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bezweckt; ferner einen Gesetzentwurf betr. die Aufhebung des Gesetzes vom 22. April 1875, welches die Einstellung von Leistungen aus Staatsmitteln für katholische Bisthümer und Geistliche ausspricht.
— 9. März. Der permanente Ausschuß des Volkswirthschaftsrathes besprach das Monopol heute vorwiegend vom landwirthschaftlichen Ge— sichtspunkte. Nathasius und Krüger schlugen zu den§§. 7 bis 19 zahlreiche Aenderungen und Milderungen vor. Regierungs-Commissär Mayr hob die Vorzüge der Vorlage gegenüber den bezuglichen frauzösischen Bestimmungen hervor. Das Zaͤhlen der Blätter sei absolut nothwendig und der Bestimmung durch Gewicht vorzuziehen. Die Pflanzgebiete köunten eventuell erweitert werden; die Preise würden jedenfalls nicht schlechter sein als bisher.
— 9. März. Das Abgeordnetenhaus ge— nehmigte in zweiter Lesung den Ankauf der Bergisch-Märkischen und der Thüringer Eisen— bahn inel. der Anlage einer Bahn von Eichicht über Propstzeller nach der meiningenschen Grenze. Ebenso den Ankauf der Berlin-Görlitzer Eisen— bahn, der Cottbus-Großenhainer Eisenbahn und der Rhein-Nahebahn.
München, 8. März. Die Kammer nahm nach längerer Debatte, woran sich auch der Cultusminister betheiligte, den Antrag, betr. Auslegung der Tegernseer Erklärung, mit 80 gegen 71 Stimmen an.
— 9. März. Die Kammer der Reichsräthe berieth heute über den von der Abgeordneten— kammer gefaßten Beschluß in Sachen der Simul— tanschule. Der Antrag des Ausschusses wurde abgelehnt, ebenso der Abgeordneten-Beschluß und auf den Beschlüssen der früheren Mehr— heit beharrt.
Colmar, 8. März. Die Handelskammer beschloß einstimmig, sich entschieden für die möglichst baldige Einführung des Reichstabak— monopols auszusprechen.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. In Cattaro wurde der Correspondent der serbischen Blätter, Igor Vizics, aus Monteuegro kommend, ver— haftet. Wie aus der Herzegowina gemeldet wird, entsetzte die Regierung alle der ortho— doxen Gemeinde angehörenden Beamten in Mostar ihrer Posten.
— Die„W. A. Z.“ meldet eine neue Rede Skobeleff's, welche er in Petersburg gehalten haben soll und die an Herausforderung alle früheren überbietet.
— 9. März. Officiell. Aus Risauo wird unterm Heutigen gemeldet, daß Vratto und Übli gestern von unseren Truppen besetzt sind. Bei Konjisko, südsstlich von Trebinje, fand gestern ein Gefecht gegen 100 Insurgenten statt, welche zurückgetrieben wurden.
— 10. März. Während eines Spazier⸗ rittes im Prater stürzte das Pferd des Erz⸗ herzogs Eugen, welcher unter dasselbe gerieth. Der Erzherzog wurde sofort hervorgeholt und in's Palais gebracht.
Frankreich. Marseille, 8. März. Roustan ist gestern aus Tunis hier eingetroffen.
Großbritannien. London. Das Budget für Indien pro 1882—83 enthält 66,459,000 Hst. an Einnahmen und 66,174,000 Lst. an Ausgaben. In demselben ist eine Ermäßigung der Abgaben auf Salz und die Aufhebung der Eingangszölle, einschließlich der Baumwolle, vorgeschlagen. Nur Wein, Bier, Alkohol, Liqueure, Waffen, Munition, Salz und Opium sollen auch ferner zollpflichtig sein.
Rumänien. Bukarest, 8. März. Der Minister des Aeußeren brachte in der Kammer eine Vorlage ein, wonach von der internationalen Prutheommission eine Auleihe von 100,000 Fres., amortisabel in vierzehn Jahren aus der hiesigen
Depositenkasse, aufgenommen werden soll.
— 9. März. Die Kammer votirte die Dringlichkeit für den geforderten Viermillionen—
Credit zur Armee-Ausrüstung.
Rußland. Petersburg. Anläßlich des Artikels der„Nordd. Allg. Ztg.“ bemerkt das „Journal de St. Petersbourg“, bei der Revision des Zolltarifs sei man bemüht, Alles zu ver— meiden, was die Handelsbeziehungen Rußlands zu verschiedenen Ländern hemmen könnte.
— Auf das bezügliche Ansuchen ist die zu— stimmende Erklarung zur Ernennung des Grafen Wolkenstein zum österreichischen Botschafter in Petersburg erfolgt.
Amerika. Washington. Conkling hat, wie eine Depesche aus Washington behauptet, die Ernennung zum Richter des obersten Ge— richtshofes abgelehnt.
Afrika. Tunis, 8. März. Neun Europäer, welche jüngst von hier abgereist waren, um bei den französischen Truppen in Gafza Waaren zum Verkauf zu bringen, sind zwischen hier und Kairuan ermordet worden.
— 9. März. Die zwischen Tunis und Kairuan ermordeten 9 Personen waren Franzosen, Italiener und Malteser. Einer Meldung zufolge erreichte eine französische Cavallerie-Abtheilung die Marodeurs, welche die Europäer ermordet hatten, tödtete mehrere und nahm andere gefangen.
Aus Stadt und Land.
l. Friedberg. Am letztverflossenen Dienstag fand für diesen Winter das zweite Coneert des hiesigen Musik— vereins statt und es gebührt sich, daß wir desselben hier erwähnen und es charakteristren, da durch dasselbe eine Leistung auf dem Gebiete der edlen Tonkunst in unserer Stadt bezeichnet ist. Der Musikverein hatte sich durch drei auswärtige musikalische Kräfte verstärkt, denen ein bedeutender Ruf vorausging; alle drei haben diesen künstlerischen Ruf durch ihr Auftreten glänzend gerecht⸗ fertigt. Die beiden Concertsängerinnen, Frl. Lulse Knispel aus Darmstadt und Frl. Langsdorf aus Gießen verfügen über herrliche Stimmmittel, die sie in der schönsten Weise zur Geltung zu bringen und künstlerisch zu verwerthen verstehen. Concertmeister Hohlfeldt aus Darmstadt hand⸗ habt sein Instrument, die Violine, mit wirklicher Vir⸗ tuosität; neben imenser Technik, über die er verfügt, stellt er das wahrhaft Schöne in seinem hinreißenden Spiele dar, das dem ästhetischen Gefühl und dem Gemüthe wohlthut. Wir gingen gerne näher auch auf das Pro⸗ gramm, welches nur gutgewählte, werthvolle Stücke ent— hielt, ein, wenn uns der zugemessene Raum nicht Kurze geböte; übrigens wurde ja das Programm auch bereits veröffentlicht. Doch wollen wir nicht vergessen, auch unserer einheimischen Kräfte zu gedenken, ohne welche eine solche beglückende Kunstfreude, wie wir sie hier be⸗ sprechen, uns nicht geboten würde. Der wackere Musik⸗ dirigent, Seminarlehrer Schmidt, leistet als Gesanglehrer Vortreffliches. Ihm gebührt bezüglich Schulung der Sänger und Vorführung der Gesänge hohe Anerkennung. Seminarlehrer Link spendet uns bei solcher Gelegenheit, sei es selbstständig oder begleitend, wie diesmal, immer willkommene Gaben seiner holdfließenden Klaviertöne. Und sein Schüler, Lehrer Gatzert, strebt und wirkt dem Vorbilde wacker und würdig nach. Die Chöre gingen auch alle sehr gut und so hatten wir ein Concert, das solchen größerer Städte wohl an die Seite gestellt werden darf. Dem Coneerte folgte ein gemüthliches Zusammen⸗ sein, bei dem mit Musik einige, die Leistungen anerken⸗ nende und erherternde Ansprachen abwechselten und man schied allgemein voll befriedigt und war dankbar, daß man uns eine solch hohe geistige Freude geboten, aus der die Seele, indem sie sich wie in einem geistigen Bade in dem Strom der holden Töne verliert, taucht, erfrischt und gestärkt für die Arbeit und den Kampf des Lebens.
Darmstadt, 9. März. Der 17jährige Gärtner⸗ lehrling L. Rühl von Bessungen stand vorgestern vor der Strafkammer des Landgerichts. Derselbe hatte seinen 15jährigen Collegen, ebenfalls ein Gärtnerlehrling Namens Stein, vor einiger Zeit mit einer Holzaxt den Schädel gespalten, worauf sofort der Tod desselben erfolgte. R. versuchte sogar vorher schon den St. mittelst mit Phosphormasse bestrichenem Brot zu vergiften. Derselbe wurde mit 5 Jahr Gefärgnißstrafe bedacht.
Castel, 8. März. Hler hat sich gestern Nachmittag ein sehr bedauerlicher Unglücksfall ereignet. Ein Mainzer Wirth wollte mittelst eines Privatfuhrwerkes von hier über Castel nach Erbenheim fahren. In Castel wurden indessen— durch das Dampfabblasen einer Locomotive — die beiden vor dem Wagen befindlichen Pferde scheu und gingen durch. Der Kutscher des Wagens wurde alsbald zur Erde geschleudert, ohne sich indessen schwer zu verletzen. Da nun die Pferde zügellos waren, rasten die Thiere wie toll durch die Straßen, der Wagen prallte gegen ein Haus an und weithin wurde der Insasse, der betreffende Weinwirth, auf das Pflaster geschleudert, wo der Mann mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. Für den Unglücklichen ist keine Hoffnung mehr vorhanden. Der Wagen wurde durch den gewaltigen Stoß derart zertrümmert, daß die einzelnen Stücke desselben auf einen Karren geladen und nach Mainz gefahren wurden.
Allerlei. Biebrich. Dle in unserer Stadt, als auch auf der Amöneburg vorgenommenen Untersuchungen bezüglich des
jetzt zu keinem Resultat geführt. Preußische und hesstsche Polizeibeamten waren in dieser Angelegenheit thätig.
um sich griff, daß im Augenblick— 9 Uhr ein ganzer Stadttheil in Flammen steht. Vor vier Wochen berelts brannten eirea 50 Gebäude nieder. Die Betroffenen sind zum größten Theil nicht versichert.
Literarisches.
Daheim. Nr. 19, 20, 21 und 22 enthält: Der An- hänger.(Forts.)— Schneepflug in Thätigkeit:„Der Post eine Gasse!“ Bild von K. Ahrendts.— Aus der guten alten Zett. Kulturgeschichtliche Notizen aus einem alten Kirchenbuche.— Allein auf weiter Flur! Gedicht von J. Lohmeyer. Mit Illustr.— Fiskalische Arbeiter. Von H. Kranichfeld.— Friedrich der Große in Wort und Bild.— Die Welt⸗Verbesserer.(Forts.)— Ein übertrieben milder Winter und seine Folgen.— Zu spät, Mit Illustr.— Der Picador. zselige Gesellschaft.“ Von Th. Trede.— Die elektrische Briefpost. Von v. Muyden. Mit 2 Illustr.— Zur
Liberia an der Westküste Afrikas. Mit 4 Illustr. Von Dr. L. Weineck.— Die Wanderung der Märchen. Von
Mit Illustr.— Vertieft. Bild von J. Günther.— Dr. Luthers Fastnachtsfeier— Ein Glaubensbote bei
bild. Von Th. Schott.— Das Fremdenbuch auf dem Hohentwiel.— Großstädtische Zufluchtsstätten für Dienst⸗ mädchen. Mit Illustr.— Traumdeuterei. Von J. Stinde.
drucktafeln.— Eine deutsche Festung unter dem Hammer des Auktionators.— Ein Hausschatz der Länder- und Völkerkunde.— Der menschliche Speichel— giftig.— Rechtsrath.— Aus dem Stammbuch eines Edelmannes
Eine kaiserliche Randglosse.— Hindernißrennen in Deutsch⸗ land.— Wider die Magyaren.— Gesundheitsrath.—
würdiger Handelsartikel der Leipziger Messe vor zwei⸗ bundert Jahren.— Landwirthschaftliche Forschritte. Mit Illustr.— Biographien und Bekenntnisse großer Natur⸗ forscher aus alter und neuer Zeit. Von L. Krummel.— Die gestörte Parthie. Mit Illustr. Mit acht illustr. Beilagen.
Handel und Verkehr.
Gießen, 8. Marz. Der gestern hier abgehaltene Viehmarkt war sehr stark befahren. Es waren aufge⸗ trieben: 1593 Stück Rindvieh und 432 Stück Schweine. Fast sämmtliches aufgetriebene Vieh war schön und gut genährt und gingen die Preise durch den sehr lebhaften Handel bedeutend in die Höhe. Nächster Markt Dienstag den 21. und 22. ds. Mts., am letzteren auch Krämer⸗ markt,(erster in 1882) und findet an diesem Tage von Morgens 8 Uhr ab die Verloosung der Krämerstände für dieses Jahr statt.
Frankfurt, 8. März. Marktbericht. Heu kostete per Ctr. je nach Qual. M. 4.00— 4.85, Stroh M. 3.20—3.50, Eier das Hundert M. 5.00—6, Ochsenfleisch das Pfund 65—70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 45—55 Pf., Kalbflelsch 40—5f Pf., Hammelfleisch 40 bis 53 Pf., Schweinefleisch 70—80 Pf., 1 Hahn M. 1.00—00., 1 Huhn M. 1.50 bis 2.00, 1 Poularde M. 2.30 bis 2.50, 1 Taube 50—60 Pf., Reh per Pfd. 75 Pf., Butter 1. Qualität im Detail das Pfd. M. 1.00, 2. Qualität M. 0.90, Handkäse das Pfd. 45— 50 Pf., Kartoffeln das Malter 4.50—6. 00,
An unsere Leser.
speziell das rechtzeitige Fertigwerden zum Drucke abhing, erkrankte. Es ist aber nunmehr Vor⸗ sorge getroffen, das Expediren der fertigen Exem— plare rechtzeitig zu ermöglichen. Die Exp.
Briefkasten.
nicht beachtet. Die Redaection.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. O cult. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1¼ Uhr: Herr Candidat Schwarz. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9½ Uhr: Herr Pfarrer Baur. Abends 5½ Uhr: Herr Missionar Bergfeldt. statholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Becht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Mordes an dem Baugewerksschüler Hardt haben bis
2 Uhr: Andacht.
Mit Illustr.— Die
J. Bolte.— Stille Verlobung. Von C. A. Regnet.
den Deportirten in Sibirien.— Ludwig Krapf. Lebens⸗
— Am Familientische: Brehms Thierleben mit Farben
des XVI. Jahrhunderts.— Seltsame Schwäche.—
Briefkasten.— Bücherschau.— Rentier und Proletarier. 5 Mit Illustr.— Reisekosten in alter Zeit.— Merk⸗
Kopfsalat 15— 18 Pf., gelbe Rüben das Gebund 7— 12 Pf., 1 Romainsalat 10— 20 Pf., Rettig das Stück 6—8 Pf., Sellerie der Kopf 10— 20 Pf., Blumenkohl 30—70 Pf., Wirsing 8—15 Pf., Weißkraut 10—25 Pf. das Stück, Rothkraut 20—30 Pf., Kohlkraut 10 Pf., Kohlrabi 6 1 bis 8 Pf., Endivien 25— 35, Zwiebel 5— 10 Pf. das Pfd.
Die letzten Nummern des Anzeigers konnten leider nicht zur gewohnten Zeit ausgegeben werden, was namentlich für die Empfänger der durch die Post bezogenenen Exemplare sehr unangenehm war. Der Grund war der, daß einer der Gehilfen in der Druckerei, von welchem
P. P. in Rodheim. Anonyme Zusendungen werden f
Adorf(Sachsen), 6. März. Heute gegen Abend“ brach hier Feuer aus, welches mit solcher Schnelligkeit
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Statistik von Rom.— Ein Besuch der Negerrepublik
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