Ausgabe 
26.3.1881
 
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1881.

Samstag den 26. März.

M 37.

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Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

und zwar Dienstag,

Erscheint dreimal wöchentlich Samstag.

Donnerstag und

dle einspaltige Petitzelle wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), 6

bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

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ind unbekannt und zu ermitteln. Wegen Bettels bestraft: Heinrich Becker von Maar Michael Habermehl von Schwarz. Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des§. 3

anden. alls Ihnen ausgesprochene,

etreffend: Das Auftreten von Flecktyphus.

Es sind in letzterer Zeit an drei Orten des Großherzogthums, u. Flecktophus bei zugereisten vagabundirenden Personen gesehen worden.

Indem wir Ihnen von dieser Thatsache Kenntniß geben, ersuchen oder auch nur verdächtige Fälle dieser Erkrankung vorkommen sollten.

Amtlicher Theil.

7 5 Nin 5 N 1 5 10 ie 0 r etreffend: Die Bildung der für das Jahr 1881 nöthigen Weinsteuer-Einschätzungs-Commissionen.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des

Auf Ersuchen Großherzoglicher Obersteuerdirection vom 14. dieses Monats und ö

om 9. Dezember 1876, die Besteuerung des Weins betreffend, tragen wir Ihnen auf, für behufs Abschätzung der Weinsteuerschuldigkeiten bestanden haben, die Wahl von 3 Commissionsmitgliedern und durch den Gemeinderath sofort vornehmen zu lassen und dem Großherzoglichen Hauptsteueramte unter Angabe der Gewaͤhlten Nachricht hiervon zu geben.

Dr. Braden.

An die Herren Aerzte des Kreises.

Die Gefahr

Friedberg am 24. Marz 1881.

Kreises.

unter Hinweisung auf die Art. 4, 6 und 7 des Gesetzes Ihre resp. Gemeinden, in welchen seither Commissionen

2 Stellvertretern für das Jahr 1881

Friedberg den 22. März 1881.

A. im Hospital Friedberg, sowie auch in Nachbarländern Fälle von der Ein- und Verschleppung dieser Krankheit ist also vor⸗ wir ganz ergebenst um moͤglichst rasche Mittheilung an uns,

Großherzogliches Kreis-Gesundheitsamt Friedberg.

Dr. Lorenz.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Pohl⸗Göns wurde als Feldschütze für diese Gemarkung ernannt und verpflichtet.

Anton Langsdorf VII. von

Die Aufenthaltsorte des Heinrich Krauß von Boͤnstadt, Wilhelm Kunz von Ober Eschbach und

zon Alten⸗Haßlau, Johannes Klöß von Ober-Rospe.

Absatz 2

David Doͤnges von Vilbel modo Lieblos Schüler von Ober-Erlenbach, Heinrich des Freizügigkeitsgesetzes: Anton Nauter

R Fuißs.

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Deutsches Reich. Berlin, 23. März. Reichstag. Eine ganze

Reihe von Special-Etats werden nach unerheb

licher Debatte in dritter Lesung genehmigt. Bei

Zeide ge raft, bei

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len Einnahmen aus Zöllen und Verbrauchs steuern begründet v. Benda den Antrag, daß die zur Durchführung des Zollanschlusses von

Ultona erforderlichen Kosten, soweit sie nicht von den betheiligten Staaten zu decken sind, der Ge

riedberg.

such.

nehmigung des Reichstags bedürfen. Staats⸗ secretär Schulz bekämpfte den Antrag. Delbrück lält nach dem Erlaß der Reichsverfassung die Tradition des Zollvereins nicht mehr für maß zebend und befürwortet auf Grund der von hm gegebenen historischen und juristischen Aus⸗ jührungen die Annahme des v. Bendasschen An⸗ srages. Die Debatte wird vertagt. 24. Marz. Fortsetzung der dritten Lesung des Etats. Das Haus genehmigt nach längerer Debatte in nament sicher Abstimmung mit 183 gegen 45 Stimmen ten Antrag der Budgetcommission, daß die zur itwaigen Durchführung des Zollanschlusses von Altona erforderlichen Kosten, soweit sie nicht von den betheiligten Einzelstaaten zu decken sind, der Genehmigung des Reichstages bedürfen. Im Fortgange der Sitzung wurde nach unerheblicher Debatte die dritte Lesung des Etats, des Etats gesetzes und des Anleihegesetzes unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung erledigt. 24. März. Der Kronprinz

Petersburg eingetroffen und wurde am Bahn hofe von den Großfürsten Wladimir, Alexis, Constantin und Nicolaus auf das Herzlichste ümpfangen.

DerReichs-Anzeiger veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, womit dieser den Reichskanzler

beauftragt, Allen, welche ihm zum Geburtstage

N 7 Aon un

Glück gewünscht, seinen tiefempfundenen Dank ju übermitteln.

DieNational-Ztg. erfaͤhrt, der Reichs kanzler habe dem Abgeordneten v. Kardorff gegen

über in der Frage des Budgetsrechts des Reichs- ages in der Zollanschluß-Angelegenheit erklärt,

das Recht der Bundesregierungen gegen jeden Beschluß des jetzigen oder eines künftigen Reichs tags jetzt und künftig aufrechterhalten zu wollen, auch wenn wiederholte Aufloͤsungen des Reichs tags nöthig werden sollten.

Von den wegen Hochverraths in Unter suchungshaft befindlich gewesenen vierzig Personen Dawe und Genossen sind auf Anordnung des Reichsgerichts neunzehn Personen gestern vor läufig aus der Haft entlassen worden.

Paderborn, 23. Marz. Der Oberpraͤsident zeigte heute dem Domcapitel an, daß der Dom capitular Drobe als Bisthumsverweser anerkannt ist. Der Eid ist erlassen; die Vermoͤgensver waltung hort sofort auf; die gesperrten Gehälter werden vom Januar dieses Jahres an nachgezahlt.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 23. März. Im Abgeordnetenhause interpellirte Skene und Genossen die Regierung und fragten, ob es wahr sei, daß der Zolltarif durch den Handelsvertrag mit Deutschland eine Bindung auf zehn Jahre erfahren solle und ob Deutschland entsprechende Gegenconcessionen mache.

Frankreich. Paris, 23. Municipalrath hat mit 49 gegen 10 Stimmen ein Tadelsvotum gegen den Polizei Präfecten Andrieux angenommen. Es wurde ein f

März. Der

ist heute Morgen wohlbehalten mit einem Extrazug in

Brief desselben verlesen, worin er erklärt, er sei be auftragt, für die Sicherheit in Paris Sorge zu tragen; er stehe hierbei unter der alleinigen Autorität der Minister. Da trotz seiner Ein wendungen die ihn betr. Interpellation illegal auf der Tagesordnung erhalten, werde er der Sitzung nicht beiwohnen. Die Regierung er klärte die Berathung des Munielpalrathes, in welcher ein Tadelsvotum gegen den Polizei Präfecten Andrieux beschlossen worden, für null und nichtig.

23. Marz. wählten eine Commisston für den Antrag betr. die Durchbohrungen des Simplon und des Mont IAlane von den Gewählten sind 5 für den Sim

Die Büreaux der Kammern

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plon, 5 für den Montblanc und einer für den kleinen St. Bernhard.

Großbritannien. London.Times glaubt, das Land werde die Nachricht, daß die Boers die britischen Bedingungen angenommen haben, mit einem Gefühl der Erleichterung auf⸗ nehmen; es werde jetzt allgemein zugestanden, daß die Annexion von vornherein ein Irrthum gewesen, welcher ohne Zweifel mit den besten Absichten begangen worden sei, aber die miß⸗ lichsten Resulate gehabt habe. Für die Gut⸗ machung dieses Irrthums seien nicht die militär⸗ ischen Erfolge der Boers, sondern die vernünftige Berücksichtigung der Verhaͤltnisse und die Ge⸗ rechtigkeit bestimmend gewesen.

Times betrachtet den Regierungsantritt 115 2

des Kaisers von Rußland als geeigneten Augen blick für die Bemühungen Englands, die Be⸗

ziehungen zu Rußland wieder auf jenen normalen Stand freundschaftlichen Vertrauens und gegen seitiger Achtung zu stellen, welcher die hervor- ragendsten Interessen beider Länder tief berühre. Candahar behalten, hieße Rußland freimüthig bekennen, daß der Kampf unvermeidlich sei und England bereits begonnen habe, sich darauf vor zubereiten. Die Raͤumung Candahars werde der ganzen Welt klar legen, daß England Ruß- land weder fürchte noch mißtraue. Der Mar guis of Hartington theilte im Unterhause mit, Emir Abdurrahman von Afghanistan habe 4000 Mann Infanterie und 1000 Mann Cavalerie nach Candahar abgesandt. Die Letzteren hätten Kabul am 21. Maͤrz verlassen. Es lägen keine Handelsabmachungen vor, aber England habe sich das Recht vorbehalten, falls es wünschens⸗ werth wäre, Verträge über Handel und andere Punkte abzuschließen, sobald des Emirs Autorität consolidirt sei.

Portugal. Lissabon, 23. Maͤrz. Das Mintsterium hat seine Demission gegeben.

Türkei. Constantinopel, 24. März. Die Pol. Corr. meldet; Die neuerlichen Separat berathungen der

Botschafter in Constantinopel sind deshalb eingeleitet, um der Zauderpolitik