mandant General von Winterfeld ist zum Com— mandeur der Gardecavalerie-Division ernannt worden.
Bamberg, 29. August. Der Kronprinz wohnte gestern Abend mit dem Kriegsminister v. Maillinger und der Generalität der von den Turnern veranstalteten Wasserfahrt bei, welche sehr glänzend verlief. In der„Concordia“ wurde dem Kronprinzen eine sturmische Ovation dargebracht, der Kronprinz dankte vom Balkon aus und brachte ein Hoch auf deu König aus, in welches mit großem Jubel eingestimmt wurde.
Nürnberg, 29. Aug. Der Kronprinz ist heute Nachmittag von Bamberg hier eingetroffen und im Bayerischen Hofe abgestiegen. Zum Empfange waren die Spitzen der Behörden auf dem Bahnhofe anwesend.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Prag. Aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, daß die öster— reichische Regierung wegen der Ueberhandnahme der socialistischen Umtriebe ein Ausnahmegesetz wider die Socialdemokratie, ähnlich dem deut— schen Octobergesetz von 1878, vorbereite.
Frankreich. Paris, 30. August. Der Wirth in der Rue St. Mare hat dem deutschen Turnverein das Local gekündigt und die Lique des patriotes für heute Abend zu einem Banket geladen. Es verlautet, die französische Regier⸗ ung habe in Berlin ihr Bedauern über die Affaire der deutschen Turner ausdrücken lassen und ihren Entschluß kundgegeben, ähnliche Vor— fälle, so weit an ihr sei, energisch zu verhindern.
Großbritannien. London, 30. August. Prinz Leopold, Herzog von Albanp, ist ernstlich erkrankt und leidet an einem heftigen Blutfluß; sein Zustand ist besorgnißerregend.
— 31. Aug. Das Arsenal zu Woolwich hat Ordre erhalten, sofort 36 Belagerungs— geschütze verschiedenen Calibers und 1136 Ar— tilleristen nach Egypten zu senden.
— Gerüchtweise verlautet, die englische Re— gierung beanspruche von Europa die Genehmigung für eine britische Besetzung des Suezcanals für zwei Jahre, nachdem die Pacification Egyptens vollbracht worden sei.
Türkei. Konstantinopel, 30. Aug. Lord Dufferin erklärte der Pforte, daß die Londoner Regierung die Militär-Uebereinkunft mit den drei vom Sultan entworfenen Zusätzen ange— nommen habe.
— 29. August. Gestern Abend soll ein zweiter Zusammenstoß zwischen Türken und Griechen stattgefunden haben, wobei letztere zu— rückgeworfen wurden. Unter'm heutigen wird gemeldet, daß die Griechen einen Augriff mit Artillerie auf die türkischen Truppen gemacht hätten.
Griechenland. Athen, 29. Aug. Türk⸗ ische Truppen in der Anzahl von circa tausend Mann, welche fortwährend Verstärkungen er— halten, haben einen Angriff auf die griechische Position zwischen Zorba und Digani eröffnet. Die griechischen Truppen leisteten Widerstand, beschränkten sich aber auf die Defensive. Das Feuer dauerte bis gestern fort. Die griechische Regierung expedirte in Folge dieser Meldungen gestern mittelst der Dampfer„Amphytrite“ und „Miaulis“ eine Truppenanzahl von 1000 Mann verschiedener Waffengattungen und entsprechende Munitionsvorräthe nach Tsajesi und ordnete außerdem die Zusammenziehung eines, den Gar⸗ nisonen entnommenen Corps von 5000 Mann an. Sollten jedoch die türkischen Truppen, wie dies ihre Absicht zu sein scheint, weiter vor⸗ rücken wollen, so wird die griechische Regier— ung die sofortige Mobilisirung von 5 Alters— classen anordnen und dadurch den gegenwärtig 23,000 Mann betragenden Effectivstand der Armee um weitere 40,000 Mann erhöhen. König Georg, der gegenwärtig mit der Königin im Auslande weilt, wurde seitens des Ministeriums benachrichtigt, daß seine Zustimmung zu der be— hufs Anordnung der Mobilisirung nothwendigen Einberufung der Kammer im Falle des Erforder—
nisses auf telegraphischem Wege werde einge— holt werden..
— 30. Aug. Der Commandant der bei Kalari Derwent concentrirten griechischen Streit— kräfte, General Grivas, telegraphirte an die Regierung, daß die Angriffe der türkischen Truppen gegen die Posikion von Zorba im Laufe des gestrigen Tages mehrere Male wieder— holt, jedoch stets zurückgewiesen wurden. Das Kriegsministerium hat die sofortige Entsendung weiterer Verstärkungen an die Grenze verfügt.
Rußland. Petersburg. Der Regierungs- bote meldet: Wahrend ein politischer Gefangener im Saratow'schen Gefängnißgarten am 28. Aug. Abends promenirte, hielt au der Gefängnißmauer ein Wagen mit zwei Passagieren, worauf der Gefangene dem ihn begleitenden Aufseher Sand in die Augen warf und der eine Passagier den Aufseher mittelst Revolverschüssen tödlich verwun⸗ dete. Der Gefangene entkam über die Mauer in den Wagen, welcher eiligst davonfuhr. Eine Volks— menge verfolge denselben und nahm die Verbrecher fest; einer derselben ist in Folge von Miß— handlungen der Volksmenge gestorben, die beiden anderen wurden, durch Polizei und Militär geschützt, verhaftet. Die Untersuchung wurde eingeleitet.
— 31. Aug. Das Journ. de St. Petersb.
sagt anläßlich einer Depesche aus Vokohama über die Vorgänge auf Korea, die Gefahr eines Krieges mit Japan sei beseitigt; die Regierung des Mikado's habe Genugthnung erhalten. Egypten. Alexandrien, 31. Aug. Vier schottische Regimenter sind nach Ismailia ge— sandt worden, da Arabi seine besten Truppen von Kafr-el-Dowar zurückgezogen hat. Es wer— den Marinesoldaten zur Ablösung der Schotten gelandet.— Die Consuln in Alexandrien ver— hinderten gestern die Landung von 500 Europäern, welche ohne genügende Existenzmittel dorthin zurückkehren wollten. Js«smailia, 30. Aug. Die indischen Truppen sind angekommen. General Wolseley trifft Vor— bereitungen, um die Position Tel-el-Kebir mit 11,000 Mann anzugreifen.
— 31. Aug. Laut Nachrichten von hier wirft der Feind in der linken Flanke der eng— lischen Stellung an der Gassassin-Schleuse Erd— werke auf. Die Cavalerie-Brigade wurde zwei Meilen näher an die Position des Generals Graham herangezogen. Die ganze Division hat Befehl bekommen, auf gleiche Hohe mit Graham vorzurücken. In Ismailia selbst bleiben nur zwei Bataillone als Besatzung zurück.
— 31. August. Sultan Pascha und der bisherige Gouverneur von Zagazig kamen heute in das englische Lager, um Verhandlungen im Auftrage Arabi's anzuknüpfen. Einer Depesche der Dally Chronicle aus Port-Said vom heuti eu zufolge, suchte Arabi um einen 8tägigen Waffen— stillstand nach. General Wolseley lehnte dies ab und bot ihm einen eintägigen Waffenstill— stand an.
Amerika. Chili. Der Krieg zwischen Chili und Peru dauert fort. Die Truppen des Präsidenten Montero haben mit dem Bei— stande der Indianer die chilenischen Vorposten mehreremale angegriffen, wurden aber jedesmal mit Verlust zurückgeworfen. Bei einer Gelegen— heit wurden 400 Peruaner sammt ihrem Führer, einem Obersten, getödtet.
Afrika. Tunis. Die nach Tripolis ge— flüchteten tunesischen Führer bitten in großer Zahl um aman(Gnade) und mehrere bedeutende Gruppen von Abtrünnigen sind sogar schon über die Grenze gekommen, namentlich die Suassi— Beni⸗Zid, die in ihre alten Wohnstätten zurück⸗ gekehrt sind. Der Ministerresident Cambon hat an sie im Namen des Bey's und der franzö— sischen Regierung einen Aufruf erlassen, in welchem er Allen, die zu ihren Stämmen zu— rückkehren, vollständigen aman verspricht. Dieser Aufruf hatte eine vortreffliche Wirkung und seit
einigen Tagen gehen den französischen Autori— täten zahlreiche Begnadigungs-Gesuche zu.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Unsere Sedanfeier ist ein Famillen⸗ fest der Sadt. Sich freuen und Freude berelten, das ist das Losungswort für diesen Fest⸗ und natlonalen Ge⸗ denktag, an dem wir uns der Summe aller im deutsch⸗ französischen Kriege errungenen nationalen Güter erinnern wollen. Wir dürfen zuversichtlich hoffen, daß uns freund⸗ liche, gütige Frauen und Jungfrauen es ermöglichen, daß wir dreihundert und mehr Tassen Kaffee unentgelt⸗ lich verabreichen können. Diejenigen Kinder, die eine „Ke-Marke bekommen haben, erhalten dafür auf der
Seewiese eine Tasse Kaffee mit einem Brödchen unent⸗ 1
geltlich, Andere, denen auf Wunsch dasselbe verabreicht wird, zahlen dafür zu Gunsten der Kasse 10 Pf., bel
Frau Wüst 15 Pf., weil feines Gebäck dazu gegeben Eine Bretzel wird höchstens zu 10 Pfennig ver-
wird. kauft. Speisen, Getränke ꝛe. ze. werden zu den üblichen Preisen gegeben. 0
Gießen. Eine große Erregung verursachte bei der hiesigen Bevölkerung die verbürgte Nachricht, daß das hiesige Infanterie-Regiment Nr. 116 bataillonswelse nach Mainz, Worms und Offenbach verlegt und das in letzteren Städten garnisonirende(frühere dritte hessische) Infanterie-Regiment Nr. 117 nach Gießen designirt sei.
Allerlei.
Frankfurt. Das Reichsgericht verwarf die Reviston des Bankiers Albert Sachs, die derselbe gegen das Urtheil des Frankfurter Schwurgerichts eingelegt hatte,
Newyork, 30. August. Das gelbe Fieber ist in Pensacola(Florida) aufgetreten.
Gemeinderathssitzung.
S. Friedberg, 31. August. In der gestern stattzs habten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde det von dem Bürgermeister ausgearbeitete Entwurf eines Reglements bezüglich Einführung des Dienstmänner; Instituts vorgelegt und an eine Commission zur Begut⸗ achtung verwiesen. Ferner wurde beschlossen, den Todten wagen für die Folge in dem Leichenhause auf dem Fried⸗
8
*
Adgusfcdch sus
hofe unterzubringen und in letzterem einen hierzu ge
eigneten Raum herrichten zu lassen. Es wurde darauf eine Offerte des Fabrikanten Valentin in Frankfurt a. M., N bezüglich Lieferung und Unterhaltung der Wassermesser,
zur Kenntniß gebracht und ein Probemesser vorgezeigt, 1
Da hierüber noch nähere Ermittelungen erforderlich er⸗.
scheinen, wurde Beschluß ausgesetzt. Die Errichtung der öffentlichen Brunnen soll demnächst auf dem Submisstons⸗ f wege vergeben werden. Auf eine Zuschrift der Kreis⸗ f schulcommisstion und nach eingeholtem Gutachten des Stellvertreters des Oberlehrers wurde beschlossen derf Ueberfüllung der unteren Classen der Musterschule durch
Errichtung von Parallelklassen abzuhelfen und mit den nächsten Schuljahr zwei neue Lehrerstellen zu errichten.
Es sollen der Schulbehörde und dem Schulvorstand hier T
über Mittheilungen gemacht und die erforderlichen Gen halte im nächsten Voranschlag vorgesehen werden. Ueber die seit dem Jahre 1875 gemachten und bis zum Bücher, schluß von 1880 noch nicht ersetzten Vorlagen für Unter stützungen wurden die entsprechenden Erläuterungen ge geben, aus denen hervorgeht, daß ein großer Theil der Posten mittlerweile eingegangen ist, ein anderer noch er, setzt wird, der uneinbringliche Rest niedergeschlagen werden s muß. Der ganze Betrag wurde dann zur definitiven g Verrechnung genehmigt. Herstellung der neuen Straße vom Haag nach den Lager
plätzen der Main⸗Weser⸗Bahn wurde gutgeheißen und T
unterschrieben. Ein Gesuch der Gebrüder Meyer auff
Die Wirthschastsrechnung über f?
* An
aas
Fortsetzung des Trottoirs an ihrem Hause wurde beg
willigt, nachdem dieselben sich erboten haben, das ere forderliche Pflastermaterial zu stellen. Das Grummel: auf der sogenannten Kunstwiese soll für den städtischenß Faselstall eingebracht, das der übrigen Wiesen versteigett
werden. 1 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. ö
Ebangelische Gemeinde. 9
Samstag, 2. September, 1
als am Sedansfeste, Stadtkirche, Vormittags 9½ Uhr, Herr Pfarrer Weiffen bach. 0
13. Sonntag nach Trinktatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Diegel. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Muller. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Diegel.
scatholische Gemeinde. Samstag 5 Uhr: Beicht. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Andacht.
Neue Grünekern, b Neue holländische Vollhäringe,
Neue russische Sardinen i empfiehlt Fr. Hilbrecht Wittwe.
Ft. Huendeling s Werlstatt für Optik und Mechaul
empfiehlt alle in dieses Fach schlagende Artikel. 5
2802
.
1
1 1
20


