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rörtert wurden. An den Debatten nahmen vornehmlich Buͤrgermeister Hinkel, Oeconom Grimm, Jam in, Kalbhenn und A. Simon jun. Theil und gelangte man vorläufig zu der Ueberzeugung, daß die Etablirung einer Zuckerfabrik und der dadurch besser zu bewerk— stelligende Runkelrübenbau für unsere engere Gegend in allen Beziehungen nur von Nutzen sein könne und wurden von den anwesenden Landwirthen sofort über 30 Morgen Ackerland zum Anbau von Runkelrüben gezeichnet, exel. der Anzahl Morgen, welche der Gräfliche Pachter Grimm dahier zur Verfuͤgung stellt. Von der stattgehabten Er— örterung lassen wir Einiges hier folgen: Von den Zucker⸗ fabrikatlonen ist weitaus am höchsten ausgebildet die Runkelrüben⸗Zuckerfabrikation, aus welcher viele Ein⸗ richtungen und Methoden auf die Verarbeitung des Zucker— rohrs übertragen sind. Die Runkelrüben, welche auf Zucker verarbeitet werden, sind durch die Cultur und Bastardirung aus Beta vulgaris L. hervorgegangen; sie besitzen eine spindelförmige oder mehr oder weniger der Kugelgestalt sich nähernde Form, sind entweder durchweg weiß, gelb oder roth oder im Innern weiß mit gefärbter Oberhaut, oder in den coneentrischen Ringen verschieden gefärbt. Beim Wachsthum bleiben sie entweder ganz in der Erde, oder erheben sich mit dem Kopf mehr oder weniger über die Erdoberfläche. Man verlangt von ihnen regelmäßige Gestalt mit einfacher allmählich ver— laufender Spitze und möglichst wenig Faserwurzeln, ein mittleres Gewicht von 0,75— 1 Kilogr. höchstens, da größere Rüben in der Regel zuckerärmeren Saft besitzen, weißes, hartes, dichtes Fleisch und einen wenig aus der Erde hervorragenden Kopf. Die hauptsächlichsten Spiel arten sind: Die weiße schlesische Rübe, birnförmig, mit breiten Blättern und hellgrünen Blattstielen; die Qued⸗ linburger Rübe, mehr spindelförmig, mit rosafarbenem Kopf und rötlich geränderten Blattstielen; die Imperial— rübe, schlank, birnförmig, mit ganz unter der Erde be— findlichem Kopf und stark gekräuselten Blättern mit ein⸗ geschnittenen Rändern; die französische Rübe, mit kugeliger Hauptwurzel und Wurzelverzweigung, sehr zuckerreich, in Deutschland durch Nachzucht von reinerer Form, aber minder zuckerreich erhalten. Die Rübe verlangt einen lockeren, tiefgründigen, humusreichen, mehr lehmigen und kalkhaltigen, als sandigen Boden mit wasserdurchlassendem Untergrund und in offener, den Sonnenstrahlen ausge— setzter Lage. Sie nimmt ihre Nahrung in der fur die Zuckerbildung wichtigsten Periode aus dem Untergrund und die Tiefeultur bat deßbalb die besten und sichersten Resultate ergeben. Reichliche Düngung gibt große Ernte, aber schlechten Saft und man baut deßhalb die Rübe in zweiter oder dritter Tracht und hilft nur mit künstlichem Dünger nach, wobei besonders auf Kali, Phosphorsäure und Stickstoff Rücksicht zu nehmen ist. Als Vorfrucht benutzt man besonders Winterfrucht, auch Gerste und Kartoffeln. Der Boden muß sorgfältig gelockert werden und erfordert mehrmaliges Ackern, Eggen, Exstirpiren und Walzen. Man säet die Runkeln in Reihen und Löchern, die 45 em von einander entfernt sind, bringt in jedes Loch einige Samen und entfernt die aufge⸗ gangenen Pflänzchen bis auf eines. Die Pflege der Run⸗ keln erstreckt sich auf mehrmaliges Behacken und Be— häufeln und Entfernen des Unkrautes. Man braucht auf ein Hektar 13,7— 15,7 Kilogr. Samen, von welchem der Neuscheffel ca. 12,75 Kilogr. wiegt. Die Keimfähig— keit desselben dauert vier Jahre und man zieht zwei— jährigen Samen vor. Die Vegetationsdauer währt 26— 30 Wochen. Zur Samenzucht überwintert man gute Rüben im Keller und in Sand und pflanzt sie im Früh— jahr in Entfernungen von 60 em aus. Vortheilhaft werden zur Samenzucht die spezifisch schwersten Rüben (auf der Rübensortirmaschine oder durch Schwimmen⸗ lassen in dichteren Flüssigkeiten) ausgesucht, da diese am zuckerreichsten sind, und von diesen wieder nur diejenigen, welche eine regelmäßige Form besitzen, ausgepflanzt. Die Rübe wird von einigen Inseeten und Pilsen manchmal gefährdet, allgemein anwendbare Mittel gegen diese Feinde haben sich nicht auffinden lassen; nur das Ein⸗ sammeln der Maikäfer und Engerlinge ist erfolgreich und auch das Einquellen der Samen mit Petroleum scheint Beachtung zu verdienen. Die Ernte beginnt, wenn die Pflanze statt der dunkelgrünen eine mehr helle und fahle, gelbliche Färbung zeigt und die älteren Blätter welken und abfallen. Häufig benutzt man Rübenhebepflüge, welche die Rüben an ihrem Standorte lockern, so daß sie leicht herausgenommen werden können, und schneidet die Blätter ab. Die Rüben werden dann in Mieten ge— bracht und mit Erde bedeckt, um sie vor dem Welkwer— den, dem Frost und der Wärme zu schützen, jedoch dürfen die Mieten nicht zu groß sein, weil sich die Rüben sonst erhitzen und eher verderben. Aus diesen Mieten bringt man die Rüben nach Bedürfniß in die Fabrik. In Folge der immer weiteren Verbreitung des Diffusions verfahrens rechnet man durchschnittlich zu 1 Centner Zucker 10 Centner Rüben, man kann annehmen, daß im Durchschnitt 1 Hektar in Deutschland 50, in Frankreich 55, in Rußland 34 Centner reinen Zucker liefert. Anbei lassen wir noch die Roh- und Reinerträge unserer zwei Hauptfrüchte, im Vergleich zu dem Zuckerrübenbau folgen:
Für einen Normalmorgen.
Walzen.
Kartoffeln. Rohertrag: 60 Ctr. Knollen à 2 M. Kosten: 7 Ctr. Samen à 3 M.. 21 M. Häckarbest!!
120. M.
Ernte Summa 28 M. 28.— Reinertrag 92. M Zuckerrüben. Rohertrag: 150 Ctr. Rüben a l M... 150.— M 52 Ctr. Rückstände à 20 Pf. 10.40 35 Ctr. Blät er à 40 Pf.. 14.—„
Summa 174.40 Me. Kosten: Samen für 6 Mark von
der Fabrik unentgeltlich
Hülfsdün ger Hackarbeit 8 Ernte 1 Summa 52 M. 52.—„
Reinertrag 122.40 M. Mit Rücksicht auf die Rentabilität des Zuckerrüben⸗ baues und den vielseitigen Nutzen, welche eine derartige Fabrik unserer Gegend brächte, dürfte das Projekt allen Landwirthen zur thunlichsten Betheiligung zu em— pfehlen sein. Grünberg, 28. Dez. Heute Morgen wurde im Brunnenthal ein hiesiger Bürger todt aufgefunden, der, einem Gerüchte zufolge, seinem Leben durch Vergiften mittelst Arsenik ein Ende gemacht hatte.
Allerlei. Hamburg, 29. Dez. Der Dampfer„Gellert“, der um 8 Uhr Cuxhaven passirte, hat Nebels halber vor Cuxhaven Anker geworfen, was zu dem Gerüchte Veranlassung gab, er sei auf den Grund gerathen. Stettin, 28. Dee. In Gegenwart der Minister v. Stosch und Bötticher, sowie des chinesischen Gesandten Lief wurde heute die für die chinesische Regierung auf der Werft„Vulcan“ erbaute Panzer-Corvette glücklich vom Stapel gelassen. Der chinesische Gesandte vollzog die Taufe in chinesischer Sprache. Das Schiff erhielt den Namen Ting yu-en. Wien. Direktor Jauner, über welchen sich das Ge— rücht verbreitet hatte, er sei nach Paris gereist, ist vor das Wiener Landesgericht beschieden worden, wo er frei⸗ willig in die Hand des Untersuchungsrichters, Land— gerichtsraths Lauser, das Gelöbniß ablegte, daß er während der Dauer der Untersuchung einen Domizil— wechsel nur mit Wissen und Erlaubniß des Gerichts vor— nehmen werde. Bern, 28. Dee. land, fand heute ein Bergsturz statt. noch. Warschau, 28. Dec. Die Zahl der Verhaf eten beträgt 1700. Es sind meist junge Burschen aus dem niederen Arbeiterstande. Die Untersuchung ist in vollem Gang, die Ruhe wieder hergestellt.
Gerichtssaal. Friedberg. In der Sitzung des Schöffengerichts vom 20. Dez. l. J. wurden Heinrich Bischoff von Beien⸗ heim und Martin Becker von Friedberg freigesprochen, dagegen die Heinrich Schmidts Ehefrau von Mel bach wegen Pfandveräußerung mit 1 Tag Gefängniß und Peter Richtberg von Romrod wegen Diebstahls und Bettelns mit zwölf Tagen Gefängniß und zwei Tagen Haft belegt. Friedberg. In der Sitzung des Schöffengerichts am 3. Januar 1882 kommen zur Verhandlung: 1) Die Privatklagsache gegen Auguste Guthmann von Ilbenstadt wegen Beleidigung. 2) Dsgl. gegen Georg Blecher III. Wittwe von Ober-Ros bach wegen Beleidigung. 3) Straf— sache gegen Nikolaus Weidmann III. von Ockstadt wegen Sachbeschädigung, Ruhestörung und groben Unfugs. 4) Strafsache gegen Heinrich Haumann von Oppenrod, Dienstknecht zu Friedberg, wegen Körperverletzung. 5) Strafsache gegen Christoph Graulich von Södel wegen Betrugs.
In Lütschenthal, Berner Ober— Details fehlen
Eingesandt. Den Musikfreunden Friedberg's können wir die an⸗ genehme Mittheilung machen, daß der rühmlichst bekannte und auch hierorts hochgeschätzte, in bestem Andenken stehende Künstler, Herr Professor Nossek sich in Gesellschaft seiner Gemahlin, einer in weitesten Kreisen gefeierten Eoncert— sängerin, für einige Tage unter uns befindet und am 4. Januar im Casinosaale eine musikalische Soirde zu veranstalten beabsichtigt. Wir glauben, daß diese Anzeige allein, ohne weitere Anpreisung, wohl genügen dürfte, dem bevorstehenden Concerte seitens des kunstliebenden Publikums das Interesse zu sichern, auf welches die beiden See Künstler in hohem Grade Anspruch haben dürften.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 28. December. Markt-Preise. Heu kostete je nach Qual. der Ctr. M. 4— 5.50, Stroh M. 4—4.50., Eier das Hundert M. 6—9., Butter im
saaten still, Rübsen M. 00.
Frankfurt, 28. Dez. Welzen still, eff. hiestger und Wetterauer M. 25., fremder M. 24½— 25, per dlesen Monat M. 24½. Roggen still, eff. hiesiger M. 21900, fremder M. 20½— 21, Gerste still, eff. blesige und Wetterauer M. 18— 19, fremde M. 18— 20. Hafer still, eff. hiesiger M. 16/5704, fremder M. 16/1—8/, per diesen Monat M. 16¼. Oel⸗ Rüböl still, eff. ohne Faß, hiesiges, in Partien von 50 Ctr. M. 32 ½. Brannt⸗ wein still, eff, ohne Faß M. 46. Wetter: gelinde.— Mehl Nr. 1 M. 39.½, Nr. 2 M. 37. ½, Nr. 3 M. 32.½, Nr. 4 M. 28. ½, Nr. 5 M. 25.½x, Roggenm 0,1 (Berliner Marke) M. 26.½— 27, 1.(Berliner arke) M. 25.½, 2.(Berliner Marke) M. 19.½ 20.
Brodpreise vom 1. bis 16. Januar 1882.
Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert. Für Friedberg: 2 Waizen, ½ Korn. 2 Korn, ½ Walzen.
Erste Sorte 2 Kilo 61 Pf. Zweite Sorte 2 Kilo 55 Pf. 10 7 1 7 0 7. 1 1 28 7 „5„ 1 õ—ͤꝰ„ 1 5 7 7 5 ůõ7e 1 14 7
Dritte Sorte Brod(2 Kilo) 48 Pf. Wecke bei sämmtlichen Bäckern 3 Pf. pr. Stück.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 1. bis 16. Januar 1882. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evaugelische Gemeinde. Samstag, 31. Dezember, Sylvester. Burgkirche Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Neujahr. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Flöring. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Diegel. atholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. 5 Uhr: Andacht mit Predigt. Sonntag 10 Uhr: Hochamt. 2 Uhr: Andacht.
Holz-Versteigerung.
4324 Dienstag den 3. Januar k. J., Vormittags um 9½ Uhr, sollen im Rodheimer Gemeindewald, in dem Distrikte Vorderwald, folgende Holzsortimente meist⸗ bietend versteigert werden:
5 Raummeter Buchen⸗Scheitholz,
59 5 Eichen-⸗Scheitholz, 10 65 Nadel-Scheitholz, 32 5 Eichen-Knüppelholz, 3 5 Nadel-Knüppelholz, 4 5 Buchen⸗Stockholz, 106 1 Eichen⸗Stockholz, 13 5 Nadel⸗Stockholz, 100 Stück Buchen-Wellen, 2640„ Eichen Wellen,
580„ Nadel Wellen, 144 Eichen⸗Stämme von 22— 73 Centimeter Durch⸗ messer, von 124,33 Festmeter Inhalt, 28 Nadel-Stämme von 15,75 Festmeter Inhalt, 4 Birken⸗Stämme von 0,77 Festmeter Inhalt. Die Zusammenkunft ist im Schlag selbst. Gegen vorschriftsmäßige Bürgscheine wird Zahlungs⸗ frist bis 1. September 1882 gestattet. Rodheim v. d. H. den 27. Dezember 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Rodheim v. d. H. J. V. d. B.;
Wehrheim, Beigeordneter.
Arbeits-Versteigerung. 4323 Montag den 2. k. Mts, Nachmittags 1 Uhr, soll auf hiesigem Rathhaus die Anfertigung eines Katheders, zweier Tafeln und Gestelle zu letzteren, veranschlagt: Schreinerarbeit zu 6 Mark, Weißbinderarbeit zu 28 öffentlich wenigstfordernd vergeben werden. Bönstadt den 22. Dezember 1881. 8 Großherzogliche e Bönstadt. ebe
Warnung.
Auszusprengen, daß ich meine Muhle bereits verkauft hätte, ist erlogen, solches geschieht nur, um die Kauf⸗ lustigen zu täuschen. Ich muß bitten, das zu unterlassen, andernfalls bin ich genöthigt, es am Gericht anhängig
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Rohertrag: 9 Etr, Körner 4a 11 M. 99.— M. Detail 1. Qual. M. 1.30, 2. Qual. M. 1.20, Kar⸗ zu machen. Meine Mühle steht Jedermann zur Einsicht 1 17 Ctr. Stroh à 1.50 M. 25.50„f toffeln M. 4.50— 5.50 das Malter, Weißkraut das St. und Ankauf frei. Summa. 121.50-Wf. 1015 Pf., Rothkraut 15—20 Pf., Kohlkraut 10 bis Nieder⸗Wöllstadt. Johs. Rahn. Loben: 1 Gtr. Sa 13 M. 12 Pf., Endioien 10—12 Pf., Kohlrabi 6 Pf.,— Ochsen⸗ 8 . fleisch das Pfd. 60—70 Pf., Kuh und Rindfleisch 45 bis Ein junger Eber, e e e e 4065 Pf., ght zu det Sur 5 5 hweinefleisch 70—„ 1 Hahn M. 1.001.500 Jahr alt, sehr gut zur Zucht geeignet, steht n 5 Sas 22 M. ee eee 1 Huhn M. 1.00— 1.80, 1 Gans M. 5.00 8.00, 1 Taube 9 850 bei e Bernhard Ullrich Reinertrag 102.50 M. 50—60 Pf., 1 Poularde M. 2.20—2.50 4315 in Kloppenheim.
per diesen Monat M. 20½½
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