Ausgabe 
9.2.1882
 
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1882.

Donnerstag den 9. Februar.

M 17.

Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Artisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Donnerstag und

Dienstag,

Samstag.

sil de einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 1

4 Pf.,

bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Aus dem Reichsgesetzblatt ist zu publiciren:

Retreffend: Die Dienstbücher der Dienstboten.

Nach Artikel 37 oten die in diesem Gesetz vorgeschriebenen D 1. Juni 1877 Regierungsblatt von 1877 em zuständigen Kreisamt zu beziehen haben.

ngen in Erinnerung zu bringen.

Ausgewiesen aus degierungsbezirk Wiesbaden; Schmied Desterreich. Wegen Bettels bestraft: Shristian Schnell aus Elpenrod, Kreis

Nr. 4

dem Großherzogthum auf Grund des F. Johann Beil aus Heinrich Becker aus Alsfeld;

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung, b

April 1877, betreffend die Gesinde-Ordnung,

ienstbücher durch die Ortspolizeibehörde und ist in pos. Seite 270 weiter bestimmt, Es können mithin ur solche Dienstbuͤcher Verwendung finden, welche von uns bezogen worden sind.

daß die O

in allen Fällen, in welchen

3 Absatz 2 des Kreis Mühlhausen in Maar, Kreis Lauterbach;

Zella,

Phili

Gottfried Kalothi aus Nesigode, Kreis Militsch, Volstein, Kreis Bomst, Regierungsbezirk Posen; Heinrich Scheer aus Lauterbach. 1. 2 4* N 0 1

Die Aufenthaltsorte des Georg Stutt und dessen Ehefrau Bonifacia Stutt, geb. Gieß, aus Nieder-Kalbach sind unbekannt und zu ermitteln.

etreffend die Uebereinkunft mit

rtspolizeibehörden den Bedarf an

Wir sehen uns veranlaßt,

Freizügigkeitsgesetzes: Thüringen;

Rumänien wegen gegenseitigen Markenschutze

Friedberg den 4. Februar 1882.

Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt.

des Gesetzes vom 28.

erhalten die in den Dienst eintretenden Dienst

3 der Ministerialbekanntmachung vom

Dienstbüchern von

ein Dienstbote eines neuen Dienstbuchs bedarf,

Ihnen die vorstehenden Bestimm Dr. Braden.

Jacob Betschert Baumbach, Julius Spielvogel aus Wiesenberg, Ober Arnoldi aus Steinfurth, Kreis Friedberg; Regierungsbezirk Breslau; ann Hirt aus

aus

pp

Joh

Deutsches Reich. Darmstadt. Die Vorbereitungen für die Plenarberathungen der zweiten Kammer sind pweit gediehen, namentlich ist der Druck des mfangreichen Berichtes des Finanzausschusses ber das Staatsbudget für die Finanzperiode

882/085 soweit vorangeschritten, daß der Zu ammentritt der Kammer, wie geplant, am 5. d. M. stattfinden kann. Nach Erledigung

niger geschäftlichen Angelegenheiten, wie Wahl rüfungen und die auf Grund der Geschäfts ürdnung vorzunehmende zweite Wahl der beiden Präsidenten, sowie Ergaͤnzungswahlen für zwei

Jusschüsse, wird die Kammer sofort in die Fudgetberathung eintreten. Das Regierungsblatt Nr. 1 enthält die

Jerordnung über die Gerichtskosten und Gebühren.

Berlin, 6. Febr. Der Kaiser eröffnete heute Fachmittag mit einem Extrazug die neue Stadt ihn. An der Fahrt nahmen die Kaiserin, das ronprinzenpaar, die Prinzen Wilhelm, Karl riedrich und andere hohe Personen Theil.

Richter(Hagen) brachte im Abgeordneten zus einen Antrag ein, der dahin geht, daß de Eisenbahnbehörden bei ihren Anzeigen oder her Beilegung von Fahrplänen nur die Zeitungen Betracht ziehen, welche für die Verbreitung r Anzeigen günstig sind, und nicht solche, deren blitische Richtung ihnen günstiger scheint; daß iich den Bahnhofs-Restaurateuren nicht das halten bestimmter Zeitungen untersagt werde; geß endlich den Beamten, die das Petitionsrecht

Jen, die Weihnachts⸗Gratificationen nicht ver Ammert werden.

7. Februar. Im Abgeordnetenhaus and heute die kirchenpolitische Debatte i dicht gefüllten Tribünen statt. Minister Goßler bemerkt, er sei der Ueberzeugung, ß der Kampf, an dessen Ende wir uns be den, aus Naturnothwendigkeit erwachsen sei, id darum betheilige er sich nicht an irgend gelcher Kundgebung, welcher dieser oder jener Jartei die Schuld beimessen will. Eine Regu ung sei nothwendig im Interresse des Staats, de der katholischen Kirche; es konne nicht die lifgabe sein, neues Recht zu finden, sondern ken Zustand zu berücksichtigen, in dem die Kirche

ty befinde. Concordate, die neuerdings von nincher Seite gefordert werden, haben für die te Zeit Unebenheiten beseitigt, aber für die

Dauer mehr gestört als befriedigt. Die Re gierung hege die feste Ueberzeugung, der Papst wolle den Frieden. Redner geht auf die Einzel bestimmungen der Vorlage ein. Er weist darauf hin, daß der Cultusminister in einzelnen Fällen viel weitergehende Vollmachten habe, als in diesem Gesetze verlangt würden. Die ganze Handhabung des Einspruchverfahrens tragt einen administrativen Charakter. Der Friede auf kirchenpolitischem Gebiete läßt sich nicht tiren, die Vorlage ist ein Mittel zum Frieden, eine Stufe, von der kann. die

Lehnen Sie die Vorlage ab, so wird die

Regierung dennoch festhalten an dem Programm:

Wiederherstellung des kirchlichen Friedens. (Bravo!) Gegen die Vorlage sind 16 Redner, für dieselbe 10 eingeschrieben. Nach der Windthorst's, in welcher er bemerkt: er erblicke in der Vorlage keinerlei Concessionen; die dis cretionären Vollmachten gingen zu weit; gaͤnzliche Aufhebung der Maigesetze werde Nichts erreicht; wenn die Katholiken 10 Jahre kampfen konnten, bis die Erkenntniß reifte, daß ihnen Unrecht geschehen, so konnten sie noch weitere 10 Jahre kämpfen, bis die Erkenntniß zur That führt, wird die Debatte auf morgen vertagt.

Dresden, 6. Febr. Zweite Kammer. Auf die Interpellation Bebels wegen der Auswei sungen von Socialdemokraten lehnte der Minister die Beantwortung ab, weil die Regierung nicht nöthig habe, sich wegen der Nichtausführung eines Beschlusses zu rechtfertigen, der nur von einer Kammer gefaßt sei.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 6. Febr. Die Reichs rath-Delegation genehmigte einstimmig die Regierungsvorlage betr. den Acht-Million Credit, nachdem der Reichsfinanzminister Szlavy an der Hand von Thatsachen und durch stati stische Daten die Grundlosigkeit der von ver schiedenen Delegirten vorgebrachten Vorwürfe nachgewiesen hatte. Nachdem auch die ungarische Delegation die Creditvorlage einstimmig bewilligt hatte und zwischen den Beschlüssen der Dele

gation keinerlei Differenz bestand, wurde die Session geschlossen. 7. Febr. Taaffe stellte im Exceutiveomite

der Rechten die Cabinetsfrage und fällt. Die Petroleumsteuer wird abgelehnt. Die Boͤrse, auf das Gerücht, daß Clam- Martinitz Finanz

decre⸗

aus man weiter steigen,

Rede

ohne

minister, Hohenwarth Cabinetschef geworden sei, ist hochgradig verstimmt.

Lemberg. Unter den Ruthenen sind weitere Verhaftungen erfolgt. Unter den Verhafteten befindet sich der frühere Reichs srathsabgeordnete Naumowitsch und dessen Sohn Die Verhafteten sind dem Strafgericht übergeben.

Serajewo, 5. Febr. Offiziell. von einer Bedrohung Fotschas Am 1. Februar begannen die Insurgenten das

Ufer der Drina, nordwestlich von Fotscha, zu räumen. Sie vereinigten sich in der Gegend von Trientiste und Bastatschi, wo sie über die Drina setzten. Streifzüge der Garnison von Fotscha constatirten am 2. Februar einen bedeu tenden Zuzug von Insurgenten gegen Bastatschi hin. Die Unsrigen besetzten den Fluß Sesno und rückten ohne Kampf gegen Karaula Humitsch, Bastatschi. Von Brod(dicht bei Fotscha) wur⸗ den am 3. Februar Truppen vorgestoßen. Diese stießen auf stärkere Insurgentenhaufen, die nach heftigem Feuergefecht zuxuͤckgedrängt wurden. Am 4., Nachmittags, griff eine bedeutende An zahl von Insurgenten die Sussesno Kaurala,

Nachrichten bestaͤtigen sich.

Humitsch und Brod an. Sie wurden aber überall energisch zurückgewiesen. Frankreich. Paris, 6. Febr. In der

heutigen Sitzung der Deputirtenkammer brachte Granet die bereits angekündigte Interpellation über die Vertagung der Verfassungs revision ein und forderte die Regierung auf, von der Kammer gutgeheißenen Revisionsentwurf dem Senate vorzulegen. Ministerpräsident Freyeinet erwiederte: Da der Entwurf ein Werk der Kammer, so sei es gar nicht die Aufgabe des Ministeriums, ihn dem Senate vorzulegen. Die Kammer nahm hierauf mit 287 gegen 86 Stim men eine vom Ministerium acceptirte, von Ga tineau beantragte Tagesordnung an, daß die Kammer im Vertrauen auf die Erklarung der Regierung und auf deren festen Willen, die geforderten Reformen auszuführen, zur Tages ordnung übergehe. Febr. Mehrere De putirte benachrichtigten Freyeinet, sie wurden ihn uber die egyptischen Angelegenheiten inter pelliren. Freyeinet bat, bei den im Augenblick noch schwebenden Unterhandlungen die Inter pellation um 14 Tage zu verschieben.

Nach Londoner Nachrichten sprach das neue egyptische Cabinet die Absicht aus, im

den

* 1

Einvernehmen mit England und Frankreich das