Ausgabe 
23.6.1881
 
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Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Oberföͤrster Fabricius in Mainz wurde auf Nachsuchen bis zur Wieder herstellung seiner Gesundheit in den Ruhestand und der Oberförster Eickemeyer in Hirschhorn in die Oberförsterei Mainz versetzt. Der Ober domänencalculator 1. Kl. Melchior wurde zum Controlevorsteher bei der Main-Neckar-Eisenbahn ernannt und dem Kreisbauaufseher Snell in Als feld die Stelle eines Straßenmeisters für den Baubezirk Gießen übertragen.

20. Juni. Der Großherzog reiste heute Nachmittag, begleitet von dem Flügeladjutanten Major Wernher, über Brüssel und Ostende nach London. Nach einem etwa dreiwöchentlichen Auf enthalt bei der Königin in Windsor⸗Castle und bei dem Prinzen von Wales in Marlborough House wird der Großherzog mit den Prinzessinnen Victoria und Elisabeth zurückkehren und sich nach dem Jagdschloß Wolfsgarten begeben.

Berlin, 20. Juni. Der Vicepräsident des Staatsministeriums, Graf Stolberg, hat auf sein wiederholtes, mit Privatverhältnissen be⸗ gründetes Ansuchen vom Kaiser die Entlassung aus seinen Aemtern erhalten. Der Staats minister v. Bötticher ist mit der generellen Ver tretung des Reichskanzlers beauftragt. Den Vorsitz im preußischen Staatsministerium führt bis auf Weiteres der in Berlin anwesende dienst älteste Minister. Graf Stolberg hatte bereits im vorigen Sommer um seine Entlassung ge beten. Er ließ sich jedoch durch den Reichs kanzler bewegen, hiervon vorlaufig wieder Ab⸗ stand zu nehmen. Beim Beginn des Frühjahrs wiederholte Stolberg sein Abschiedsgesuch und nur der persönliche Wunsch des Kaisers, die Bitten des Reichskanzlers und der übrigen Mi nister veranlaßten ihn, bis zum Schluß des Reichstages in Function zu bleiben. Der Reichs⸗ Anzeiger publicirt die Ernennung des Grafen Wilhelm von Bismarck zum ständigen Hülfsarbeiter in der Reichs-Kanzlei.

21. Juni. Cultusminister von Goßler legte sein Reichstagsmandat und die Leitung der Reichstagsgeschäfte nieder; bis zum Ablauf der Legislaturperiode ist dies letztere demnach auf den ersten Vicepräsidenten, Freiherrn v. Francken stein, übergegangen. Regierungs-Präsident Schlickmann in Gumbinnen ist zum Unterstaats Secretär im Cultusministerium, Regierungs- Präsident Wolff zum Oberpräsidenten vonSachsen, Tiedemann zum Regierungs-Präsidenten in Trier und Ober⸗Regierungs-Rath Lohmann zum vor tragenden Rath in der Reichskanzlei ernannt.

DerReichs-Anzeiger publicirt eine kaiserliche Verordnung vom 8. Juni, wodurch das Gesetz über Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Reichsbeamten mit gewissen Ver änderungen auf die Reichsbank-Beamten An⸗ wendung finden soll.

Der deutsch⸗italienische Handelsvertrag vom 31. December 1865, sowie der Schiff fahrtsvertrag vom 14. October 1867 bleiben zufolge Uebereinkommens beider Regierungen bis zum 31. December in Kraft.

Ems, 18. Juni. Kaiser Wilhelm und der König von Schweden werden sich am Montag nach Schloß Brühl begeben, woselbst der Groß herzog von Baden mit der Prinzessin Victoria eintreffen wird. An dem gestrigen Diner bei dem Kaiser nahmen der König von Schweden und Prinz Karl von Preußen Theil, welche auch Abends mit dem Kaiser das Theater be suchten. Prinz Karl ist heute Vormittag nach Eisenach abgereist.

Coburg, 19. Juni. Nach hier eingegangenen Nachrichten ist in dem Befinden des in Eben⸗ thal erkrankten Herzogs August von Coburg bisher keine Besserung eingetreten.

München. DieA. Z. vernimmt, daß der König den Landtag aufgelöst und die Vor⸗ nahme der Neuwahlen anberaumt habe. Die Urwahlen sollen am 14. d. und die Abgeordneten

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Ein aufge⸗ tauchtes Gerücht von einer eventuellen österreichi schen Besetzung Bulgariens ist absolut erfunden. Schweiz. Bern, 20. Juni. Der Stände rath genehmigte einstimmig den Handelsvertrag mit Deutschland.

Frankreich. Paris, 21. Juni. Die Kammer setzte die Berathung über das Listenserutinium fort. Billia und Nicotera melden Anfragen an bezüglich der Ereignisse in Marseille. Minister⸗ präsident Depretis erklärt, er werde dieselben Mancini mittheilen. Ein Rundschreiben des Ministers des Auswärtigen setzt die Politik Frankreichs in der montenegrinischen, griechischen und tunesischen Frage auseinander und constatirt die ununter brochen auf Erhaltung des Friedens gerichtete Politik Frankreichs. Dasselbe erklärt, Frank reich wolle alle internationalen Fragen freund schaftlich lösen, sobald ruhige Verständigung sich anstatt der Gewalt geltend machen könne. Marseille, 20. Juni. Gestern entstanden in Folge der bereits gemeldeten Aufregung Streitigkeiten zwischen Franzosen und Italienern. Der italienische Consul in Marseille hat dem Präfecten sein Bedauern über den gestrigen Zwischenfall bei dem Vorbeimarsch der Truppen ausgesprochen. Bei den Schlägereien wurden 5 Personen getödtet, 2 tödlich verwundet, 17 Verwundete sind in das Hospital verbracht, 200 Italiener und Franzosen verhaftet. Heute scheint die Ruhe hergestellt. Großbritannien. London. Der Gerichts hof für reservirte Kronfälle(reserved crown cases) bestätigte einstimmig die frühere Ver⸗ urtheilung des Redacteurs Most. Das Straf

erkenntniß ist noch nicht ergangen.

R. B. meldet aus Bombay: Die aus Anhängern Abdurrhamans bestehende Streit macht schlug am 11. d. bei Karissafed die von den Generalen Ajub Khans, Mahomed Kassan Khan und Sirdar Abdul Ajan befehligten Schaaren. Die Truppen des Emirs erlitten geringe Verluste und machten viele Gefangene. Es sind Verstärkungen von Kabul nach Candahar abgegangen. Eine starke Truppenabtheilung des Emirs unter Ghulan Maidar marschirt von Candahar nach Girisk.

Spanien. Madrid. Einige Zeitungen von Barcelona wollen von Plänen einer car listischen Erhebung im Norden von Catalonien wissen. Die Regierung hat Maßregeln zur Beobachtung getroffen.

Italien. Rom. Nach demDiritto be⸗ willigte der Minister der auswärtigen Ange legenheiten dem Consul Maccio zu Tunis den verlangten Urlaub.

Türkei. Konstantinopel, 20. Juni. Lord Dufferin übereichte heute seine Creditive. Die Genehmigung des türkisch-griechischen Vertrags von Seiten Frankreichs ist gestern erfolgt.

Rumänien. Bukarest. Dem Vernehmen nach würde sich die Donau-Commission dem nächst auflösen, ohne daß ein Resultat in der Hauptfrage erreicht worden wäre. Die rumä nische Regierung wurde in ihrer Opposition gegen die österreichischen Forderungen im Avant Projekt namentlich von dem englischen Delegirten unterstützt.

20. Juni. Die Kammer empfing die Mittheilung von der Demission des Cabinets. Der König hat noch keine Eutscheidung getroffen. Es wird fast als gewiß angenommen, Rosetti werde ein neues Cabinet bilden. Er wird wahrscheinlich das Ministerum des Innern, Joan Bratiano das des Aeußeren übernehmen.

Rußland. Petersburg, 19. Jum. Der Kaiser hat dem Fürsten Milan von Serbien den Andreas⸗ orden verliehen. Der Fürst begab sich gestern nach Peterhof, um dem Kaiser persönlich zu danken. Morgen beabsichtigt Fürst Milan von Petersburg wieder abzureisen.

19. Juni. Gestern wurden im Katha⸗ rinencanal unter der steinernen Brücke zwei

wahlen am 21. Juli stattfinden.

Dynamitladungen gefunden. Dieselben bestanden

von ¼ Arschin im Durchmesser, welche zu sammen 150 Pfd. schwarzen Dynamits ent⸗

waren. Nach der Meinung der Experten dürfte die Anfertigung der beiden Sprengwerkzeuge aus jüngster Zeit datiren.

DerRegierungsbote erklärt eine Zeitungs-Meldung über bevorstehende Ver änderungen in den Aemtern einiger hoher Per⸗ sönlichkeiten, u. A. über den Rücktritt des Ge hülfen des Ministers des Innern, General Tscherewin, für gänzlich unbegründet

Aus Stadt und Land.

l. Bad⸗Nauheim. Wie uns mitgetheilt wird, hat sich der durch das seiner Zeit in Friedberg gegebene Coneert bereits in hiesiger Gegend vortheilhaft bekannte Violinvirtuose und Componist Professor C. Nossek ent⸗ schlossen, nächsten Montag den 27. Juni hier im Kursaal ein Concert zu veranstalten, in welchem er unter anderen ein Violinconcert mit Orchester eigener Composition zu Gehör zu bringen beabsichtigt.

s. Assenheim, 20. Juni. Die zum Schlagendes letzten Niets an dem hiesigen Eisenbahn-Viaduet ver⸗ anstaltete einfache Feier verlief gestern bei trefflichstem Festwetter in der gelungendsten Weise. Der von Reitern und Musikcorps geführte, durch zahlreiche Böllerschüsse begrüßte Festzug der Krieger- und Singvereine, der Festjungfrauen, der durch die Lehrer geleiteten Schulen, Corporationen und Gäste bewegte sich wohlgeordnet nach der Baustelle und holte dorten, nachdemder letzte Niet von den Leitern des großartigen Werks, in Anwesenheit des Gemeindevorstandes und des regierenden Grafen Solms⸗ Rödelheim, unter dem Gedröhne der Böller kräftigst ge⸗ schlagen war, die Arbeiter in Mitten der Festjungfrauen zum Umzug durch Stadt und Schloßbereich. Im Schlosse wurde sodann zur dauernden Aufbewahrung dem Schloßherrn der Niethammer überreicht und weiter gings zum Festplatz, der, in mannigfaltigstem Schmucke prangend, die Tausende von Gästen kaum zu fassen vermochte. Nach festlicher Bewirthung der Arbeiter dorten und Vertheilung von Gebäck an die Jugend unterhielt Concert und Tanz die fröhliche Menge bis zu eingetretener Dunkelheit, bei welcher der Festplatz von Hunderten von farbigen Lampions erhellt, die riesigen Pfeiler der Brücke in bengalischer Beleuchtung in geisterhaftem Wiederschein ihre Schatten warfen, während bunte Flammen aus nahen und fernen Baumgruppen ihre weithin strahlenden Scheine über den Plan verbreiteten. Kein Mißton störte das heitere Fest, das zum wahren Volksfest sich gestaltete und erst das erwachende Tagesgestirn mahnte die Nachhuth der Fröh⸗ lichen zurfrühen Heimkehr. Keller und Küche des Festwirths Haas, sowie die Musik ließen Nichts zu wünschen übrig.

Gießen, 20. Juni. Heute begannen die Schwur⸗ gerichtsverhandlungen des II. Quartals. Es wurde ver⸗ handelt 1) gegen H. Sperling von Lösnig bei Leipzig, wegen Raubs. Sperling wurde für schuldig erkannt und in eine Zuchthausstrafe von 8 Jahr sowie zu vierjährigem Ehrverlust verurtheilt; 2) gegen Elise Wahl von Alten⸗ burg, wegen Brandstiftung. Angeschuldigte wurde für schuldig erachtet und in eine Zuchthausstrafe von 3 Jahr und in die Kosten verurtheilt.

Allerlei.

P. A. Frankfurt. Der erste Hauptgewinn für die Lotterie der Patent- und Musterschutz-Ausstellung, nämlich eine Brillant⸗Parure im Werthe von 30,000 M., ist bei der renommirten Firma E. Schürmann und Co. in Frankfurt a. M. angekauft worden. In seiner letzten Sitzung hat der Hauptausschuß der Ausstellung beschlossen, daß der obligatorische Eintrittspreis in die Ausstellung für die Zeit von 8 10 Uhr wegfällt. Während dieser Zeit soll künftig der Besuch der Anlagen 1 Mark kosten und für die Abonnenten frei sein. Nur wer den Aus⸗ stellungspalast selbst von 8 10 Uhr betreten will, hat ein Zuschlagsbillet fuͤr 1 Mark zu lösen. Von heute an wird bei günstigem Wetter die Bilse'sche Kapelle regel⸗ mäßig jeden Nachmittag von 57 Uhr in dem offenen Musikpavillon bei Milani und Drexel, und jeden Abend von 810 Uhr in dem Muschelpavillon am Hauptweg spielen, so daß das Publikum nicht wieder irre geleitet wird.

Erze rum. Bei dem letzten Erdbeben in Wan sind daselbst 95 Personen umgekommen und gegen 400 Ge⸗ bäude eingestürzt.

Eingesandt.

Bezüglich des in Nr. 71 desOberh. Anz. aus Anlaß der bekannten, leider so traurig verlaufenen Schwimm⸗ Affaire erschienenen und mit der ChiffreH. unter⸗ zeichneten Eingesandt, über dessen Vaterschaft so viel⸗ fach diskutirt und gestritten, zum Ueberdruß auch noch mein Name mit hereingezogen, und ich in Folge dieses von zustehender Seite in allem Ernste persönlich inter⸗ pellirt wurde, sehe ich mich und zwar zur Beruhigung der aufgeregten Gemüther zu der Erklärung veranlaßt, daß ich fragliches Eingesandt weder verfaßt, noch in irgend welcher Beziehung zu demselben stehe. Als Nicht⸗ friedberger überlasse ich die Vertretung dergleichen Branchen der Publieistik gerne Andern, wie es überhaupt meinen Grundsätzen zuwider ist, durch Zeitungsfanfaren zu glänzen und mit eitlem Schimmer mich zu schmücken.

J. Heß, israel. Religionslehrer.

aus zwei sorgfältig zubereiteten Kautschukkissen

hielten nud mit Leitungsvorrichtungen versehen

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