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von der Wunde ein Einschnitt gemacht, um den Eiterabfluß zu erleichtern. Die guͤnstigen Symp tome dauern fort; der operative Eingriff scheint von gutem Erfolg zu sein.

Aus Stadt und Land.

h. Friedberg, 25. Juli. Nachdem im Anzeiger vorher so viel vom Feuerwehrfeste die Rede war, wollen wir nun auch nachher über den Verlauf desselben be richten. Am Samstag Vormittag war bereits der größte Theil der Abgeordneten eingetroffen, was fehlte kam Nach mittags mit den ersten Zügen, so daß die Verhandlungen präeis beginnen konnten. Um ½5 Uhr begrüßte Kreis rath Dr. Braden die Versammlung mit einer Ansprache, in welcher er die Hoffnung auf immer größere Aus dehn ung der Feuerlöscheorps aussprach. Der erste Punkt der Tagesordnung war ein Antrag des Ausschusses auf Grün⸗ dung einer Unterstützungskasse für verunglückte Feuerwehr männer. Als Beitrag wurde 10 Pf. pro Mitglied fest gesetzt. Hinsichtlich der Einführung gleichmäßiger Uebungs und Dienstvorschriften beschloß die Versammlung die Annahme des Jung'schen Uebungsbuches. Dasselbe soll aus der allgemeinen Kasse angeschafft und jedem Feuer wehreorps des Verbandes zugestellt werden. Was die Normalstatuten betrifft, so wurde entschieden, daß die Berathung derselben auf dem nächsten hessischen Feuer wehrtage in zwei Jahren stattfinden soll. Inzwischen wird der Entwurf zur Vertheilung gebracht, um eine Prüfung desselben zu ermöglichen. Ein Antrag aus Bessungen wegen Abhaltung von Ausstellungen von Lösch geräthen gelegentlich der hessischen Feuerwehrtage wurde dahin modifieirt, daß dieselben als wünschenswerth bezeichnet wurden, ein Zwang, dieselben abzuhalten, soll jedoch nicht ausgeübt werden. Das Concert, das am Abend auf dem Festplatze nach dem Zapfenstreich abgehalten wurde, war gut besucht und machte die Ausführung der Conecertpiècen unserer Musik und ihrem Dirigenten alle Ehre. Sonntag, schon am frühen Morgen brachten die Eisenbahnzüge größere Trupps Festtheilnehmer und waren es namentlich die Feuerwehren von Mainz, Offenbach und Fechenheim, welche sich durch eine große Anzahl Mitglie der und starke Musikeorps auszeichneten; auch Bad-Nau⸗ heim und Butzbach(60 Mann) hatten ein größeres Con- tingent gestellt. Regnete es auch hier und da einmal, so war man doch guten Muthes und auch die Stadt hatte ihr bestes Festgewand angezogen, als die einzelnen Corps sich auf der Freiheit aufstellten. Den Glanzpunkt bildete unstreitig der Aufmarsch der Friedberger Feuerwehr, welche, nachdem Bürgermeister Seriba eine der Feier entsprechende Ansprache an die versammelten Mannschaften gehalten hatte, ihre Schulübungen und zum Schluß einen Angriff auf ein zu diesem Zweck hergerichtetes Steigerhaus aus führte, welcher so exact vor sich ging, daß, als die beiden ersten Steiger in gleichem Momente das Dach bestiegen hatten, die Zuschauer in ein lautesBravo einstimmten. Binnen 3 Minuten war Wasser auf dem Dache, jedenfalls eine Leistung, die die gute Schulübung des Corps kenn zeichnet. Nach der Uebung fand das officielle Festessen im Hötel Trapp und das Speisen der Mannschaften in den einzelnen Restaurationen statt, wobei es zum Theil sehr munter herging und es selbst an einigen Plätzen nicht an einem Tänzchen fehlte, zu dem die eigene Musik auf spielte. Während der Zeit hatte der Himmel Gelegenheit, sich mit einem ausgiebigen Regen so gründlich zu säubern, daß er dem weiteren Verlaufe des Festes kein Hinderniß mehr bereitete. Der Festzug wurde bei Sonnenschein aufgestellt und verlief brillant. Auf dem Festplatze ent⸗ faltete sich ein heiteres Leben, zu welchem wesentlich die Concerte der Adam'schen Kapelle und der Mainzer Feuer wehrkapelle beitrugen, während auf dem Windecker'schen Felsenkeller die Offenbacher Feuerwehrkapelle und auf Philippi's Keller die Fechenheimer Kapelle coneertirten. Der Friedberger Feuerwehr aber konnte von den aus wärtigen Corps das Zeugniß gegeben werden, und wurde namentlich Seitens der Gießener erwähnt, daß sie, was Stärke und Schulung betrifft, allen anderen Feuerwehren der Provinz Oberhessen als Muster voransteht.

Gießen. Die Zahl der auf der Landes Universität Gießen Studirenden hat sich im Sommer⸗Semester 1881 auf zusammen 402(gegen 391 im Winter-Semester) ge⸗ hoben; hiervon sind Neu⸗Immatriculirte 106. Es studiren Rechts wissenschaft 77, Medizin 60, evangelische Theolo gie 44, Mathematik 36, Forstwissenschaft 32, classische Philologie 31, Philosophie und Naturwissenschaft 26, Thierheilkunde 22, neuere Philologie 22, Chemie 20, Pharmacie 17, Geschichte 9, Cameralwissenschaft 4, Zahn heilkunde 2. Unter den im Sommer-Semester Imma⸗ triculirten sind: mit Gymnasialmaturität 63, mit Real⸗ schulmaturität 21, ohne volle Maturität(Thierärzte, Pharmaceuten) 20, ohne Maturität 2.

Erbach. Dem hessischen und badischen Odenwald steht mit Anfang August ein erfreuliches Fest bevor. Der Bau des Krähbergs-Tunnels, welcher die Verbindung der Odenwaldbahn mit der Neckarthalbahn, das heißt der Stationen Erbach und Eberbach, herzustellen bestimmt ist, ist nämlich so weit gefördert, daß der Durchschlag des Sohlstollens in den ersten Tagen des August vollständig gesichert ist. Dieses für die Gegend wie für die Bau unternehmung und die Hess. Ludwigsbahn-Gesellschaft wichtige Ereigniß soll nun von den beiden letzteren durch eine große Festlichkeit gefeiert werden.

Allerlei.

P. A. Frankfurt, 26. Juli. Am 23. Juli be⸗ sichtigte Fürst Milan von Serbien die Ausstellung und zwar sehr eingehend und mit großem Interesse. Der⸗

selbe ließ sich in verschiedenen Gruppen die in Bewegung gesetzten Maschinen erklären und verweilte namentlich lange bei den Luxusmöbeln und Equipagen. Der Fuͤrst machte auch namhafte Einkäufe und schrieb selbst allerlei Notizen in sein Portefeuille. Unter den von dem König von Holland angekauften Equipagen befinden sich drei aus den Ateliers der Hof-Wagenfabrikanten von Dick und Kirschten in Offenbach, und zwar ein Coupé(huit ressorts), das schon allgemein durch seine Eleganz auf gefallen war, ferner ein großer Jagdwagen neuester Con struetion und eine Kalesche auf Häng- und Druckfedern. Der König äußerte mehrfach, daß man nicht nöthig habe, nach Paris zu Binder und zu Ehrler u. s. w. zu gehen, um schöne Wagen zu kaufen; die hiesigen seien jedenfalls ebenso schön. Der Besuch der Ausstellung am gestrigen Sonntage war, vorzüglich am Nachmittag und vollends gegen Abend, sehr bedeutend, obwohl die Bockenheimer Kirmes viele Tausende angezogen hatte. Um 7 Uhr hatten bereits über 15000 Personen die Drehkreuze passirt; im Ganzen mögen wohl gegen 25000 Menschen dage wesen sein.

München, 24. Juli. Zu dem hier stattfindenden deutschen Bundesschießen sind 6000 bis 7000 Schützen hier angekommen, darunter 800 Wiener Schützen. Der deutsche Kronprinz hat eine prachtvolle getriebene silberne Schale als Ehrengabe übersandt. Der Festzug nahm bei prächtigem Wetter einen glänzenden Verlauf.

Siegen, 24. Juli. Hier ist am Mittwoch Abend während des Gewitters nach kurzem Regen ein so ver nichtender Hagel gefallen, wie man ihn kaum schon anders wo erfahren haben dürfte. Es fielen Hagelstücke von der Größe eines Hühnereies, die, da der Hagel ungefähr 10 Minuten anhalten mochte, einen ungeheuren Schaden anrichteten.

London, 23. Juli. Eine atlantische Bootreise. Ein Mann Namens Beaumont kam am Donnerstag Abend in Kilrush von Norwegen in einem Halbdeckboot von 30 Fuß Länge an und segelte weiter nach Amerika, wo er in etwa 50 Tagen anzukommen erwartet. Er wünschte die Dienste eines zweiten Mannes zu erlangen, was, wie er glaubte, seine Ueberfahrt um 20 Tage kürzen

würde. Er hat für 80 Tage Lebensmittel an Bord. Landwirthschaftliche Schulen für Mädchen.

(Schluß.)

Vor Kurzem las ich einen ArtikelBildungs schulen für schwäbische Bauernmädchen. Vier solcher Schulen wurden vor etwa Jahresfrist in Württemberg durch dieCentralstelle für das Wohl der arbeitenden Klassen ins Leben ge rufen. In diesen Fortbildungs- oder Haushalt ungsschulen für Bauerntöchter werden die jungen Mädchen unter der Aufsicht einer Hausmutter während der Wintermonate gleichmäßig zu allen Hausarbeiten, wie Kehren, Waschen, Putzen, Kochen, Backen ꝛc. angeleitet, von der Hand arbeitslehrerin in allen nöthigen Handarbeiten: Stricken, Nähen, Flicken ꝛc., durch den Lehrer des Ortes im Singen, in Religion, im deutschen Aufsatz und im Briefschreiben, im Rechnen und in der Buchführung, wie sie für die Hauswirth schaft nöthig, unterrichtet. Der nächstwohnende Arzt ertheilt Gesundheits- und Naturlehre, so weit beide der Fassungskraft der jungen Mädchen zugänglich sind. Das Schulgeld beträgt für den Kursus 26 M. und das tägliche Kostgeld 80 Pf. Die im Dorfe ansässigen Zöglinge behalten ihre Wohnung im Elternhause. Der Aufwand für eine solche Anstalt beträgt etwa 1500 M. fürs Jahr; an Kostspieligkeit kann sie daher wohl nicht zu Grunde gehen. Wenn ich an einer solchen Schule etwas auszusetzen hätte, so wäre es das, daß in derselben nicht auch Unterricht in der Milchwirthschaft und in der Gemüse gärtnerei ertheilt wird. Hierzu ließe sich auch wohl noch Zeit und Gelegenheit finden. Sollte nun nicht z. B. der oberhessische landwirthschaft liche Verein, an dessen Spitze ja Männer von hoher Intelligenz und regem Mitgefühl für das Wohl ihrer Mitmenschen, auch aus dem Bereiche un serer laͤndlichen Bevölkerung, stehen, die Gründ ung einer derartigen Schule für die Provinz Oberhessen(Kr. Friedberg! in die Hand nehmen oder veranlassen können? Die hessischen Landwirth innen würde er sich durch ein solches Vorgehen zweifelsohne sehr zu Dank verpflichten, denn sie empfinden einerseits den Mangel an brauchbarer Hülfe noch viel unangenehmer als die städtischen Hausfrauen, und sind auch ganz damit einver standen, wenn ihre Töchter ein halbes Jahr hin durch die Füße unter einen anderen als den elter lichen Tisch strecken. Die Sache hat außerdem ihre volkswirthschaftliche Seite; sie steht zur Frauen frage in naher Beziehung. Um dem unverhei

ratheten Theile der weiblichen Bevölkerung eine! 10 auskömmlichen Lebensunterhalt durch eine am

ständige Beschäftigung zu verschaffen, ist man

mitunter auf ganz absonderliche Auswege ver fallen, über die ich mich hier nicht weiter aus lassen kann; nur das Eine möchte ich hervor heben, daß das Weib, jung oder alt, ledig oder verheirathet, von der Natur mit seinet Thätigkeit zunächst auf Haus und Familie ank gewiesen ist und in diesen denjenigen Wirkungs⸗ kreis findet, in welchem es zu seiner und anderer Befriedigung seine Stelle auszufüllen berufen ist. Eine Anstalt, welche darauf hinzielt, der weiblichen Landbevölkerung eine für ihre Ver hältnisse passende Erziehung und Bildung, welche die Elementarschule nicht geben kann, zu ver schaffen, in welcher die Ecken und Kanten der jungen Bauernmädchen sich ebenso abschleifen, wie die des jungen Burschen in der landwirth schaftlichen Winterschule, erscheint mir als ein ebenso nothwendiges Bedürfniß wie die letztere selbst. Sie wird den größeren Gütern brauch bare Wirthschafterinnen, wirkliche Stützen der Hausfrau, dem Bauernstande aber tüchtige Hausfrauen liefern, die mit ihren Männern das gleiche Bestreben theilen, den alten Schlendrian im landwirthschaftlichen Betriebe zu verlassen und sich die Erfahrungen der Neuzeit zu nutze zu machen. Es wird dann der Heirathskandidat vom Lande nicht lange in Zweifel bleiben, wo er sich seine Gefährtin fürs Leben zu suchen hat.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 27. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10, Eier 1 Stück 6 Pf.

Friedberg, 26. Juli. Fruchtbericht. Waizen M. 22.50, Korn M. 18.00, Gerste M. 16.00., Hafer M. 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.

Gießen, 26. Juli. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1 1.10, Eier 1 Stück 56 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5 12 Pf., Tauben das Paar 7080 Pf., Hühner per Stück M. 1.00 1.30, Hahnen ver Stückk M. 0.50 0.85, Enten per Stück M. 1.30 1.60, Ochsen⸗ fleisch 66 Pf. per Pfund, Kuh- und Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 44 Pf., Hammelfleisch 60 70 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4 bis 5.50, neue Kartoffeln 100 Kilo M. 9.11., Zwiebeln per Ctr. M. 12.18., Kirschen das Pfund 2025 Pf.

Frankfurt, 25. Juli. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 300 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 63.66., 2. Qual. M. 58. 60., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 55.57., 2. Qual. M. 40.50., Kälber 1. Qual. M. 56. 58., 2. Qual. M. 40.50., Hämmel 1. Qual. M. 55.60., 2. Qual. M. 40. 50. Schweine wurden verflossene Woche 560 Stück eingeführt und mit 60- 67 Pf. per Pfund bezahlt.

Frankfurt, 25. Juli. Fruchtbericht. Mehl Nr. M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27.50 28, do. 1.(Berl. Marke) M. 26.50 27, do. 2.(Berl. Marke) M. 21.00, Weizen, eff. hiesiger, ab Bahnhof hier M. 23.50-00.00, ab unserer Umgegend M. 23.75 283.25, do. fremder je nach Qual. M. 23. 24.00, Roggen je nach Qual. M. 20 20.50, Gerste M. 1819.50, Hafer M. 15.50 16.55, Kohlsamen M. 26.50 27.50, Erbsen M. 19. 27., Wicken M. 16.50 17.50, Linsen M. 20. 40., Bohnen, weiße, M. 23. 25., Rüböl, detail, M. 64. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

D. Frankfurt a. M., 26. Juli. Man hatte heute eine Fortsetzung der gestrigen Bewegung erwartet. Die Course zogen zwar an, aber die sanguinischen Hoffnungen auf eine bedeutende Steigerung wurden getäuscht. Den Hemmschuh der Besserung bildete wieder einmal Berlin, von wo Ultimoschwierigkeiten signalisirt wurden. Der Geldstand wurde von dort erheblich knapper gemeldet. Am hiesigen Platze stellten sich heute Prolongationszinsen niedriger als gestern, nämlich zu%. Am Wiener Platze war die Disposition eine günstige. Creditaectien hoben sich ea./ fl. Staatsbahn waren gefragt und wesentlich höher. Galizier fester. Creditactien, gestern Abend 317½, waren à 3177/8 ½ im Umsatz. Staats⸗ bahnactien, gestern Abend 309/, gingen a 310/8311 ¼ bis 310/8311 ½ um. Lombarden, gestern Abend 1105/8, bewegten sich zwischen 111110/ und 111¼. Galizier, gestern Abend 284½¼, wurden à 284½284// ge⸗ handelt. Oesterr. Bahnen waren ziemlich behauptet. Dux⸗ Bodenbacher und Buschtiehrader matter. Deutsche Bahnen meist höher, namentlich Thüringische, Oberschlesische, Mecklenburger und Rechte⸗Oderufer. Belgisch-Märkische matter. Banken still. Deutsche Bank fester. Von aus⸗ ländischen Fonds Oesterr.-Ungarische Renten und Russen fest. Loose und Prioritäten ruhig. Deutsche Fonds un⸗ verändert. Deutsche Verlagsanstalt waren à 122 ge⸗ fragt. Wechsel fest. Privat⸗Disconto 3½0%.

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