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dem Geldbeutel ihrer Eltern übergroße Opfer zugemuthet werden. Unsere Männer werden daher in einigen Jahren sich in die beneidens— werthe Lage versetzt sehen, geeignete Hilfe und Beistand für die Wirthschaft in ihren Söhnen zu geben oder doch verschreiben zu können; sie brauchen sich nur an den Leiter einer solchen Schule zu wenden, um sich einen brauchbaren jungen Mann als Aufseher oder Verwalter empfehlen zu lassen, der den Kopf nicht mit gelehrten Redensarten gefüllt hat, sondern mit gründlicher Sachkenntniß zu arbeiten versteht, der mit der Handhabung des Rechenstiftes ebenso vertraut ist als mit der des Pfluges, und im Stande sein wird, dem Gutsbesitzer oder Paͤchter in seinen schriftlichen Arbeiten, in der Buch— führung, Correspondenz ꝛc. wirksamen Beistand zu leisten. Was eine solche Beihilfe zu bedeuten hat, wird jede Landwirthin zu schätzen wissen; besonders aber wird sie sich dessen bewußt wer— den, wenn sie vielleicht durch den frühen Tod ihres Mannes gezwungen wurde, das Gut selbst weiter bewirthschaften zu müssen, weil ihre Söhne noch zu jung waren, um ihr in der Wirthschaft zur Seite zu stehen. Für dieses Bedürfniß ware also binnen kurzer Zeit ausreichend gesorgt. Wie steht es aber mit uns Frauen? Woher sollen wir uns eine solche Beihilfe verschreiben, nach welcher wir so oft sehnsüchtig ausschauen, wenn uns durch Krankheit, Kinderpflege und so manche anderen Verhältnisse die Arbeit in Haus und Küche, Stall und Garten über den Kopf zu wachsen droht? Was sich unter dem Namen einer sogenannten Stütze für die Hausfrau aus der Stadt anbieten läßt, ist durchwegs für unsere Verhältnisse unbrauchbares Material. Was sollen wir Landwirthinnen mit einem jungen Mädchen aus der Stadt aufangen, welches wie gewöhn— lich seine Erziehung in einer Pension erhalten hat, etwas Clavierspielen und feine Handarbeiten machen kann, aber nicht im Stande ist, Peter— ssilie von Sellerie zu unterscheiden, und nicht weiß, wie man Kartoffeln kochen muß? Solche Stützen können wir nicht gebrauchen; sie sind ein Hemmschuh im Betriebe der Wirthschaft. Was uns Hausfrauen auf dem Lande noth thut, ssind junge Mädchen, welche gleichmäßig im Hause mund in der Küche, in der Milchkammer und im [Gemüsegarten Bescheid wissen, welche so viel Rechnen und Schreiben gelernt haben, daß sie
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nothigenfalls die Buchführung über die Erträge aus der Milchwirthschaft ꝛc. übernehmen können. Diesen Anforderungen können nur Maͤdchen vom Lande eutsprechen, aber nicht etwa solche, die einige Jahre bei einer vornehmen Herrschaft in der Stadt gedient haben und die, wenn sie in's heimathliche Dorf zurückkehren und einen Bauern— burschen heirathen, nichts als glänzendes Elend in's Bauernhaus verpflanzen, sondern solche, welche ihre Ausbildung als Wirthschafterinnen in einer ähnlichen Anstalt erlangt haben, wie sie den Bauernsöhnen in der landwirthschaftlichen Winterschule jetzt zur Verfügung steht.
(Schluß folgt.)
Handel und Verkehr.
Friedberg, 23. Juli. Wochenmarkt. per Pfd. M. 1— 1.10, Eter 1 Stück 6 Pf.
Gießen, 23. Juli. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 95 Pf. bis 1 M., Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück 11 Pf., Käse per Stück 5 12 Pf., Tauben das Paar 70-80 Pf., Hühner per Stück M. 0.85— 1.30, Hahnen per Stück M. 0.50— 1.10, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Ochsen⸗ fleisch 66 Pf. per Pfund, Kuh- und Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40— 44 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4 bis 5.50, neue Kartoffeln 100 Kilo M. 9.—11., Zwiebeln per Ctr. M. 12.— 18.
Frankfurt, 23. Juli. Marktbericht. Heu kostete per Ctr. je nach Qual. M. 3.50— 5.50, Stroh M. 3.—4., Butter im Großen 50 Kilo 90 M., im Detail 1. Qual. M. 1.10., 2. Qual. M. 1., Eier das Hundert M. 5.—6., Ochsenfleisch 60— 70 Pf., Kuh- und Rindfleisch 45 bis 55 Pf., Kalbfleisch 40— 55 Pf., Hammelfleisch 40 bis 50 Pf., Schweinefleisch 65— 70 Pf., Salat Romain 30 Pf., Kohlrabi 3—5 Pf., Wirsing 15—20 Pf., Weiß— kraut 20 Pf., Blumenkohl 40—70 Pf., gelbe Rüben der Bündel 10—12 Pf., ein Hahn M. 1.30—2., Ente M. 3., Huhn M. 1.60—2., Gans M. 5—8., Taube 50 Pf.
Mainz, 22. Juli. Marktpreise. Neue Kartoffeln 100 Kilo M. 12.— 13., Heu per Ctr. M. 4.50— 4.75, Stroh per Ctr. M. 3.60— 3.90, Butter ½ Kilo 85 bis 90 Pf., Butter in Parthien 70—80 Pf., Eier ½ Hundert M. 1.15— 1.25, Handkäse 5— 8 Pf., Blumenkohl 30 bis 40 Pf., Wirsing 4—6 Pf., Zwiebel ½ Kilo 9 bis 10 Pf., 1 Gans M. 4.50—5., 1 Ente M. 1.70—2.25, 1 Hahn M. 1.30— 1.70, 1 Huhn M. 1.30— 1.70, 1 junge Taube 35— 45 Pf.— Fruchtmarkt. Waizen hiesiger M. 23.25— 24.25, fremder M. 22.—23., amerikanischer rother Winterwaizen M. 23.75— 24.10, Roggen, hiesiger und französischer M. 20.— 20.50, Hafer eff. M. 15.50 bis 16.25, Reps M. 27., Repskuchen M. 160., Rüböl M. 29.60, per October M. 29.50.— Viehmarkt. Ochsen 1. Qual. M. 64., 2. Qual. M. 56— 60., Kühe 1. Qual. M. 54., 2. Qual. M. 40.— 48., Kälber das Pfd. 50—60 Pf., Schweine das Pfd. 54-62 Pf.
Man ist nicht berechtigt, bei Einsendungen von Schuld— beträgen die Frankatur des Geldbriefes oder der Post— anweisung in Abzug zu bringen. Ein in Breslau wohnender
Butter kostete
Kaufmann, der solches gethan, wurde deßhalb von seinem Gläubiger nach erfolgloser Reelamation der 20 Pfennig⸗ Frankatur verklagt und verurtheilt. Die nun dazu kommenden Gerichtskosten betrugen für den Verklagten nicht weniger als 14 M. 70 Pf.
Literarisches.
Daheim. Nr. 43 enthält: Die Ungeltebten.(Fort⸗ setzung.)— Folgen der Wißbegierde. Mit Illustr.— Das Gesicht Bruder Martins von Gaspar Nunnez de Arce. Von F. Fliedner.— Die Blumen und Bäume im Volkslied. Von A. Thimme.— Von Hühnern und Hühnereien. Von Chr. Schwarzkopf. Mit neun Abbild. — Das Erlernen der französischen Sprache und die Pen— sionen in Paris. Winke für Damen. Von Mathias.— Am Familientische: Ein Nachruf an die Königin Louise. — Rechtsrath. Mit zwei illustrirten Beilagen.
Geld⸗Caurs. Frankfurt am 23. Juli 1881. 20 ⸗Frankenstücke, do. in/„ 16 22—26 Englische Sovereigns.„ 20 41—46 Russische Imperiales.„ 16 73—78 Ducaten. 2„ 9 55—59 1 al marco.„ 9 59—64 Dollars in Gold. 1„ 4 19—22 Volksbad. Wasserwärme am 24. Juli: 170 Reaumur. Walter. Pfennig⸗Sparkasse. 1 Sammelstellen. Einlagen. Betrag. M. Pf. Uebertrag vom 16. Juli 7628[ 3669 30 1. C. Vindernagel 50 24 60 2. W. Vernbeck„ 154 71 5 3. Ph. Billau. 3 112 59 20 n firanßgßgßgßg 73 40 70 5. H. Flaschenträger 83 44 85 8100 3909 7 NB. Uebertrag Einleger 741. Neue Einleger 2
Gesammt⸗Einleger 718 Friedberg den 23. Juli 1881.
Haupt⸗Sammelstelle: Vorschuß⸗ und Credit⸗Verein, e. G.
Herr Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Cöln
hat uns den Debit des
allein ächten Cölnischen Wassers
übertragen und empfehlen wir dasselbe
per Glas zu M. 1.50, „ ½ Dutzend 5 8 „ Dutzend 1
Die Expedition des Anzeigers.
Oeffentliche Aufforderung.
Forderungen an den Nachlaß der Konrad Müller's Eheleute in Okarben, welcher unter der Rechtswohlthat des Inventars angetreten worden ist, sind binnen vier— gehn Tagen dahier geltend zu machen, bei Meidung der Nichtberücksichtigung bei der Auseinandersetzung des Nachlasses.
Vilbel am 19. Juli 1881.
Großherzogliches Amtsgericht Vilbel. Werle.
2591 Stein.
Bekanntmachung.
2593 Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen be—⸗ finden sich: bei Herrn Verlagsbuchhändler Bindernagel, „„ Restaurateur Burck, „„ Kaufmann Kranz in Friedberg, „ den Verwaltern der Posthülfsstellen in Mel⸗ bach, Södel und Wölfersheim, sowie „ Herrn Gastwirth Stern in Bruchenbrücken. Friedberg den 22. Juli 1881. Kaiserliches Postamt. Brentano.
irnen⸗Versteigerun; Birnen-Versteigerung. 594 Dienstag den 26. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, woll ein Baum Frühbirnen öffentlich meistbietend ver— teigert werdeu. Zusammenkunft am Neuthor. Friedberg den 23. Juli 1881. Großherzogliche„ Friedberg. e e,
Nene hellarisch Vollhäringe
uur direct bezogen bei. 2487 Wilhelm Fertsch.
Holzversteigerung
in den Waldungen des Großh. Hauses der
Oberförsterei Ober- Rosbach.
Die am 22. d. Mts. im Domanialwalddistrikt Mainzerhecke, Schlag J, abgehaltene Holzversteiger— ung ist nicht genehmigt worden.
Ober⸗Ros bach, 23. Juli 1881.
Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. ek.
Arbeits⸗Versteigerung. 2596 Mittwoch den 27. Juli, Nachmittags 4 Uhr—
sollen auf dem Gemeindehause zu Oppershofen nach, stehende Arbeiten einer öffentlichen Versteigerung aus-
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gesetzt werden: M. Pf. Schreinerarbeit, lt. Kostenüberschlag für 110— Weißbinderarbeit 61 60 Pflasterarbeit 20— Brechen von Pflastersteinen(Basaltsteine7 70— Liefern von Pflastersand 12 80
Anfahren der Pflastersteine und Pflastersand 21— Aufsetzen der Pflastersteine und Messen des Sandes 3— Gambach am 23. Juli 1881. Schneider, Bezirksbauaufseher.
Holz-Versteigerung. 2575 Mittwoch den 27. Juli l. J. sollen im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Alterhaag, nachbezeichnete Holz— sortimente verstelgert werden: Birken-Derbstangen D Schaleichen-Scheiter S 39,6 Raummeter, 5 Knüppel= 186 Elchene Stöcke ee 5 Die Verstelgerung beginnt präels 9 Uhr Vormittags. Zahlungstermin Martinitag l. J. Ober-Mörlen am 20. Juli 1881. Großherzogliche Bürgermeisterel Ober-Mörlen. eee
1,23 Festmeter Inhalt,
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Arbeits-Versteigerung. 2607 Donnerstag den 28. d. Mts., Morgens um 9 Uhr, sollen auf dem Rathhaus zu Nieder-Weisel die bei
Anlegung einer Wasserleitung vorkommenden Arbeiten und Lieferungen an die Wenigstnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden: M. Pf. Maurerarbeit, lt. Kostenüberschlag 197 8 Grabenarbeiten 1358— Lieferung und Legen von gußeisernen Muffenröhren 3160— Zimmerarbeit 40— Schlosserarbeit 16— Pflasterarbeit 18— Lieferung von Russensteinen 264 N„ Sand. 35— 5„ hydraulischem Sand 24— 5„ Portland ⸗Cement 52 50 80„ Deckplatten aus den Rocken⸗
berger Sandsteinbrüchen 8„ Pflastersteinen 25— Butzbach den 22. Juli 1881. Metzger, Bezirks-Bauaufseher«e
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H. v. Gimborn's
Schreib⸗ und Copir⸗Tinten zeichnen sich durch lebhafte
Farbe, große Flüssigkeit und schnelles Trocknen aus und
liefern nach längerer Zeit scharfe, nie bleichende Copken. Lager in den diversen Sorten, sowie auch in rother
Tinte, blauer Tinte, Stempelfarben, flüssigem Leim ꝛc.,
befinden sich bei den bekannten Schreibmaterialien⸗
Handlungen. 2²
Wohnungs- Veränderung und Geschäfts- Empfehlung.
Den Bewohnern von Friedberg und Umgegend hier mit die Nachricht, daß ich von heute an in dem Hause des Herrn Schuhmacher Zoll in der Vorstadt wohne und empfehle mich im Wollkämmen in und außer dem Hause. 2567 Marie König.


