Ausgabe 
21.7.1881
 
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schen Socialisten hielten heftige Reden. Die Versammlung faßte Resolutionen, worin gegen die Verurtheilung Most's protestirt wird.

Türkei. Constantinopel. Nach Privat Berichten von hier soll anläßlich des Sultan mord-Prozesses große Gährung herrschen und wird sogar ein Aufstand gegen den Sultan als unmittelbar bevorstehend betrachtet.

Serbien. Belgrad. Ein Erlaß des Fürsten sanctionirt die von der Skupschtina zum Ankauf von 100,000 Stück Gewehren bewilligte Anleihe von 6 Millionen Dinars; die Tilgung der An leihe sammt Zinsen soll durch eine außerordent liche Steuer erfolgen.

Bulgarien. Sofia, 17. Juli. Die gestern Abend zu Ehren der Rückkehr des Fuͤrsten ver anstaltete Illumination der Stadt war eine sehr glänzende. Der Fuͤrst, welcher zu Fuß die Stadt durchwanderte, wurde überall von der in dichten Schaaren die Straßen durchwogen den Bevölkerung enthusiastisch begrüßt. Heute fand in der Kathedrale unter Theilnahme des Fuͤrsten ein feierliches Tedeum statt; nach Be endigung desselben verlas der Metropolitan Meletin das Manifest des Fürsten auf dem Vorhofe der Kirche.

Rußland. Petersburg. Ein Circular des Domänenministers ordnet behufs Hebung der Bauernwirthschaft an, daß die bisher gebräuch liche Verpachtung der Kronengüter an Kapi talisten durch eine Verpachtung an die Bauern gemeinden zu ersetzen sei.

Amerika. Washington, 17. Juli. Das Befinden des Präsidenten Garfield ist ein so günstiges, daß die meisten Mitglieder des Ca binets Washington verlassen konnten und erst morgen dahin zurückkehren. Während der ganzen vergangenen Nacht hat der Präsident ruhig geschlafen.

New-Vork. Der Gouverneur von Sonora ist von Indianern getödtet worden, außer ihm wurden noch 30 Mann von den Indianern nie dergemacht.

Afrika. Tunis, 18. Juli. 300 Berittene plünderten das einige Kilometer von Bardo gelegene Bordichikir, sowie einitze Ansiedelungen algerischer Staatsbürger, die Besitzungen des Beys und einiger tunesischen Beamten. Sie trieben die Kameele sowie anderes Vieh fort. Französische Truppen sind zu ihrer Verfolgung abgeschickt.

Aus Stadt und Land.

S. Friedberg, 19. Juli. Der Gemeinderath be schloß in seiner gestern stattgehabten öffentlichen Sitzung auf ein Gesuch der Besitzer des Volksbades um einen jährlichen Zuschuß, für das Jahr 1881 eine Subvention von 50 Mark zu verwilligen. Eine Vorlage des Groß herzoglichen Kreisamts über Regulirung des Abdeckerei wesens im Kreise Friedberg fand die Zustimmung des Gemeinderathes. Der Wittwe Lotz soll das vor ihrem Hause liegende Stückchen Land bis zur Baulinie käuflich abgetreten werden. Eine von G. Ulrichs Wittwe bean tragte Bauveränderung wurde nicht beanstandet. Die freiwillige Feuerwehr hat mittelst einer ihr aus den Ueberschüssen der Wetterauer Industrie-Ausstellung zu diesem Zwecke überlassenen Summe von 500 Mark eine Feuerspritze von der Stadt Darmstadt für 600 Mark gekauft. Die fehlenden 100 Mark sollen von der Stadt übernommen werden. Der Commandant der freiwilligen Feuerwehr lud die Mitglieder des Stadtvorstandes zu den Berathungen und Festlichkeiten des am 23. und 24. d. M. dahier stattfindenden Feuerwehrtages ein. Einige auf dieses Fest bezüglichen Anträge und Vorschläge wurden erledigt.

1. Friedberg. Daß unser Feuerwehrfest ganz nahe ist, merkt man an den ganz besonderen Vorbereitungen, die gerade in den letzten Tagen dafür getroffen werden. Unsere Feuerwehr macht Abends Uebungen, wobei sich jedesmal eine ziemliche Menge Zuschauer einfindet. Ganz besonders interessant aber sind die von großer Gewandt heit zeugenden Ausführungen am Steigerhaus; in kaum glaublicher Eile wird dasselbe erstiegen, im Nu ist ein Gerüst vor demselben aufgeschlagen, das auch in minu tiöser Geschwindigkeit erklettert wird und dergleichen mehr. Unseren Besuch am Festtag wird das Steigerhaus und die gewandten Exerecitien an demselben in hohem Grade interessiren. Dabei wird man, wie freilich bei allen Uebungen, die Ueberzeugung immer mehr gewinnen, daß unsere Feuerwehrleute arbeiten, ernsthaft und rasch ar beiten, und keine blos vergnüglichen Dinge treiben. D'rum zollen wir ihnen Anerkennung, Unterstützung und Dank. Man schenke darum ihren Leistungen mindestens Beachtung! Samstag Mittag wird das Feuerwehrfestleben beginnen; Sonntag Morgen in der Frühe aber erfährt es in hohem

Grade Verstärkung und Steigerung, denn da kommen die Vereine an und werden unter Böllerschüssen empfangen und theilweise unter den Klängen ihrer Musik in die Stadt und auf den Festplatz geleitet. In unserem vorigen Artikel haben wir den übrigen Verlauf des Festes ange geben. Auf Eins aber wollen wir unseren Besuch be sonders aufmerksam machen, das ist: doch ja nicht zu versäumen, die Vorträge der rühmlichst bekannten Kapelle Adam, die vierzig Mann stark auf dem Festplatze eon certirt, mit anzuhören. Um ein solches Concert zu hören, gibt Mancher viel Geld aus, und hier kostet es nur Pfennige. Einsender hofft, daß der Betrag des Eintritts für Abends bedeutend herabgesetzt werden wird. Benga lische Beleuchtung des Festplatzes wird in angenehmer Weise die Pausen der Musik und der Gesänge ausfüllen. Hoffentlich hält das seitherige gute Wetter über den Sonntag an, nur die Hitze könnte etwas nachlassen, das Fest wird dann in der allerschönsten Weise verlaufen.

Friedberg, 20. Juli. Wie durch einen Zauber schlag waren heute Nacht ½ nach 12 Uhr alle Fenster der Stadt erleuchtet. In Zeit von wenigen Minuten hatte sich ein solch rasender Orkan erhoben, daß es ge radezu grauenerregend war. Nach der Gluthhitze des gestrigen Tages befürchtete Jeder das Schlimmste. Das erwartete Gewitter kam jedoch nicht, es wetterleuchtete nur nach Norden und Nordwesten zu. Wo das Gewitter sich austobte, muß es entsetzlich gewesen sein, denn stun denlang dauerte das Aufleuchten der Blitze ohne jede Unterbrechung. Heute Morgen läßt sich der Schaden, den der Sturm anrichtete, erst übersehen: Aeste von Bäumen, herabgeschlagenes Obst, Dachziegel, Schorn steine, Fensterscheiben u. s. w. sind die traurigen Trophäen desselben.

k. Bad⸗Nauheim. In Ergänzung unserer früheren Mittheilungen über die letzte Regatta, geben wir nach stehend das genaue Resultat derselben. Am Start er schienen: 1. Rudergesellschaft Castel und Rudergesell schaft Oberrad, letztere siegte um eirea 4 Bootslängen. 2. Sachsenhauser Rudergesellschaft, welche allein uber die Bahn fuhr, da der Heidelberger Ruderelub sich zu rückgezogen hatte. Der Sachsenhauser Rudergesellschaft wurde der Preis zuerkannt. 3. Gießener Rudergesell schaft und Offenbacher Rudergesellschaft Undine. Nach hartem Ringen kam Gießen mit ca. 2 Bootslängen zu erst am Ziel an und erhielt den vom Großherzog ge stifteten Ehrenpreis. 4. Bei der Grönländer-Raee stegte G. Eiff von der Gießener Rudergesellschaft gegen Chr. Hinckel vom Wetzlarer Ruderelub um ca. 6 Bootslängen. 5. Rudergesellschaft Hanau und Ruderelub Wetzlar. Hanau siegte mit bedeutendem Vorsprung. Nach den Fahrten fand ein Schifferstechen statt, bei welchem die Gießener Rudergesellschaft zwei Preise erhielt.

m. Ossenheim, 19. Juli. In Folge der tropischen Hitze der letzten Tage starb dahier heute in Folge eines Sonnenstiches ein Arbeiter eines hiesigen Landwirthes auf dem Felde.

Heusenstamm, 17. Juli. Gestern Abend zog ein schweres Gewitter über unseren Ort. Der Blitz schlug in einen Nußbaum und von diesem aus in einen Stall. Dort war die Dienstmagd gerade mit dem Melken der Kühe beschäftigt, als der Schlag erfolgte. Die Magd kam mit einer starken Betäubung davon, sie war fast der Sprache beraubt. Drei Kühe wurden erschlagen.

Isenburg, 17. Juli. Gestern Abend erschlug der Blitz einen Ackersmann nebst Pferd auf dem Feld. Zwei auf dem Wagen sitzende Kinder kamen mit einer Betäub ung davon. In Mörfelden schlug der Blitz in eine Scheuer, ohne jedoch zu zünden.

Mainz, 17. Juli. Unsere Stadt und die Umgegend wurden gestern Abend von einem schweren Unwetter heim gesucht. Gegen halb 7 Uhr zogen sich mehrere Gewitter, vom Taunus herkommend, über unserer Stadt zusammen und bald raste ein furchtbarer Sturm, untermischt mit einem wolkenbruchartigen Regen und Hagel, über unsere Stadt. Die ganze Natur schien in Aufregung, von allen Seiten zuckten die Blitze und furchtbar rollte der Donner. Ueber eine Viertelstunde dauerte dieser Zustand, das Wasser in den Straßen glich einem reißenden Strom; über einen Fuß hoch wälzte es sich dahin und setzte Keller und viele Parterre-Räume unter Wasser. Der dahin rasende Orkan riß Alles, was nicht sehr befestigt war, zusammen; tausende von Fensterscheiben wurden zertrüm mert, die Straßen waren mit Glas, Blumenstöcken und Dachschiefern besäet, Schornsteine stürzten zusammen, es war mit einem Wort ein Bild der größten Aufregung. Als das Wetter vorüber war, konnte man erst den Schaden übersehen. Sowohl in Castel als auch in dem nahen Kostheim haben die Obstbäume durch den Sturm sehr gelitten, auch aus anderen Orten gehen uns ähnliche Hlobsposten zu. In Sörgenloch fielen Hagelkörner in der Größe von Haselnüssen, und haben dort die Wein berge sehr gelitten; die noch nicht geschnittene Frucht liegt wie zertreten danieder; in vielen Gemeinden ist die geschnittene Frucht, welche auf dem Felde lag, in alle Winde zerstreut worden. Der Hagelschlag hat glücklicher weise nur strichweise Schaden angerichtet, ebenso hat der Sturm nur einzelne Gemeinden geschädigt.

Gimbsheim, 17. Juli. Bei dem gestern stattgehabten Gewitter hat der Blitz in einen Stall eingeschlagen und in demselben zwei Kühe und eine Ziege getödtet. Der Stall und eine daneben liegende Scheuer sind abgebrannt.

Nierstein, 17. Juli. Auch der hiesige Ort wurde gestern von dem fürchterlichen Unwetter hart mitgenommen. Bei heftigstem Sturme fiel ein wolkenbruchartiger Regen, vermischt mit Hagel, dessen Geräufch nur von den im schnellsten Tempo aufeinander folgenden Donnerschlägen übertönt wurde. Soviel bis jetzt bekannt, schlug der

des hiesigen Ortes ein. Wörrstadt, 17. Juli.

Schornsheim schlug der Blitz in die katholische Kirche, in Folge dessen dieselbe bis zur Hälfte niederbrannte.

Blitz nicht weniger als fünfmal an verschiedenen Stellen

Das gestrige Gewitter hat 1 in hiesiger Gegend arge Verwüstungen angerichtet. In

Allerlei.

Frankfurt. Das hiesigeIntell.⸗Bl. berichtet: Wie verlautet, ist seitens der chilenischen Behörden jetzt die Auslieferung des Banquters Albert Sachs verfügt worden und wird derselbe vermuthlich schon im Sep tember er. hier eintreffen. Der Transport zur See soll auf dem KriegsschiffeAriadne stattfinden. Der Bruder Wilhelm Sachs ist noch nicht wieder ergriffen worden. Die Auslieferungs-Verhandlungen schwebten seit dem 13. August v. J., an welchem Tage die beiden Flücht⸗ linge festgenommen wurden.

Biebrich, 16. Juli. In die dunkele Mordaffatre ist bereits heute insofern einiges Licht gebracht, als die Kleider des Ermordeten von dessen Stieftochter reeognos eirt worden sind. Der Ermordete war Flößer und wurde Franzel genannt, sein richtiger Name soll Franz Albano Franziskano lauten.

New⸗NVork, 17. Juli. Ein heftiger Orkan hat gestern Nachmittag fast die ganze Stadt Neu-Ulm in Minnesota zerstört und auch sonst großen Schaden ange richtet, insbesondere viele Häuser niedergeworfen. Die Zahl der getödteten oder verletzten Personen soll eine sehr große sein. Detaillirte Nachrichten fehlen, weil die Telegraphenverbindung unterbrochen ist. Die vom Orkan heimgesuchte Gegend ist meist von Deutschen bewohnt.

Kalte und warme Getränke und Speisen.

Ueber die Schädlichkeit des Genusses heißer Speisen und Getränke veröffentlicht Dr. Glaser im Journal für öffentliche Gesundheitspflege einen Artikel, der so viel Beherzigenswerthes enthält, daß wir es angebracht halten, denselben unsern Lesern und besonders auch den verehrten Leserinnen im Auszuge mitzutheilen.Es ist nicht zu glauben, wie hartnäckig die Hausfrau und Köchin gerade an dem Unfuge, die Erzeugnisse des häuslichen Herdes nur in heißem Zustande kauen und verschlingen zu lassen, mehr als an allen übrigen Küchensünden festhalten; das Auf tischen der Speisen in Halbgluth ist zu einem Küchenlaster geworden. In diesem Punkte ist mir noch nie und nirgends, selbst in meiner eigenen Familie nicht, gelungen, ein erträgliches Uebereinkommen zwischen Hausfrau und Tisch gesellschaft zu Stande zu bringen. Einmal, als mir's zu bunt wurde und Suppe und Kaffee immer wieder greischend vor Gluth auf den ge deckten Tisch gebracht wurden, nahm ich das Thermometer von der Wand und versenkte es zum Schreck der Hausfrau in die volle Suppen schüssel. Das half. Das Thermometer zeigte 700 C., 32 mehr als die Blutwärme. Eine Brühe aber von 70% C., welche man sich unge straft nicht über die Füße gießen kann, eine solche Glühbrühe sich auf die Zaͤhne und Zunge wie in einen Abkühlofen zu gießen daß so Etwas Thierquälerei sei, müßte eigentlich Jeder ein sehen, und doch leuchtet es fast Niemanden ein. Einen minder empfindlichen Körpertheil als die Mundschleimhaut und den Zahnschmelz, nämlich die äußere Haut, in einem Badewasser von ähnlich hoher Temperatur zu baden, das würde gleich bedeutend mit Tödtung des ganzen Menschen sein; und die Mundhöhle, mit Allem was darin ist, muß sich solch unbarmherziges Verbrühen, nur weil es nun einmal zur Kuͤchenmode, zur Küchentyrannei der Hausfrau gehört, gefallen lassen. Wie pedantisch läßt der Kurbadende mit dem Thermometer sich die 25 oder 280 C. seines Hauptbades abmessen! Wie würde er, und zwar mit Recht, schimpfen, wenn der Bade diener ihm das Wannenbad auf 500 C. erhitzte! Und dieser nämliche Badegast badet tagtäglich beim Diner Mundhöhle und Wangen mit einer Brühe und mit Brocken von 600 und noch darüber und denkt sich Nichts und fürchtet Nichts dabei. Den Köchinnen diese ihre Heißblütigkeit im Auftischen der Mahlzeiten abzugewöhnen, ist der Zweck des gegenwärtigen Winkes. Es ist gar lustig anzuschauen, wie an einer Mittags tafel Jeder bei den ersten Löffeln Suppe, die er zum Munde führt, seine besonderen Grimassen schneidet; unbewußt runzelt er die Stirn und verzieht alle Wangen- und Kinnmuskeln. Ich habe mir manchmal photographische Augenblicks

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