beschließt, daß nun nur noch 1300 M. von derselben für den dermaligen Inhaber bewilligt sind. Zu Cap. 36„Techn. Hochschule“ beschließt die Kammer mit 26 gegen 20 Stimmen conform mit der 1. Kammer Ablehnung des von der 2. Kammer damals beschlossenen Ersuchens an Großh. Regierung,„die technische Hochschule bei Fortdauer der dermal geringen Frequenz mit Ablauf der Budgetperiode 1882/85 aufzuheben“. Zu Cap. 37„Gymnasien“. Die Kammer be— harrte auf ihrem früheren Beschlusse unter Ab— lehnung sämmtlicher von der Regierung projee— tirten Vorschulen. Zu Cap. 38„Realschulen“, sowie Cap. 44„Turnunterricht“, beharrte die 2. Kammer bei ihren früheren Beschlüssen.
— Der Amtsrichter Ittmann in Herbstein wurde zum Amtsrichter in Michelstadt und der Gerichts-Accessist br. Schmitt aus Finthen zum Notar in Wallertheim ernannt.
Berlin, 8. Mai. Der Bundesrath hat das Unfallgesetz in der Fassung der Ausschüsse, ebenso das Gesetz betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen des Heeres und der Marine angenommen.
— 8. Mai. Reichstag. Präsident v. Le— vezow macht dem Reichstage den Vorschlag, das Präsidium zu beauftragen, dem Kaiser und der Kaiserin, dem Kronprinzen und der Kron— prinzessin, sowie dem Prinzen Wikhelm die Glückwünsche des Hauses anläßlich der Geburt des Sohnes des Letzteren darzubringen.(Leb— haftes, allseitiges Bravo). Ein Antrag Froh me wegen Suspension der Strafverfahren gegen Liebknecht und Kräcker wird angenommen. Bei fortgesetzter Berathung der Novelle zur Gewerbe— ordnung tritt Günther(Sachsen) für die Vor— lage ein. Kayser(Freiberg) ist gegen die polizeiliche Tendenz des Entwurfes und bezeichnet die Arbeitsbücher als eine Degradation des Arbeiterstandes. Stephani sichert die Mit— wirkung der Nationalliberalen zu, um den Ent— wurf zu einem gedeihlichen Fortschritte auf dem gewerblichen Gebiete zu gestalten. Munckel ist gegen die Vorlage. Bei der ersten Berathung des Consularvertrages mit Brasilien spricht so— dann Rapp für die Vorlage trotz maucherlei Mängel, welche seiner Meinung nach dem Ver— trage noch anhaften; die Vortheile, welche der— selbe bietet, seien überwiegend. Der Vertrag wird in erster Lesung nach einer unerheblichen Debatte genehmigt.— 9. Mai. Auf der Tagesordnung steht die erste Berathung der Zolltarifnovelle. Einzelne Theile des Entwurfes werden an eine Commssion verwiesen, das Uebrige im Plenum berathen und mit 118 gegen 116 Stimmen abgelehnt.
— 8. Mai. Herrenhaus. Das Gesetz, die Eisenbahnräthe betreffend, wird von Thenne und Brühl bekämpft, vom Hause aber mit großer Majorität angenommen und das Secundärbahn— gesetz durchweg nach den Beschlüssen des Abge— ordnetenhauses genehmigt; ebenso der Gesetz— entwurf betreffend den Erwerb der Anhaltischen Bahn und den Nachtragsetat.
Kiel. S. M. S.„Luise“, 8 Geschütze, Commandant Corv.-Cpt. Stempel, traf am 14. April c. in Habanna ein und ist am 17. d. M. nach Norfolk in See gegangen. S. M. S. „Elisabeth“, 19 Geschütze, Commandant Cpt. z. S. Hollmann, traf am 2. April c. in Honolulu ein und beabsichtigte am 13. d. M. nach Vokohama zu gehen.
Ausland.
Holland. Haag, 9. Mai. Die zweite Kammer lehnte mit 43 gegen 37 Stimmen den französisch-holländischen Vertrag ab. In der ersten Kammer machte sodann der Ministerprä— sident die Mittheilung, daß das Ministerium in Folge dieser Abstimmung demissionirte.
Frankreich. Paris, 9. Mai. Fürst Orloff ist gestern hier eingetroffen. Er conferirte heute mit Freycinet und besuchte Grévy.
— 9. Mai. Die Kammer nahm die erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Wieder— zulassung der Ehescheidung mit 334 gegen 124 Stimmen an.—
Großbritannien. London, 8. Mai. Der General-Staatsanwalt Irlands ist am Sonntag Abend nach Dublin abgereist.— Das Gerücht, der Vicekönig Earl Spencer wolle demissioniren, wird dementirt.
— 9. Mai. Ein gestern Abend verbreitetes Gerücht behauptet sich auch heute früh, nach welchem Forster bereits zum Staatssecretär für Irland wieder ernannt sei.
— 9. Mai. Unterhaus. Die Vertagungs— anträge wurden debattelos angenommen und von der Opposition unterstützt.
Dublin, 8. Mai. Die Landliga erließ ein von Parnell, Dillon und Davitt unterzeichnetes Manifest, worin es heißt, der Name des gast— lichen Irlands sei durch einen Feigheitsact be— sudelt worden und werde besudelt bleiben, bis die Mörder der Gerechtigkeit überliefert seien. — Nach einer Privatmeldung der„N. Fr. Pr.“ hat die englische Regierung Beweise, daß die Fenierpartei durch das Attentat zeigen wollte, sie besitze noch Macht, wenn auch Parnell Frieden schließe und die andere Geheimmacht Nichts thue. Mehrere Personen erblickten die Ringenden, glaubten aber, es handele sich um eine gewöhnliche Prügelei. Lord Spencer's Leute hielten ihn ab, nachzusehen, erst als Oberst Caulfield Leichen fand, ward gerufen:„Mord!“ Cavendish hat 8 Wunden, Bourke 11. Der Ueberfall geschah rückwärts mit furchtbarer Grausamkeit.
— 9. Mai. Gestern Abend wurde ein der Betheiligung an der Ermordung Cavendish's und Bourke's Verdächtiger, Namens Charles Moore, in Maynooth unweit Dublin verhaftet und heute behufs Identificirung nach Dublin gebracht. Seine Erscheinung stimmt mit dem angegebenen Signalement der Mörder überein. Er gab an, er sei erst am Freitag aus Amerika zurückgekehrt.
Spanien. Madrid, 9. Mai. Der Seuat stimmte über den französisch-spanischen Handels— vertrag mit 111 Stimmen dafür und 24 da— gegen ab. Die conservativen catalonischen Sena— toren enthielten sich der Abstimmung. Da zur Giltigkeit des Votums 157 Stimmen erforderlich sind, wird heute eine neue Abstimmung stattfinden.
Türkei. Constantinopel. Der bisherige Gouverneur des Archipels, Said Pascha, wurde zum Minister des Aeußeren ernannt. Wahr— scheinlich stehen noch andere Veränderungen bevor.
— Ein kaiserliches Irade ermächtigt die Pforte zur Unterzeichnung der Convention be— züglich der Regelung der russischen Kriegsent—
schädigung auf Grund des mit Novikoff bezüglich
der russischen Controle vereinbarten Compro— misses. Novikoff reist nach der Unterzeichnung der Convention sofort uach Petersburg ab.
Rumänien. Bukarest, 9. Mai. In der Kammer interpellirt Kogalniceanu über Art. 57 des Berliner Vertrags, welcher Oesterreich die Felsensprengung am Eisernen Thor auferlegt und fragt an, ob die Regierung die Frage der Donau-Commission vorlegen werde. Minister des Aeußern, Statescu, antwortet, die Regierung hoffe, daß alle unerfüllten Bestimmungen des Berliner Vertrags, darunter auch die des Eisernen Thores, früher oder später durchgeführt werden.
Bulgarien. Sofia. An die Reise des Fürsten Alexander von Bulgarien nach Peters— burg wird die Combination geknüpft, daß für den Fall, als der Fürst nicht mehr nach Sofia zurückkehren sollte, es nun zu einer Vereinigung Ostrumeliens mit Bulgarien, und zwar unter Aleko Pascha, als gemeinsamem Fürsten der zu vereinigenden Länder kommen könnte.
Rußland. Petersburg, 8. Mai. Staats- secretär v. Giers ist seit Freitag erkrankt, es wurde Brustfellentzündung befürchtet; derselbe befindet sich jedoch wieder besser.
— 9. Mai. Gestern wurde der in Moskau verhaftete und lange gesuchte Terrorist Alexander Rudascheff, welcher bei dem Attentate im Winter— palais mitwirkte, unter starker Gendarmerie— Escorte nach Petersburg gebracht; derselbe wird in der Peter-Paul-Festung eingekerkert; gerücht—
weise verlautet, daß die Nihilisten ein tägliches Journal erscheinen lassen wollen. Warschau, 9. Mai.
Kiew) haben arge Judenhetzen Die Schänken und das Eigenthum der Juden wurden vollständig geplündert.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 10. Mai. Gestern wurden die 3 von Hamm in Frankenthal gegossenen Glocken auf dem Thurme der neuerbauten katholischen Kirche aufgehängt und pro— birt. Sie gaben ein schönes volles Geläute.
* Obermörlen. Der am letzten Sonntag von dem neugegründeten Gesangverein veranstaltete Ausflug auf den Johannisberg bei Nauheim verlief in recht gelungener Weise. Der Verein erntete für sämmtliche Gesangsvorträge von dem recht zahlreich vertretenen Publikum reichen Beifall. Den Sängern, namentlich aber deren Dirigenten, Lehrer Mag, sprechen wir unsern Dank und unsere vollste Anerkennung aus.
Heldenbergen. Vor einigen Tagen wäre an einer
Ueberfahrt der Hanau- Friedberger Bahn in der Nähe unseres Ortes beinahe ein großes Unglück geschehen. Ein hochbetagter Mann, dessen Gehör und Gesicht wohl nicht mehr so scharf sind, fuhr über das Schienengeleise, als eben ein Zug daher brauste. Es wurde der hintere Theil seines Wagens, sowie ein Rad zertrümmert.
Allerlei.
Frankfurt, 8. Mai. Vorgestern verstarb im Spital
ein Dachdecker, welcher während seiner Berufsthätigkeit
25mal vom Dach, sogar einmal von einem Kirchthurme gefallen war, ohne sich je irgend eine erhebliche Ver— letzung zugezogen zu haben.
Berlin. Der Gesammtvorstand des Reichstags, welcher eine Einladung zur Theilnahme an der Feier der Eröffnung der St. Gotthardbahn erhalten hat, wird die Reise nach Luzern am 19. d. M. antreten.
Wien, 8. Mai. Ringtheaterproceß. In der heutigen Sitzung wurde die Vernehmung der Feuerwehrleute be— endet. Aus der Gesammtvernehmung resultirt ein Zu⸗ stand von Disciplinlosigkeit im Feuerwehreorps, wie er ausgebildeter kaum gedacht werden kann. Aus den Aus— sagen konnte man entnehmen, daß die Leute entweder ohne Commando oder gegen das Commando beim Brand operirten. Sämmtliche Löschmänner erzählten, sie hätten gehört, es tangire ihre Existenz, wenn sie gegen die An— geklagten Herr und Wilhelm aussagten; im Vorverfahren ließen sie sich schrecken, heute nicht mehr.— 9. Mai. Die Gerichtsärzte erklärten, wenn zu Rettungsversuchen aufgefordert und dem auch Folge geleistet worden wäre, und wenn namentlich die freiwillig zum Rettungswerke Erbötigen Zulaß und Gewähr gefunden hätten, so wäre die Zahl der Opfer bedeutend kleiner ausgefallen. Eben— so wäre es bei zweckmäßigen Wiederbelebungsversuchen möglich gewesen, auf den Stiegen gelegene, im Rauch verunglückte Menschen noch zu retten. Eine Nothwendig⸗ keit, daß eine so enorme Opferzahl sich ergeben mußte, wäre nicht vorhanden gewesen.
Gerichtssaal.
Butzbach, 9. Mai. Nächsten Freitag, Vormittags 8 Uhr, findet am hiesigen Amtsgericht eine Schöffensitzung statt. Zur Verhandlung gelangen folgende Sachen: 1. gegen Jacob Dornhöfer jun. von Münzenberg, wegen ruhestörenden Lärms; 2. gegen Bernhard Buß von Gam⸗ bach, wegen Diebstahls.
Berichtigung. Karl Jost von Frankfurt a. M. kommt nicht wegen Widerstands, sondern wegen Pfand— veräußerung Donnerstag den 11. Mat l. J., Vormittags 9 Uhr, vor Großh. Schöffengericht Bad-Nauhelm zur Aburtheilung.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 9. Mal. Fruchtbericht. Waizen M. 25.50, Korn M. 20., Gerste M. 18., Hafer M. 16.— 17.
Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 10. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95— 1.15, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf.
Gießen, 9. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.00— 1.05, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf., Käse per St. 5—9 Pf., Tauben das Paar 60—75 Pf., Hühner per Stück M. 1.20—1.40, Hahnen per Stück M. 1.50— 1.70, Enten per Stück M. 2— 2.50, Ochsenfleisch per Pfund 64—66 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 5400 Pf., Kalb⸗ fleisch 44 50 Pf., Schweinefleisch 62— 64 Pf., Hammel— fleisch 60—66 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00 3.60, Zwiebeln der Centner M. 15.
Grünberg. Fruchtpreise vom 6. Mai. Waizen M. 25.10, Korn M. 18.90, Gerste M. 16.94, Hafer M. 16.26, Erbsen M. 20.98, Samen M. 25., Kar⸗ toffeln M. 2.84.
Frankfurt, 8. Mai. Der heutige Viehmarkt war mit ca. 340 Ochsen und Stieren, 300 Kühen, 180 Kälbern und 160 Hämmeln befahren. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 63. 66, 2. Qual. M. 58.— 60., Kühe 1. Qual. M. 55.— 57% 2. Qual. M. 45.—50., Kälber je nach Qual. M. 50.— 60. Hämmel 1. Qual. M. 60. 62., 2. Qual. M. 40.— 50.
Frankfurt, 1. Mai. Frankfurter Produktenbörse⸗ (Offizielle Notirungen.) Walzen still, effeetiv hies. und Wetterauer M. 25.50—75, fremder M. 24.50— 25.25, per diesen Monat M. 24.75. Roggen still, effeetiv hief. M. 19.50, fremder M. 17.— 19.50, per diesen Monat
In Wyszogrod(Gou- vernement Plock) und in Human(Gouvernement. stattgefunden.
V. II. 1 17
heshe diesen in Pa
Nord! schless Oder täten Oester Span und! niewer ziehen 1067/
P


