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An die Großherzoglichen Bürgermeistereien in den Großherzoglichen Districts-Einnehmereien Friedberg und Nieder-Wöllstadt. Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen für die II. Periode 1882 vom 1. bis 25. Juni dieses Jahres an den Zahltagen Dienstags und Donnerstags ohne Mahnung anher geschehen kann.
Friedberg am 31. Mai 1882.
Großherzogliche Distriets-Einnehmereien Friedberg und Nieder- Wöllstadt. Weigel. Nieß.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Es wurde der Oberamts— richter Klingelhöffer zum Landgerichtsrath und der Amtsrichter Bergsträßer zum Landrichter bei dem Landgerichte der Provinz Starkenburg, der Gerichtsschreiber Hill in Lauterbach zum Ge— richtsschreiber in Langen, die Gerichtsschreiber— Aspiranten Weiß aus Grünberg, Eichenauer aus Gammelsbach, Born aus Homberg a. d. Ohm, Huth aus Offenbach und Jäger aus Seligen— stadt zu Gerichtsschreibern in Vilbel, Michel— stadt, Büdingen, Lauterbach und Herbstein er— nannt, sowie der Kreisassessor Küchler in Fried— berg auf Nachsuchen aus dem Dienste entlassen; seiner durch die Stadtverordneten zu Worms erfolgten Wahl zum Jürgermeister von Worms wurde die Bestätigung ertheilt; der ord. Pro— fessor Dr. Will in Gießen wurde auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.
— Das Regierungsblatt Nr. 9 enthält das Finanzgesetz für 1882/85.
— Post⸗Personalnachrichten. Versetzt sind: Die Postverwalter Andres von Ober-Ingelheim nach Nieder⸗Ingelheim und Langenfeld von Nieder— Olm nach Ober-⸗Jugelheim, sowie der Postassistent Weber von Echzell nach Nieder-Olm.
Jugenheim, 28. Mai. Fürst Alexander von Bulgarien ist heute zum Besuche seiner Eltern hier eingetroffen.
Berlin. Beim Bundesrath ist eine Petition um Aufhebung der Zollfreiheit für die für an— dere gewerbliche Zwecke als für die Leuchtöl— fabrikation bestimmten Mineralöle eingegangen.
— Dem Landtage soll in der nächsten Session eine Vorlage, betreffend die Pension fur Ele— mentarlehrer, auf alle Fälle zugehen, auch wenn die Steuerreform keinen Schritt weiter vorwärts bis dahin gemacht haben sollte.
Kiel, 26. Mai. Das Uebungsgeschwader ist heute im Kieler Hafen eingelaufen.
Dresden, 30. Mai. Die Staatsanwalt— schaft ließ gestern den Abg. Bebel hier verhaften.
Speyer, 26. Mai. Nach dem Verbote der öffentlichen Erinnerungsfeier des Hambacher Festes ist nun auch die intendirte demokratische Feier im Saalbau zu Neustadt auf Grund des Socialistengesetzes verboten worden.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Mai. Das Herrenhaus nahm heute die Delegations— wahlen vor, worauf der Ministerpräsident in dem Auftrage des Kaisers den Reichsrath für vertagt erklärte.
— 27. Mai. Einer Meldung des„Tag— blatt“ aus Gravosa zufolge, streckten sämmtliche Banden in der Crivoscje, außer derjenigen Vuka— lovic's, zusammen 546 Mann, die Waffen. Das Hauptquartier in Ragusa wird aufgelöst und die Reservisten werden demnächst zurückbefördert werden.
Pest, 27. Mai. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung den Pacificationscredit an. Nächste Sitzung am 2. Juni.
— 30. Mai. Aus Tiszaeszlar, wo ein Christenmädchen verschwunden ist, ist dem Justiz— ministerium bis jetzt kein Bericht zugekommen. Sechs Juden wurden verhaftet, große Aufregung herrscht und 600 Soldaten sind dahin abgegangen.
Großbritannien. London, 25. Mai. Unterhaus. Der Antrag Cowen gegen Be— schränkung des freien Ausdrucks der öffentlichen Meinung in Irland wurde mit 344 gegen 47 Stimmen abgelehnt. Hierauf begann die Spe— cialdebatte der Zwangsbill, welche schließlich bis zum Freitag vertagt wurde.
— 26. Mai. Nach fortgesetzter Spezial— debatte über die Zwangsbill vertagte sich das Haus bis 1. Juni.
— 30. Mai. besprechen die neueste Phase der egyyptischen
Krisis und befürworten fast türkische Intervention.
Italien. Rom. Im Senat wurde der Gesetzentwurf, betreffend die Verlängerung der Handelsverträge mit England, Deutschland, Belgien, Schweiz und Spanien eingebracht. Auf Antrag des Finanzministers wurde die Dringlich— keit beschlossen, und derselbe einer Commission von 5 Mitgliedern überwiesen.
— Laut autoritativen Mittheilungen aus Wien geht der hiesige österreichische Botschafter— posten von dem Grafen Wimpffen, dessen Er— nennung zum Botschafter in Paris an Stelle Beust's bereits vollzogen ist, an den österreichischen Gesandten in Madrid, Grafen Ludolf, über.
— Einige Wichtigkeit wird hier Kundgeb— ungen gegenseitiger Sympathie beigemessen, zu welchen dieser Tage die Einweihung des Ossa— toriums in Montebello Anlaß gegeben hat. Be— sonders bemerkt wurde, daß der anwesende mili— tärische Vertreter Oesterreichs, Oberst Ripp, der bei diesem Anlasse auch eine für Italien sehr sympathische und mit großem Beifall auf— genommene Rede gehalten, Gegenstand auszeich— nendster Aufmerksamkeit gewesen.
Spanien. Madrid, 25. Mai. Eine neue Bande von Aufständischen, die unweit Barcelona erschienen war, wurde, wie der K. Ztg. tele⸗ graphirt wird, von den Truppen geschlagen, die mehrere Gefangene machten. Drei andere Ban— den wurden verfolgt und ergriffen die Flucht in der Richtung nach der Provinz Gerona. In den Provinzen wird von den Carlisten gewühlt.
Türkei. Constantinopel. Die Pforte stimmte dem Antrage Barrdre's zu unter der Beding— ung, daß die Vollmachten der Donau-Commission verlängert und der Delegirte Bulgariens durch Vermittelung der Pforte ernannt wird.
— 29. Mai. Es bestätigt sich, daß der Sultan Seitens egyptischer Notabeln und anderer Persönlichkeiten mehrere Petitionen, die Absetz— ung Tewfik Paschas zu Gunsten Halim Paschas verlangend, empfing. Die Admiralität wurde beauftragt, die Panzerfregatte Osmanie unver— züglich in Stand zu setzen.
— 30. Mai. Lord Dufferin und Marquis de Nailles machten heute der Pforte eine iden— tische Mittheilung, worin sie dem Sultan vor— schlugen, den Khedive zu unterstützen, die Insi— nuationen gegen die kaiserliche Autorität zurück— zuweisen und die drei militärischen Führer sammt dem ehemaligen Conseilpräses nach Constantinopel zu berufen, um sich wegen ihres jüngsten Ver— haltens zu verantworten.
Serbien. Belgrad. Bei den letzten Wahlen gewann die Regierung sechs Sitze. Die erste Skupschtinasitzung findet am 21. Juni statt.
Rußland. Petersburg. Die„Neue Zeit“ will wissen, General Albedinski werde seinen Posten als General-Guoverneur von Polen aufgeben.
— 30. Mai. Der Kaiser besuchte vorgestern Petersburg anläßlich des Regimentsfestes der Ismailoff-Garde.— Skobeleff ist in Minsk ein⸗ getroffen.
— Dem„Standard“ wird aus Petersburg gemeldet, nicht die Nihilisten, sondern eine Adels— verschwörung habe die Ermordung des Czaren während der Krönungsfeier geplant gehabt.
Egypten. Kairo. Das Ultimatum der diplomatischen Agenten Englands und Frank— reichs enthält folgende Bedingungen: 1) Arabi Bey provisorisch unter Eutziehung seiner Be— soldungen und sonstigen Einkünfte aus Egypten zu entfernen; 2) Ali Fehmy Pascha und Ab— dallah Pascha ebenfalls unter Entziehung ihrer Besoldungen und sonstigen Einkünfte im Inneren des Landes zu interniren; 3) die Demission des gegenwärtigen Ministeriums. Das Ultimatum
einstimmig die
Sämmtliche Morgenblätter erklärt ferner, daß, wenn es nöthig sein sollte, England und Frankreich auf Erfüllung dieser
Bedingungen mittelst einer Intervention dringen würden. England und Frankreich beabsichtigen nichts weiter, als die Aufrechterhaltung des status quo in Egypten und die Wiederherstell— ung der Autorität des Khedive, welche ihm ge— hört und ohne welche der status quo bedroht ist. Da die Intervention keinen strafenden Charakter haben soll, so werden die Mächte die allgemeine Amnestie aufrecht erhalten und darüber wachen, daß dieselbe strengstens beob— achtet werde.
— 30. Mai. Eine officielle Meldung theilt
mit, daß alle Ulemas, Notabeln und mehrere arabische Notabilitäten sich gestern Abend zum Khedive begaben, um ihn zu ersuchen, Arabi als Kriegsminister wieder einzusetzen, da die Armee darauf bestände und sie gedroht hätte, zu revoltiren, wenn der Khedive auf seiner Weigerung beharre. In Folge der wiederholten Bitten der Volksvertreter habe der Khedive, da er die Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruhe wünsche, Arabi wieder eingesetzt. Eine officielle Mittheilung fügt hinzu, die Situation sei im
Uebrigen unverändert. In Rhodes sind die Con-
suln vom Pöbel insultirt worden. Die Europäer fliehen. Die Morgenblätter bezeichnen die Situa— tion in jeder Weise als hoffnungslos.
Amerika. Washington, 30. Mai. Der Admiral, welcher die europäische Flotte der Ver— einigten Staaten befehligt, telegraphirte an den Marinesecretär, er habe zwei Schiffe nach Alexan— drien zur Wahrnehmung der amerikanischen In— teressen entsendet.
Afrika. Durban, 24. Mai. Der Volks⸗ raad von Transvaal hat die projectirte Herstell— ung einer Eisenbahn nach der Delagoa-Bai ge— nehmigt. Der Volksraad des Oranje-Freistaates erwägt die Frage einer Eisenbahn-Verbindung mit Natal.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Das diesjährige Landeskirchengesang⸗ fest soll am 18. Juni in Gießen abgehalten werden. An demselben werden, außer dem hiesigen und dem Nau⸗ heimer, die Vereine von Frankfurt, Gießen, Lich, Oppen⸗ heim, Zwingenberg vollzählig, die übrigen Vereine des Landes nur durch Deputationen theilnehmen, so daß der Chor 350 Mitglieder zählen wird. Bereits sind Schritte gethan, um den Theilnehmern Fahrpreisermäßigung zu erwirken.
f. Friedberg, 28. Mai. Wer die beiden letzten Abende spät im Mondschein durch Wald und Flur heim-⸗ gegangen ist, der hat vielleicht gleich dem Einsender eine sehr merkwürdige Naturerscheinung beobachtet, nämlich einen hellstrahlenden Heiligenschein um Kopf und Schultern seines Schattens. Die letzten Abende waren überaus thauschwer: Wiesen und Saatfelder schimmerten in einer Fluth von Wassertropfen, die Kornfelder beugten sich unter dem feuchten Glanz. Ueberall wo der Schatten des Gehenden auf eine solche thauschimmernde Fläche, auf eine Wiese, ein Saat⸗ oder Kleefeld, auffiel, zeigte sich ein deutlich wahrnehmbarer heller Schein, eine Glor— iole, um Haupt und Schultern des Schattens. Es mag an jenen Abenden viel„wunderliche Heilige“ gegeben haben. Dieselbe Erscheinung läßt sich übrigens auch wahrnehmen, wenn man im Hochsommer bei Sonnenauf⸗ gang durch sehr thauige Wiesen geht. Sobald aber der Schatten auf eine unbethaute Fläche, einen Weg oder ein Brachland fällt, verschwindet der Heiligenschein.
Friedberg, 31. Mai. Der gestrige Nachmittag brachte uns eine Reihe von Gewittern und zweimal leichten Hagel, der zum Glücke keinen großen Schaden anrichtete, aber doch zur Mahnung für dle Landwirthe dienen wird, sich so schnell als möglich zu versichern.
Ibersheim, 25. Mai. Das letzte Gewitter war von starken Schlossen begleitet und hat strichweise Schaden angerichtet. So wurde das Korn in unserer Gemarkung derart niedergeschlagen daß es schwerlich zum Blühen kommen kann.
Allerlei.
Heidelberg, 30. Mai. Der Schnellzug nach Mann⸗ heim ist vorige Nacht gegen den von Mannheim kommen⸗ den Personenzug gefahren, wobei beide Maschinen sehr schwer beschädigt wurden und 4 Waggons in Trümmer gingen. Die Ursache des Unglücks ist falsche Weichen⸗ stellung. Der schuldige Weichensteller lief davon und versteckte sich in seiner Scheuer, um späterhin zu fliehen. Er wurde aber gefunden und verhaftet. Es waren auf der Stelle todt 7 Personen, 44 Personen sind schwer verwundet. Vom Bahnpersonal befindet sich ein Pack
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