Ausgabe 
29.9.1881
 
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an zehn Tausend Personen. Mehrere Ka pellen spielten Trauerchoräle. Der Leichenwagen ward von zwölf schwarzdrapirten Pferden ge zogen; zwölf Neger leiteten diese; zwölf intime Freunde Gaxfield's trugen die Zipfel des Leichen tuches. Bei Annäherung des Zuges entblößte sich jedes Haupt. Die Glocken sämmtlicher Kirchen läuteten; Kanonen-Salven ertönten in gemessenen Pausen. Am Grabe sprach der Kaplan vom Regiment Garfield's ein Gebet; die deutschen Gesangvereine trugen Trauergesänge vor. Die Feier schloß mit dem Segenspruch des Priesters. Der Weg von dem Square nach dem Friedhof, auf eine Strecke von sechs Meilen, war dicht mit Reihen von Zuschauern besetzt, mehr als 25,000.

Afrika. Tunis, 26. Sept. Aus Almahadia wird gemeldet, daß bei Djebil(westlich von Gabes) ein ernsthaftes Gefecht zwischen Aufständischen und französischen Truppen stattfand. Die Araber hatten 50 Todte und zahlreiche Verwundete, die fran zösischen Verluste noch unbekannt.

27. Sept. Im Innern des Landes herrscht Regenwetter. In Folge dessen ist die Hitze ab gekühlt. Die Gesundheit der Truppen ist besser; der Zug gegen Kairuan wird eifrigst betrieben.

Tripolis, 27. Sept. Die Correspondenz Havas meldet, daß in Tripolis 9000 Mann türkischer Truppen angekommen seien. Die Pforte vergaß für die Besoldung und Verpflegung der Truppen vorzusorgen, war daher in Tripolis zu einer Zwangsanleihe genöthigt. Darüber herrscht hier große Unzufriedenheit. Gleichwohl werden neue Truppen angekündigt. Der Scheik Kamun und sein Sohn Hadjali Cherfi, welche eine her vorragende Rolle im Aufstand von Sfaz spielten, kamen in Tripolis an. Sie dürften durch ihre Agitation neue Unruhen veranlassen.

Asien. Bombay, 26. Sept. Ayub Khan erlitt eine Niederlage, welche amtlich bestätigt wird. Das Treffen währte von 7 Uhr Morgens bis Mittags. Candahar hat dem Emir Abdurrah man die Thore geöffnet. Derselbe beabsichtigt, in vier oder fünf Tagen nach Herat zu marschiren.

Aus Stadt und Land.

e. Friedberg. Nachdem am 17. Juli eine zahl⸗ reich besuchte Versammlung von Vertrauensmännern aus dem Aten Oberh. Wahlkreis beschlossen hat, unsern seit herigen Reichstags-Abgeordneten, Dr. B. Schroeder in Worms abermals, vorgeschlagen und derselbe sich darauf hin bereit erklärt hat, ein Mandat wieder anzunehmen, wird Dr. Schroeder demnächst in mehreren Orten des Wahlbezirkes öffentlich auftreten, um vor den Wählern, ohne Unterschied ihrer Ansichten, seine Stellung zu den wichtigsten, insbesondere auch den handelspolitischen und landwirthschaftlichen Tagesfragen darzulegen. Wie wir vernehmen, wird derselbe zunächst am 2. Oetober in Büdingen und am 9. October in Friedberg, dazwischen oder nachher auch an andern Orten in öffentlichen, Jeder⸗ mann zugänglichen Versammlungen über seine seitherige und künftige Thätigkeit im Reichstage Rede stehen.

o. Friedberg. Im Laufe des vergangenen Sommers wurden einer oder mehrere der Wegweiser, die der neu gegründete TaunuselubWetterau in dem nahen Ge⸗ birg hatte anbringen lassen, zerstört und konnte man in erster Linie nur annehmen, daß es sich hier um eine bös⸗ willige Sachbeschädigung handele. Nachträglich bringen wir nun in Erfahrung, daß das Anbringen derartiger Wegweiser den Anstoß eines Frankfurter Jagdpächters, der sich hierdurch in seiner Jagdausübung beeinträchtigt glaubte, erregt hatte. Derselbe, Namens Kinen, hatte nämlich aus dem angegebenen Grunde einen Wegweiser am Winterstein mit seiner Jagdflinte zerschlagen, wurde aber von dem hiesigen Schöffengericht in seiner Sitzung vom 30. v. M. belehrt, daß eine derartige Selbsthülfe unerlaubt sei, und demgemäß auf Grund des§ 304 des Strafgesetzbuches in eine Geldstrafe von 20 M. und in die Kosten verurtheilt.

Gießen. Sch wurgerichtssitzung am 23. und 24. Sept. gegen G. Erdmann 1. von Ruttershausen wegen Münz⸗ verbrechen. Erdmann wurde für schuldig erkannt und in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahr, sowie zum Verluste der Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahr verurtheilt.

Darmstadt, 25. Sept. Der des Raubmords an- geschuldigte Heinrich Wettmann von Groß⸗Rohrheim wurde heute von dem Schwurgerichtshof zum Tode verurtheilt.

Groß⸗Gerau, 25. Sept. Schon seit Wochen waren die Forstbeamten der hiesigen und angrenzenden Wald ungen Wilddieben auf der Spur, ohne daß es, trotz mancher durchwachten Nacht und aller Anstrengungen, gelungen war, derselben habhaft zu werden. Endljch sollte es in der Nacht von Freitag den 23. d. Mts. auf Samstag, leider auf sehr tragische Weise, gelingen, einen derselben und mit ihm dessen Complieen kennen zu lernen. Der Förster Wissel zu Nicolauspforte stand an seinem angewiesenen Platze, als nach Mitternacht sich ihm Schritte

v. Dücker, königl. preuß. Bergrath a. D., dessen

wir die geologischen Gründe entnehmen, welche

über sah. Auf seine Aufforderung, die Waffen niederzu legen, legte der Eine der Wilderer sofort das Gewehr auf denselben an und gab Feuer, worauf Wissel, der sich hierdurch in seinem Leben bedroht sehen mußte, kurz entschlossen auch seinerseits auf den Wilderer schoß und ihn tödtlich verwundete, während die beiden Anderen die Flucht ergriffen.

Allerlei.

s. Cronberg, 27. Sept. Gestern Abend wurden von einer Gesellschaft große bengalische Feuer auf dem Feld⸗ berg entzündet, was zu dem Gerüchte Veranlassung gab, das Feldberghaus sei gestern Abend total abgebrannt.

Berlin, 27. Sept. Der 6, deutsche Seminar-Lehrer⸗ Tag wurde heute eröffnet. Der Cultusminister begrüßte die Versammlung mit einer Ansprache.

Bremen. Die Rettungs- Station Cuxhaven der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldet: Am 22. Sept. wurden von der deutschen BriggAleides, Kapitän Wüpper, welche mit Steinkohlen von England nach Hamburg bestimmt war, aber auf Schafhörn vor der Elbe strandete, 9 Personen durch das Rettungsboot des zweiten Elbleuchtschiffes gerettet. Es herrscht Ost sturm bei sehr hoher See. Von der Rettungsstation Horumersiel wird gemeldet: Am 22. d. sind von der deutschen ThalkElbise, Kapitän Weers, welche mit einer Steinladung von Ellenserdammersiel nach Rends burg bestimmt und auf dem Jadestrande gestrandet war, 2 Personen durch das RettungsbootVegesack von der Station Horumersiel gerettet. Oststurm. Das Boot war 6 Stunden unterwegs.

Die Petroleumquellen in Oelheim. Von Julius Stinde.

Auf den Landkarten, selbst auf den neuesten, suchen wir Oelbeim vergebens, weil dieser Ort noch neuer ist, als die Kartenwerke der letzten Jahre. Aber es herrscht ein reges Leben in und bei Oelheim; Bohrthürme werden errichtet, um Löcher in die Tiefe zu treiben im Aufautz dieses Jahres standen dort bereits 15 derselben, große Reservoire sind im Bau, Windräder und Dampfmaschinen, welche Pumpwerke in Thä tigkeit setzen, arbeiten schon oder werden neu angelegt, mit einem Worte: Oelheim entwickelt sich in ähnlicher Weise, wie alle die amerika nischen Städte im Oeldistrikte, wo Petroleum in reichem Maaße gewonnen wird. Oelheim liegt aber nicht in Amerika, sondern in Deutsch land bei Peine in der Provinz Hannover. Schon seit langer Zeit wurde auf dem Gebiete des norddeutschen Oeldistrikts Erdöl gewonnen, das man als Schmiermittel wie Theer benutzte. Bei Wieze, anderthalb Meilen von Celle finden sich im Alluvialsande mehrere Gruben, aus denen Petroleum gewonnen wird. In der einen Grube wird das Erdöl aus dem Sande herausgewaschen und ist an dieser Stelle der Betrieb, welcher alljährlich sechs bis sieben Tausend Kilo Oel fördert, wenigstens seit 200 Jahren im Gange. Es liegen Andeutungen vor, welche die Annahme gestatten, daß schon die ersten Ansiedler dort ihreu Erdtheer gewannen. Merkwürdiger Weise blieb der norddeutsche Oeldistrikt trotz der zahl reichen deutlichen Anzeichen vom Vorhandensein des Erdöls, bis auf die letzten Jahre unbear beitet, selbst der Riesenerfolg, welchen die Bohr ungen in Amerika hatten, konnte nicht den Anstoß zur eingehenden Untersuchung und dem rationellen Anbau des deutschen Oelgebietes geben. Wie alle Länder mußte auch Deutschlaud Amerika petroleumpflichtig werden und nimmt seinen jähr⸗ lichen Bedarf von circa drei Million Faß von dem Lande, das aus seinen Oelquellen und der Verarbeitung des Oeles einen Reinertrag zieht, den man auf 170 Million Mark pro Jahr schätzt. Und wir haben Petroleum im Lande, und zwar in solchen Quantitäten, daß nach dem Ausspruche eines ausgezeichneten Geologen eines der großartigsten Petroleumbecken der Welt unter irdisch in Hannover liegt. Hinreichend tiefe Bohrlöcher an geeigneten Stellen niedergetrieben, müssen das Becken erschließen. Oelheims Bohr quellen, die in jüngster Zeit gezeigt haben, daß Tief⸗Bohrung überraschende Quantitäten von Erdöl ergeben, erhärten diesen Ausspruch auf das Schlagendste. Der Mann der Wissenschaft, auf den wir uns hier stützen, ist F. F. Freiherr

SchriftPetroleum und Asphalt(Zweite Auf lage), Minden, Verlag von J. B. C. Bruns,

jener Gegend vermuthen lassen. Seitdem die ungeheueren amerikanischen Arbeiten dargethan haben, daß das Erdöl stets aus großer Tiefe kommt und seitdem man namentlich aus den begleitenden Gasentwickelungen die bestimmte Erkenntniß gewonnen hat, daß ein Destillations produkt durch Erdwärme zu uns empor gedrängt wird, ist das Auftreten von Petroleum an ein zelnen Orten begreiflich geworden. Stelle man sich die allgemeine Faltenschiebung der Erdrinde (durch Einschrumpfen des Erdinnern veranlaßt) vor, so findet man es unabweisbar, daß Einsenk ungsfalten von mindestens geicher Tiefe wie die größte Höhe der Berge auf der Erde vielfach vorkommen muͤssen. Schichten mit bituminösen Stoffen, d. h. mit in Verkohlung begriffenen Resten von Pflanzen und Thieren sind überall verbreitet und wenn solche Schichten in Tiefen von fünf⸗ bis zehntausend Meter versenkt und mit Felsarten überlagert werden, muß nach den einfachsten physikalischen und chemischen Gesetzen die Erscheinung eintreten, welche wir seit zwanzig Jahren auf und in den sogenannten Petroleum becken kennen gelernt haben. Das hannover'sche Petroleumbecken wird hiernach in einfachster Weise verständlich. Man braucht sich nur die west fälische Steinkohlenlagerung von 3000 Meter Mächtigkeit mit ihren 150 Steinkohlenflözen, vielleicht das bitumenreichste Becken der Erde, versunken zu denken unter den jüngeren Massen der Trias⸗, der Jura-, der Wealdeuthon-, der Kreide-, der Tertiärformation und des Dilu viums, welche sich von Westen her sichtbar auf lagern. In dem Profil von Rinteln nach Bücke durg sind die ersten drei Formationen allein zu vier- bis fünftaufend Meter zu schätzen. Wenn die westfälische Formation wirklich unter der hannoverschen Mulde liegt, und in der That ist ihre Fortsetzung in dieser Richtung geologisch angezeigt, dann mußte im Laufe der geologischen Perioden, wo die Destillation zu wirken Zeit hatte, eins der großartigsten Petroleumbecken der Welt entstehen. Der letzteren Art ist, wie v. Dücker ausspricht, das hannoversche Becken wirklich. Die äußersten Spuren laufen von Vorwohle bei Kreiensen bis Heide in Holstein, d. h. in der Länge von 35 Meilen und die Breite des Terrains, wo die Spuren von Erdöl deut lich verbreitet sind, gehen von Neundorf bis über Braunschweig hinaus, oder 1215 deutsche Meilen. Damit ist zwar nicht gesagt, daß man in diesem großen Terrain überall Oelquellen erwarten darf, aber die Erscheinungen weisen darauf hin, daß in dieser ganzen Ausdehnung ein unterirdischer Andrang von Erdöl stattfindet. Diesem von unten her andringenden Oele durch Bohrlöcher entgegenzukommen, das ist die Aufgabe unserer Zeit. Als die preußische Regier ung 1866 das hannoversche Gebiet übernahm, ließ sie sich, vorzugsweise durch die Vorstellungen von H. W. Kasten zu Hannover bewegen, eine Begutachtung des Petroleumvorkommens ausführen zu lassen. Sie beauftragte einen jungen Berliner Geologen, dessen Bericht jedoch mit der gänzlichen Abmahnung von Tiefbohrungen schloß, wogegen die rationelle Ausbeutung der öligen Massen an der Oberfläche empfohlen wurde. Die Meinung der älteren Geologen, daß das Erdöl den durchbohrten Schichten ursprüng lich angehöre, war hier maßgebeud gewesen, während nach den neueren Ansichten der Haupt vorrath des Oeles in der Tiefe liegt. Vergebens suchten Fachleute wie Prof. Harper und Dr. Lud⸗ wig Meyer aus Uetersen auf den Petroleum Reichthum in Norddeutschland hinzuweisen, ihre Mahnungen fanden keinen Widerhall. Auf der Naturforscher⸗Versammlung 1876 zu Hamburg schloß Dr. Meyer seinen herrlichen Vortrag Ueber die Petroleum-Fundorte in der Nähe Hamburgs mit den Worten:Ich darf die Herren Fachgenossen darauf aufmerksam machen, daß nicht blos hier(Bohrloch Hölle bei Heide in Holstein) schon ein Mineralschatz eröffnet ist, dessen ruhige und regelmäßige Ausbeutung aus

nahten und er sich alsbald 3 bewaffneten Männern gegen⸗

den kolossalen unterirdischen Petroleumreichthum

einer offenen Grube auf Jahrhunderte hinaus völlig gesichert ist, sondern daß ähnliche Schätze

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