 13. November d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen auf hiesigem Rathhaus 10 bis 15 Schafpferche
Frau Pfarrer Becker Wittwe zu Bruchenbrücken läßt Montag den 13. l. Mts., Nachmittags 2 Uhr, im Pfarrgarten daselbst einige Hundert hoch- und nieder⸗ stämmige Rosen öffentlich meistbietend versteigern.
Die Rosen sind in bekannten schönen Sorten und kräftigen Exemplaren vorhanden.
In Auftrag: A d. Welle,
Gräflicher Hofgärtner zu Assenheim.
Obstbaume
aller Gattungen offerirt
3716
Adolf Welle, Assenheim.
Preisverzeichniß gratis und franco. 3715
85 G.
Winter-Mäntel
und
Regen⸗Mantel,
stets das Neueste, zu billigen festen Preisen empfiehlt
F. Aletter.
Die Wäsch
3304
in jeder gewünschten Fagon.
Meine Preise stellen sich in Folge billigerer
e- Fabrik
von Isidor Stern, Friedberg,
empfiehlt sich zur Anfertigung von Herren-, Damen- und Kinder- Hemden nach Maaß aus guten, haltbaren Stoffen, unter Garantie für gutes Sitzen und solide Arbeit,
Herren-Hemden werden ohne Preisaufschlag auch mit Patentverschluß angefertigt.
Arbeitslöhne und geringerer Geschäftsspesen be⸗
4
N 8
in neuester Façon, vorzügliche
deutend niedriger als diejenigen auswärtiger Geschäfte, die von Haus zu Haus Detailreisende senden,
75
„IRU n
empfehlen zur Winter-Saison in großartiger Auswahl 3508
Winter-Mäntel, Damen- und Kinder-Regen-Mäntel
Stoffe und billigste reellste Preise.
N N. ae
Zum Krauteinmachen. Eine große Parthie Wein- und Oelfaß in allen Größen empfiehlt
Carl Leonhard, Essigfabrik.
3647
Regenschirm
in Seide, Zanella und Alpaca zu billigen Preisen bei M. Holler,
372⁵ lzunächst der Burg.
Heu kostete per Doppel centner je nach Qual. M. 7- 7.50, Stroh M. 3.504,
2—
S8 7
.
22
9


