Ausgabe 
18.6.1881
 
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einer über 20,000 zählenden Menschenmenge enthusiastisch begrüßt. Der Fürst empfing De putationen aus Beocovatz, Orcanie und Voratza, welche Adressen überreichten, worin die Zustim mung zu den vom Fürsten gestellten Bedingungen ausgesprochen wird. Mehrere Deputationen von Natlonalreservisten trafen während der Reise des Fürsten zur Beglückwünschung desselben ein. In Kurzem wird ein Decret des Fürsten Alexander erwartet, welches ein Plebiscit anordnet, bei welchem die Bevölkerung aufgefordert werden wird, sich für oder gegen die Aufrechterhaltung des Fürsten auf dem bulgarischen Thron zu er klären. Ein Protokoll wird das Ergebniß der Berufung an das Volk verzeichnen, worauf die Wahlen abgehalten werden. Die Wahlen zur National-Versammlung sind vorläufig auf den 26. Juni in Aussicht genommen.

Griechenland. Athen, 16. Juni. Das Cabinet ist jetzt durch die Ernennung Roma's zum Cultusminister, Kikaki's zum Justizminister und Athanassiadi's zum Finanzminister vervoll ständigt worden.

Aus Stadt und Land.

r. Friedberg, 16. Juni. Heute Nachmittag er tranken beim Baden am sogenannten Kinderstuhle zwei Knaben im Alter von 14 und 16 Jahren. Beide waren sehr beanlagt und die Freude ihrer Angehörigen.

G. Nieder⸗Wöllstadt, 16. Juni. Heute Nach- mittag brach durch die Unvorsichtigkeit zweier Kinder von 4 und 6 Jahren in der Hofraithe des Gutsbesitzers und Landtagsabgeordneten Fr. Weith dahier Feuer aus, das in kurzer Zeit dessen beiden Scheuern vollständig ein⸗ äscherte.

Allerlei.

P. A. Frankfurt. Der 15. Juni gehörte zu den bis jetzt am zahlreichsten besuchten und überhaupt zu den brillantesten Tagen der Ausstellung. Tausende drängten sich sowohl im Ausstellungspalaste und im balneologischen Gebäude, als auch im Garten selbst, speeiell an der elektrischen Eisenbahn und vor den Anneybauten. Gegen 2 Uhr war in beiden Restaurationen kaum ein freier Platz zu finden. Dasselbe galt Nachmittags von den Kaffeehäusern und Bierpavillons. Auch die neu eröffnete Blumen ⸗Ausstellung und die damit verbundenen prächtigen Anlagen der Gartenbau-Gesellschaft zogen eine große Menschenmenge an sich.

Wiesbaden. DemRh. K. entnehmen wir: Aus Nizza werden uns Ausschnitte aus dortigen Blättern ge schickt, in welchen ganz ungeheuerliche Dinge aus Wies baden berichtet werden. Danach sollen hier zahlreiche Verhaftungen stattgefunden haben. Seit einiger Zeit schon hätte die deutsche Polizei geheimnißvolle Andeut⸗ ungen über ein Complot gegen den Kaiser Wilhelm er halten. Nach bestimmten Nachrichten solle derselbe im Laufe des Monats Juni ermordet werden. Vor einigen Tagen habe er persönlich die Abschrift eines nihilistischen Manifestes an den Zaren Alexander 111. erhalten. Diese nihilistische Proelamation hätte ihn lebhaft angegriffen. Unter den verhafteten Personen seien einige, die schon Rede hätten stehen sollen, aber nur ausweichend geant⸗ wortet hätten. In einem Hause der Stadt habe man eine große Quantität Pulver und Bomben beschlagnahmt. Der Eindruck auf den Kaiser sei der allerschlimmste ge wesen, die Bestürzung in Berlin groß, die große Truppen⸗ revue in Potsdam deßhalb abgesagt u. s. w. Daß die Ausstreuung von solchen Unwahrheiten dem Besuch von Wiesbaden nur schaden kann, liegt auf der Hand; sie sind indeß nur der französische Aufputz von Sensations⸗ nachrichten, die einigen deutschen Blättern von hier aus berichtet wurden.

München. Aus Frankenheim wird dem Münchener Frdbl. geschrieben:Vom hiesigen Orte trug ein Orts bürger ein Kind in einem Büchsenranzen nach Weidenthal zur Taufe, verlor(I) es aber unterwegs in strömendem Regen. Nachdem er seinen Verlust bemerkt, kehrte er um, fand es noch am Wege unversehrt liegen und brachte es, nachdem er es im Wirthshause abgewaschen, zur Taufe. Bis jetzt befindet sich der Täufling im besten Wohlsein.

Zürich. Ueber ein, am 13. Juni stattgehabtes Erd⸗ beben hört man: Am heftigsten scheint es in Bex gespürt worden zu sein. Demselben ging ein Geräusch voraus, ähnlich dem Gesumme einer fernen Volksmenge, dann folgte zuerst ein schwaches, dann stärkeres Krachen. Die Leute befanden sich wie unter einem Alpdrucke. Manche bekamen Ohrensausen, andere fühlten krampfhafte Schmer⸗ zen in der Gegend der Herzgrube. Die Erschütterung war so groß, daß einige Holzstöße umfielen. In Mon⸗ treux schlugen die Glocken an und manche Häuser krachten. Von Lausanne erhalten wir die Notiz, daß die Stöße in der Richtung von Südost nach Nordwest erfolgten und sogar einige kleinere, im Hause unseres Correspondenten befindliche Glocken zum Anschlagen brachten. Ein anderer Stoß wurde um Uhr verspürt. Ueber die Richtung, welche das Erdbeben genommen hat, lauten die Nach⸗ richten noch verschieden; doch stimmen die meisten darin überein, daß der Stoß von Westen nach Osten ging.

Paris, 15. Juni. Die Delegirten der parlamentari⸗ schen Commission für den Simplon-Durchstich reisen morgen ab. Sie gehen nach St. Mauriee, über den kleinen Bern⸗

hard nach dem Thal von Aosta. Sie werden am Sonn⸗ ba in Malland eintreffen und über den Simplon zurück ehren. 5

Bouillon. Den 1870-1871 hier gestorbenen und begrabenen deutschen Soldaten ist hier ein Denkmal er⸗ richtet worden. Es wurde von dem deutschen Comite dem Schutze der städtischen Behörden übergeben.

Rom, 16. Juni. Bischof Stroßmayr und der Agramer Canonikus Roki sind gestern hier eingetroffen, um die Hierherkunft der Ende Juni erwarteten großen slavischen Wallfahrt vorzubereiten.

Erzerum. In Typhon hat ein ernstes Erdbeben stattgefunden, wobei 100 Personen ihr Leben verloren, etwa 60 Verletzungen davontrugen, und eine große Anzahl Häuser zerstört wurde. Unter den am Leben Gebliebenen herrscht großes Elend.

Aden, 12. Juni. Nach einer Meldung von heute sind die Mitglieder der zur Erforschung des Innern des Landes von Assab aus abgegangenen sitalienischen Expe dition, bestehend aus einem Unteroffizier, 4 Soldaten und 10 Seesoldaten, von den Eingeborenen niederge macht worden. Nähere Nachrichten über den Vorgang selbst, sowie über Zeit und Ort, wo derselbe sich zutrug, sind noch nicht eingegangen.

New-Nork. Aus Quebeck hier eingegangenen Meld ungen zufolge hat in der dortigen Vorstadt St. Johns in vergangener Woche ein verheerendes Feuer gewüthet. Es wurden 600 Häuser meistens aus Holz gebaut, zerstört, und ca. 1000 Familien sind obdachlos geworden. Der angerichtete Schaden wird auf 500,000 Dollars ver anschlagt.

Jahres⸗ Bericht des Landes⸗Pferdezucht⸗Vereins pro 1880. Erstattet in der General-Versammlung zu Oppenheim am 10. April 1881. Von Freiherrn von Schaeffer-Bernstein. (Fortsetzung.) Wir kommen nun an das Capitel über:

3. Fohlenweiden und Fohlentummelplätze, in welchem wir Ihnen von der sehr erfreulichen Bewegung zu berichten haben, die sich in allen Landestheilen auf diesem Felde des Schaffens der unentbehrlichsten Vor bedingung rationeller Aufzucht von Pferden kundgegeben hat. Aus unseren früheren Jahresberichten werden Sie entnommen haben, daß der kleine Anfang, welcher mit der Prämiirung eines Privat-Fohlentummelplatzes(1877) gemacht wurde, gute Früchte getragen hat; obwohl in den zwei darauf folgenden Jahren die ausgesetzten Summen mangelnder Coneurrenz wegen nur zu etwa 2 des Betrages vergeben werden konnten. Wir durfen dieses Zurückhalten der Gemeinden und sonstigen Con⸗ sortien zur Errichtung kleinerer Tummelplätze wohl dahin erklären, daß die Erwerbung resp. Erpachtung des nöthigen Terrains in kleineren Parzellen häufig auf Schwierig⸗ keiten stößt, ja oft unmöglich ist und daß die Unzu⸗ länglichkeit beschränkter Tummelplätze erkannt wurde. Hierdurch genöthigt, setzte der Verein einen größeren Geld betrag(400 Mk.) zur Subvention der Errichtung von Bezirksfohlenweiden aus. Ueber die Verwendung des selben für die Wöllsteiner Weide in Rheinhessen besagt unser vorjähriger Bericht das Nöthige und wir dürfen uns heute darauf beschränken zu erwähnen, daß die Ar beiten am Platze noch im Laufe dieses Winters so ge⸗ fördert wurden, daß mit Beginn der besseren Jahreszeit dem Bezug der Weide Nichts mehr im Wege stehen dürfte. In der Provinz Starkenburg haben wir hier eines Unter nehmens Erwähnung zu thun, welches durch das aner kennenswerthe Bemühen des Gr. Kreisraths Gräff zu Heppenheim so weit gefördert wurde, daß die Vorarbeiten zu der Herstellung einer Fohlenweide bereits als beendet zu betrachten sind und die Ausführungsarbeiten noch in diesem Frühjahr geschehen können. In der Gemarkung Mörlenbach auf dem daselbst zu Groß-Breitenbach Seiner Erlaucht dem Grafen Erbach-Schönberg gehörigen Ge lände, ca. 50 Hess. Morgen(19½ ha) haltend, wird die Weide eingefriedigt und in Schläge eingetheilt und auch ein Stall dabei errichtet werden. Diese Fohlenaufzuchts⸗ anstalt wurde vom Kreistag und vom Kreisausschuß als Anstalt des Kreises Heppenheim sanctionirt und die Mittel zu ihrer Unterhaltung sollen durch Anlehen gedeckt werden, zu dessen Amortisation auch die Mittel des Pferdezucht vereins herangezogen werden sollen und hat hierzu der

Ausschuß 400 Mark bewilligt. Die gleiche Summe wurde wiederum für Wöllstein genehmigt. (Fortsetzung folgt.) Auszug aus dem Civilstands-Register der Stadt Friedberg. Getraut:

28. Mai. Abraham Isaak, Gerber von Lich mit Kath. Reiß von Langendiebach.

6. Juni. Emil August Haßler, Graveur, Wittwer von Gießen mit Christine Elisabetha Bangel von Rockenberg.

12. Jonas Löwer, Kaufmann, Wittwer von Alten⸗ Buseck mit Adelheid Stern, geb. Herz, Wittwe, von Hanau.

Geboren:

12. April. Dem Dreher Joh. Karl Georg Otto 1 Tochter.

25 Handelsmann Elias Kahn 1 Tochter.

26. Güterexpedient Johann Daniel Wilhelm Rauber 1 Tochter.

1. Mai. Dem Schreiner Gottfried Kreß 1 Sohn.

1 Korbmacher Konrad Schmidt 1 Sohn.

89 Handarbeiter Chr. Sulzbach 1 Tochter.

Lenz 1 Tochter.

183 Dem Landwirth Joh. Heinr. Waas 1 Sohn. 20. Kreisamtsgehülfen Georg Wilh. Konrad Mahr 1 Sohn. 20. Dem Handarbeiter Joh. Phil. Berg 1 Tochter. 24. Schuhmacher Friedr. Weckerling 1 Sohn. 26. Eine uneheliche Tochter. e Bierbrauer Konr. Oberndorfer 1 Sohn. 30. Handschuhmacher Karl Ehregott Krell 1 Sohn. 31. Dem Fruchthändler Kaufm. Stern 1 Sohn. i Meczger Karl Wilhelm Theod. Sprengel 1 Tochter. 3. Juni. Dem Fabrikaufseher Jos. Müller 1 Tochter. Metzger Samuel Neuhof 1 Tochter. 1 Steinhauer Johannes Fix 1 Sohn. 00 Eisenbahnarbeiter Joh. Friedrich Preis 1 Tochter. Gestorben: 27. April. Friedrich Drott, Schlosser, 32 Jahr alt. . Mai. Christine Hofmann, geb. Herold, Wittwe des

Metzgers Adam Hofmann, 83 Jahr alt. 13. Heinrich Frick, Sattler, 28 Jahr alt.

13.% Elise Pestel, 71 Jahr alt.

N, Chr. Casimir Reuß, Landwirth, 78 Jahr alt.

2. Joh. Ph. Balzer II., Polizeidiener, 50 Jahr alt.

26. Eine uneheliche Tochter.

30 Phil. Friedr. Döpp, Söhnchen des Schneiders Philipp Döpp, 2 Jahr 10 Monat alt.

6. Juni. Ein todtgeborenes Söhnchen des Lohnfuhr⸗ manns Georg Adam Schmidt.

6. Heinrich Spitznagel, Dienstknecht, 23 Jahr alt.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 15. Juni. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. der Ctr. M. 3.505, Stroh M. 3.504, Eier das Hundert M. 45, Butter 50 Kilo M. 9095, im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Spargel das Pfd. 3000 Pf., Kohlrabi 600 Pf. das Stück, Blumenkohl 30 50 Pf., Kopfsalat 5 Pf., Bohnen 100 St. M. 1., neue Erbsen das Pfd. M. 1.30, Gelb⸗ rüben das Bündel 1215 Pf., Ochsenfleisch das Pfd. 6070 Pf., Kuh⸗, Rind⸗ und Farrenfleisch 4555 Pf., Hammelfleisch 40 65 Pf., Kalbfleisch 40 55 Pf., Schweinefleisch 65 70 Pf., Hahn M. 1.50 2, Hase M. 1.10 2, Ente M. 2.503, Poularde M. 34, Gans M. 56.

Eingesandt.

Angesichts des großen Unglücks, welches über zwei hiesige Familien hereingebrochen ist, durch das Dulden des öffentlichen Badens, ohne Aufsicht, ist Gefahr für jede Familie täglich vorhanden, denn die Usa ist durch die großen Wasser beide letzte Winter ein tiefes, heim⸗ tückisches Wasser geworden, ganz abgesehen von der Verletzung des Sittlichkeitsgefühl, und der enormen Beschädigung, welche den Graspächtern und Fischerei⸗ berechtigten durch das an allen Orten der Usa statt⸗ findende Baden ertragen müssen. Sollte da nicht an unseren Gemeinderath die Pflicht herantreten, daß in Ihrem und aller Bürger hiesiger Stadt Interesse und Wohl das öffentliche, Baden fuͤr Jedermann, groß und klein, verboten wird, und man für eine von der Stadt zu errichtende Badeanstalt sorgt, welche, entweder sehr billig sein kann, oder die Kosten überhaupt die Commune trägt, oder mit der hier schon bestehenden Badeanstalt ein Abkommen trifft, welche Massebäder ermöglicht, die entweder sehr billig(2 3 Pf.), oder gar nichts kosten dürften. H.

Geld⸗ Cours. Frankfurt am 17. Juni 1881. 20⸗Frankenstüc kee M. 16 2226 do. n, 1 20 Englische Sovereign. 20 3944 Russische Imperiales. 5 16 72 Ducaten.%% al mare 8 Dollars in Gold eee Volksbad.

Wasserwärme am 16. Juni: 170 Reaumur.

Walter.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. 1. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Clotz.

f Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Köhler. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Köhler.

Katechismuslehre. statholi N % Uhr: Veicht holische Gemeinde 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

2 Uhr: Andacht. Strohhüte

in sehr großer Auswahl zu billigsten Preisen empfiehlt 152⁵ H. Diehl, Usagasse.

Dem Eisenbahndiätar Andr. Theodor Martin

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