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Montag den Schulpruͤfung hiesiger bauschule insbesondere
Friedberg den 20. März 1881.
Ackerbauschule statt.
Bekanntmachung.
28. laufenden Monats, von 8½ Uhr Vormittags bis 1 Uhr, findet im Saale des Hötel Trapp dahier die öffentliche Alle, welche sich fuͤr das landwirthschaftliche Unterrichtswesen überhaupt und für die hiesige Acker— interessiren, werden zu dieser Prüfung hiermit freundlichst eingeladen.
Das Curatorium der Ackerbauschule zu Friedberg:
Dr. Braden. 8 Wegen Bettels bestraft: Gottfried Muller von Gedern, Kreis Schotten; Johannes Hensel von Udenhausen, Kreis Alsfeld; Johannes
Hoͤhr von Bobenhausen, Kreis Schotten; Peter Herchenröder von Metzlos, Kreis Lauterbach.
Küchler. Schmidt.
Deutsches Reich.
Darmstadt, 18. März. Der Großherzog und der Prinz Alexander sind heute per Extra— zug nach Frankfurt abgereist, von wo die Fahrt nach Petersburg via Berlin auf der Bebraer Bahn fortgesetzt wurde. Im Gefolge befinden sich Hofmarschall v. Westerweller, Masor v. Herff und Major v. Rotsmann.
— 18. März. Die zweite Kammer trat heute zu ihrer Schlußsitzung zusammen, in der das Wegbaugesetz, ipsbesondere die Frage, ob und inwieweit Besitzer eigener Gemarkungen, größerer Gewerbsetablissements und Waldungen zu einem Beitrag für Unterhaltung der Kreis— straßen zuzuziehen seien, nochmals auf der Tages— ordnung stand. Der berichtende Ausschuß bean— tragte nunmehr, um das Zustandekommen des Gesetzes zu sichern, Beitritt zu dem deßfallsigen Beschlusse erster Kammer, der dahin geht, diese Frage demnächst gesetzlich zu regeln. Nach längerer Debatte beschloß man mit allen gegen 6 St. diesen Beitritt. Nach einem Resumé über die Thaͤtigkeit der Kammer sprach Wadsack dem Präsidium den Dank der Kammermitglieder aus, worauf das Haus für diesen Landtag seine Thätig— keit beschloß.
Berlin, 18. März. Reichstag. Forts. der Berathung des Etats der Einnahmen aus den Zolltarifen. Die Aversa werden bewilligt. Der Reichstag genehmigte im Fortgange der Sitzung die an die Commission zurückverwiesenen Posi tionen für einen neuen Exercierplatz bei Trier und die erste Baurate von 300,000 M. für ein Casernement in Lüben und nahm alle noch übrigen Theile des Etats mit dem Etatsgesetz in zweiter Lesung nach den Anträgen der Budget— Commission an.
— 18. März. Die Gesetze wegen Erhebung der Brausteuer, der Reichsstempelabgaben und der Wehrsteuer sind mit einer auf die weitere Entwickelung der Steuerreform bezüglichen Denk schrift heute dem Reichstage zugegangen.
Ausland.
Schweden. Stockholm, 18. März. Das Befinden des Königs hat sich seit gestern gebessert.
Frankreich. Paris, 19. März. Bei dem gestern hier stattgehabten Intransigenten-Banket anläßlich der Feier des 18. März wurden mehrere Individuen verhaftet, darunter Teekosoff, der Führer der Nihilisten von Paris, ferner der deutsche Socialist David. Die Zollbeamten saisirten an der Grenze zwei Felleisen mit Photo— graphien, welche die Nihilisten nach Frankreich einzuführen versuchten.
— 19. März. Der Ministerrath berieth heute über das Listen-Scrutinium. Nach dem Ministerrathe verbreiteten sich Gerüchte über eine Ministerkrisis. Dieselben fanden bisher keine Bestätignng. Cazot, Constaus und Farre, welche für das Listen⸗Scrutinium sind, traten nach dem Ministerrathe zu einer Besprechung zusammen. Wie es heißt, wünschen dieselben, daß das Cabinet bei Berathung der Frage in der Kammer nicht intervenire.
Großbritannien. London, 18. März. Im Unterhause antwortete Unterstaatssecretär Dilke auf ein Anfrage Brinton's, Lord Lyous habe am Dienstag eine zeitweilige Verlängerung des französischen Handelsvertrags über die im Jahre 1879 stipulirten sechs Monate hinaus nachgesucht. Die Antwort der Regierung darauf stehe noch aus.— 19. März. Das Unterhaus nahm heute den Posten des Marinebudgets an, welcher die Mannschaft für das nächste Finanz⸗ jahr auf 58,100 Mann festsetzt.
— 18. Maͤrz. Im Parlamentshause sind große Vorsichtsmaßregeln getroffen; die Polizei wurde verstärkt und die Keller untersucht. Im Lager bei Aldershot sind gestern gelegentlich der Particiusfeier unter den irischen Soldaten Un— ordnungen vorgekommen; eine große Anzahl Ver— haftungen wurde vorgenommen.
— 18. März. Einer Meldung aus New— Castle zufolge soll die Waffenruhe mit den
Boers bis zum 21. März verlängert sein. Weiteren Meldungen zufolge werden, trotz—
dem die Friedens-Unterhandlungen fortgesetzt werden, Truppen nach dem Lager von Mount Prospect vorgeschoben. Die Boers arbeiten seit mehreren Tagen an der Befestigung ihrer Stellung von Langs-Neck. Dieselben haben in der Schlacht auf dem Majuba-Berge 50 Mann verloren. Es ist die allgemeine Ansicht ver— beitet, daß die Boers nicht in die militärische Besetzung des Transvaallandes willigen werden, welche wesentlichste Bedingung der Engländer sein würde.
—„Times“ erfährt, Abdurrhaman habe
ersucht, die Räumung von Kandahar zu ver— schieben, bis er Vorkehrungen zur Uebernahme getroffen habe. Rumänien. Bukarest. Deputirten— kammer hat die Gesetzesvorlage bezüglich des Verkaufs eines Theiles der Staatsgüter ange— nommen.
Rußland. Petersburg. Die„Ag. Russe“ theilt bezüglich des zwei Tage vor dem Atten— tat verhafteten politischen Verbrechers, welchen seine Genossen„Mylord“ nannten, mit, daß die Nihilisten einen gewissen Jeljakoff so nannten. Jeljakoff habe die Mine bei Alexandrowsk an— gelegt, um den kaiserlichen Zug in die Luft zu sprengen. Derselbe scheine der Hauptagent, wenn nicht der Chef der Nihilisten zu sein.
—„Golos“ schreibt bezuglich der Blos— legung des Minenganges in der Gartenstraße: Es wurden eine Flasche mit dreißig Pfund und eine Blechbüchse mit sechzig Pfund Dyna— mit gefunden, welche Masse nach dem Gut— achten Sachverständiger hingereicht haben würde, die Straße auf eine weite Strecke in die Luft zu sprengen und die umliegenden Gebaͤude zu zerstören und resp. zu beschädigen. Bei der gefahrvollen Bloslegung der Mine mußte mit größter Vorsicht zu Werke gegangen werden. Die Erde wurde auf eine Länge von drei Arschin und eine Tiefe von fünf Fuß mit den Händen behutsam entfernt.
— 18. März. Das Rundschreiben, welches der Leiter des auswärtigen Amtes, Geheimer Rath Giers, gestern an die auswärtigen Bot— schaften und Gesandtschaften Rußlands über die auswärtige Politik der neuen Regierung ver— sandte, betrachtet als erste Pflicht, die Erbschaft festzuhalten, welche lange Zeit die Acte aller Vorfahren bestimmte, welcher das Blut ganzer Generationen geweiht gewesen sei. Diese Erb— schaft sei intact auch späteren Erben zu über— geben. Nachdem Rußland zur vollständigen Ent— wickelung nach Außen gelangt sei, handle es sich darum, daß es sich nunmehr consolidire und gegen jede Gefahr sicher stelle und im Innern seine moralischen und materiellen Kräfte ent— wickele durch Fortschritte auf dem Gebiete des bürgerlichen, öconomischen und socialen Lebens. Auf Vollendung dieser Aufgabe, von der sich der Kaiser durch keine anderweitige Erwägung abbringen lassen werde, solle die Politik Ruß— lands ganz und allein gerichtet sein, eine Politik, welche in Folge dessen eine wesentlich friedliche
Die
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Freundschaften und Sympathien, welche stets
bereit sein werde zu gegenseitiger Unterstützung des Guten. Rußland werde nicht auf den Plaß verzichten, der ihm im Concert der Maͤchte zu— komme. Aber indem es durchaus solidarisch bleibe für den allgemeinen, auf dem Recht der Verträge beruhenden Frieden, werde es sich in keiner Weise von den inneren Arbeiten abziehen lassen, es sei denn, um seine Ehre und seine Sicherheit zu schützen. Das Ziel der Politik des Kaisers sei Rußlands Macht und Wohlfahrt zu dessen eigenem Besten und Niemandes Schaden.
— 19. März. Die Ueberführung der Leiche des Kaisers Alexander II. nach der Peter-Pauls⸗ Kathedrale fand heute Mittag in größter Ruhe und bei hellem Sonnenschein gemäß des für die Feier erlassenen Ceremoniale statt. Hinter dem Leichenwagen zunächst schritt der Kaiser zu Fuß, dann folgten die ubrigen Großfürsten und die fremden Fürstlichkeiten. Die Kaiserin und die Großfürstinnen folgten in drei sechsspännigen Wagen.
— 19. März. Die Blätter bringen ver⸗ schiedene Gerüchte über Verhaftungen verdächtiger Personen im Commerzgericht auf der Nicolai⸗ brücke und an verschiedenen andern Orten. Stu— denten sollen einen Commilitonen, welcher eine Proklamation an die Universität gebracht, aus— findig gemacht und der Regierung übergeben haben. Der Gemeinderath nahm gestern den vom Minister Loris-Melikoff in einem Schreiben an den Stadthauptmanu gemachten Vorschlag an, eine Kirche an der Stelle des Attentats zu errichten. Außerdem soll eine auf die Katastrophe bezügliche Medaille geschlagen werden.
— 20. März. Die Voruntersuchung in Be⸗ treff des letzten Staatsverbrechens ist gestern beendet worden. Behufs Feststellung des An— klageacts sind die Acten noch gestern Abend dem Procurator Murawjew übergeben, welcher auch als Ankläger vor dem Spezialgerichtshofe auftreten wird. Augeklagt werden vier Per— sonen, welchen vier Verbrechen zur Last gelegt werden. Nicolai Russakoff, welcher eingesteht, eine Sprengbombe auf den Kaiser geworfen zu haben; Audry Jeljakoff, am 11. Maͤrz ver⸗ haftet, welcher eingesteht, an der Vorbereitung zur Explosion am 13. Marz Theil genommen zu haben; Timofey Michailow, der Widerstand leistete bei seiner Verhaftung durch Abfeuern von Revolverschüssen auf die Polizei-Beamten und ein Frauenzimmer, Hesse Helfmann, als Mitwisserin des Selbstmörders Nawsofzky.
Amerika. Peru. Calderon wurde zum rovisorischen Praͤsidenten von Peru erwählt.
Allerlei. Fechenheim a. M. Vor einigen Tagen schoß Gast⸗ wirth Kaiser zwel Fischotter, die sich am Mainufer auf einem Weidenstumpf gemüthlich niedergelassen hatten. Heringen bei Merseburg. Der israelitische Re— ligtonslehrer Abraham Levy Dickstein feierte am 18. d M. sein 107. Wiegenfest. Derselbe wurde den 18. März 1775
zu Nachelska in Russisch-Polen geboren und lebt seit 1814 in Deutschland.
Mobiliar⸗Versteigerung.
989 Mittwoch der 23. März, Morgens 9 Uhr, sollen die zum Nachlasse des Anton Hirsch zu Nleder⸗Wöllstadt gehörigen Mobilien öffentlich versteigert werden, als! Betten, Weißzeug, Möbel verschiedener Art und Küchen⸗ geräthschaften, Gold und Silber, 1 Deeimalwaa e, 1 dreiräderigen Stoßkarren, 1 Wagen, eine Parthle Heu, eine Parthie Mist. Nieder-Wöllstadt den 14. März 1881.
n Buff, Ortsgerichts-Vorsteher.
Buchene Holzkohlen
sein und treu bleiben werde den traditionellen
offerirt billigst 995 Jean Betz.
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