Ausgabe 
18.8.1881
 
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1 Vereinigten Azegeben.

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enthaarte Schw Dampf gehoben und nach einer Bank geschoben,

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ein, diesmal an der Nase, durch wo es geöffnet wird. Lungen, Herz und Leber werden zur Wurstbereitung zur Seite gelegt. Auf der nächsten Bank wird der Kopf abgehauen. Sein Inhalt, Gehirn, Augen u. s. w., kommt in den Fettbehälter und die Zunge wird zum Präserviren in Büchsen besonders aufbewahrt. Der enthauptete Körper wandert nun zum Ab kühlen in die Eiskammer, nachdem er der Länge nach getheilt ist. Die ganze Zeit, welche man braucht, um ein Schwein zu ergreifen, zu schlachten, zu enthaaren, zu zerhauen und in den Kühlraum zu bringen, dauert nur 15 Min. Im Küblraume, in dem die Schweine bataillons weise nebeneinander liegen, herrscht eine Tempe ratur von etwa 4 Grad Réaumur und große, durch Dampf getriebene Leinwandflügel erhalten einen beständigen Luftzug. Nachdem hier die erste Abkühlung erfolgt, kommen die Schweine, immer an der Welle fortgleitend, in die 400 Fuß lange und 200 Fuß breite Eiskammer, wo eine 20 Fuß starke Eislage eine Temperatur von 2 Grad Réaumur erzeugt. In diesem Raume bleiben die Körper 30 Stunden. Damit aber hört die Maschinenthätigkeit auf und die steifen Körper kommen nun unter die Behandlung durch Menschenhände. Die Schweinehälften werden auf eine Bank vor die Zerleger gebracht und mit einem mächtigen Beilhiebe trennen die mit diesem Geschäfte betrauten Fleischer erst die Schinken, dann die Schultern mit den Vorderbeinen ab, so daß eine rechteckige Speckseite übrig bleibt. Diese Beilführer, die um keines Haares Breite fehlschlagen, sind lauter Enakskinder von ge waltiger Muskelkraft. Die etwa 56 Pfund im Durchschnitte wiegenden Speckseiten werden nun eingesalzen, in Haufen von 20 Stück auf einander gestapelt und, nachdem sie 3 Wochen gelegen, zu 10 Stück in lange Kisten verpackt, um ver schickt zu werden. Das Räuchern der Schinken bietet kein besonderes Interesse, wohl aber die ebenfalls großartig betriebene Wurstfabrikation. Die Abfälle der Schinken, das Fleisch der Beine, Herz, Leber, Lunge bilden das Rohmaterial, das mittelst durch Dampf getriebener Schneide maschinen zerkleinert wird. Frankfurter-, Blut und Leberwurst, Bologneser- und Lyonerwürste

werden hier bereitet und auch die Sulzen fabri zirt man aus dem Kopffleische unter Zusatz von Gewürzen recht schmackhaft. Sie kommen in Blechbüchsen in den Handel. Nebenprodukte dieser großartigen Schlächterei sind das Fett, das in der besseren Qualität als Nahrungs mittel dient, in der geringeren als Schmiere, und das Blut. Letzteres wird getrocknet und in die Zucker-Raffinerien und Düngerfabriken verkauft, wo es wegen seines starken Stickstoff gehaltes gesucht ist. Die Knochen kommen eben falls, nachdem ihnen das Fett entzogen ist, in die Düngerfabriken. Alles findet seine Ver wendung.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 17. August. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10 1.30, Eier 1 Stück große 6 Pf., 2 Stück kleine 11 Pf.

Gießen, 16. August. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1. 1.05, Eier 1 Stück 56 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 56 Pf., Tauben das Paar 6070 Pf., Hühner per Stück M. 0.80 1.30, Hahnen ver Stück M. 0.50- 0.85, Enten per Stück M. 1.30 1.50, Gänse per Stück M. 4.505, Ochsenfleisch 66 Pf. ver Pfund, Kuh- und Rindfleisch 46 50 Pf., Kalbfleisch 44 46 Pf., Hammelfleisch 60 70 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗

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starke Thätigkeit der Contremine bemerkbar, die, vom Creditacetlen ausgehend, alle Marktgebiete beeinflußte. Faß bare Ursachen für die Verflauung des Effeets wurden nicht bekannt, doch wollte man wissen, daß die Bilanee nicht ganz die hochgeschraubten Erwartungen der Speeu⸗ lation befriedigen würde. Ferner verstimmten die Be⸗ richte von einer bevorstehenden Disconto-Erhöhung der englischen Bank. Das Geschäft in Creditactien war sehr bewegt. Dieselben büßten 4 fl. ein und schlossen wieder 1 fl. höher. Staatsbahnen verloren fl. Lombarden relativ fest. Creditaetien, gestern Abend 318, wurden à 31714½ 15/8 14% 15% umgesetzt. Staats⸗ bahnactien, gestern Abend 319%, gingen à 317 bis ½ bis 317% um. Lombarden, gestern Abend 126, wurden à 125½/ 4% und gehandelt. Galizier, gestern Abend 288 variirten à 2875// und /. Von österr. Bahnen Nordwest belebt. Elbthal etwas matter. Elisabeth fest. Andere österr. Bahnen matter, besonders Dux-⸗Bodenbacher. Deutsche Bahnen ruhig. Schweizerische Actien beliebt. Gotthard steigend. Centralbahn höher. Banken matter. Dresdener, Basler Bankverein und Effectenbank fest. Ausländische Fonds wenig verändert. Amerikanische Prioritäten schwächer. Im Verlaufe der Börse verlautete, Garfield sei gestorben. Deutsche Fonds fest. Wechsel wenig verändert. Privatdisconto%

toffeln 100 Kilo M. 78, Zwiebeln per Ctr. M. 7-10.

Frankfurt, 15. August. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4 M. 28.50, Nr. 5 M. 25.50, Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27.50 28, do. 1.(Berl. Marke) M. 26.50, do. 2.(Berl. Marke) M. 22., Weizen, eff. hiesiger, ab Bahnhof hier M. 25., ab unserer Umgegend M. 24.25 bis 24.75, do. fremder je nach Qual. M. 23.50 24.75, Roggen je nach Qual. M. 20. 20.25, Gerste M. 18. 20., Hafer M. 15.16., Kohlsamen M. 27.50 28.50, Erbsen M. 19. 27., Linsen M. 20 40, Bohnen, weiße, M. 23 25, Rüböl, detail, M. 64. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo.

Frankfurt, 15. August. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 320 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 63.66., 2. Qual. M. 60.62., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 54.55., 2. Qual. M. 45.50., Kälber 1. Qual. M. 35. 45., 2. Qual. M. 40.50., Hämmel 1. Qual. M. 58.60., 2. Qual. M. 40. 50. Schweine wurden in letzter Woche ca. 560 Stück eingeführt und mit 62 63 Pf. per Pfund bezahlt.

D. Frankfurt a. M., 16. Aug. Unter dem Ein⸗ fluß matter Wiener Course war in der gestrigen Abend börse eine Ermattung eingetreten. Dieselbe gewann heute, da Wien weitere flaue Course, besonders für Creditaetien sandte, an Intensität. Es machte sich augenscheinlich eine

Geld⸗Caurs. Frankfurt am 16. August 1881. 20 Frankenstücke.. WMW. 16 2327 do. in e ß Englische Sovereigns.% 20 3843 Russische Imperi ales.% 16 6873 Nan;88 9 5559 5 al marco. 3 9 5863 Dollars in Gold 53 128.

Bekanntmachung. Herrn Gastwirth Baßmann in Okarben wurde eine amtliche Verkaufsstelle für Postwerthzeichen übertragen. Groß⸗Karben den 17. August 1881. Kaiserliches Postamt. 0 V.

J. V.: Drißler.

Israelitischer Sottesdienst in Friedberg. Beginn: Freitag Abends 6¼ͤ Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr.

An die Herren Bürgermeister des Kreises. Formular zur Einquartierung

(Liste: Titel und Einlagen, Quartierbillette) ist vorräthig.

0 Carl Bindernagel.

0 Aufgebot. 2149 Elise Pestel, ledig in Friedberg, ist ohne Testa ment verstorben und würde deren Nachlaß nach gesetz lichen Bestimmungen ihrem unbekannt wo? abwesenden Bruder Franz Erwin Eugen Joseph Pestel, vormals Kaufmann in Bingen, erblich zufallen. Zur Zeit sind nun als die hlernächst berechtigten Erben die Enkel des verlebten Baron Ernst von Moy in Innsbruck aufze treten und werden auf Antrag des Großh. Rechtsanwalts Curtman dahier, welcher für die Mehrzahl jener Interessenten als Anwalt legitimirt ist, der oben er⸗ wähnte Fr. E. E. J. Pestel eventuell dessen Leibeserben aufgefordert, im Termin Mittwoch den 31. August l. I., Vormittags 10 Uhr, Erklärung über Antretung oder Ausschlagung der fraglichen Erbschaft abzugeben, als sonst Verzicht angenommen und der Nachlaß den auf getretenen Interessenten überlassen werde. Friedberg am 11. Juni 1881. Großherzogliches Amtsgericht Friedberg. Herzberger. Hohenstein, Huͤlfs⸗Gerichtsschreiber.

Faselochs⸗Versteigerung.

2822 Nächsten Donnerstag den 18. August J. J., Vor⸗

*

mittags 11 Uhr, läßt die Gemeinde Vilbel einen sehr gut gehaltenen zum Schlachten geeigneten Faselochsen auf dem Rathhause öffentlich meistbletend versteigern. Vilbel den 16. August 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Vilbel. Hinkel. Jagd-Verpachtung. 2826 Mittwoch den 31. August lfd. J., Vormittags 10 Uhr, soll auf hiesigem Rathhause die Jagd in dem 600 Hectaren haltenden Mockstädter Markwalde auf weitere 6 Jahre verpachtet werden. Nleder-Mockstadt den 16. August 1881. Großherzogliche Bürgermeisteret Nieder-Mockstadt. Reuther.

Lehrling sucht

Friedberg. Friedr. Fuendeling.

2717

22 282 In der Strafsache* wider

1) Anna Melches von Bochold, jetzt in Dorheim,

2) Karl Martin Schudt's Ehefrau von Dorheim,

3) Valentin Kimpel von Hopfmannsfeld, jetzt in Bornheim, wegen Verfälschung von Nahrungs- mitteln resp. Verkaufs verfälschter Nahrungsmittel,

hat Großherzogliches Schöffengericht Friedberg in seiner

Sitzung vom 13. Juli 1881 durch Urtheil zu Recht er⸗ kannt: 1) die Angeklagte Karl Martin Schudt's Ehefrau von Dorheim wird in eine Geldstrafe von Einhundert (100) Mark, eventuell 10 Tage Gefängniß; 2) die Angeklagte Anna Melches von Bochold, jetzt zu Dorheim, und Valentin Kimpel von Hopfmannsfeld,

je zwanzig Mark, eventuell in eine Gefängnißstrafe von je zwei Tagen verurtheilt;

3) den drei Angeklagten werden die Kosten des Ver- fahrens zu gleichen Theilen und zwar bezüglich der dem Staate erwachsenen baaren Auslagen unter Haftung als Gesammtschuldner zur Last gesetzt. Zugleich wird angeordnet, daß das Urtheil auf Kosten

der Schuldigen einmal im Oberhessischen Anzeiger ver

oͤffentlicht wird.

In Gemäßheit Schlußsatzes dieses Urtheils wird das⸗ selbe in seinem entscheidenden Theile hiermit zur oͤffent lichen Kenntniß gebracht.

Friedberg am 13. August 1881.

Hohenstein, f Hülfsgerichtsschreiber Großh. Amtsgerichts Friedberg.

* 275 H. v. Gimborn's

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Sitzung vom 3. Mai 1881 resp. die Strafkammer Groß⸗ herzoglichen Landgerichts der Provinz Oberhessen in ihrer 5

jetzt zu Bornheim, werden in eine Geldstrafe von[e

Handlungen. 23

Geschäfts-Empfehlung.

Ich zeige hiermit ergebenst an, daß ich die Reparatur aller Arten von Pumpen auf's Beste besorge. Vilbel im Juli 1881.

2657 G. Fr. Klöß, Pumpenmacher.

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