Ausgabe 
24.11.1881
 
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Deutsches Reich.

Darmstadt. Die ursprünglich 38,948,640 Mark betragende oberhessische Eisenbahnschuld ist durch die in den Jahren 187981 stattgefun denen Rückzahlungen auf 31,545,140 M. herab gemindert. Das Reinerträgniß der Bahnen ist für die nächsten Jahre auf nur 27,630 Mark veranschlagt, verschwindet aber gänzlich, wenn man in Betracht zieht, daß für außerordentliche Ausgaben, bauliche Herstellungen und Beschaff⸗ ung weiterer Betriebs-Mittel ein Credit von 137,500 M. angefordert wird. Im Jahr 1880/81 wurden für Erträgnisse der Obstbäume an den Staatsstraßen 11,174 M. erlöst. Es sollen noch zwei Culturingenieure mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 3300 M. berufen werden. In Betreff der Handhabung der Sonntagsfeier hat der Abgeordnete Wasser burg folgende Interpellation übergeben:1) Nach welchen Gesichtspunkten verfahren die Polizei behörden im Allgemeinen, speciell die Polizei behörden von Mainz, bei Ertheilung von Dis pensationen von der gesetzlichen Sonntagsfeier? 2) Sind darüber Instructionen erflossen und welche?

Das Regierungsblatt Nr. 25 enthält die Verordnung, den Geschäftsgang bei der Ober Rechnungskammer betr.

Berlin. Der PariserVoltaire schreibt von einer Unterredung des Fürsten Bismarck mit einem Diplomaten über den Eintritt von Gambetta in das französische Ministerium. Fürst Bismarck habe gesagt:Gambetta sei ein großer Redner und bedeutender Staatsmann. Er liebe aber sein Vaterland viel zu sehr, als daß er dies in unbedachte Abenteuer stuͤrze. DieNordd. Allg. Ztg. ist in der Lage zu sagen:Solche Aeußerungen wären möglich, sie konnten gemacht werden, wenn die Unter⸗ redung überhaupt stattgefunden hätte. Auch über Saint⸗Vallier, den französischen Botschafter zu Berlin, soll nach demVoltaire Fürst Bis⸗ marck gesagt haben, er habe sich zu sehr auf die (Berliner) Hofpartei gestützt und den Einfluß des Kanzlers nicht hinreichend gewürdigt. Auch diese Aeußerungen widerlegt dieNordd. Allg. Ztg.: sie seien in allen sachlichen und persön lichen Beziehungen unwahr.

Der Bundesrath beschloß heute die ein jährige Verlängerung des kleinen Belagerungs zustandes für Berlin.

Der Reichs⸗Etat veranschlagt die Ein⸗ nahmen an Zöllen auf 186,466,150 M., an Tabakssteuer auf 11,029,240 M., an Zoll- und Tabakssteuer⸗Aversen auf 3,909,610 M., in Summa 201,405,000 M., von denen nach der Franckenstein'schen Clausel der die Summe von 130 Million M. übersteigende Betrag den Einzelstaaten nach Maßgabe der Bevölkerungsziffer zu überweisen ist. Es sind dies 71,405,000 M., von denen auf Hessen 1,477,680 M. entfallen.

Baden-Baden, 21. Nov. Die Kaiserin reiste heute mit Extrazug nach Coblenz.

München, 22. Nov. Der Minister des Innern verliest im Landtag eine königliche Bot schaft, durch welche derselbe bis zum 31. Jan. verlängert wird. Ueber den Malzaufschlag be schloß die Kammer mit 89 gegen 52 Stimmen nach dem Antrag des Ausschusses, daß er nur drei Monat lang forterhoben werde.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. DieW. Z. publicirt die Ernennung Kalnoky's zum Minister des kaiserlichen Hauses und des Auswärtigen.

Holland. Haag, 21. Nov. In der zweiten Kammer erklärte der Finanzminister: Er könne, in Erwartung der Resultate der Münzconferenz im nächsten April, keine Maßregeln vorschlagen, um den starken Goldabfluß, welcher das Munz system des Landes empfindlich schädige, zu ver hindern. Wenn die Conferenz den Bimetallis mus nicht consolidiren könne, sei die Regierung gezwungen, das Silber mit bedeutenden Kosten zu entwerthen, oder zur Silber-Währung als alleinigen Währung zurückzukehren.

Frankreich. Paris, 22. Nov. In der Commissions-Berathung über die Supplementar Credite für Tunis erklärte Gambetta, die Re gierungspolitik basire auf der von der Kammer am 9. November votirten Tagesordnung. Alle ferneren Maßregeln würden der Kammer zur Gutheißung vorgelegt. Freyeinet hat den Gouverneurposten in Algier definitiv abgelehnt.

Großbritannien. London, 20. Nov. DemObserver zufolge wurde bei den gestrigen Unterredungen Dilke's mit Gambetta und Rou vier über die Wiederaufnahme der Handelsver tragsverhandlungen die Feststellung eines Da tums für die sofortige Wiederaufnahme als unmög lich gefunden. Gleichwohl sei zu hoffen, daß die Unterhandlungen bald wieder beginnen und die streitigen Fragen schließlich eine befriedigende Lösung finden wuͤrden.

Das Hof⸗-Journal kündigt die Verlobung des Prinzen Leopold mit der Prinzessin Helene von Waldeck an; letztere ist eine Schwester der Königin von Holland und Nichte der Königin von Schweden.

Spanien. Madrid, 21. Nov. Die Kam⸗ mer genehmigte das Gesetz über den Bau einer Eisenbahn von Huesca nach Lanfrance mit einer Subvention von 60,000 Pesetas für den Kilo meter. Von dem Tunnel durch die Pyrenäen wird der Kosten-Aufwand zu 13 Million Pesetas

geschätzt. Von diesen wird Spanien die Hälfte bezahlen. Italien. Rom, 21. Nov. In der Kam

mer fiel während der Budgetberathung von der Tribüne ein Revolver in den Saal vor die Bank der Commission, ohne loszugehen. Der Präsident ordnete die sofortige Verhaftung des Schuldigen an. Dann ward die Berathung fortgesetzt. Das verhaftete Individuum ist ein etliche dreißig Jahr alter Sicilianer Namens Nakaluso. Er ist bereits wegen Mordversuchs verurtheilt gewesen.

In der Woche vor Weihnachten sollen die Erzbischöfe von Algier, Sevilla, Köln und Wien zu Cardinälen ernannt werden. Im März werden der Patriarch von Venedig, die Erz bischöfe von Neapel und Dublin dazu ernannt.

Türkei. Konstantinopel, 21. Nov. In der Sitzung der türk.-russ. Finanz-Commission bildete die Garantiefrage den Gegenstand der Discussion. Die türkischen Gesandten verschoben die Antwort. Novikow hob hervor, die Zu weisung neuer specieller Garantien an die Bond holders laufe der vom Grafen Schuwalow auf dem Berliner Congreß abgegebenen Erklärung zuwider, welche sich blos auf die ursprünglichen Garantien bezog.

22. Nov. Die Finanz⸗Commission gab dem Verlangen der türkischen Delegirten nach; in Folge dessen kann die Türkei, wenn ihre Finanzlage sich bessert, gewisse hypothekirte Taxen abschaffen. Dies kann sie jedoch nur unter der Bedingung, daß die Majorität vom Verwaltungsrath der Bondsholders zustimmt und daß ein effectives Aequivalent geboten wird; dies ist durch den Verwaltungsrath zu erheben. Die Commission nahm jedoch die Gebühren für Tabak, Salz und Stempel von diesen Taxen aus. Der deutsche Delegirte verlangte Aus kunft über die Modalitäten der Tabak-Regie. Server Pascha sagte in nächster Sitzung die Antwort zu.

22. Nov. Rachdem der griechische Ge sandte Konduriotis wegen der Schließung der griechischen Postämter in der Türkei eine Note überreicht hatte, worin derselbe für Griechen land die Behandlung der meistbegünstigten Nation beanspruchte, befahl die Pforte, am 23. Nov. die griechischen Postämter in Constantinopel und Janina unter Militär⸗Assistenz zu schließen.

Bulgarien. Sofia. Angesichts der fort dauernden Weigerung des Cassationshofes, die Staatsrathswahlen zu verificiren, beschloß die Regierung, die ersten zwanzig Candidaten, welche die meisten Stimmen erhielten, zu berufen, um als Ausschuß, eingetheilt in drei Sectionen, die

Staatsrathswahlen zu verifieiren.

Amerika. Washington, 20. Nov. Der junge Mensch, welcher gestern auf Guiteau bei der Zurücktransportirung desselben nach dem Ge

fängnisse schoß, ist verhaftet worden. Man glaubt, daß derselbe verrückt ist. Afrika. Tunis, 20. Nov. Der Bey er⸗

nannte Allegro Pascha zum Gouverneur von Gabes; ferner Lambert zum Oberbefehlshaber der tunesischen Truppen und beauftragte den selben mit der militärischen Reorganisation in der Regentschaft des Bey's. General Saussier meldet am 13. November: Die geschlagenen auf stäudischen Stämme werfen sich in Unordnung auf den Weg nach Gabes, welchen die Colonne Logerot einschlug. Die Aufständischen verloren viel Vieh. Saussier traf am 18. in Cerminia, zwei Tagemärsche von Gafza, ein. Die Ein wohner der Stadt haben ihre Unterwerfung an gezeigt. Die Aufständischen fliehen nach Süd osten zu. Delebecque meldet vom 19. seine Ankunft in Moghar-Fonkari, welches er ver lassen fand. Der, Ort wird zerstört werden.

Aus Stadt und Land.

Frledberg. Auch hier wurde in der Nacht vom 19. auf den 20. das Erdbeben verspürt, ebenso meldet man es von Gießen, Lollar und Wetzlar. Aus Brüssel, 19. Nov., wird telegraphirt: Eine starke Erderschütterung wurde gestern Abend um halb 11 Uhr im größten Theile Belgiens verspürt.

Ruppertenrod, 22. Nov. Vorgestern wurde da⸗ hier ein Adler(wahrscheinlich Steinadler) von 0,80 Meter Länge und 2,20 Meter Flügelbreite durch Buben einge fangen. Ihm eingestopftes Fleisch fraß er mit Gier.

Allerlei.

Stuttgart, 21. Nov. Am Samstag Abend ent⸗ gleiste auf dem hiesigen Rangir-Bahnhof ein Zug, wobei zwei Post⸗ und Gepäckwagen zertrümmert und ein Post⸗ beamter leicht verletzt wurde. Gestern Abend 9 Uhr erfolgte fast an gleicher Stelle der Zusammenstoß von zwei Passagierzügen; fünf Personen wurden schwer ver wundet; ein Weichensteller, welcher das Unglück ver schuldet hat, ist verhaftet.

Zürich. Ueber die letztgemeldeten Erdbeben, die in

der Schweiz am 5., 16., 17. und 18. d. M. bemerkt wurden, schreibt Professor Heim in derNeuen Züricher Zeitung, daß es sich offenbar hier um eine Erdbeben Periode handele, deren Bewegung nicht von einem Centrum herkommt, sondern über eine weite Strecke ziemlich gleich artig geht und wohl nur durch ruckweise Verschiebung ganzer Erdrindenstücke erklärbar ist.

Gerichtssaal.

Butzbach. Am 25. Nov., Vorm. 9 Uhr, findet am hiesigen Amtsgericht eine Schöffensitzung statt. Zur Ver⸗ handlung kommen folgende Klagesachen: 1) gegen Joh. Göbel V. von Pohl Göns wegen Beleidigung; 2) gegen Wilh. Jäger V. von Holzheim wegen Beleidigung; 3) gegen Carl Wagner von Langenhain wegen Haus⸗ friedensbruchs; 4) gegen Conr. Becker und Georg Jung von Hoch Weisel wegen groben Unfugs; 5) gegen Wilh. Nicolai von Nieder-Weisel wegen Uebertretung der§§. 303 und 360, 13 des R.⸗Str.⸗G.⸗B.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 23 Nov. Wochenmarkt. Butter kostete ver Pfd M. 0.85 1.00, Eter 1 St. große 8 Pf., 1 St. kleine 7 Pf. 5

Friedberg, 22. November. Fruchtbericht. Waizen M. 24.25, Korn M. 20.50, Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.

Gießen, 22. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.51.18, Eier 1 St. 78 Pf., 2 kleine St. 00 Pf., Käse per Stück 5 10 Pf., Tauben das Paar 5000 Pf., Hühner per Stück M. 0.70 1.00, Hahnen ver Stück M. 0.65 0.90, Enten per Stück M. 1.20 1.70, Gänse per Pfund 4050 Pf., Ochsenfleisch 64 00 Pf. per Pfd., Kuh und Rindfleisch 45 50 Pf., Kalbfleisch 4448 Pf., Hammelfleisch 40-60 Pf., Schweinefleisch 6264 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00 4.00, Zwiebeln per Ctr. M. 7.8., Weißkraut 100 St. M. 4. 7.

Grünberg. Fruchtpreise vom 19. Nov. Waizen M. 24.14, Korn M. 20.38, Gerste M. 16.26, Hafer M. 16.10, Erbsen M. 20.58, Lein M. 27.00, Samen M. 00.00, Kartoffeln M. 3.00. Durchschnittspreis pro 100 Kilogramm.

Frankfurt, 21. November. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 320 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 270 Kälber und 1000 Hämmel. Die Preise, 100 Pfd. Fleischgewicht, stellten sich: Ochsen 1. Qualität M. 62 bis 65., 2. Qual. M. 58 60., Kühe 1. Qual. M. 52 bis 54., 2. Qual. M. 4050., Kälber 1. Qual. M. 54 bis 55., 2. Qual. M. 4050., Hämmel 1. Qual. M. 54 bis 58., 2. Qual. M. 4050. Schweine wurden 815 Stück eingeführt und mit 6063 Pf. das Pfund bezahlt.

Frankfurt, 21. Nov. Weizen still, eff. hiesiger und Wetterauer M. 25, fremder M. 248/25., per diesen Monat M. 243¾. Roggen still, eff. hiesiger M. 21 /, fremder M. 21/⁰2, per diesen Monat M. 21. Gerste still, eff. hiesige und Wetterauer M. 18½19½, fremde M. 19.21. Hafer still, eff. besiger M. 16¾17½,

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