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Deutsches Reich.
Darmstadt. Militärdienstnachrichten. Hof— mann, Major und Abth.-Comm. im 2. Westfäl. Feld⸗Art.⸗Rgt. Nr. 22, zum Comm. von Köln ernannt. v. Biegeleben, Pr.-Lt. vom 1. Großh. Drag.⸗Rat. Nr. 23, unter Bef. zum Rittm. und Escadr.⸗Chef in das 1. Hann. Ulan.-Rgt. Nr. 13 versetzt. Fenner, Sec. Lt. vom 1. Großh. Drag.-Rgt. Nr. 23, zum Pr.⸗Lt. befördert. Bertram, Major à la suite des 2. Großh. Inf.-Rgt. Nr. 116, als Bat.⸗Comm. einrangirt. Bruch, Vicef. vom 1. Bat. 2. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 116, zum Sec.⸗Lt. der Res. des Brandenb. Fuß-Art.⸗Rgts. Nr. 3 befördert. Senckel, Oberst-Lt. vom 2. Gr. Inf.⸗Rgt. Nr. 116, zum Bez. Comm. des 2. Bat. 2. Hess. Landw.⸗Rgts. Nr. 82 ernannt. Steg— mayer, Rittm. und Comp.⸗Chef vom Pomm. Train⸗Bat. Nr. 2, Koch, Pr.-Lt. des 1. Bats. 4. Großh. Landw.-Rgts. Nr. 118, und Keller— mann, Sec.⸗Lt. des 2. Bats. 4. Großh. Landw. Rgts. Nr. 118 als Pr.⸗Lt. der Abschied bewilligt. Lerpp in Mainz wurde zum Fortificat.-Secretär befördert.
— Der Gerichtsaccessist Dr. Schmidt zu Mainz wurde zur Rechtsanwaltschaft der Pro— vinz Rheinhessen zugelassen.
Berlin, 21. April. Der„Reichs-Anzeiger“ enthält eine Bekanntmachung des Polizei-Präsi— diums, wonach die heutige Morgenausgabe des „Börsen-Courier“ auf Grund des Socäalisten— Gesetzes verboten wurde.
— Wie man dem„Tageblatt“ aus Ham— burg telegraphirt, ist ein Uebereinkommen zwischen dem Hamburger Senat und der Reichsregier— ung über den Anschluß Hamburgs an den Zollverein bis auf die nothwendigen Formali— täten zum Abschluß gebracht. Der Eintritt in den Zollverband wird auf sechs Jahre hinaus— geschoben, der Staat übernimmt auf seine Kosten die Anlage der erforderlich werdenden Baulich— keiten, wie Docks, Entrepots, namentlich auf den Elbinseln Steinwerder und Pente, sowie auch auf dem jetzigen Petroleumlagerhof, auf einer der kleinen Elbinsel. Hamburg verpflichtet sich dagegen, während dieser sechs Jahre alljähr— lich 15 Mill. M. als Pauschalsumme für die obigen Einrichtungen und die Zoll-Aversional— summen an die Reichsregierung zu zahlen.
Braunschweig, 22. April. Der Herzog bewilligte anläßlich des bevorstehenden Jubi— läums 10,000 M. aus seiner Privatschatulle für die Stadtarmen.— Der Landtag ist heute wieder zusammengetreten.
München, 21. April. Die Kammer der Reichsräthe beschloß in ihrer heutigen Sitzung die Beschlüsse der Kammer der Abgeordneten bezüglich des 7. Schuljahres und der Abänder— ung der Verordnung über Verification der Maße und Gewichte aus dem 3. Ausschuß zur Vorbe— rathung zu überweisen, dagegen die Entwuͤrfe, Abänderung des Landrathes- und Gebührenge— setzes betr., sofort im Plenum zu berathen. Hier— auf wurde in die Berathung des Einkommen— steuergesetzes eingetreten und wurde dasselbe nach den Ausschuß-Anträgen trotz lebhafter Bekämpf— ung desselben Seitens des Finanzministers mit allen gegen fünf Stimmen angenommen.
Stuttgart, 22. April. Die gestrige Ver⸗ sammlung der Volks-Partei in Eßlingen, in welcher der Reichstags-Abgeordnete Sonnemann einen Vortrag hielt, wurde, nachdem unerwartet auch Bebel erschienen war und einen Vortrag begonnen hatte, polizeilich aufgelöst.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Der„Pol. Corr.“ zufolge datirt das russische Circular, be— treffend Maßregeln gegen politische Mordanschläge, vom 12. April. Dasselbe knüpft au die zahl— reichen Kundgebungen anläßlich des letzten Atten— tates an, welche zu der Ueberzeugung von der Nothwendigkeit einer Bekämpfung der socialen Gefahr geführt hätten, von welcher Rußland nicht allein bedroht sei. Indem Rußland die Conferenz anrege, wünsche es gemeinsam mit den Mächten Mittel zur Abhülfe jenes Uebels
zu finden, ohne das Gesetzgebungsrecht der ein— zelnen Staaten zu beeinträchtigen. Einen Vor— schlag über Zeit und Ort der Couferenz ent— halt das Circular nicht.
Pest, 23. April. Der Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses nahm den Gesetzentwurf über die Goldrenten-Convertiruug an.
Großbritannien. London.„Times“ meldet: Der internationale Socialisten-Congreß, welcher Ende April oder Anfangs Mai statt— finden sollte, ist aufgegeben worden.
Griechenland. Athen, 21. April. Heute fand ein vierstündiger Ministerrath statt. Es verlautet, die Antwort der griechischen Regierung auf die Collectivnote der Mächte würde den Ge— sandten der letzteren morgen überreicht werden. — Nachrichten aus Salonichi zufolge hat bei Scopia(Albanien) zwischen türkischen Truppen und den Aufständischen ein Scharmützel statt— gefunden. Sämmtliche in Salonichi stehenden Truppen wurden beordert, sich unverzüglich nach Scopia zu begeben.
— 21. April. Der griechische General Petinezas ist mit seinem Stabe nach Chalcis abgereist. Die hellenische Regierung hat die Meldung erhalten, daß gestern zwischen der türkischen Armee und den Albanesen ein Treffen stattgefunden. Infolge dieser Meldung erhielt die ganze türkische Streitmacht in Salonichi den Befehl nach Uskup aufzubrechen.
— 22. April. Der Kriegsminister Mauro— michelis gab seine Entlassung in Folge von Meinungsverschiedenheiten mit den anderen Mi— nistern über die auf die Collectivnote der euro— päischen Mächte zu ertheilende Antwort. Oberst— Lieutenant Valtinos ist zum Kriegsminister er— nannt worden. Die Antwort auf die Collectiv— Note geht morgen ab, sobald Valtinos ver— eidigt ist.
Rumänien. Bukarest. Das neue Cabinet ist gebildet und besteht aus Demeter Bratiano, Präsidium und Aeußeres; Statescu, Inneres; Demeter Sturdza, Finanzen; Oberst Dabya, öffentliche Arbeitenz Ferikidi, Justiz; Slaniceanu, Krieg; Urechia, Unterricht. Die Mitglieder des Cabinets gehören ausschließlich den liberalen Parteien an.
Rußland. Moskau, 22. April. Gestern Nacht wurden zwei Individuen verhaftet, welche an sieben Stellen Proclamationen revolutionären Inhalts angeklebt hatten.
Afrika. Tunis, 21. April. Gestern früh überbrachte der erste Dragoman des französischen Consulats dem Premierminister die Anzeige von dem unmittelbar bevorstehenden Einrücken der französischen Truppen in Tunis. Diese Noti— fication enthielt auch die bereits telegraphirte Stelle, betreffend die Sicherheit der Europäer. Mustapha-ben-Ismail fährt in seiner gestern Abend übergebenen Antwort fort, jeden Beistand zu verweigern. Es sei ihm, sagt er, unwöglich, die Proteste gegen die Verletzung des Landes— gebiets zurückzuziehen. Er wiederholt, daß die Truppen des Beys die Franzosen nicht angreifen werden, desgleichen aber auch, daß er von dem ersten Einrücken der französischen Truppen ab jede Verantwortlichkeit in Bezug auf die Sicher— heit der Europäer ablehne. Eine Note dieses Juhalts soll schon aufgesetzt sein und an alle Consule gerichtet werden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Nach der für sämmtliche höhere Lehr— anstalten des Großherzogthums erlassenen einheitlichen Ferienordnung dauern: 1) die Osterferien 3 Wochen, und zwar 2 Wochen vor dem Feste und 1 Woche nach demselben; 2) die Pfingstferien 1 Woche, von Pfingst— sonntage an; 3) die Herbstferien 5 Wochen von dem dem 15. August zunächstliegenden Sonntage an bis zu dem dem 22. September zunächst liegenden Montage; 4) die Weihnachtsferien 2 Wochen und zwar, wenn der 25. Dezember auf Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag fällt, von dem diesen Tagen vorhergehenden Sonntage an. Fällt jedoch der 25. Dezember auf Frei⸗ tag, Samstag oder Sonntag, so beginnen die Ferien mit dem diesen Tagen vorhergehenden Donnerstag.
Alsfeld. In unserem Kreise gewinnt die rentable Weideneultur stetige, wenn auch langsame Aus dehnung, und ist die Gründung einer Korbflechterschule geplant, die geeignet sein dürfte, eine lohnende Hausindustrie ins
Handweberei, die ehedem viele fleißige Hände beschäftigte, immer mehr durch die Maschinenarbeit der großen Fabriken brach gelegt wird.
Darmstadt. Der Landespferdezuchtverein veran⸗ staltet auch im Jahre 1881 einen Ankauf von Stutfüllen für seine Pferdezucht treibenden Mitglieder und solche Züchter, welche beabsichtigen, dem Verein betzutreten. Angekauft werden nur halbjährige Stutfüllen bester Quali⸗ tät vorzugsweise in Hannover(muthmaßlicher Durchschnitts⸗ preis ca. 400 M. per Stück), sodann bei genügender Bestellung in Oldenburg(ea. 300 M. per Stück), sowie in Belgien(Ardenner Füllen ca. 500 Frs. per Stück). Die Bestellungen müssen bis zum 1. Juni d. J. bei den Directoren der landwirthschaftlichen Bezirksvereine ein⸗ gegangen sein.
Allerlei.
Frankfurt, 21. April. Schneller als man gehofft, wurde der mit 13,900 M. unterschlagenen Postgeldern durchgegangene Postschaffner mit dem größten Theile der veruntreuten Summe entdeckt. Er hatte sich rasiren lassen, sich einen neuen Anzug verschafft und hatte hierauf mit dem Geld in der Tasche eine Fußreise über den Main in der Richtung nach Darmstadt angetreten. Die erste Station war Isenburg, hier kehrte er ein und bezechte sich. So fiel er bald der Polizei in die Hände. Heute Morgen wurde er vernommen und gestand Alles ein. Wie wir vernehmen, soll das Motiv zur That ein Scheid— ungs⸗Proceß sein.
Verloosungen.
Badische fl. 35⸗Loose vom Jahre 1845. Gewinn-⸗Ziehung vom 31. März 1881.— Heimzahlung am 1. Oetober 1881. Nr. 307361 M. 68561. 43. Nr. 226821 M. 17142. 86. Nr. 188375 375341 à M. 6857. 15. Nr. 143939 256522 333582 361263 à M. 3428. 58. Nr. 547 3557 600 73897 141555 159397 227022 258160 276821 285647 291044 306038 à M. 1714. 29. Nr. 516 23599 25288 31555 485 9 58662 59254 61887 66479 78804 141866 979 154010 219602 222727 232559 258190 278507 287374 307371 382 739 313307 328294 333577 356157 363385 377413 389976 393053 à M. 428. 58. Alle übrigen Nummern, welche wir wegen Mangel an Raum nicht aufführen können, können auf unserem Bureau eingeseben werden.
4p Ct. Badische Thaler 100-Loose v. 1867. Serien-Ziehung vom 1. April. 1881. Nr. 119 138 269 503 623 732 735 773 787 828 876 885 1042 1065 1101 1131 1132 1143 1250 1278 1298 1492 15 1730 1756 1889 1928 1983 2014 2064 2121 2183 2222 2232. Die Gewinnziehung sindet am 1. Juni 1881 statt.
Carlsbader Stadt- Anleihe von 1874. Ziehung vom 1. April 1881.— Heimzahlung am 1. Oet. 1881. Obligationen Serie 1. Nr. 185 407 471 481 695 842 881 947 à M. 2000. Obligationen Serie 2. Nr. 1017 98 103 232 366 414 693 2005 193 270 410 544 552 668 814 3023 187 503 511 698 841 938 4283 367 422 627 642 672 696 732 860 5119 213 526 631 667 692 916 947 993 6044 206 274 343 513 534 676 816 822 850 7144 230 239 270 329 577 731 953 8031 97 125 238 239 9085 126 293 432 929 10052 120 138 179 261 292 311 330 535 550 605 684 705 733 786 798 927 972 à M. 300.
Handel und Verkehr.
S. Friedberg, 20. April. Bei dem am 13. d. M. stattgehabten Schweinemarkt waren 1177 Stück Schweine aufgetrieben und stellten sich bei sehr lebhaftem Handel, die Preise noch höher als bei den vorhergehenden Märkten. — Der nächste Schweinemarkt findet am 11. Mai statt.
Friedberg, 23. April. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.05— 1.10, Eier per St. 5 Pf.
Gießen, 23. April. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.05— 1.10, Eier 1 St. 4—5 Pf., 2 St. 0 Pf., Käse per Stück 5—9 Pf., Tauben das Paar M. 0.80— 1, Hühner ver St. M. 1.30— 1.60, Hahnen per St. M. 1.70— 2.00, Enten per St. M. 2.— 2.50, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 48— 50 Pf., Kalbfleisch 40 bis 45 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf., Schweinefleisch 66 bis 68 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4— 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 1500.
Literarisches.
Daheim. Nr. 20 enthält: Osterlied. Gedicht von H. v. d. Goltz.— Das Eidbuch von Köln.(Forts.)— Eine altchristliche Passionsdarstellung. Mit Illustr.— Ein Abend in Straßburg.— Der naturwissenschaftliche Unsterblichkeitsbeweis. Von Professor Dr. O. Zöckler.— Der Osterspaziergang aus Goethes Faust. Mit Illustr. — Der letzte Pfennig. Von J. Stinde.— Auferstanden. G. Engelbach. Mit zwei illustrirten Beilagen.
Von Hübner's statistischer Tafel aller Länder der Erde, dieser für Staatsmänner, Publieisten, Par⸗ lamentarier und Geschäftsmänner der verschiedensten Be⸗ rufszweige nahezu unentbehrlichen Orientirungs- und Nach⸗ schlagetafel ist soeben die 30. Auflage(Preis 50 Pf.) zur Ausgabe gelangt. Bei den Veränderungen der Bevölker⸗ ungszahlungen, welche namentlich die Volkszählungen in Deutschland und in anderen Ländern hervorgerufen, wird man gerne, selbst wenn man das Blakt schon besitzt, auch zur Anschaffung dieser neuen Auflage schreiten, und es für sein Arbeitszimmer, Bureau oder für die Rocktasche
zum täglichen Gebrauche anschaffen.
Leben zu rufen, was um so nöthlger erscheint, als die


