Ausgabe 
26.3.1881
 
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der Pforte, deren Delegirte die officielle Vorlage ihrer äußersten Vorschläge verzögern, am wirk samsten zu steuern. Die Ausarbeitung der Pro positionen der Botschafter erfuhr durch die für nothwendig befundene Berichterstattung an die resp. Regierungen eine kleine Verzoͤgerung.

Griechenland. Athen, 22. März. Die Deputirtenkammer hat in dritter Lesung den Ge⸗ setzentwurf angenommen, wonach die aus irgend welchen Gründen vom Militärdienst Befreiten zum Dienste unter den Fahnen einberufen werden.

Rußland. Petersburg, 20. Maͤrz. Ein hochstehender Polizeibeamter hat mitgetheilt, daß die seit vier Tagen mit fieberhafter Energie sich zeigende Polizeithätigkeit darin ihren Grund habe, daß eben vor vier Tagen Alexander III. eine Zustellung des Petersburger Nihilisten Comites erhalten hätte, in welchem ihm mitge theilt wird, daß die Todesstrafe über ihn ver hängt sei, falls er nicht binnen sechs Wochen, vom Tage seines Regierungsantrittes gerechnet, eine liberale Constitution proclamire. Der Zar soll angeblich dieses mit dem nihilistischenAmts siegel versehene Document auf seinem Kopfkissen gefunden haben.

DieAgence Russe bezeichnet die Nach richt auswärtiger Blätter von der Ernennung eines neuen Ministers des Auswärtigen als un begründet.

Die auf den 30. März anberaumte Er öffnung des Processes Russakoff ist um einige Tage verschoben, da die Polizei noch eine wich tige Verbrecherin entdeckt hat; dieselbe soll Mit schuldige des Hartmann'schen Attentates, Freun din des am 11. März verhafteten Jetzaboff so wie Anstifterin Russakoff's gewesen sein. Ihre Aussagen gaben Anlaß die Angeklageacte zu ver vollständigen, was übrigens nicht mehr als 3 Tage beanspruchen dürfte. Zwei Soldaten des Paulowikischen Regiments recognoscirten den Unbekannten, welcher bei dem Attentat ums Leben kam, als denjenigen, welcher die Bombe geworfen, durch welche der Kaiser getroffen wurde. Daß der Nihilistenführer Hartmann zur Zeit des Attentats hier gewesen, wird vielfach an gegeben. a

Amerika. Washington. Präsident Garfield ernannte Phelps zum Gesandten in Wien, Ba deau zum Geschäftsträger in Kopenhagen, Cramer zum Geschaͤftsräger in Bern.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Am 3. April eröffnet, wie bereits be kannt, das Hanauer Stadttheater⸗Ensemble hier ein Gast spiel von 12 Vorstellungen. Der vorzügliche Ruf, der der Gesellschaft vorausging, ließ erwarten, daß die Sache den erwähnten Anklang bei unserem kunstsinnigen Publi kum finden werde und diese Erwartung hat sich durch die starke Betheiligung an den Abonnements vollständig bestätigt. Durch die Einrichtung, daß die Abonnements karten am Tage der Vorstellung gegen numerirte Plätze umgetauscht werden können, ist die Direction einem be rechtigten Wunsche der meisten Abonnenten entgegenge

kommen, denn die ursprüngliche Einrichtung des Abonne⸗ ments für einen festen Platz ist für hlesige Verhäͤlt nisse nicht gut durchführbar. Zur Aufführung in den 12 Vorstellungen kommen, allenfalls gewünschte Abänder ungen vorbehalten: Hasemann's Töchter von L'Arronge; Waise von Lowood von Birch-Peiffer; Krieg im Frieden von Moser; Um hohen Preis nach Werner's Roman; Das Gefängniß von Benedix; Dr. Klaus von L'Arronge; Ehrliche Makler von Treptow; Der Vetter von Benedix; Kampf ums Dasein, Volksstück; Frauenkampf von Seribe; Mathilde von Benedix; Harun al Raschid von Moser; Wuͤnschen wir dem Unternehmen ferner den besten Erfolg. W. Langenhain. Der hiesige und der Ziegen berger Gesang- und Kriegerverein feierten Kaisers Ge⸗ burtstag durch einen Fackelzug. Nach demselben fand gesellige Zusammenkunft bei Gastwirth Möckel statt. Auch wurde ein Telegramm an den Kaiser abgesandt. Gießen, 22. März. Schwurgerichtsverhandlung gegen K. Mehring von Ober-Seemen wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit e. Die Geschworenen erachteten den Angeschuldigten für schuldig, worauf der Gerichts hof denselben in eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren und Aberkennung der Ehrenrechte auf 2 Jahre verurtheilte.. 23. März. Verhandlung gegen D. Meyer von Ortenberg wegen Meineids. Die Geschworenen erkannten Meyer für schuldig, worauf der Gerichtshof denselben in eine Zucht hausstrafe von Jahren und Zjährigem Ehrenverlust verurthellte. Sodann fand die Verhandlung gegen K. Weitzel und J. Schmidt von Brauerschwend wegen Ur kundenfälschung statt. Beide Angeschuldigte wurden für schuldig erkannt, K. Weitzel in eine Gefängnißstrafe von 3 Monat und J. Schmidt in eine solche von 1 Monat verurtheilt.

k. Nieder⸗Ingelheim. Am 25. April d. J. feiert Lehrer Groß dahier, früher längere Zeit in Ock stadt, sein fünfzigjähriges Dienstsubiläum. Die Behörde, Gemeinde und die Lehrer des Kreises rüsten sich schon jetzt zur würdigen Feier dieses Tages. Da Groß ein sehr beliebter strebsamer und tüchtiger Mann ist, der auch als solcher in weiteren Kreisen bekannt ist, dürfte die Theilnahme eine recht allgemeine werden.

Allerlei.

Frankfurt. Wie man vernimmt, werden die Brüder Sachs nach telegraphischer Anzeige der chilenischen Regierung ausgeliefert und alsbald nach Deutschland eing schifft. Einer der Beiden soll auf der Seereise ge storben sein. Der Andere wird sich zunächst in England wegen zum Nachtheile von Engländern begangener Hand lungen gerichtlich zu verantworten haben, um alsdann die Weiterreise nach Frankfurt anzutreten.

Hildesheim. Die hiesige Polizei hat ein Ver zeichniß von vierzig Säufern aufgestellt und sämmtlichen Schankwirthen der Stadt zugeschickt mit dem strengen Vermerk, daß an diese vierzig kein Schnaps verabreicht werden dürfe, widrigenfalls die betreffenden Schank wirthe in Strafe genommen werden und, falls dies wiederholt vorkommt, ihnen das Schankrecht entzogen wird.

Trarbach. Bezüglich des Bandwurmgespenstes im Ei veröffentlicht die Trarb. Ztg. folgende beachtenswerthe Mittheilung:Im Anfange dieser Woche wurde uns von dem hiesigen Conditor A. ein frisch gelegtes Hühnerei gezeigt, in dessen Eiweiß eine feste Masse sich befand, die in unzählige Würmchen, bezw. dünne Fäden sich zer legen ließ. Natürlicherweise urtheilte jeder, der nur oberflächlich diese Substanz sah:da sind Wuͤrmer im Ei! Genauere Untersuchungen mittels des Mikroskops zeigten jedoch von lebenden Wesen keine Spur, aber ein sehr interessantes Bild von Millionen in sich verschlungener Fäden des Eiweißstoffes. Aehnlich wird es sich auch wohl mit denWuͤrmern im Ei verhalten, von denen in letzter Zeit wiederholt in Zeitungen die Rede war.

Düsseldorf, 19. März. In vergangener Nacht sprang in einer großen Fabrik in Oberbilk unter furcht barem Getöse ein Schwungrad im Gewichte von 64000

Pfund. Ein Arbeiter wurde von einem eisernen Balken so unglücklich getroffen, daß er sofort kodt war. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und 5 unmündige Kinder. Mit welcher Gewalt das Schwungrad in Stücke ging, beweist, daß centnerschwere Eisentheile durch das Dach flogen und auf dem freien Felde herunterfielen.

Nizza, 24. März. Gestern bei Beginn der Vor⸗ stellung der OperLucia im italienischen Opernhause brach Feuer aus, das trotz aller Anstrengungen nicht gelöscht werden konnte, das Theater brannte nleder. Man glaubt, daß gegen 100 Personen ums Leben ge⸗ kommen sind. Der Theaterbrand entstand durch Gas⸗ erploston. Als diese erfolgte, herrschte im Theater völlige Dunkelheit, wodurch die schreckliche allgemeine Bestürzung hervorgerufen wurde. Bisher sind 63 Todte aus den Trümmern gezogen worden. Dieselben gehören meistens Nizza und italienischen Orten an.

Handel und Verkehr. Frankfurt, 23 März. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. per Centner M. 3.50 4.40, Stroh M. 33.30. Eier das Huudert deutsche M. 4.50, italienische M. 5.50. Butter das Pfund im Centner 90 Pf. 1. Qual., 80 Pf. 2. Qual., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Prima gelbe Mauskartoffeln 200 Pfd. 11½ M.

Kartoffeln, Wetterauer, gelbe und rothe, 200 Pfd. 5 M.

Pariser Kopfsalat 15 18 Pf. Neue Kartoffeln das Pfund 30 Pf. Frischer italienischer Blumenkohl 30 bis 50 Pf., Radieschen per Bündchen 5 Pf., Weißkraut 20 bis 25 Pf., Kohlkraut 1520 Pf., Rothkraut 25 bis 30 Pf. Ochsenfleisch 60 70 Pf., Kuh-, Rind- und Farren⸗ fleisch 4555 Pf., Hammelfleisch 4065 Pf., Kalbfleisch 4055 Pf., Schweinefleisch 65 80 Pfe, Hahn M. 1.50 bis 2, Poularden M. 2.2050, Capaun M. 2.303, Taube 50 Pf., Wälscher Hahn M. 5 10.

Oesterreichische Guldenstücke wurden in neuerer Zeit an verschiedenen Orten als Zweimarkstücke in den Verkehr gebracht und als solche geceptirt. Es dürfte demnach den Geschäftsleuten ꝛc. Aufmerksamkeit zu em⸗ pfehlen sein.

Vom 1. April l. J. wird die II. Personenpost von Fried⸗ berg nach Echzell an die Schnellzüge von Cassel 7,47 Abends und von Frankfurt 7,57 Abends in Anschluß ge bracht werden und folgenden Gang erhalten:

Aus Friedberg Stadt 7,55 Abends.

1* Bahnhof 8,5 1 Durch Reichelsheim 9,5 7 In Echzell 9,5

e 1 März 1881. Kaiserliches Postamt. Brentano. Geld⸗Caurs. Frankfurt am 24. März 1881. 5 20⸗Frankenstü cke. M. 16 1519

Friedberg, 25.

do. in/ Englische Sovereigns s.% O20 4247 Russische Imperi ales.% 16 7175 Ducaten./ ah Mae; Dollars in Golihinzßd

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. Lätare.

Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10% Uhr: Herr Candidat Hainebach. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Meyer.

Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur.

Katholische Gemeinde. Samstag 4 Uhr: Beicht. Sonntag 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Holzversteigerung.

1166 Die auf den 22. d. Mts. im Ober ⸗Rosbacher Ge- meindewald, DistriktGroße Johanneshecke, anberaumte Holzversteigerung konnte wegen ungünstiger Witterung nicht abgehalten werden und wird hiermit anderweitig Verkaufstermin auf Dienstag den 29. d. Mts. bestimmt.

Zum Ausgebot kommen:

50 Raummeter Eichen-Knüppelholz,

3141 Wellen Eichen-Reiserholz(Durchforstung),

12 Raummeter Eichen Stockholz,

37 Eichen⸗Stämme von 15 20 Centimeter Durch messer und 4 8 Meter Länge(Wagnerholz), Eichen⸗Derbstangen von 1014 Centim. Durch messer und 5 9 Meter Länge.

Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr vor dem Wald oberhalb dem Bergwerk. Ober⸗ Rosbach am 24. März 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Rosbach. Blecher.

0 1 2 Schneidergesellen finden Beschäftigung bei J. Metz, wohnhaft bei Herrn Kaufmann Eckstein, 1160 der Synagoge gegenüber.

Schmiedwerkzeug mit einer großen

Schneidklubbe und ein Sperrhorn Chr. Ritzel,

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