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Betreffend: Die Abnahme des Verfassungseides vom 1. Quartal laufenden Jahres.
Das Großherzogliche Kreisamt
Zur Ausschwoͤrung des Verfassungseides durch die 1 welche ohne Ortsbürger zu werden,
und die,
stande befindenden Ortsbürger pril 1881
haben wir auf Freitag den 8. A des früheren Kreises Vilbel und S
dem erstgenannten Termine* Sie wollen hiernach Einladung ergehen lassen lassen und bis zum 5. April 1881 unfehlbar an uns einsenden.
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amstag den 9. April 1881, schwoͤrung des Verfassungseides Verpflichteten aus den Gemeinden des früheren Kreises Friedberg Termin anberaumt. 8 r und Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen. unten Verzeichneten zugleich bei 3 Mark Strafe vorladen Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung erfolgt oder Bericht, daß keine zu laden sind,
anderen Angehörigen der
Kaspar Alban von Bruchenbrücken, Ludwig Kreh von Butzbach,
Friedberg an die Großherzoglichen
geheirathet haben, „Vormittags 10 Uhr, auf Vormittags 11 Uhr, ersteren Orte, welche Beschwerden und die im Rückstand befindlichen
Carl Schneider von Melbach,
im 1. Quartal dieses Jahres aufgenommenen,
dem Selzerbrunnen
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Friedberg den 20. März 1881. Bürgermeistereien des Kreises. sowie die hiermit sich noch im Rück⸗ aber in der Gemeinde heimathsberechtigt sind, bei Groß-Karben für die aus den Orten
auf dem Rathhause dahier für die zur Aus— Zugleich werden wir in
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Dr. Braden. 9
Martin Heinrich Wilhelm Kroner von Vilbel.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Eine Extra-Ausgabe des „WMilitär⸗Wochenblatts“ publicirt die Personal— Veränderungen in der Armee, welche mit dem 1. April er. in Kraft treten. Leider mangelt uns der Raum, dieselben, selbst nur soweit sie auf die Großherzogliche Division Bezug haben, zu reproduciren. Wir verweisen dieserhalb auf die Darmstädter Zeitung und bemerken nur noch, daß in Gießen das neue Bataillon am 1. April ins Leben tritt.
Berlin, 28. März. Die Kronprinzessin erhielt einen„Nihilisten“ unterzeichneten Droh brief, wonach der Kronprinz in Petersburg einem Attentat zum Opfer fallen würde. Die Polizei fahndet auf den Urheber dieser Büberei.
— 28. März. Der Reichstag begann heute die Berathung der Brau-, Stempel- und Wehr Steuer- Vorlagen. Gegenüber Lasker, der die Steuer⸗Vorlagen bekämpfte und die beigegebene Denkschrift bemängelte, erklärt Fürst Bismarck: Die Armenlast solle durch die beabsichtigte, vom Staat zu dotirende Versicherungsanstalt verringert werden. Dazu seien Mittel erforderlich. Die Denkschrift solle lediglich eine Rede zur Ver— theidigung der Regierungs-Vorlage ersetzen. Für die Form und den Inhalt der Denkschrift über— nehme er voll und ganz die Verantwortung. „Ich stehe für mein Programm ein, werde über— all dafür eintreten und Anhänger werben. Ich betrachte das als mein Recht und meine Pflicht.“ — 29. März. Der Reichstag setzte heute die Berathung der Steuervorlagen fort, verwies die Stempelsteuervorlage an eine Commission von 21 Mitgliedern und beschloß, daß die zweite Lesung der Brausteuer Vorlage im Plenum stattfinde. Der Reichstag berieth ferner die Wehrsteuer-Vorlage und lehnte die beantragte Berathung in der Commission ab. Die zweite Lesung findet demnach im Plenum statt.— Die Verfassungscommission des Reichstags hat den Morgenblättern zufolge den Antrag v. Bennigsen, dem Artikel 13 der Verfassung hinzuzufügen, daß der Reichstag im October einberufen werde, angenommen und die zweijährige Budgetperiode und vierjährige Legislatur-Periode abgelehnt. — Die Commission des Reichstages für das Beamten-Dienstwohnungsgesetz genehmigte den Bericht des Referenten, wonach als der zu ver— steuernde Miethbetrag auf fünfzehn Procent des Diensteinkommens festgesetzt werden soll.
— 28. März. Auf Grund des Socialisten— gesetzes erließ der Polizei-Präsident am letzten Samstag achtzehn Ausweisungsbefehle. Unter den Ausgewiesenen befinden sich sechs von den neunzehn Personen, welche unter der Anschuldig— ung des Hochverraths eine fast viermonatliche Untersuchungshaft verbüßt haben und in Folge ihrer Beschwerde beim Reichsgerichte am 22. März auf freien Fuß gesetzt werden mußten.
Dresden, 27. März. Eine heutige Ver— sammlung des demokratischen Vereins, in welcher gegen 1500 Personen anwesend waren, wurde
polizeilich aufgelöst.
Trier. General-Vicar Dr. Lorenzi ist zum Capitel⸗Vicar der Diöcese Trier gewählt worden.
Wiesbaden. Mitte nächsten Monats wird Kaiser Wilhelm hier eintreffen und für ca. drei Wochen Aufenthalt nehmen.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 29. März.
ministers verlangt behufs Deckung des Abgangs pro 1881 die Ermaͤchtigung zur Ausgabe von 50 Millionen 5proc. Papier-Rente.— Das Herrenhaus nahm das provisorische Budget pro April und Mai an.
Großbritannieng. London, 28. März. Nachrichten aus Kapstadt zufolge fielen 500 Basutos in Boleka im Basutolande ein und raubten viele Pferde und anderes Vieh. Die Verluste der Colonialtruppen waren unbedeutend. — 29. März. Das Unterhaus genehmigte ohne Abstimmung in zweiter Lesung die Bill betr. die Heeresdisciplin, wodurch die Prügel— strafe abgeschafft wird.
—„Standard“ erfährt, die englische Regier— ung sei formell ersucht worden, die gerichtliche Verfolgung des von Most redigirten Journals „Freiheit“ wegen dessen jüngsten Artikels über den Tod des Kaisers von Rußland einzuleiten. „Standard“ hält für sehr wahrscheinlich, daß die Regierung diesem Gesuche stattgeben werde. Es gäbe dafür einen Präcedenzfall.
— Aus Newceastle vom 28. ds. wird ge— meldet: Heute überbrachte ein Bote aus Pot— schefstroom die Nachricht, daß Potschefstroom an demselben Tage sich den Boers ergeben habe, wo die Friedensbedingungen unterzeichnet wurden, und zwar nach einem heftigen Kampfe, in welchem achtzehn Mann der britischen Besatzung getödtet und neunzig verwundet worden seien. Die Boers hätten zwei Geschütze und 3000 Patronen erbeutet. Türkei. Constantinopel. Einer Meldung der„Agence Havas“ zufolge ist der englische Botschafter Goͤschen bemüht, bei der Pforte die Abtretung von Prevesa an Griechenland zu er— wirken. Man beabsichtige, eine Verständigung bezüglich Prevesa's durch den Vorschlag, dessen Festungswerke zu schleifen, herbeizuführen.
— 29. März. Die Botschafter traten gestern abermals zu einer Berathung zusammen, welcher die türkischen Delegirten nicht beiwohnten. Es wird versichert, daß die Antworten der Regier— ungen auf den türkischen Tracen-Vorschlag im Allgemeinen befriedigend seien, nur England mache einige Modifikationen. Die Zuversicht auf die Erhaltung des Friedens dauert fort.
Rußland. Petersburg, 27. März. Artillerie— Salven und der Donner der Geschütze der Peter— Pauls-Festung verkündeten heute der Hauptstadt die Beisetzung der Leiche des Kaisers Alexander II. Die Festungskirche war während der Feierlich— keit überfüllt. Besonders stark war der Andrang bei dem letzten Gebet. Der Katafalk war buch— stäblich mit Blumen und Kränzen überdeckt. Der Ehrendienst funktionirte in der Kirche bis das Grabgewölbe geschlossen war. Die kaiserlichen Jusignien wurden von Kammerherren in Hof— wagen, denen Detachements der Garden à cheval voranritten, in's Winterpalais zurückgebracht.
— Der„Regierungs-Anzeiger“ veröffentlicht ein kaiserliches Manifest vom 26. d., betr. die Regentschaft, wonach im Falle des Ablebens des Kaisers vor der Volljährigkeit des Thronfolgers die Regentschaft auf den Großfürsten Wladimir übergeht. Stirbt auch der Thronfolger vor seiner Volljährigkeit, so bleibt Großfürst Wladimir Regent bis zur Volljährigkeit des folgenden Sohnes. Die Kaiserin führt die gesetzmäßige Vormundschaft über alle Kinder.
— Die Auwesenheit des deutschen Kronprinzen hier hat die engste russisch-deutsche Allianz ge—
Abgeordnetenhaus. Eine Vorlage des Finanz—
zeitigt, welche in gemeinsamen Maßnahmen gegen
die Internationale und gegen revolutlonäre Be— strebungen ihren nächsten Ausdruck finden soll.
— 26. März. Eine zweite Mine ist in dem Hause des Grafen Mengden entdeckt worden; dieselbe bewegt sich in einer Lange von vier— zehn Arschin in der Richtung der Karawanaja-“ Straße. Man erwartet die Verhängung des Belagerungszustandes über St. Petersburg, so— bald die auswärtigen Fürstlichkeiten abgereist sein werden. Vorgestern wurde die Tochter des ehemaligen Vicegouverneurs verhaftet, welche den Verschworenen mit einem Taschentuch das verabredete Zeichen gab, welchen Weg der ver— storbene Kaiser einschlagen werde, ob dement— sprechend das Attentat überhaupt möglich sein werde. Der„Intransigent“ enthält heute folgende Depesche aus Genf: Die Verhaftung der Sophie Perowskaja betrübt alle russischen Revolutionäre sehr. Das Executivcomite beschloß, der neue Zar müsse sterben, wenn die Perowskaja zum Tode verurtheilt und hingerichtet werde.
Aus Stadt und Land.
Darmstadt, 26. März. Heute fällte der Schwur— gerichtshof der Provinz Starkenburg ein Todesurtheil und zwar gegen den 20jährigen Ph. Wenzel von Stein⸗ bach, welcher des Mordes, begangen an seiner Geliebten, beschuldigt war.
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 24. März gegen J. Habichts Eheleute von Brauerschwend, wegen Vervortheilung ihrer Gläubiger und Meineids. Die Ge—
J. Habicht wissentlich falsch geschworen habe, dagegen erkannten sie denselben in Beziehung der weiteren An⸗ schuldigungen für überführt, worauf der Gerichtshof den J. Habicht in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 3 Monat verurtheilte, denselben aber wegen Meineid freisprach. Die Verhandlung gegen die Ehefrau Habicht mußte wegen eingetretener Krankheit derselben vertagt werden. 28. März. Verh. gegen F. Süßmuth von Frankfurt a. M. wegen Urkundenfälschung und Betrugsversuchs. Die Ge⸗ schworenen sprachen das„Schuldig“ aus, worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahr und 2 Monat und zum Verluste der buͤrger⸗ lichen Ehrenrechte verurtheilte. Ferner wurde verhandelt gegen Elis. Hansel von Udenhausen wegen Kindesmords. Die Angeschuldigte wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von 3¼ Jahr verurtheilt.
Michelstadt. Ziemliches Aufsehen erregt die Ver⸗ haftung des Fuhrunternehmers Franz Matthes von Hetsch⸗ bach, wegen Verausgabung von falschem Papiergeld, von dem man bei ihm noch eine beträchtliche Menge vorge— funden haben soll. Der Verhaftete hat man mit dem Schmied aus Oberrad, welcher bei dem Versuch falsche Markscheine zu verausgaben, verhaftet wurde, in Ver⸗ bindung gestanden. g
Allerlei.
Frankfurt, 28. März. Wegen Verausgabung salschen Geldes— 20 Markstücke— sind gestern wiederum 2 Personen in Haft genommen worden.
Marburg, 25. März. Heute Morgen waren meh⸗ rere Leute an dem hiesigen Wehrbau beschäftigt und wollten gerade eine Ramme befestigen, als das Floß, auf welchem sie standen, durch das schwere Gewicht der Ramme zum Sinken kam. Zwei Arbeiter konnten noch vom Floß abspringen, vier andere fielen in's Wasser, drei davon retteten sich, einer aber wurde vom reißenden
der Fluth. N Burschen von Marbach— ist noch nicht aufgefunden.
Nordhausen, 25. März. Heute Vormittag fand ein Zusammenstoß zweier Personenzüge zwischen Langen⸗ salza und Hallstädt statt. vier sind schwer, viele leicht verwundet.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 29. März. Fruchtbericht. Walzen M. 28.50 Korn M. 21.50, Gerste M. 16—17, Hafer M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200— Zollpfund.
Friedberg, 30. März. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.15, Eier per St. 5 Pf.
Gießen. Auf dem am 22. und 23. d. Mts. dahier abgehaltenen Markte waren aufgetrieben: 4 Pferde, 1690 Stück Rindvieh und 500 Stück Schweine. Die
Preise blieben unverändert. Nächster Markt Dienstag
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Zwei Personen blieben todt,
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