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tens die Führung übernehmen solle, weil die Interessen Englands dort größer seien, als die irgend eines anderen Landes.
Türkei. Constantinopel, 5. Juni. Dem „Reuter'schen Bureau“ zufolge versandte gestern die Pforte eine Circularnote, mittelst welcher sie das Conferenzproject ablehnt.
— Entgegen früheren Mittheilungen wird wiederholt constatirt, daß Server Pascha nicht als Commissär nach Egypten geht.
Rußland. Petersburg. Vielseitig wird bestätigt, daß Rußland die Befestigungen seiner Westgrenzen eifrigst betreibt. Lublin und Kowno werden schleunigst befestigt zu Plätzen ersten Ranges, der durch den Bug geführte Canal soll Pinsk und Minsk, wo Skobeleff comman— dirt, verbinden, Warschau bekommt 6 neue ge— panzerte Forts, die so angelegt werden, daß zwischen ihnen Erdforts wie bei Plewna er— richtet werden können. Den Zeitungen ist es verboten, hiervon etwas zu melden. Die„Ind. Belge“ meldet, daß gegenwärtig größere Truppen— abtheilungen, unter Leitung von Eisenbahn-In— genieuren, an der Erbauung einer von Pinsk nach Sjabinka führenden strategischen Eisenbahn— linie arbeiten. Beide Orte liegen im Gouverne— ment von Minsk. Bis jetzt wurden von dieser Bahn in 120 Tagen 150 Km. vollendet.
— Eine Anzahl russischer Kaufleute in Moskau petitioniren bei dem Finanz-Minister um Erhöhung des Einfuhr-Zolles auf Kamm—
Woll⸗Waare behufs Hebung der russischen Schafzucht. Moskau. Auf dem Boullevard Twer wurde
ein Offizier verhaftet, welcher geäußert hatte, der Czar möge sich verbergen, wie er wolle, schließlich werde er doch ermordet werden, wenn nicht anders, so durch einen Militär, da unter dem Militär viele zur Vollziehung einer solchen That bereit seien.
Egypten. Kairo, 5. Juni. In Folge des Protestes der englischen Regierung gegen die militärischen Vorbereitungen in Egypten, tele— graphirte der Sultan an den Khedive, er möge Arabi Pascha veranlassen, diese Vorbereitungen, insbesondere die Arbeiten an den Befestigungen Alexandriens einzustellen. Man glaubt, die Befehle des Sultans, die Befestigungsarbeiten in Alexandrien einzustellen, kommen jedoch zu spät an, da der Bau der Erdwerke und die Armirung des Hafens mit Batterien beendet scheinen.
— 5. Juni. Dem Correspondenten des „Standard“ gegenüber erklärte Arabi, er und seine Auhänger fragten sehr wenig nach den Verheiß— ungen und nach den Drohungen Englands und Frankreichs. Er hoffe mit Gottes Hilfe und unter Billigung des Sultaus, dem er mit seinen Freunden gehorche, jedwede europäische Aggres— sion siegreich zurückzuweisen.
Aus Stadt und Land.
Darmstadt, 4. Juni. Staatsminister von Starck hat heute eine mehrwöchige Urlaubsreise angetreten.
Gerichtssaal.
Friedberg. In der Sitzung des Schöffengerichts vom 6. Juni l. J. wurde erkannt: 1 Gegen Heinrich Rausch III. Wittwe von Friedberg, wegen Widerstands, auf 5 Tage Gefängniß; 2) Gegen Heinrich Mack III. von Friedberg, wegen ruhestörenden Lärmens, auf sechs Tage Haft; 3) Gegen Adam Balser von Nieder-Wöllstadt, wegen Körperverletzung, auf zwanzig Tage Gefängniß. 4) Joh. Bell II. von Ilbenstadt, angeklagt der Ueber— tretung der straßenpolizeilichen Vorschriften, wurde frei— gesprochen; ebenfalls erfolgte 5) gegen Georg Metzger Wittwe von Nieder-Wöllstadt, wegen des ihr zur Last gelegten Vergehens wider die öffentliche Ordnung, ein freisprechendes Erkenntniß.
Friedberg. In der Schöffengerichts-Sitzung am 13. Juni l. J. kommen zur Verhandlung: 1) die Straf⸗ sache gegen Jakob Brückmann von Vilbel, wegen Be— trugs. 2) die Strafsache gegen Valentin Kuhnen von Cöln, wegen Körperverletzung, ruhestörenden Lärmens und groben Unfugs. 3) die Privatklagesache gegen Fr. Gunderlochs Ehefrau von Friedberg wegen Beleidigung. 4) die Privatklagesache gegen Heinrich Vetter von Burg— gräfenrode, wegen Körperverletzung und gegen Georg Meisinger Wittwe von da, wegen Anstiftung zur Körper— verletzung.
Butzbach. Nächsten Freitag den 9. Juni, Vorm. 8 Uhr anfangend, findet am hiesigen Amtsgericht eine
Schöffensitzung statt. Zur Verhandlung gelangen folgende Klagesachen: 4) gegen Ph. Schäfer von Bensheim, wegen Körperverletzung; 2) gegen H. Sames II. von Trais⸗ Münzenberg, wegen Diebstahls; 3) gegen H. Baumann von Butzbach, wegen Körperverletzung; 4) gegen Gilbert Kretzmüller von Gambach, wegen Beleidigung des Moritz Bender von da.
Warum versichern wir uns?
Unter diesem Titel, liebwerther Leser, habe ich einmal ein Büchlein geschrieben“), das ich so frei bin, allen Denen angelegentlichst zum Lesen zu empfehlen, die immer noch allerlei Einwände gegen das Versicherungswesen haben, oder die zwar das Vortreffliche an demselben anerkennen, aber in angestammter Michelei, wie sie in Deutschland mehr denn sonstwo blüht, „eben nicht dazukommen“, in irgend eine Ver— sicherung Leibes und Lebens, Hauses und Hofes, Weibes und der Kinder zu gehen, es sei denn, daß der Staat sie zwingt. Es ist nun hier nicht meine Absicht, das, was ich dort des weiteren ausführte— ich bilde mir ein, es sehr unterhaltend, belehrend und selbst für den Ver— nageltsten verständlich ausgeführt zu haben— hier zu wiederholen, sondern ich komme einer Bitte der verehrlichen Redaktion nach, ihr einige Worte zu schreiben über die vortreffliche Einricht— ung der„deutschen Militärdienst-Versicherungs— Anstalt in Hamburg“. Die Empfehlung, die ich diesem Unternehmen in besagtem Schriftchen gleich bei seinem ersten Auftreten zu Theil werden ließ, hat sich seitdem dadurch gerecht— fertigt, daß nach anfänglicher Zurückhaltung nach und nach die Betheiligung eine seyr rege geworden ist. so daß z. B. vom November 1880 bis Januar 1881 mehr als 1000 Väter für ihre Kinder ein— traten, so daß anfangs des Jahres 1881 unge— fähr 8,600,000 Mark Kapital mit 8100 Policen versichert waren. Ende des Jahres waren es schon 12,000 Policen mit 10,868,600 Mark. Der Grundgedanke dieser Anstalt ist nämlich der, es den Eltern möglich zu machen, ihre Kinder während der Militärzeit, sei sie nun 3 oder 1 Jahr, zu unterstützen. Dadurch wird die Ungleichheit weniger fühlbar, die darin liegt, daß der eine Vater möglicherweise von drei Söhnen alle zum Militärdienst hergeben muß, und so nicht blos die Verdienste von drei oder neun Jahren verloren sind, sondern ihm auch noch namhafte Kosten für Erhaltung seiner Söhne während der Militärzeit erwachsen. Sein Nach— bar aber, der's viel besser könnte, hat Glück, und wenn dies Glück auch nur in einem Kropf des hoffnungsvollen Sohnes besteht. An dem Geschäft ist der Sohn durch denselben nicht ge— hindert, vom Militär aber wird er dadurch frei; der Vater hat keine Kosten für die Militärzeit und der Sohn den Verdienst von 1 oder 3 Jahren. In ganz sinureicher Weise hat nun die „Deutsche Militärdieust-Versicherungs-Anstalt“ in Hamburg, eine Versicherungs-Anstalt auf Gegenseitigkeit, diese Ungerechtigkeit auszugleichen versucht. Es können nämlich Kinder im Alter von 3 Monaten bis zu 12 Jahren bei dieser Anstalt so versichert werden, daß sie mit dem 20. Jahre die bestimmte Summe erhalten. Und zwar so, daß, wenn das Kind nicht zum Militär eingestellt wird, oder vor dem 20. Jahr stirbt, entweder Nichts zurückbezahlt wird, oder aber blos die eingezahlten Prämien abzüglich einer Jahresprämie und zuzüglich der angesammelten Dividenden. Ich will hiefür ein Beispiel geben. Ich habe meinen 2 Jahre alten Buben mit 1200 Mark auf die zweite Art bei dieser Austalt versichert. Dafür bezahle ich 18 Jahre lang jährlich 35 Mark 88 Pf. Muß mein Bube zum Militär, so kommen mir die 1200 Mark recht gut; wird er frei, so erhalte ich zwar nur meine Einzahlungen von 17 Jahren nebst Dividende zurück, aber dafür sind mir auch die Ausgaben für ein Militärjahr erspart. Wie gut würde es manchem armen Dreijährigen thun, wenn ihm sein Vater auch nur 100 Mark jährlich zukommen lassen könnte. Hundert Mark
„) In der„Neuen Volksbibliothek“ von Levy und Müller, Band 4, Heft 6.
aber ist eine große Summe für einen Bauern
da der Sohn, der vielleicht bisher dem Vater verdienen half, dem Geschäft entzogen ist. Es ist von der Gesellschaft der ganz richtige Grund— satz aufgestellt worden: Wird der Knabe zum Militär eingestellt, so braucht er viel, darum erhält er viel; wird er nicht eingestellt, so braucht er wenig, ja verdient 1 bis 3 Jahre lang Etwas, deßhalb erhält er wenig oder Nichts. Es leuchtet ein, daß gerade dem kleinen Mann mit dieser Versicherungsart gedient ist; die jähr— lichen Beiträge etwa für 200 bis 300 Mark sind klein bei Anspruch auf Rückzahlung, wenn der Sohn nicht zum Militär muß, sehr klein, wenn man diesen Auspruch nicht erhebt, weil man sicher hofft, der Sohn werde sich so stramm entwickeln, daß er unter allen Umständen zum Militär muß. Wer in dieser Anstalt versichert ist, darf dies hoffen, muß dies nicht fürchten. Und wie gut thun dem Bauern, dem Hand— werker, der zu den Kosten für den Sohn während der drei Jahre, da er beim Militär ist, viel— leicht einen weiteren Knecht oder Gesellen ein— stellen muß, so ein Paar hundert auf diese Weise mit Leichtigkeit ersparte Mark!
Aber welche Garantien, fragt eine ängstliche Seele, bietet diese Anstalt? Hamburg ist gar so weit. Antwort: Dieselben, die jede andere gute Versicherungsanstalt bietet; Schwindel ist, das glaube ich versichern zu können, keiner dabei, so wenig wie bei der Stuttgarter oder einer andern soliden Versicherung. Und wenn Ham— burg auch weit ist, so kann doch der Umstand beruhigen, daß 1) dort so gut ehrliche Meuschen wohnen, wie in Friedberg oder Frankfurt; 2) daß in Hamburg selbst binnen Jahresfrist 1120 Väter eintraten, von welchen 50 Aerzte und Apotheker, 90 Lehrer und Prediger, 80 Stadt- und Ge— richtsbeamte, 500 Kaufleute und Fabrikanten, 400 Handwerker waren. Diese Leute, welche die Verwaltung vor Augen haben, denen die Personen des Aufsichtsraths bekannt sind, wer— den sich auch vorher besonnen haben, ehe sie ihr Geld der Austalt anvertrauten. Wer aber eine mehr amtliche Bestätigung wünscht, dem sei der Schluß eines Artikels der„Elsaß-Loth— ringischen Zeitung“ mitgetheilt:„Die Leitung und Verwaltung der Anstalt darf schon An— gesichts des Umstandes, daß bereits im Jahre 1879 eine Dividende von 3 Procent zur Gut— schrift für die Interessenten hat festgesetzt wer— den können, wohl als eine vertrauenswerthe bezeichnet werden. Die Wichtigkeit, sowie der gute Zweck der Anstalt ist von den höchsten Reichsbehörden, hier in Elsaß-Lothringen auch seitens des kaiserlichen Ministeriums anerkannt worden. Viele Familienväter werden daher in der Benutzung der hier gebotenen Einrichtung eine weise Fürsorge für die Zukunft ihrer Söhne treffen.“ Das Nähere über diese Versicherung ist von dem Subdirektor für Frankfurt, Major v. Bülow, und zahlreichen Agenten zu erfahren. Wer bei jeder Gelegenheit über die Nachtheile der allgemeinen Wehrpflicht klagt, aber sich's entgehen läßt, mit einigen Mark jährlich sich diese Last zu erleichtern, der hat kein Recht zu diesen Klagen. Dr. P. E.
Verloosung.
Wien. Ziehung der österr. 100 fl.-Loose von 1864 vom 1. Juni. Serlen: 540 860 1022 1155 1409 1560 1730 1808 1965 2334 3232 3374 3700 3917. Der Haupttreffer fiel auf S. 3232 Nr. 36, der zweite Preis auf S. 1965 Nr. 5, der dritte auf S. 3700 Nr. 17, der vierte auf S. 3700 Nr. 33, je 5000 fl. auf S. 1022 Nr. 16 und S. 3232 Nr. 92, je 2000 fl. auf S. 540 Nr. 52, S. 1730 Nr. 10, S. 3223 Nr. 58, je 1000 fl. auf S. 860 Nr. 42, S. 1155 Nr. 16, S. 1409 Nr. 15, S. 1730 Nr. 48, S. 3374 Nr. 13, S. 3700 Nr. 10, je 500 fl. auf S. 540 Nr. 74, S. 860 Nr. 37 94, S. 1409 Nr. 79, S. 1560 Nr. 35, S. 1730 Nr. 91, S. 1808 Nr. 39, S. 1965 Nr. 60, S. 33 Nr f d 87, S Nr. 43, S. 3917 Nr. 7 27 63, je 400 auf fl. S. 540 Nr. 12 62, S. 860 Nr. 54 91, S. 1022 Nr. 8 47, S. 1155, Nr. 51 87, S. 1409 Nr. 53 69, S. 1560
Nr. 55, S. 1965 Nr. 30 69 77, S. 2331 Ni. 8
S. 3232 Nr. 61, S. 3374 Nr. 10, S. 3917 Nr. 18 42 55.
oder Handwerker, und sie ist um so größer, als sie gerade in der Zeit aufgebracht werden soll,
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und We per die hies. A Monat M. 17 hiesiger diesen


