Petitionen überreicht gegen jede ernstliche Ab— änderung der Landbill durch das Oberhaus. Nach Beantwortung verschiedener Fragen durch Staatssecretär Dilke beantragt Gladstone, die Amendements vom Oberhaus in Erwägung zu ziehen. Parnell fragt, ob der Minister nicht vorher erklären wolle, was die Regierung be— schlossen habe. Gladstone erwiedert, Angesichts der complicirten Fragen sei es besser, die Amen— dements getrennt zu behandeln. Einige Irlän— der und Radicale sprechen darüber ihre Unzu— friedenheit aus, weil sie einen Rückzug oder Compromiß der Regierung mit dem Oberhaus befürchten. Gladstone wünscht den Compromiß auf die Verhandlungen nicht angewendet Das Haus habe der Regierung bisher vertraut; es möge ihr auch ferner vertrauen. Der Antrag von Gladstone wird angenommen. Die Regier— ung verwarf mehrere Zusatzanträge des Ober— hauses und modificirte andere, wogegen sie einige andere acceptirte. Die meisten Concessionen an das Oberhaus wurden entweder von den An— hängern Parnell's allein oder von diesen und einem Theil der Radikalen bekämpft, aber stets mit großer Majorität durchgeführt. Unter den Zugeständnissen ist als wichtigstes dasjenige zu bezeichnen, welches den Grundbesitzern das Recht gibt, bei dem Gerichte die Feststellung einer billigen Pacht zu beantragen, doch nur in dem Falle, wenn eine Erhöhung der Pacht gefordert ist oder man sonst zu keinem Arrangement mit dem Pächter betreffs billiger Pacht kommen konnte; ferner, daß kein Geld oder Geldeswerth von dem Pächter für das Pachtrecht bei Ueber— nahme des Pachtes entrichtet werde und dieses die Basis für die Pachtreduction bilde; endlich willigte die Regierung ein, den Paragraphen zu streichen, wonach die gerichtliche Eintreibung der Schulden gestundet werden soklte, wenn der Pächter die Feststellung einer billigen Pacht nach— sucht. Dies gab Anlaß zu einer lebhaften De— batte, bei welcher die Parnelliten die Regierung anklagten, daß sie die Flagge vor dem Ober— hause gestrichen habe. Schließlich wurde der Antrag der Regierung mit 196 gegen 70 Stim— men angenommen.— 16. Aug. Das Ober— haus nahm nach kurzer Debatte die irische Landbill so an, wie sie gestern aus der Be— rathung des Unterhauses hervorgegangen ist. Lord Salisbury erklärte sich zufrieden mit den Aenderungen; er schiebt aber die ganze Verant— wortlichkeit für das Gesetz auf das Unterhaus.
Italien. Rom, 14. Aug. Der Cardinal La Balletta vollzog heute in der Kirche Trinita dei Monti die Weihe an Dr. Korum und vier neuen italienischen Bischöfen
— Die Einnahme des Staatsschatzes in den ersten sieben Monaten von 1881 weist gegen die gleiche Periode des Vorjahres ein Mehr von 31½ Million auf.
Genua, 14. Aug. Bei dem heute hier abgehaltenen Meeting gegen das Garantiegesetz verbot der anwesende Polizeiinspector nach Ver— lesung mehrerer Zustimmungserklärungen demo— kratischer Vereine die weitere Fortsetzung und ließ das Theater räumen.
Türkei. Constantinopel, 13. Aug. Der italienische Botschafter Graf Corti hatte heute auf Einladung des Sultans eine längere Pri— vataudienz bei demselben; nach derselben wurde der Botschafter zum Diner geladen.
Rußland. Petersburg. Der Minister des Innern hat, wie officiell mitgetheilt wird, ver— fügt, daß der in Moskau erscheinenden Zeitung „Rußky Kurjer“ die dritte Verwarnung ertheilt und daß die Herausgabe derselben auf vier Mongte suspendirt werde.
Amerika. Washington, 15. Aug. Ein Bulletin von heute sagt: Der Präsident hat diese Nacht schlecht geschlafen. Es sind Magen— beschwerden eingetreten mit häufiger Neigung zum Erbrechen. Seit drei Uhr ist der Patient etwas ruhiger; doch leidet er fortwährend an Magenbeschwerden. Nach einer Mittheilung der Aerzte Garfield's an die New-Porker Zeitungen ist der Zustand der Wunde ein zwar fortgesetzt
guter, welcher zur Zeit keine Störungen verur— sachen werde, man könne indeß nicht mit der Thatsache zurückhalten, daß Präsident Garfield sich in sehr großem Schwächezustand befinde, welcher große Besorgnisse errege; der Magen versage die Dienste, die Nahrung müsse dem— selben durch Injection zugeführt werden.— 16. August. Garfield schlief ziemlich gut und ruht gegenwärtig ohne Anwendung schmerzstillen— der Mittel. Die gastrische Reizbarkeit wird indessen als äußerst ernste Complication ange— sehen. Die Staatssekretäre Lincoln und Blaine sind herberufen worden.
Aus Stadt und Land.
S. Friedberg, 16. Aug. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderaths wurde die Rechnung des Augustiner-Schulfonds für 1880 vor— gelegt und genehmigt. Die Niederschlagung der unein— bringlichen und erlassenen Gemeindeausstände für 1880 im Gesammtbetrag von 854 Mark soll bei Großh. Kreis— amt beantragt werden. Eine Zuschrift der Besitzer des Volksbades, worin sie eine seitens der Stadt bewilligte Subvention von 50 Mark ablehnen, wird zur Mittheil— ung gebracht. Bei der Sedanfeier im Jahr 1880 ist ein Defieit von 43 Mark entstanden, welches auf die Stadtkasse übernommen wird. Der Bürgermeister theilt bei dieser Gelegenheit mit, daß der Sedantag auch in diesem Jahre durch ein Jugendfest gefeiert werden solle und bittet die Mitglieder des Stadtvorstandes sich an den bezüglichen Comitésitzungen zu betheiligen. Der Armen— Commission wird die Erlaubniß ertheilt, den Wasserabfluß aus dem neuen Hospital in einem unterirdischen Canale in den Seebach abzuführen. Das Abbrechen der noch stehenden Mauern am ehemaligen Knorr'schen Hause und das Planiren des Platzes wird den Wenigstfordernden genehmigt. Die der Stadt gehörende Knorr'sche Scheuer soll nochmals als Bauplatz versteigert und bei annehm— barem Gebote sofort die Genehmigung ertheilt werden. Der Bürgermeister machte darauf die Mittheilung, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit seiner Familie vom 7. September an auf einige Zeit Residenz im hiesigen Schlosse nehmen werde. Die Stadt werde es sich zur Ehre rechnen, den Allerhöchsten Herrschaften einen feier— lichen Empfang zu bereiten. Der Gemeinderath erklärte sich damit einverstanden, daß zur Vorbereitung und Aus— führung der festlichen Veranstaltungen ein besonderes Comité gebildet wird und daß demnächst die Vorstände der hiesigen Vereine zu einer Besprechung eingeladen werden sollen.
Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen für das 3. Quartal beginnen am 19. September, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorsitz des Landgerichtsraths Dr. v. Schmalkalder.
Schotten. In Folge neueren Beschlusses des hiesigen Gemeinderaths wird im Einvernehmen mit dem Präsidium des landwirthschaftl. Provinzialvereins das landwirthschaftliche Fest definitiv am 1. und 2. September abgehalten werden.
Allerlei.
P. A. Frankfurt. Die schon früher angekündigte Javanische Sendung für unsere Ausstellung ist jetzt ein— getroffen. Die Auspackung hat sofort begonnen und wird in wenig Tagen vollendet sein. Sie wird im balneologischen Gebäude untergebracht werden, das da— durch einen nenen und jedenfalls sehr interessanten An— ziehungspunkt erhält.
Rüdesheim, 11. Aug. In der gestrigen Bürger⸗ ausschuß⸗Sitzung kam der projeetirte Vertrag zwischen der Gemeinde Rüdesheim und dem Banquier Stern aus Köln betreffs der Anlage einer Pferde- resp. Zahnrad— bahn nach dem Niederwalde zur Vorlage. Der Vertrag wurde im Principe fast einstimmig gebilligt und eine Commission beauftragt, mit einem Rechtsanwalte behufs näherer Berathung des Vertrags in Verbindung zu treten, um in der nächsten Bürgerausschuß-Sitzung einen defini⸗ tiven Beschluß fassen zu können. Nach dem vorliegenden Vertrage beabsichtigt der Unternehmer, von dem Bahnhofe Rüdesheim durch die Rhein- und Grabenstraße bis zum Engerweg(Fahrweg nach dem Niederwalde) eine Pferde— bahn und von da über den Kreuzberg bis in die Nähe des Tempels eine Zahnradbahn anzulegen.
Schlüchtern. Von der Kissinger Polizeibehörde wurde auf die hiesige Bürgermeisterei eine Probe Preisel— beeren eingesandt und gleichzeitig bemerkt, daß dieselben noch unreif seien, daß ihnen aber auf künstlichem Wege das Aussehen von vollständig reifen beigebracht worden sei. Auf Grund einer genauen Untersuchung sei fest⸗ gestellt worden, daß der Genuß derselben äußerst gesund—⸗ heilsschädlich sei, event. sogar wie Gift wirke. Dem Publikum wird deshalb beim Ankauf von Preiselbeeren die größte Vorsicht anempfohlen.
Stettin, 16. Aug. Gestern Abend haben hier Ruhestörungen stattgefunden; eine Menge von etwa 800 Menschen durchzog unter Hep-Hep-Rufen die Straßen. Die Polizei schritt ein und verhinderte Exeesse und Be— schädigungen von Eigenthum. Es wurden 40 Verhaft— ungen vorgenommen.
Arth, 13. Aug. Bei der Ankunft des Zuges der Arth-Rigi-Kulmer Bahn in Arth ereignete sich heute ein Unfall, welcher von den verhängnißvollsten Folgen für die Bewohner hätte sein können. Die Locomotive ent—
gleiste und fiel in einen Abgrund, die Waggons blieben glücklicherweise auf dem Geleise und konnten zum Stehen
gebracht werden. Die Passagiere kamen mit einem aller⸗ dings nicht geringen Schrecken davon.
Marfeille, 15. Aug. Bei den gestern hier abge⸗ haltenen Stiergefechten brachen die Bänke der Arena ein, wodurch 12 Personen getödtet und 150 verwundet wurden.
Die amerikanische Schweineschlächterei.
Die„Kreuzztg.“ enthält die folgende Ori— ginalmittheilung aus den Vereinigten Staaten. Die Zahl der Schweine in den Vereinigten Staaten wird auf 35 Million angegeben. Die enormen Mais-Ernten, welche das haupt— sächlichste Schweinefutter liefern, waren die Ursache, daß sich die Schweine in den letzten Jahren um durchschnittlich anderthalb Million das Jahr vermehrten und in der That beruht auch die Schweinezucht wesentlich auf dem Er— trage der Maisfelder. Nur wenige Schweine werden von den Farmern selbst geschlachtet und eingesalzen; beiweitem die meisten wandern in die großen Schlächtereien, zu den„Packern“. Diese Industrie ist erst 25 Jahre alt und wurde früher nur im Winter betrieben, jetzt aber, wo Eis leicht und überall zu haben ist, werden wenigstens 5 Million Schweine auch im Sommer geschlachtet und„verpackt“. Während im Jahre 1876 die Zahl der verpackten Schweine noch 10¼ Million betrug, stieg dieselbe 1879 bereits auf 14½ Million, wozu noch 200,000 in Canada geschlachtete Schwelne kommen, alle zusammen etwa im Gewichte von 25 Million Centner. Die Hauptsitze der Schweineschlächterei sind die großen Städte des Westens, Chigago, Cincinnati, St. Louis, Milwaukee, Louisville und Indianapolis; auf Chigago allein fällt ein Drittel aller geschlachteten Schweine, deren Zahl dort im vergangenen Jahre 5 Million betrug. Dort sind 25 Etablissements in diesem Geschäftszweige beschäftigt, darunter das Haus Armour& Comp., das größte, das 1879 allein 1 Million Schweine schlachtete und verpackte. Im Sommer werden dort an einem Tage oft 10,000, im Winter aber 20,000 Schweine ge— schlachtet und an manchem Tage versendet dieses Haus auf den direkt bis in sein Riesen-Etablissement reichenden Eisenbahnsträngen 40,000 Centner Schweinefleisch. Das Etablissement von Armour & Comp. bedeckt 14 Acres Land und besteht aus vierstöckigen Gebäuden, die fortwährend zu— nehmen. In ihm werden im Sommer 2000, im Winter 3500 Arbeiter beschäftigt, welche große Zahl nothwendig ist, um die ganze Arbeit, vom Schlachten bis zum Versenden, an einem Tage vollenden zu können.
Die Schweine holt sich der„Packer“ vom Markte. In Chigago werden oft 60,000 bis 80,000 fette Schweine an einem Tage ange— trieben, welche vor der Zukaufstellung genau gewogen werden. Sind die Schweine gekauft, werden sie direkt über die sogenannte„Seufzer— brücke“ nach dem dritten Stock eines Gebäudes getrieben, wo das Schlachten beginnt. Jedes Thier erhält, ehe es in den Schlachtraum ge— trieben wird, eiserne Ringe um die Hinterfüße. Ein von einer eisernen Welle herabhängender Haken wird in diese Ringe gelegt, der das Schwein aufhebt und das an den Hinterfüßen hängende Thier in den Schlachtraum befördert, wo der Fleischer ihm mit einem kurzen Messer die Halsarterien öffnet und das Blut in einen Canal ablaufen läßt. Das todte Schwein, noch immer an seinen Ringen hängend, wird daun weiter befördert und gelangt in ein großes Faß mit siedendem Wasser, wo es mit 9 oder 10 anderen 3 Minuten bleibt, um alsdann von einer eisernen Zange gefaßt und auf eine Tafel gelegt zu werden. Diese taktmäßig ineinander— greifenden Arbeiten werden durch Dampfkraft vollführt, ebenso die nun folgende Eutfernung der Haare. Es sind 48 in verschiedenen Stell— ungen angebrachte Messer, die das Schwein in wenigen Minuten ganz rein schaben und die Borsten sauber auf einen Haufen legen. Ströme von Wasser werden fortwährend über das Thier ausgegossen, um alle Reste von Haaren oder Schmutz zu entfernen. Wiederum wird nun das
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