Aufforderung.
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In der letzten Zeit sind dahier und in den benachbarten Ortschaften eine Menge junger Obstbäumchen entwendet worden und ist der
Tagloͤhner
August Gerhard Gatzert von Assenheim, wohnhaft in Friedberg und dahier in Haft befindlich, überführt, aus den Gärten des
Zimmermanns Johannes Füller, Kaufmanns Moritz Stahl in Friedberg und des Schreiners Schwalb in Fauerbach b. Fr. zusammen 15 Aepfel—
däumchen eutwendet und an Privatleute verkaͤuflich abgesetzt zu haben.
Da nun begründeter Verdacht vorliegt, daß Gatzert sich noch weitere
Entwendungen von Obstbaͤumchen hat zu Schulden kommen lassen, so werden alle diejenigen, welche derartige Baͤumchen von demselben gekauft
haben, hiermit ersucht, solches Friedberg am 3. Januar 1882.
anher entweder direct oder durch Vermittelung der Großherzoglichen Bürgermeistereien sofort mitzutheilen.
Der Großherzogliche Amtsanwalt. Lorenz.
Die ordentlichen Sitzungen des Schoͤffengerichts dahier im Jahre 1882 werden abgehalten werden am Freitag den 6. und 27. Januar,
17. Februar, 17. Maͤrz, 14. April, 5. und 26. Mai, 16. Juni,
15. Dezember. Gerichtsbarkeit). die Rechtssuchenden geöffnet.
Lich den 23. Dezember 1881.
. i a 7. und 28. Juli, 15. und 29. September, 20. October, 10. und 24. November, Als Gerichtstage in jeder Woche sind bestimmt: Dienstag(für Civilprozesse) und Donnerstag(für Geschafte der freiwilligen Die Gerichtsschreiberei ist dagegen täglich(mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) von Vormittags 10 bis 12 Uhr für
Großherzogliches Amtsgericht Lich: Langermann.
An die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir ersuchen Sie, diejenigen Ihrer Ortsangehörigen, welchen Pfleglinge unserer Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß
unser Rechner, Herr Vogt, die Pfleggelder aus
dem 2.
Quittung Dienstag den 10. Januar dieses Jahres auszahlen wird.
Friedberg den 4. Januar 1882.
Halbjahr 1881 gegen die vorschriftsmäßige Bescheinigung und
Für den Vorstand der Mathildenstiftung.
Meyer.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Schluß des Regierungsblatts, Beilage Nr. 27, enthält: f
VII. Zulassung zur Rechts⸗Anwaltschaft. Der Ge⸗ richtsaceessist Dr. Stern zu Alsfeld wurde zur Rechtsan— waltschaft bei dem Amtsgerichte Alsfeld zugelassen.
VIII. Charakterertheilung.
IX. Dienstentlassungen. a a
Xx. Ruhestandsversetzungen. Der Expeditor bei der Main ⸗Neckar⸗Eisenbahn Venator und der Distrietsein nehmer Dieter in Groß-Gerau wurden auf Nachsuchen in den Rubestand vesetzt. 3
XI. Concurrenz-Eröffnungen. Erledigt sind: zwei Lehrerstellen an der Volksschule zu Darmstadt, Anfangs gehalt 1350 M.; die Lehrerstelle zu Heuchelheim im Kr. Büdingen, Gebalt 900 M.; die 2. Lehrerstelle zu Büdingen, Gehalt 1000— 1500 M.; dem Fürsten zu Bsenburg und Büdingen in Büdingen steht das Präsentations echt zu, das Concurrenzausschreiben in der Beilage Nr. 22 des Regierungsblattes wird zurückgezogen; die Lehrerstelle zu Erbes-Buͤdesheim, Gehalt 900 M.; eine Lehrerstelle zu Oppenheim, Gehalt 1000—1250 M.; die Schulstelle zu Nieder⸗Moos, Gehalt 900 M.; eine Lehrerstelle zu Wöll— stein, Gehalt 900 M.; eine Lebrerstelle zu Mainz, Ge— halt 1200 M.: die ev. Pfarrstelle zu Ober-Klingen, Ge halt 1270 M.; das Präsentationsrecht steht dem Fürsten zu Löwenstein Wertheim zu; die ev. Pfarrstelle zu Leng⸗ feld, Gehalt 1700 M.; die Stelle eines Kreisveterinär— arztes zu Erbach; Bewerbungen sind binnen acht Tagen einzureichen.
XII. Sterbefälle. Gestorben sind: der Gymnasial— director Dr. Löhbach zu Mainz; der Schullehrer Diefen— thäler zu Wendelsheim; der Lehrer Hossinger zu Worms; der Kanzleidiener Kniel zu Darmstadt; der Geh. Ober— medieinalrath Dr. Pfannmüller zu Darmstadt; der Geh. Rath Ebel zu Darmstadt; der Oberförster Eckstorm zu Darmstadt; der Landgerichtsassessor Müller in Orten— berg; der Oberlehrer Bausemer zu Mainz; der Schul- lehrer Morell zu Bodenrod.
— Postpersonalnachrichten. Ernannt ist der Vorsteher des Postamts in Heppenheim, Post⸗ secretär Obermayer zum Postmeister. Versetzt sind: der Postinspector Wetzel von Darmstadt nach Düsseldorf; der Postkassirer Winter von Köln nach Darmstadt als Post-Inspector; der Oberpostdirectionssecretär Umbreit von Darm— stadt nach Kiel und der Postsecretär Ziegenbein von Berlin nach Darmstadt. Gestorben ist der Postrath Dr. Meyer in Darmstadt.
Berlin, 1. Jan. 1882. Kaiser Wilhelm empfing anläßlich des Jahres-Wechsels, mit welchem gleichzeitig das 75jährige Militär— Jubiläum des Kaisers zusammenfiel, ein herz— liches Glückwunsch-Schreiben des Kaisers von Rußland. Bei dem Neujahrs-Empfang soll der Kaiser wiederholt die feste Hoffnung auf die ungestörte Fortdauer des europäischen Friedens ausgesprochen haben
— Der„Reichs-⸗Anzeiger“ veröffentlicht eine Verordnung vom 29. Dezember, durch welche den Schiffen von Belgien, Dänemark, Schweden, England, Italien und Brasilien das Recht der Küstenfracht von einem deutschen Hafen zum anderen eingeräumt wird.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bezeichnet das Gerücht, nach welchem ein activer Minister zum Nachfolger des Oberpraäsidenten Horn be— stimmt sei, als unbegründet.— Der Kaiser
empfing gestern den Fuͤrsten Bismarck zu längerem Vortrag. Dem Uebertritt einer Anzahl preußischer Offiziere zur Instruction der türkischen Armee soll von militärischer Seite Nichts ent— gegenstehen.
— Der Name des der Entwendungen im Generalstabsgebäude verdächtigen Individuums ist Goldschmidt.
Ausland.
Frankreich. Paris. Die„Agence Havas“ dementirt den Abbruch von Verhandlungen über den englisch-sranzösischen Handelsvertrag. Die englischen Commissäre seien nur heim gereist, um neue Instructionen zu holen.
— Ducros-Aubert, Gesandter in Bukarest, ist zur Disposition gestellt; an seiner Stelle ist Ring ernannt.
Großbritannien. London.„Times“ erfahren, daß England und Frankreich überein— gekommen seien, dem Khedive eine gemeinsame, aber identische Note zu senden, in der sie ihre Bereitwilligkeit ausdrücken, falls Unruhen in Egypten ausbrechen, durch eine materielle Cor— poration die Ordnung wieder herzustellen und die Autorität des Khedive zu schützen.
Dublin, 3. Jan. 4000 irische Grundbesitzer unter dem Vorsitz von Abercorn sprachen ihren Tadel über die Entscheidungen der agrarischen Hilfs-Commissäre aus und verlangten eine staatliche Entschädigung, falls die Haupt-Com— mission die Entscheidungen bestätige. Sie be— schlossen endlich eine Petition an die Königin im Sinne obiger Resolution. Gestern wurden hier u. a. O. mehrere hervorragende Mitglieder der Frauen-Liga verhaftet.
Cork, 3. Jan. Der Municipalrath nahm eine Resolution an, dem in dem Gefängniß be— findlichen Abgeordneten Dillon das Bürgerrecht zu verleihen. Alle Conservativen und viele Liberale enthielten sich der Abstimmung.
Italien. Rom, 3. Jan. Aus Suez wird gemeldet: Die gemischte Commission, welche die Untersuchung über den Mord eines egyptischen Offiziers fuhrte, hat ihre Aufgabe vollendet. Ein des Mords verdächtiger Italiener wurde für unschuldig erkannt.
Der Rädelsführer der
Emeute ist nach Kairo gebracht und vor ein
Kriegsgericht gestellt worden. Der Gouverneur von Kairo hat dem italienischen Consul einen Besuch gemacht und demselben das Bedauern
seiner Regierung über die Verhaftung des Italieners ausgedrückt. Türkei, Konstantinopel. Nuri Damat
Pascha, ein Schwager des Sultans, der wegen der Ermordung Abdul Aziz nach Taif verbannt war, soll gestorben sein.
Rumänien. Bukarest. Die Kammern ver— tagten sich bis zum 22. Januar.
Montenegro. Cettinje, 2. Jan. 1882. Die Montenegriner Truppen griffen eine Räuber— bande von 12 Mann an der Grenze in der
Nähe von Parez an. Die Raͤuber ließen zwei schwer Verwundete zurück, unter ihnen ihren Hauptmann Sjenitsch. Es war dieselbe Bande, die in der letzten Woche die Umgebung von Gran Carevo beunruhigte und dort mehrere Diebstähle und Plünderungen ausführte.
Griechenland. Athen. Die Wahlen zur Kammer in Athen fielen zu Gunsten der Opposition aus. Das Resultat in den Pro— vinzen wird wahischeinlich der Regierung gün— stig sein.
Rußland. Petersburg. Mit Beginn unseres Neujahrs scheint eine Abzweigung der Staats— polizei von dem Ministerium des Innern in Aussicht genommen zu sein. Diese soll unter der Leitung des General Tscherewin stehen.
Warschau, 29. Dez. 1881. Heute früh er— ging das Verbot an die hiesigen Zeitungen, die traurigen Vorgänge der letzten Woche zu be— sprechen. Die Cravalle haben gestern aufge— hört, denn erst gestern kam aus Petersburg die Ordre, dieselben energisch zu unterdrücken Es hat sich als vollkommen richtig erwiesen, daß die Affaire von russischer Seite hervorgerufen wurde. Man hat Belege dafür, daß die Polizei gewarnt wurde und keine Maßregeln gegen die Unruhen traf. Bis gestern wurden 2150 Per— sonen arretirt; es sind zum größten Theil junge, sehr junge Burschen aus den untersten Volks— klassen(sehr wenig Arbeiter und noch weniger Handwerker); unter den Verhafteten befanden sich auch einige höchst verdächtige Individuen unbekannter Herkunft, die sich als Raͤdelsführer benahmen. Das Elend, das durch die Plündex— ung entstanden, ist groß, ganze Stadttheile sind vernichtet. Ueber die Katastrophe wird der „Trib.“ von einem hiesigen Priwatmanne Folgen— des mitgetheilt: Ein Herr geht mit zwei Damen nach dem vorderen Theile der Kirche und, um sich schneller Platz zu schaffen, ruft er:„Bitte, gehen Sie aus dem Wege, die Dame hier fällt in Ohnmacht!“ Man haͤlt dies für wahr und ruft nach„Wasser“, auf entfernteren Plätzen aber denkt man, es brenne, und läßt die Rufe „Wasser“ und„Feuer“ erschallen. Darauf drängt Alles in wilder Hast nach den Ausgängen und es entsteht die bekannte Katastrophe. Der Magi— strat hat diesen Sachverhalt durch Anschlag an den Straßenecken zur öffentlichen Kentniß ge— bracht, leider aber, wie die Excesse des ver— blendeten Pöbels bewiesen, ohne Erfolg.“
— Das„Journal de St. Petersbourg“ meldet: China zahlte die erste Entschädigungs— rate gemäß dem Kuldscha-Vertrage.
Afrika. Tunis. Der Minister-Resident Roustan ist nach Tunis zurückgekehrt. Eine Depu—
tation der französischen Colonie hat ihn begrüßt
und ihre Sympathie ihm kundgegeben.
Aus Stadt und Land.
S. Friedberg, 3. Jan. Im Jahre 1881 wurden dahier 130 Kinder geboren, gegen 121 im Jahre 1880.
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