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Deutsches Reich. Darmstadt. Regierungsblatt, Beilage Nr. 11, enthält:
J. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. i
II. und III. Bekanntmachung, betr. den Locomotiv⸗ Betrieb auf dem Verbindungsgeleise nach dem Ludwigs— Bahnhofe zu Worms, sowie über die Umlagen in den Gemeinden des Kreises Darmstadt.
IV., V., VI. und VII. Uebersichten der für 188782 genehmigten Umlagen in den isr. Rel.⸗Gem. der Kreise Offenbach, Buͤdingen, Oppenheim und Alsfeld.
VIII. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
IX. Namensveränderungen.
X. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.
XI. Militärdienstnachricht. 9
XII. Dienstnachrichten. Es wurde der provis. Straßen- meister Ramspeck zu Groß-Gerau zum Straßenmeister, der provis. Steiger auf der Grube Ludwigshoffnung bei Melbach, Keller aus Altenkirchen, zum Schichtmeister und Steiger 1. Klasse bei diesem Werke und der C. M. Schoberth zum Hofkammerdiener ernannt; ferner wurde dem Gendarm Kröhl zu Mainz die Stelle des Pedellen an dem Gymnasium zu Mainz, dem Schullehrer Württem— berger zu Queckborn die Lehrerstelle zu Büßfeld, dem Schullehrer Schindel zu Jugenheim die Lehrerstelle zu Queckborn, dem Schulamtsasp. Kohl aus Finthen eine Lehrerstelle zu Nieder-Mörlen, dem Schulamtsasp. Reinig aus Bickenbach eine Lehrerstelle zu Neu-Isenburg, dem Schulamtsasp. Schäg aus Ober-Moos eine Lehrerstelle zu Maar, dem Schulamtsasp. May aus Büdesheim eine Lehrerstelle zu Aspisheim, dem Schulamtsasp. Chelius aus Günterfürst die Lehrerstelle zu Ober-Schönmatten— waag übertragen.
XIII. Charaecterertheilung.
XIV. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle zu Wallertheim, Gehalt 900 M.; eine Lehrer— innenstelle zu Darmstadt, Gehalt 1200 M.; eine Lehrer⸗ stelle zu Bergbeim, Gehalt 900 M.; eine Lehrerstelle zu Schimsheim, Gehalt 900 M.; eine Lehrerstelle zu Nau⸗ heim, Gehalt 900 M.; die 1. Lehrerstelle zu Buͤdingen, Gehalt 10600— 1500 M. Dem Fürsten zu Bsenburg und Büdingen steht das Präsentationsrecht zu.
Darmstadt. Dem Vernehmen nach werden dem nächsten Landtag Gesetzentwürfe wegen Ein— führung einer progressiven Einkommensteuer und einer Capitalrentensteuer vorgelegt werden. Die bereits ausgearbeiteten Entwürfe sind dermalen der Begutachtung der Lokalsteuerverwaltungen unterbreitet. Der vom letzten Landtag vorge— legte Entwurf einer Capitalrentensteuer hat die verfassungsmäßige Zustimmung nicht erlangt.
— Militärdienstnachrichten. Dr. Heinrich, Ass.⸗Arzt II. Kl. vom 1. Bat. 4. Großh. Landw.⸗ Rgts. Nr. 118, zum Ass.⸗Arzt I. Kl. befördert; Dr. Königer, Ass.-Arzt I. Kl. vom 1. Bat. 1. Großh. Landw.⸗Rgts. Nr. 115, der Abschied bewilligt.
Berlin, 27. April. Die Abreise des Kaisers nach Wiesbaden erfolgt am Donnerstag Abend. Die Kaiserin begleitet den Kaiser bis Frankfurt a. M. und begibt sich von da nach Baden-Baden.
— 27. April. Der Reichstag nahm den Antrag Virchow, betreffend die Betheiligung Deutschlands an der Erforschung der Polar- gegenden an, nachdem General v. Stosch und Staatssecretär v. Bötticher sich im Allgemeinen zustimmend geäußert hatten.— Das Gesetz betr. Bestrafung der Trunkenheit wurde an eine Com— mission von 14 Mitgliedern überwiesen.— Das Küstenschifffahrtsgesetz wurde in dritter Lesung nach der Regierungsvorlage angenommen.—— Der Gesetzentwurf betr. die Controle des Reichs— Landes⸗Etats für Elsaß-Lothringen wurde in zweiter Berathung genehmigt. Mehrere Berichte der Reichsschuldencommission sind der Rechnungs— Commission überwiesen worden. Es folgte hier— auf die erste Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Aichung der Verkaufsgefäße für Flüssigkeiten. Der Aichgesetz⸗Entwurf geht an eine Commission von 14 Mitgliedern. Bei der darauf fortge— setzten ersten Berathung der Vorlage über die Geschäftssprache des Landesausschusses von Elsaß— Lothringen treten v. Minnigerode und Mar- quardsen für die Vorlage ein; Winterer bekämpft dieselbe. Unterstaatssecretär v. Mayr führt ein— gehend den Nachweis, daß die Einführung der deutschen Sprache als Geschäftssprache den reichs— ländischeu Interessen durchaus entspreche, nach— dem das Land nunmehr 11 Jahre zum Reiche gehöre. Die von Winterer geforderte Immunität müsse die Regierung ablehnen, da, wie der Landes— ausschuß selber anerkannt, ein Bedürfniß dazu nicht vorliege. Bei der alsbald vorgenommenen
zwesten Berafhung spird die Vörlage ünker Ab⸗ lehnung aller eingebrachten Abänderungsanträge unverändert genehmigt.— 28. April. Der Reichstag nahm in dritter Lesuug das Gesetz uber die Controle des elsaß-lothringischen Landes— haushalts an und verwies die Vorlage wegen Abänderung des Gerichtskosten-Gesetzes an eine Commission von vierzehn Mitgliedern. Alle Redner sprachen sich für über die Vorlage hin— ausgehende weitere Ermäßigungen aus. Abg. Reichensperger verlangte eine organische Reform des Kostenwesens. Staatssecretär Schelling er— klärte, die Bundesregierungeu könnten eine Ver— ringerung der Einnahmen aus den Justizgebühren nicht acceptiren. Es folgt hiernächst die erste Berathung der Gewerbeordnungs-Novelle. Abg. Braun(Glogau) bekämpft die Vorlage als dem Geiste der Gewerbefreiheit widersprechend. Der Reichstag verwies die Gewerbeordnungs-Novelle an die Gewerbe-Commission. Im weiteren Ver— laufe der Debatte waren Helldorf und Günther für die Vorlage eingetreten, die keineswegs die polizeiliche Willkür stärken und die Gewerbe— freiheit beschränken würde, vielmehr nur deren Auswüchsen entgegentreten solle. Richter bekämpft die Vorlage im Sinne Braun's. Die Stempel— steuer-Commission lehnte die Quittungssteuer einstimmig ab.
Wilhelmshafen. Auf dem Schulschiffe „Mars“ ereignete sich der Unfall, daß beim Laden eine 21-Centimeter-Granate im Rohr crepirte. Es wurden dadurch zwei Cadetten und vier Mann getödtet, neun Mann schwer und zwei Offiziere und 7 Mann leicht verwundet.
Braunschweig, 26. April. Jubiläums- feier. Heute Nachmittag fand die Einweihung des Siegesdenkmals für 1870 und 1871 auf dem Lessing-Platze statt.
Ausland.
Großbritannien. London, 27. April. Im Unterhause erklärte Bradlaugh den Eid leisten zu wollen. Northcote beantragt, Ange— sichts der früheren Vorgänge könne das Haus Bradlaugh nicht gestatten, von der Form abzu— gehen und die Worte des Eides zu wiederholen. Davy bekämpft diesen Antrag durch einen Unter— antrag: Das Haus wolle nicht auf Grund äußerer Informationen ein Mitglied verhindern, die vor— geschriebenen Formalitäten zu erfüllen. Gladstone und Bright unterstützen Davy's Unterantrag; der unter dem Beifalle der Conservativen mit 208 gegen 175 Stimmen verworfen wird. Brad— laugh weigert sich, das Haus zu verlassen. Da Gladstone keinen Antrag stellt, fragt Northcote Gladstone, ob er des Sprechers Autorität unter— stützzen wolle. Gladstone erklärt, er überlasse der Majorität die Action in der Sache. Da er den Functionen eines Führers des Hauses enthoben sei, beantrage er, Bradlaugh anzu— weisen, daß er sich zurückziehe. Dieser Antrag wird angenommen. Bradlaugh protestirt dagegen und erklärt, er weiche nur der Gewalt. North— cote weigert sich weiter in der Sache vorzugehen. Es sei dies Sache der Regierung. Gladstone bestreitet dies. Die Majorität, die für die Reso— lution gestimmt, müsse die weiteren Schritte thun. Cowen beantragt Vertagung des Hauses, da weder die Regierung noch die Opposition den Beschluß des Hauses zu einem logischen Ende führen wollen. Cowen's Antrag wird ange— nommen.
— Der Beisetzung der Leiche Beaconsfield in Hughenden wohnten der Prinz von Wales als Vertreter der Königin, und die Prinzen Arthur und Leopold, sowie alle Notabilitäten der conservativen und viele der liberalen Partei bei. Die Königin hatte prachtvolle Blumen für den Sarg gesendet.
Türkei. Constantinopel. Die Pforte hat auf telegraphischem Wege ein Circular an ihre Vertreter im Auslande erlassen, betr. den Ein— marsch der Franzosen in Tunis.
Griechenland. Athen, 28. April. Die Gesandten der Mächte gingen gestern in corpore zum Minister⸗Präsidenten Kumunduros, um ihm
mündlich die Aukwork d Die
der durch die neue Grenzlinie ausgeschlossenen Griechen. Die Gesandten versicherten, die Besser— ung des Looses derselben liege ihren Regierungen ebenso am Herzen wie der griechischen. Kumun— duros erwiderte, er habe dem in der letzten Note
Gesagten nichts mehr hinzuzufügen, bestehe aber“ auf der schnellen friedlichen Uebergabe des
Griechenland zugesprochenen Gebietes.
bon Griechenland 00 angeregte Frage mitzutheilen bezüglich des Looses
Afrika. Algier, 27. April. Die letzten Meld⸗
ungen von hier bestätigen die Ermordung des Lieutenants Weindermer vom arabischen Bureau, in Géryville mit 4 Spahis. Die That ist eine Folge der Aufreizungen des Marabuts Ben Amana. Gleichzeitig wurde der Führer des Postwagens von Saiida nach Geéryville ermordet und wurden die Pferde geraubt. Nach Geryville gingen vier Bataillone und drei Schwadronen ab; nach dem Süden von Sabdon gehen ein Bataillon mit drei Schwadronen.— Eine Depesche des Generals Logerot aus Kef von gestern meldet: Der Gouverneur von Kef über— gab diesen Platz im letzten Augenblicke, als be— reits alle Vorbereitungen zum Angriff getroffen waren. General Logerot marschirt heute in das Medjerta-Thal und läßt ein Besatzungscorps in Kef zurück. Die dortselbst vorgefundenen Ge— schütze waren geladen, aber nicht abgefeuert worden. Die telegraphische Verbindung zwischen Tuuis und Algerien ist wiederhergestellt. Man befürchtet nicht mehr, daß die öffentliche Ord— nung in Tunis gestört werde. Das Fort Tabarca ist zerstört und unbewohnbar.
Tunis, 27. April. Der Bey von Tunis protestirte in einer Depesche an Lord Granville gegen die Grenzverletzung durch Frankreich und erbot sich, die französischen Beschwerden der Ent— scheidung der Mächte zu uuterbreiten. Er er— klärte, Tunis habe als Theil des ottomanischen Reiches Anspruch auf den Schutz der Mächte, deren guten Dienste er anrufe.— Nachrichten aus Tunis zufolge, befahl der Bey den Gouver— neuren von Kef und Beja, diese Städte den Franzosen zu übergeben, dabei aber formell zu protestiren.— Die Insel Tabarta ist von den Franzosen besetzt worden. Die Tunesen hatten die Jusel verlassen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Diejenigen Lehrer, welche im Jahre 1856, also vor 25 Jahren, das Seminar zu Friedberg ver⸗ ließen, werden sich im Laufe dieses Sommers an einem noch näher zu bestimmenden Tage zu einer Erinnerungs- feier im Palmengarten zu Frankfurt a. M. zusammenfinden.
s. Nieder⸗Mörlen, 29. April. Heute Nacht brach dahier Feuer aus, welches die Scheune des Orts— bürgers Jung in Asche legte. Leider verbrannten auch dabei drei Ziegen, die durch das rasche Umsichgrelfen der Flammen nicht mehr gerettet werden konnten.
Mainz. Veranlaßt durch den außerordentlich gün⸗ stigen Ausfall der stattgehabten Anbauversuche der neuen
Imperatorkartoffel in Rheinhessen, die sich vermöge ihrer
Widerstandsfähigkeit und hohem Stärkemehlgehalt vor⸗
züglich als Wirthschafts⸗ und Brennereikartoffel eignet, hat der Anbau dieser neuen Sorte bei uns ziemliche Be⸗ deutung gewonnen und durfte sich dieselbe voraussicht⸗ lich bald eingebürgert haben.— Die letzten Nachtfröste haben in den Weinbergen nur hin und wieder kleinen Schaden angerichtet.
Allerlei.
Leipzig, 26. April. Der bekannte Dichter Müller von der Werra ist heute gestorben.
Hamburg. Wie kolossal die Auswanderung aus Deutschland in diesem Jahre zugenommen hat, erhellt daraus, daß hier von Anfang Januar bis Ende März 1881 24,635 Personen über das Weltmeer befördert wurden, während von 1871 bis 1880 während des ersten Viertel- jahres höchstens 9000 Auswanderer befördert wurden,
gewöhnlich weit weniger. Auch durch Berlin sind viele
Aus wandererzüge gekommen.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 27. April. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. der Ctr. M. 3.— 4.60, Stroh M. 3.504,
Butter 50 Kilo M. 1.05—0.00, im Detail 1. Qual.
9 0 150 00 2. Qual. M. 1.10. Eier das Hundert
Kuh⸗, Rind⸗ und Farrenfleisch 4555 Pf., Kalbfleisch
40—55 Pf., Hammelfleisch 40—65 Pf., Schweinefleisch 9
65—80 Pf., 1 Hahn M. 1.80— 2.30, 1 Huhn M. 2.00 bis 2.30, 1 Ente M. 3.00—0, 1 Taube 00—00 Pf., Ka⸗ paunen M. 2.30—3, Wälscher Hahn M. 000, Kar⸗ toffeln 100 Kilo M. 6—0, Blumenkohl 30—50 Pf.,
Ochsensleisch per Pfd. 60— 70 Pf,
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