Ausgabe 
21.7.1881
 
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Sptisen.

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Ulder einer Tischgesellschaft gewünscht, welche en über die erste heiße Schüssel mit Löffel Ser Gabel herfaͤllt. Wenn unsere Hausthiere vis Menschen vor den glühend heißen Schüsseln semachtend sitzen, uns zornentbrannt wieFeuer eser die heißen Stücke Kartoffeln über das Cehege der Zähne hinweg verschlingen sähen, vie würden sie über unser vernunftwidriges Ge lihren die Köpfe schütteln!

Ich war einmal um die Mittagsstunde in enem Bauernhause Zeuge, wie eine Bauers fau ihre Tochter, welche den Futter-Inhalt eines ihkessels unabgeküblt in die Viehtröge tragen rollte, ohrfeigte und sie scheltend frug, ob sie de Kühe mit dem heißen Futter wohl toͤdten, der denn doch krank machen wolle. Und doch tug diese nämliche Frau, die also des Viehes s erbarmte, den Ihrigen in der nämlichen Ninute das Kohlgemüse glühend heiß in großen Echüsseln vom Herd direct auf den Tisch. vor Hunger ungeduldig Harrenden führten vor einen Augen jenes interessante Grimassenspiel br Feuereßprobe auf, an dessen Anblick ich mich svon so haufig ergötzt habe. Die Schnauzen un Jung und Alt werden über dem heißen Löffel espitzt; das ist ein allseitiges Blasen und Schnüffeln und Schlürfen am Löffelrand, ein Säuseln und söten am Tisch, als obs einem Strafessen gälte. (8 ist gerade, als ob uns Menschen aufgegeben väre, bei jeder Mahlzeit durch Zunge und Ge 1s ganz genau den Verbrennpunkt der Schleim but und die Sprengtemperatur für den Zahn stmelz am Lebenden zu ermitteln, so gewissen heft bemüht sich Jeder, die ersten Bissen so heiß we nur immer möglich dem Mundboden aufzu den und hier sie zwischen Kiefern und den geren Zähnen tanzen zu lassen. Die nächste mittelbare Wirkung dieser abscheulichen Küchen gage des Feueressens ist das moderne allgemeine guhnelend mit all' seinen gesundheitsschädlichen Felgen. Das Heer der Zahnärzte stützt seine Eistenz in erster Reihe auf den Unfug der Fchinnen, Speise und Trank in einer Tempera ur von 50 700 C. aufzutischen. Man sucht ach immer nach einer Erklärung, warum die Zzühne des Oberkiefers in der Regel früher zu

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Grunde gehen, als die des Unterkiefers; man vermuthet die Ursache u. A. in den chemischen Eigenschaften, namentlich in der schützenden Be schaffenheit des mehr im Unterkieferbecken sich aufhaltenden Speichels. Aber wir brauchen nur einen frisch geschnappten heißen Bissen in der Mundhöhle zu verfolgen, um gleich einzu sehen, daß die Zerstörung des Zahnschmelzes, hauptsächlich am Oberkiefer, ein mechanischer Sprengprozeß ist, hervorgebracht durch unnatür liche Temperaturgegensätze innerhalb der Mund höhle. Der heiße Bissen wird zunächst auf dem Zungenrücken durch ein unwillkürliches Schnalzen und Zittern der Zungenmuskeln, welche hierin mit der Zeit eine unglaubliche Fertigkeit er langen, hin und her geworfen; dabei stößt er, wie die Billardkugeln am Randpolster, an den Zähnen des Oberkiefers an und ab. Die nächste Folge ist, daß die oberen Zähne die ersten sind, welche zerklüftet werden, und zwar an ihren inneren, der Mundhöhle zugekehrten Kanten. Gleichwie in Glashütten schon eine punktförmige, leise Berührung eines Glascylinders mit dem Sprengbolsen im Nu die ganze Walze spaltet, gerade so muß die heiße Kost einer unvernünf tigen Hausfrau schon durch vorübergehende Be rührung der Zahnoberfläche den Zahunschmelz immer mehr zerklüften und für das Ein dringen und Nachdringen schmelzfeindlicher Flüssig keiten, wie Zucker, Sauren ꝛc. aufschließen. Aus diesen Andeutungen über die Gesundheitsver wüstungen, welche durch heiße Getränke und Speisen angerichtet werden, ziehen wir die Lehre: schenken wir unseren Hausfrauen oder Köchinnen, wenn wir sie anders nicht von der heißen Kost abbringen konnen, zu Weihnachten für die Küche ein Suppen- oder Kaffeethermometer, damit sie die Speisen und Getränke, ehe sie auf den Tisch kommen, auf den zuträglichen Wärmegrad ab stimmen. Steinalt gewordene Menschen pflegen zu bekennen, daß sie nie im Leben heiß gegessen und getrunken haben.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.95 1.10, Eter 1 Stück 6 Pf.

FIrtedberg, 19. Juli. Fruchtbericht. Walzen M. 22.50, Korn M. 20.00, Gerste M. 16.18., Hafer M. 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfd.

Gleßen, 19. Juli. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 9095 Pf., Eier 1 Stück 6 Pf., Käse per Stück 5 10 Pf., Tauben das Paar 80 85 Pf., Hühner per Stück M. 0.901.30, Hahnen per Stück M. 0.60 1.10, Enten ver Stück M. 1.50 2.00, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfund, Kuh⸗ und Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 44 Pf., Hammelfleisch 6070 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗ toffeln per 100 Kilo M. 5.756., neue Kartoffeln 100 Kilo M. 10.12., Zwiebeln per Ctr. M. 18.20., Kirschen das Pfund 1525 Pf.

Frankfurt, 18. Juli. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 350 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 260 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 63.66., 2. Qual. M. 58. 60., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 55.57., 2. Qual. M. 45.50., Kälber 1. Qual. M. 56.58., 2. Qual. M. 40.50., Hämmel 1. Qual. M. 55.60., 2. Qual. M. 40. 50. Schweine wurden in letzter Woche 550 Stück eingeführt und mit 60 Pf. per Pfund bezahlt.

Frankfurt, 18. Juli. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 1 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 28., do. 1.(Berl. Marke) M. 26.5027., do. 2.(Berl. Marke) M. 21.00, Weizen, eff. hiesiger, ab Bahnhof hier M. 23.50 23.75, ab unserer Umgegend M. 23.00 23.50, do. fremder je nach Qual. M. 23. 24.00, Roggen je nach Qual. M. 20 20.50, Gerste M. 1819.50, Hafer M. 15.50 16.55, Kohlsamen M. 26.50 27.50, Erbsen M. 19. 27., Wicken M. 16.50 17.50, Linsen M. 20. 40., Bohnen, weiße, M. 23. 25., Rüböl, detail, M. 64. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.

Geld⸗Cours.

Frankfurt am 19. Juli 1881.

N nf.,

o. Woo 16 2327

Englische Sovereigns.... 20 1146

Russische Juperion ß

e, 9 55-59

FCC 5 9 5964

Dollars in Gold. 3 4 1922 Volksbad.

Wasserwärme am 19. Juli: 190 Reaumur.

Walter.

Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Beginn:

Freitag Abends 6% Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr.

Kragen, Manschetten

und Taschentücher billigst bei K. Friedrich.

CTConcurs- Verfahren.

Ueber das Vermögen des Bäckers Philipp Christian ßler von Bad-Nauheim, dermalen unbekannt wo? ewesend, wird, da von Seiten eines Gläubigers darauf metragen worden ist, heute am 18. Juli 1881, Vor mtags 11 Uhr, das Concursverfahren eröffnet.

Der Theodor Waas zu Bad-Nauheim wird zum Cecursverwalter ernannt.

Concursforderungen sind bis zum 13. August 1881 bei

den Gerichte anzumelden.

Es wird zur Beschlußfassung über die Wahl eines

weren Verwalters, sowie über die Bestellung eines

Zäubigerausschufses und eintretenden Falls über die in

20 der Concursordnung bezeichneten Gegenstände auf den 18. August 1881, Vormittags 8 Uhr,

o dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Conecursmasse ge züge Sache in Besitz haben oder zur Concursmasse das schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Ianeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die pflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und

den Forderungen, für welche sie aus der Sache wesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem eneursverwalter bis zum 13. August 1881 Anzeige zu echen.

Großherzogliches Amtsgericht Bad-Nauheim. Zur Beglaubigung: Schütz, Gerichtsschrelber.

Bekanntmachung.

N N N 7 Unter Bezugnahme auf die Artikel 34 und 35 des Jesggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur satlichen Kenntniß gebracht, daß die Handelsgesellschaft rüder Buderus zu Lollar unterm heutigen Tage mit dem nerzbergwerkeOrkus in der Gemarkung Ockstadt, 1 ses Frledberg, beliehen worden ist. Etwaige Eln dungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeid u des Verlustes des Vorzugsrechtes binnnen drei Umaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerks znthümer geltend gemacht werden. Während dieser de ist die Einsicht des Situatlonsrisses bel der Berg telterel Gleßen Jedem gastattet. Darmstadt den 1. Juli 1881. Großherzogliche Obere Bergbehörde. In Vertretung: Tecklenburg.

Bekanntmachung.

2558 Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Herr Wyndham Henry Wynne zu Nieder-Fischbach unterm heutigen Tage mit dem Eisenerz-BergwerkeWilhelmine in der Gemarkung Ockstadt, Kreises Friedberg, beltehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Ver meidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerks eigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Berg meisterei Gießen Jedem gestattet. Darmstadt den 1. Juli 1881. Großherzogliche Obere Bergbehörde. In Vertretung: Tecklenburg.

Holzversteigerung

in den Waldungen des Großh. Hauses der Oberförsterei Ober- Rosbach.

Es werden 1) Freitag den 22. Juli, Morgens 8 Uhr, infdem Ober⸗Rosbacher Domanialwald, Distrikt Mainzer⸗ hecke, Schlag 1:

400 schäleichene Baumstützen,

8 Raummeter schäleichene Scheiter, 26 1 1 Knüppel, 9400 schäleichene Wellen, 7 Raummeter eichene Stöcke(Hauspäne) und 2) Dienstag den 26. Juli, Morgens 9 Uhr, im Distrikt Burgwald, Schlag XIV: 200 schäleichene Baumstützen, 132 Naummeter schäleichene Knüppel, 12300 schäleichene Wellen 28 Raummeter eichene Stöcke versteigert.

Ober-Rosbach, 16. Juli 1881.

Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. St y a ck.

2531

Feinster Vorsch-Leberthran, fast geruch- und geschmacklos in Flaschen à 60 Pfennig, M. 1. und M. 1.70.

Derselbe eisenhaltig M. 1. per Flasche.

119 J. A. Windecker, Hof-Lieferant.

Holzversteigerung.

Freitag den 22. Juli l. J., von Vormittags 10 Uhr an, werden in den Freiherrlich von Ritter'schen Wald⸗ ungen zu Hof Hasselheck

4 Raummeter Eichen-Schälscheiter,

22,2 75 Schälknüppel,

1 1 Stöcke und 6453 Wellen Eichen-Schälreisig meistbietend versteigert

Die Zusammenkunft ist im Schälschlag am Drei märker. f

Friedberg den 14. Juli 1881.

In Auftrag der Freiherrlich von Ritter'schen Gutsver waltung zu Rüdesheim: Heidt.

Arbeits⸗-Versteiger Arbeits-Versteigerung. 2556 Samstag den 23. d. Mts., Morgens um 8 Uhr, sollen auf dem Buͤrgermeisterei-Büreau zu Nieder- Mörlen nachstehende Arbeiten und Lieferungen an die Wenigstnehmenden öffentlich in Aeeord gegeben werden: M. Pf

2503

Maurerarbeit, It. Kostenüberschlag 136 35

Schreinerarbeit 170 20

Glaserarbeit 31

Schlosserarbeit 7 50

Weißbinderarbeit 138 50

Lieferung von Mauersteinen 16 50 9 Russensteinen 56 25 0 Weißkalk 35 17 hydraulischem Kalk 2t 1 reinem Kies 33 9 doppelröhrigen Kamintuff

steinröhren 24 80 Steinbrecherarbeit zur Unterhaltung der

Vieinalstraßen 72 Anfahren der Steine 80 Zerschlagen der Steine 112 Unterhaltungsarbeiten 56

Aufsetzen der Steine und Messen des Kies 14 40 Butzbach den 19. Juli 1881.

Metzger, Bezirks-Bauaufseher.

2517

Eine tüchtige Magd

wird gegen hohen Lohn gesucht. Kaiserstraße Nr. 5.

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