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mich nicht der Uebertreibung zeihen werden, wenn ich sage, es liegt im Bereiche der Möglichkeit, daß einst auf unseren norddeutschen Halden ein Oelreichthum erschlossen wird, welcher dem ameri— kauischen Nichts nachgibt, und volkswirthschaftlich mehr bedeutet, als die Diamantenfelder des Kaps, die Goldwäschen Kaliforniens, oder die Silberschätze Nevadas.“ Diese Worte erweisen sich mehr und mehr als prophetische. Leider ist der hochverdiente Mann, der sie gesprochen, schon von den Lebenden geschiedeu, so daß es ihm nicht vergönnt ist, die Entwickelung Oelheims zu sehen. Nach v. Duͤckers Anschauung wurde bis jetzt immer noch nicht tief genug gebohrt, ebenso wie man erst bei ähnlicher Ausdehnung der Bohrungen wie in Amerika kennen lernen wird, die unterirdischen Oelbehälter aufzuspüren und weithin zu vorfolgen. Die 8 Bohrlöcher der
Gesellschaft zu Oelheim bei Peine haben meistens
in der Tiefe von 60— 70 Meter das Oel erreicht. Ein Bohrloch hat in 150 Tagen über
1000 Barrel Oel(ca. 3 ½ Ctr.) ergeben; ein
anderes ca. 600 Barrel in 94 Tagen. Das Aktienkapital von 610,000 M. ist fuͤr Terrain— ankäufe und Anlagen verausgabt, während für die eigentlichen Bohrarbeiten nur 73,500 Mark ausgegeben worden sind. Die neueste Quelle liefert bei einer Tiefe von 69 Meter 90,000 Liter einer salzhaltigen Flüssigkeit, von welcher zwei Drittel Erdöl sind, so daß dies Bohrloch den besten pennsylvanischen Quellen gleich zu achten ist. Mehr und mehr bestätigen sich die Ansichten der Geologen durch die Thatsachen und der Termin scheint immer näher zu rücken, in welchem Oelheim der Mittelpunkt eines Oeldi— strikts wird, der dem pennsylvanischen Nichts
auch zwischen den Fundgruben, in deren Mittel- punkt Hamburg liegt, zu haben sein müssen, und darf mir schmeicheln, daß Sie, im Hinblick auf den enormen Oelreichthum der beiden jetzt noch beschränkten Fundgebiete, und die große, zwischen ihnen liegende, unangebohrte Fläche
nachgibt. Auch im Elsaß, zwischen Weißenburg und Hagenau, liegt ein wichtiges Oelgeblet, das durch Tiefbohrungen aufzuschließen ist. Möge es Deutschland, das verhaltnißmäßig arm an unterirdischen Schätzen ist, gelingen, das Erdöl zu heben. Daß Englaͤnder und Amerikaner Oelheim fleißig besuchen, sei hier nur nebenbei bemerkt. Im Uebrigen verweisen wir auf die Broschüre von Dücker's, der im nationalen In⸗ teresse die weiteste Verbreitung zu wünschen'ist. Es wäre doch fatal, wenn Fremde das Erdöl abschöpften, das wir selbst so gut gebrauchen können. Wenigstens wäre es recht angenehm, wenn die 70 Million Mark, welche jährlich von Deutschland für Petroleum nach Amerika gehen, den Weg über den Ocean zu machen nicht nöthig hatten.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 28. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.00— 1.20, Eier 1 St. große 7 Pf.
Friedberg, 27. Sept. Fruchtbericht. Waizen M. 24.75, Korn M. 20., Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.
Gießen, 27. Sept. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.10— 1.12, Eier 1 St große 6 Pf., 2 St. kleine 11 Pf., Käse per Stück 5—9 Pf., Tauben das Paar 50—65 Pf., Hühner per Stück M. 0.80 1.50, Hahnen per Stück M. 0.45— 0.80, Enten per Stück M. 1.30 1.60, Ochsen⸗ fleisch 6400 Pf. per Pfund, Kuh- und Rindfleisch 46 bis 50 Pf., Kalbfleisch 44—48 Pf., Hammelfleisch 60 bis 66 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 4— 5.50, Zwiebeln ver Ctr. M. 8-10, Weißkraut 1 St. 10—40 Pf., Zwetschen der Centner 7 M.
Frankfurt, 26. Sept. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 370 Kühe, 200 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleisch⸗ gewicht: Ochsen 1. Qual. M. 63.—66., 2. Qual. M. 58 bis 60., Kühe 1. Qual. M. 50.—55., 2. Qual. M. 45 bis 50., Kälber 1. Qual. M. 55.—60., 2. Qual. M. 40 bis 50., Hämmel 1. Qual. M. 58—60., 2. Qual. M. 45 bis 50. Schweine wurden in letzter Woche ca. 550 St. eingeführt und mit 65 Pf. das Pfund bezahlt. Frankfurt, 26. Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 28.50— 75., do. 1.(Berl. Marke) M. 26.50
ab Bahnhof hier M. 25.25 00.00, ab unserer Umgegend M. 24.50— 24.75, do. fremder je nach Qual. M. 24.25 bis 25.25, Roggen je nach Qual. M. 20.75 21.—, Gerste M. 19.50— 21.50, Hafer M. 16.50— 17.25, Kohlsamen M. 28.00— 29.00, Erbsen M. 19.— 27., Wicken M. 17.50—18., Linsen M. 20— 40, Bohnen, weiße, M. 23— 25, Rüböl, detail, M. 64. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
D. Frankfurt a. M., 27. Sept. Der gegenwär⸗ tige Börsenverkehr zeigt ganz abnorme Verhältnisse. Nach⸗ dem trotz des theueren Geldstandes bereits vor einigen Tagen sich eine Hausse angebahnt hatte, machte dieselbe anhaltend neue Fortschritte, obgleich Geld täglich knapper wurde. Die heutige Geldknappheit kann indeß als ein non plus ultra bezeichnet werden, denn es mußten für Prolongationen 7— 8% bewilligt werden und begann Geld sogar zu fehlen. Dies beeinträchtigte aber nicht den Eifer der Haussepartei, die alle Opfer zur Conser⸗ virung ihrer Engagements willig brachte. Die Course der meisten speeulativen Werthe konnten heute weiter an— ziehen, doch war das Geschäft unter dem Einfluß der Geldvertheuerung nicht so umfangreich als in den letzten Tagen. Von den Speeulationswerthen wurden Credit⸗ actien per comptant etwa zu dem gestrigen Abendcourse gehandelt. Staats bahnackien und Lombarden blieben höher. Creditaetien, gestern Abend 318 ½, gingen a 3177 —.—18½— 18 und 318½ um. Staats bahnactien, gestern Abend 3118, wurden à 312/12 und 3130 gehandelt, Lombarden, gestern Abend 139 ½, beute 138 ½ 140-139/ und 140 ¼. Galizier, gestern Abend 2799/8, heute 280¾—5/8—7⁰—/ und 2803. Oesterr. Bahnen fest. Nordwest und Elbthal matter. Deutsche Bahnen still. Banken steigend, besonders die speculativen. Dis⸗ conto-Comandit und deutsche Bank stiegen je 2/0. Darm⸗ städter 1%. Die Aetien der Ungar. Escompte- und Wechler⸗ bank werden nächsten Donnerstag an unserer Börse ein⸗ geführt. Die deutsche Effeeten und Wechselbank nimmt Anmeldungen zum Course von 107¾ entgegen. Oesterr. Renten ruhig. Ungar. Renten etwas besser. Russen ziemlich fest. Loose und Prioritäten unbelebt. Deutsche Fonds etwas niedriger. Wechsel matt. Privatdiseonto 50/0.
bis 27., do. 2.(Berl. Marke) M. 23, Weizen, eff. hiesiger
Geld⸗Caurs. Frankfurt am 27. September 1881.
20 ⸗Frankenstücke M. 16 15—19
do. in ½„ 16 13—17 Englische Sovereigns.„ 20 33—38 Russische Impertales.„ 16 70— 75 Ducaten..„ 8
„ al marco.„ 9 56—60 Dollars in Gold„ 4 21—25
Obligations-Verloosung der Kreisstadt Friedberg.
Von den Partial⸗Obligationen der Kreisstadt Fried—
berg des Anlehens von 1863 sind heute durch öffentliche
Verloosung
aus Serie A. Nr. 24. 26, B— 1 1 O. 1 28 zur Rückzahlung bestimmt worden. Die Inhaber dieser Obligationen werden hierdurch aufgefordert, am 1. Januar 1882 ihre Kapitalien gegen Rückgabe der Ortginal— Obligationen bei der hiesigen Stadtkasse in Empfang zu nehmen, da mit dlesem Tag deren Verzinsung aufhört. Friedberg den 27. September 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 3298 Seri ba.
Versteigerungs-Auzeige. Freitag den 30. September l. J., Vormittags 10 Uhr, werden in dem Rathhause zu Assenheim verschiedene Mobilien, als: 1 Sopha, 1 Commode, 1 Kleiderschrank, 1 Küchen— schrank, 1 Pfeilerschränkchen, 1 Tisch und sonstige Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert. Friedberg, 26. September 1881.
K 5„ 3303 Gerichtsvollzieher.
275
5 L
Steink„ioo
Steinkohlen-Lieferung. Montag den 3. October l. J., Vormittags 11 Ühr, ö soll in hiestgem Rathhaus die Lseferung von 600 Centner Steinkohlen für das Versorgungshaus und Bürger⸗ ee an den Wenigstfordernden in Accord gegeben
erden. Friedberg den 27. September 1881. 9 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 13312 Semi b g.
9 Obst⸗Versteigerung. f Donnerstag den 29. September d. J., Nachmitkags 2 Uhr, soll das Obst im ehemals Heß'schen und Müller— chen Garten, sowse die diesjährigen Trauben abtheilungs— Beise öffentlich meistbletend versteigert werden.
1 Friedberg den 27. September 1881. 4 Großherzogliche Schloßverwaltung Friedberg. 302 Dönges.
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Bad-Nauheim am 26. September 1881.
Die im 3. Quartal 1881 eingelegten Buͤrgscheine haben noch für das 4.
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