*
r
S———
n——
—
Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 3. März. Officiell. Laut Meldungen des FZ3M. Jova⸗ novie vom 1. und 2. d. M. aus Sekulich, war derselbe am 28. Febr. Abends, durch das obere Narentathal aufwaͤrts ziehend, in Miceduik ein—
getroffen. Derselbe berichtet, daß nach in Ulok erhaltenen Nachrichten die Insurgenten bei
Micednik Widerstaud zu leisten beabsichtigten, dieselben jedoch nirgends Stand hielten, sondern bei der Annäherung der- Colonne flüchteten.
Frankreich. Paris. Eine wichtige Unter— redung soll, wie der hiesige Correspondent der „Morning Post“ berichtet, zwischen Freyeinet und dem deutschen Botschafter in Paris, Fürst Hohenlohe, stattgefunden haben. Letzterer soll dem französischen Conseilsprͤsidenten in den klarsten Ausdrücken gesagt haben, daß, wenn es scheinen sollte, als wenn Frankreich sich durch die Versprechungen Rußlands zu einer feindseligen Politik gegen Deutschland bewegen lasse, eine deutsche Armee binnen 48 Stunden Marschbefehl nach Frankreich erhalten werde
— Die Polizei ist benachrichtigt worden, sagt der„National“, daß Graf Chambord Süd— frankreich incognito bereist. Man will ihn in Montpellier erkannt habeu.
— 4. März. Die Kammer nahm die Re— gierungsvorlage an, welche den Municipalraͤthen die Maireswahlen zuweist, lehnte aber das Amendement der äußersten Linken ab, dahin— gehend, daß die Mairewahl in Paris in gleicher Weise erfolge, wie in den anderen Städten.
Großbritannien. London, 3. März. Die Königin empfing Glückwunsch-Telegramme von der Kaiserin von Oesterreich, von den Kaisern von Deutschland und Rußland, von den Bot— schaftern Graf Muͤnster und Fürst Lobanoff, sowie anderen Mitgliedern des diplomatischen Corps. Der Attentäter Roderick Maclean ist ein stellenloser Commis und in London geboren. Die Umstehenden verhinderten ihn, einen zweiten Schuß abzugeben und entrissen ihm den Revolver. Die Polizei hatte Mühe, den Attentäter vor der Erbitterung der Menge zu schützen, welche Lynchjustiz an demselben ausüben wollte. Die Königin war wenig erschüttert und das Hof— Diner fand in gewohnter Weise statt. Maclean, beute vor dem Polizeigericht verhört, nahm eine sehr ruhige Haltung an und richtete wiederholt Fragen an Zeugen. Er erklärte, Armuth habe ibn zum Verbrechen getrieben; er wollte unter keinen Umstäuden der Königin ein Leid zufügen, er zielte nicht einmal auf dieselbe. Die Fori— setzung des Verhörs wurde auf den 10. März vertagt. Alle Aceußerungen in der Presse stim— men darin überein, daß der Verbrecher nicht Mitglied einer geheimen socialen oder politischen Verbindung sei, einerseits, weil keinerlet Beweise vorliegen und zweitens, weil die Königin selbst nie einer Gesetzesmaßregel im Wege gestanden; daß Maclean aber aus bloßem Hunger die That vollbracht habe, wird angezweifelt; man glaubt eher au krankhafte Ruhmsucht nach Art Guiteaus.
Serbien. Belgrad.„Romanul“ meldet, daß die Erhebung Serbiens zum Königreich in den nächsten Tagen bevorstehe.
3. März Auläßlich des in Rußland aufgenommenen Aulehens von einer Million Ducaten verrechnete der frühere serbische Gesandte Protitsch 30,000 Ducaten Aus ꝛ„aben. Saitzic interpellirte, wozu Protitsch die Summe ver—
wandte und ob die Regierung die enormen Aus gaben gutgeheißen habe— Griechenlaud. Athen, 4 März. Die
„Pol. Corr.“ meldet die Demission des Cabinets Kommunduros, veranlaßt durch die Annullirung der Wahl des Kriegsministers Valtinos. Rußland. Petersburg. Die Londoner„St. James Gazette“ erzählt, ein in London ange— kommener russischer Diplomat habe mitgetheilt, der Czar, welcher früher stets heiter war, sei seit Kurzem trübsinnig und den Geschaͤften ab— geneigt. Er antwocte häufig, wenn er um Staats⸗ geschaͤfte befragt wird:„Was nützt es! Thut, wie Ihr wollt, die Sündfluth kommt doch!“
— Odessaer Zeitungen melden, daß die dortige slavische Gesellschaft, um ihre Sympathieen sür die aufständischen Krivoscianer und Herzegowiner zu bezeugen, den bekannten Führer der Herzego— winer, Stojan Kavatscheviez, zum Ehrenmitglied einstimmig erwählte, und die Regierung ersuchte, zur Sammlung von Unterstützungsgeldern für die Familien der Krivoscianer und Herzegowiner, welche aus Montenegro geflohen waren, die Erlaubniß zu ertheilen. Ebenso wurden zu Ehrenmitgliedern die Generale Gurko und Sko— beleff erwählt. a
— 5. März. Heute traf General Skobeleff bier ein. Zu seinem Empfauge hatten sich auf dem Perron viele Personen eingefunden, darunter einige Officiere. Einige Hochrufe extönten.
Moskau. Der Gesundheitszustand des jungen Thronfolgers ist nicht günstig. Er leidet an epi— leptischen Zufällen, die Schonung bedingen und es nothwendig machen, den Unterricht, den er genießt, für ein Jahr auf ein Minimum zu reducireu.
Afrika. Tunis, 3 März. Die unterwor— fenen Stämme griffen bei Gafza au, schlugen die feindlichen Hammamas und tödteten 50. Die Eingeborenen halten bei Gafza die wich— tigsten Posten besetzt; die Nachrichten aus der ganzen Regentschaft lauten günstig; 2 Bataillone werden nach Frankreich zurückgeschickt.
Aus Stadt und Land.
Mainz. Der Landesverband hessischer Krieger— vereine, die„Hassia“, hält seinen diesjährigen Delegirten— tag am 23. April d. J. dahier ab. Auf der Tages ord- nung desselben stehen wichtige Anträge, namentlich der auf Herabsetzung des Jahresbeitrags von 10 Pf. auf 5 Pf. und ein weiterer, auf Ueberweisung eines Theils der aus den vom Landesverband abgeschlossenen Ver— sicherungsverträgen erwachsenen Einnahmen an die Ver⸗ eine selbst. Zum Behuf der Aufstellung einer umfassen— den Statistik des hessischen Kriegervereinswesens finden gegenwärtig unter Mitwirkung der Großherzoglichen Ver— waltungsbehörden Erbebungen bei den Krieger Vereinen stakt, die sich auch auf die zahlreichen Vereine erstrecken, welche dem Landesverband sich bis jetzt noch nicht an; geschlossen haben. Es ist unbegreiflich, daß die Zahl der noch nicht beigetretenen Vereine immer noch eine so große ist, obwohl nicht blos der Landesverband seinen Vereinen ganz bedeutende Vortheile zuwendet: Unter— stützungen, billige Versicherungen gegen Feuersgefabr, bei Lebensversicherungen durch Verträge mit der Gesell— schaft Providentia u. dergl., sondern es auch der wieder⸗ holt ausgesprochene Wunsch des Protektors, des Groß— berzogs, ist, daß sich alle Kriegervereine des Landes dem Landesverband anschließen möchten. Vei dieser Gelegenheit muß ein vielverbreiteter Irrthum berichtigt werden. Nur der vollzogene Beitritt zum Landesverband verschafft den Kriegervereinen das Protektorat des Großherzogs. Es steht zu erwarten, daß die noch dem Landesverband fern— stehenden Kriegervereine sich möglichst bald und vollzählig der Kriegerkameradschaft Hassia anschließen werden, was durch Anmeldung bei dem Präsidium des Landesverbandes, Oberst z. D. Gerlach in Darmstadt oder bei dem ersten Schriftführer Dr. Vogt in Butzbach geschehen kann.
Allerlei.
t. Windecken. Am vergangenen Samstag brach etwa gegen 9 Uhr Abends dahier Feuer aus und äscherte eine Scheune und ein halbes Wohnhaus ein. Die Gebäude waren, wie es in Windecken überhaupt vorhanden, sehr an einander gebant, und ist es nur der energischen und raschen Hilfe der Windecker Feuerwehr und der umliegenden Orse zu danken, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt warde. Leider batte jedoch die Brandaffaire noch ein großes Unglück im Gefolge, indem einem jungen Mann aus Heldenbergen durch die heimkehrende dortige Feuersprige der Kopf äberfahren wurde, so daß der Mann auf der Stelle todt geblieben ist.
Biebrich. Die Criminalvolisei von Wiesbaden ist gegenwärtig hier sehr thärng, weil der Verdacht besteht, daß ein kürzlich bei St. Goarshausen geländeter Schuler der Baugewerkschult zu Idstein, Namens Haardt, in der Nähe unserer Stadt ermorrtt und in den Rhein geworfen worden ist. Man vermuthet, daß dei dieser Affaire auch ein Frauenzimmer eine Rolle gespielt ha:.
Erfurt, 27. Febr. Am Sonnabend getzen Abend ist bei dem Dorfe Dachwich au einem jungen Märchen ein Lustmord verübt worden. Stark vereächeig find zwe Strolche, die um diese Zeit da gesehen wurden. Der hiesigen Polizeibehörde ist sofort Renntniß gegeben worden,
Göttingen, 2. März. Die Beckmann'schen Ehe— leute haben sich nach dem gräßlichen Mord ihrer Kinder nicht auch selber das Leben genommen, sondern wurden vorgestern in Hamburg angehalten und verhaftet.
Münster. Ein Halbbruder des hingerrichteten Lust— mörders Schiff stand dieser Tage ror dem Schwurge— richt dahier, angeklagt dreier Sittlichkeits verbrechen und mehrerer schweren Diebstähle. Das verkommene Subfeetr wurde zu 10 Jahren Zuchthaus verurtbeilt. Der Stages anwalt hatte beantragt, die menschliche Gesellschaft vier— zehn Jahr lang von dem Scheusal zu befreien.
London, 4. Marz. Der Luftschiffer Simmons war am Samstag Vormittag mit dem Oberst Brine von Canterbury in einem Ballon aufgestiegen, um über den Canal zu fliegen. zehn Meilen von Dover ins Meer nieder. Simmons und Brine mit dem Ballon wurden von einem aus Calais kommenden Postdampfer nach Dover gebracht. Ungünstige Winde hatten die Luftschiffer genöthigt, den Ballon herabzulassen.
Gerichtssaal. Altenstadt, 2. März.
der Strafsache gegen Valentin Ganz von Hammelbach,
angeklagt wegen Diebstahls, wurde der Angeklagte in
eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen, sowie zur Tragung der Kosten verurtheilt. 2) in der Strafsache gegen Heinrich Dort von Höchst a. M., wegen Sach seschädigung, erhielt Angeklagter eine Gefängnißstrafe von 10 Tagen und muß derselbe die Kosten tragen. 3) in der Privat⸗ klagesache des Bauaufsehers Mettenheimer in Enzheim gegen Heinrich Eckel 11. von da, wegen Beleidigung, wurde der Letztere in eine Geldstrafe von zehn Mark ev. 2 Tage Haft, sowie in die Kosten verurtheilt. 4) in der Strafsache gegen Jakob Schilling 1. von Hainchen, wegen Bettels, wurde der Angeklagte in eine Haftstrafe von 14 Tagen sowie zur Kostentragung verurtheilt. 5) in der Strafsache gegen Wilhelm Stroh von Lindheim, wegen Contravention, wurde die Hauptverhandlung ausgesetzt und Ladung weiterer Zeugen verfügt. 6) in der Straf⸗ sache gegen Kaspar Reutzel von Gelnhaar, wegen Bettels, mußte die anberaumte Verhandlung ausgesetzt werden, da der Angeklagte nicht geladen werden konnte. 7) in
der Strafsache gegen Johannes Hinkel 11. von Hainchen,
war der Angeklagte nicht erschienen; die Hauptverhand⸗ lung wurde ausgesetzt und gefängliche Vorführung des Angeklagten angeordnet.
Die Wasserversorgung der Stadt Friedberg.
J. Unter dieser Ueberschrift wurde in Nr. 19 d. Anz. eine ausführliche Darlegung gegeben über den dermaligen Stand der schon seit längerer Zeit im Gange befind⸗ lichen Vorarbeiten und Verhandlungen bezüglich der Be— schaffung des für die Stadt Friedberg so wünschenswerthen guten Trink- und Brauchwassers, und wurde am Schlusse des betr. Artikels die Erwartung ausgesprochen, daß die projeetirte Wasserversorgung schon bei ihrem Beginne diejenige freundliche Aufnahme Seitens der Buͤrgerschaft finden möge, die sie unzweifelhaft verdiene.
Einsender dieses sieht der Vollendung des in Rede stehenden Unternehmens mit ungetheilter Freude ent— gegen,— darum und nur darum möchte er an dieser Stelle noch einige Punkte zur Sprache bringen, die er in anderen Städten nachträglich bei Anlegung von Wasser⸗ leitungen als„Uebersehen“ beklagen hörte, und die hier jetzt noch vor Abschließung des Ausführungsvertrags in Erwägung gezogen werden könnten, wenn es an maß⸗ gebender Stelle für nöthig erachtet werden sollte und nicht vielleicht schon geschehen wäre. Der p. Stadtrath möge also in diesen Zeilen nicht eine Kritik, sondern lediglich eine Unterstützung seines Vorhabens erkennen,— wie überhaupt zu wünschen, daß alle bezl. Meinungen der hiesigen Bürgerschaft jetzt, noch vor Abschluß des Vertrages zur Sprache kämen und nicht erst hinten nach, wenn es zu spät. 6 Punkte:
1) Es wäre Vorsorge zu treffen, daß eine Anlage
von Filter auch dem Zudrange größerer Unreinlichkeiten
als den erwarteten begegnen könnte, damit das Wasser
auch nach heftigem Regen stets hell bliebe und bei etwaigen späteren Auftreten von Algen u. dgl.(was wohl nirgends ausgeschlossen) das Wasserwerk nicht unbrauchbar würde.
2) Es wäre Vorsorge zu treffen, daß auch bei vielen aufeinanderfolgenden trockenen Jahren der Wasserzufluß doch immer noch genügend, deßhalb wären Reservebrunnen entfernt vom Hauptbrunnen anzulegen, die für gewöhn— lich ganz außer Gebrauch stünden.
3) Es wäre Vorsorge zu treffen, daß bei etwaigem Bersten des Hochreservoirs nicht Häuser und Menschen zu Schaden kämen, darum wäre eine isolirte Lage des⸗ selben erwünscht und außerdem wäre ein kleines Noth— reservoir anzulegen.
4) Es wäre gleichzeitig mit der Röhrenlegung die Canalisation der ganzen Stadt mit in Anzriff zu nehmen, denn ein Mehrverbrauch von Wasser darin wird jene wahrscheinlich doch demnächst gebieterisch fordern.
5) Eine mehrjährige Garantie erscheint nach den Er⸗ fahrungen anderer Städte unbedingt nöthig.
6) Es müßte als feststehend gelten, daß fuͤr alle 1
Theile des Wasserwerkes, die nicht innerhalb 12 Stunden nach etwaigem Unbrauchbarwerden durch neue gleiche zu ersetzen sind, von vornherein Nothrequisiten aufgestellt würden, welche sofort funetioniren könnten.
Handel und Verkehr. b
Gießen, 4. März. Wochenmarkt. Butter per Pr. N. 1.10— 1.15, Get S 4—5 Pf., 2 St. 00 00 Uf wästpen Stud 5— 12 Pf., Tauben das Paar 1.2000 Pf. Hubnen per Stück R. 1.00 1.50, Hahnen ver Stück M. 1.80 2.00 Enten per Stück M. 200— 2.50, Ochsen⸗ ech per Pfd. 60- 62 f., Kub- und Rindfleisch 45 bis
50 Pf., Kalbfleisch 40 44 Pf., Schweinefleisch 62 bis
61 Pf, Hammelfleisch 5060 Pf., Kartoffeln 100 Kits M. 3.50 4.50, Zwiebeln per Cir. M. 9.— 10.
Mainz, 3. März. Markt- Preise. 100 Kile We. 3.50 3.70, Heu per Ctr. 1. 4.— 4.50, Stroh rer Gtr. M. 4.50 5,00, Butter ½ Kilo M. 0.95— 110%
Nachmittags ging jedoch der Ballon
In der heutigen Schöffen- gerichtssitzung wurde in folgenden Sachen erkannt: 4) in
Einsender beschränkt sich auf folgende
Kartoffeln per
—
8 15 19.0
ntfernur Husbezir cgahlung ale OGeg. Saß von elgelr r wenn er Hablen.. bis zum Hungsber gegeben. werden Besümm
egal een u mat
5 vom! 901 1456 1779 202 2407 3029
9453 3
.


