Ausgabe 
18.6.1881
 
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Samstag den 18. Juni.

MN 71.

berhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf.

berechnet,

bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

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Den. Kümmich

zum 1. Juli 1881 unfehlbar Verzeichnisse mit Bescheinigung, daß Vorladung er

Betreffend: Die Abnahme des Verfassungseides vom

0 ac. nannten Termine anderen Angehörigen 10 i i. J 1 N. Anzeige. hiernach Einladung ergehen lassen und die im Rückstand befin

mittags 2 Uhr

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

2. Quartal laufenden Jahres.

Friedberg den 16. Juni 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Zur Ausschwörung des Verfassungseides durch die im 2. Quartal dieses Jahres aufgenommenen, sowie die hiermit sich noch im Rück⸗

e befindenden Ortsbürger und die, welche haben wir auf Montag den 4. Juli 1881,

ohne Ortsbürger zu werden,

Dr. Braden.

Lorenz Dey von Nieder-Mörlen, Georg Brauburger von Ober⸗Wöllstadt, Johann Philipp Ftitz von Ober⸗Wöllstadt, Georg Köbel II. von Ober⸗Wöllstadt, Peter Stengel Groͤninger von Büdesheim, Balthasar Fr. Klehm von Büdesheim, Johannes Weisbecker von Heldenbergen,

II. von Ostheim,

gehetrathet haben, aber in der Gemeinde heimathsberechtigt sind, Vormittags 10 Uhr, auf dem Selzerbrunnen bei Groß-Karben für die aus den Orten des rüheren Kreises Vilbel und Dienstag den 5. Juli 1881, Vormittags 11 Uhr, auf dem Rathhause dahier für die zur Ausschwörung des Verfassungseides Verpflichteten aus den Gemeinden des früheren Kreises Friedberg Termin anberaumt. der ersteren Orte, welche Beschwerden und Wünsche vorbringen wollen, Audienz ertheilen. dlichen unten Verzeichneten zugleich bei Z Mark Strafe vorladen lassen und bis folgt oder Bericht, daß keine zu laden sind, an uns einsenden.

Zugleich werden wir in dem erstge Sie wollen

Schütz III. von Ober-Wöllstadt, Heinrich Johannes Huber IV. von Steinfurth, Heinrich Wilhelm Isaac Pfad von Vilbel.

A ꝛessin Karl und die Prinzen Heinrich und Wilhelm immer sid heute nach der Schweiz abgereist. In. 5

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wurde zum Ministerialsecretär, der Kreisassessor Dr. Freih. v. Wedekind in Büdingen zum Kreis

Hornberg aus Fränkisch-TCrumbach zum Kreis

aber nachgeben, und um dieser unpraktischen Be

Deutsches Reich. Darmstadt, 15. Juni. Die Frau Prin⸗

Der Kreisassessor Dr. Breidert in Mainz

assessor in Mainz, der Kreisassessor Dr. Melior n Alsfeld zum Kreisassessor in Büdingen und der Regierungsaccessist Dr. Freih. v. Gemmingen

assessor ernannt.

Militärdienstnachricht. v. Herff, Sec.⸗Lt. vom Feldart.⸗Regt. Nr. 15, wurde in das Großh. Feldart.⸗Regt. Nr. 25 versetzt.

Berlin, 15. Juni. Reichstag. Bei der dritten Berathung des Unfallgesetzes nahmen in der Generaldiscussion Simmern, Lasker und Freund gegen die Vorlage, v. Kardorff und Helldorf für dieselbe das Wort. Staatssecretär v. Bötticher erklärt, die Staatsregierung habe lebhafte Bedenken gegen den Beschluß zweiter Lesung, der den Staatszuschuß ablehne und den minder begüterten Arbeiter mit Theilen der Prämie belaste. Die Regierung halte auch die Reichsversicherungsanstalt für besser, als Landes⸗ versicherungsanstalten. Er wolle in diesem Punkte

stimmung willen nicht auf den Segen des ganzen Gesetzes verzichten. Der Reichstag genehmigte in der Specialdebatte über das Unfallgesetz die die§§. 1, 2 und 2a unverändert. Er lehnte dagegen den Antrag von Buhl, die Reichsver⸗ sicherungsanstalt wieder herzustellen, mit 161 gegen 105 Stimmen ab. Er nahm ferner die F. 313 nach den Beschlüssen zweiter Lesung an und lehnte die Anträge von der Fortschritts und der conservativen Partei(die Prämie nur dem Arbeitgeber aufzulegen) ab. Die folgen den 88. bis zum F. 55 wurden gleichfalls nach den Beschlüssen zweiter Lesung genehmigt. In einer Abendsitzung werden sodann in der Fort berathung des Unfallgesetzes zu Art. 56 eine Reihe von Anträgen eingebracht, welche in zweiter Lesung bereits abgelehnt waren. Dar auf wird§. 56 abermals in der Fassung der zweiten Lesung angenommen und der Rest des Hesetzes unverändert genehmigt. Bei der Ab stimmung über das ganze Gesetz wird der Ent wurf in namentlicher Abstimmung mit 145 gegen 108 Stimmen angenommen. Der Präsident gibt sodann die übliche Uebersicht, das Haus spricht

aus, sodann verliest der Staatssecretär Bötticher die Cabinetsordre über den Schluß des Reichs tags. Mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser schließt die Sitzung und die Session.

Die deutsche Reichspartei erklärt die Mel dung desDeutschen Tageblatts von einem Ausscheiden des Herzogs v. Ratibor, des Fürsten Pleß, des Grafen Frankenberg und des Grafen Bismarck aus der Partei officiell für unwahr. Hamburg, 15. Juni. Sitzung der Buͤrger schaft. Senator Petersen empfiehlt in warmen Worten die Annahme des Senatsantrages. Die Sitzung dauerte bis nach 2 Uhr Nachts. Nach dem Senator Petersen sprach Handelskammer

präsident Lutteroth für die Annahme des Ver trages. Im weiteren Verlaufe der Sitzung

sprachen Richter, dessen Rede mehrfach durch Unruhe unterbrochen wurde, gegen den Antrag, sodann Dannenberg ebenfalls gegen denselben; Dr. May für, Dr. Levy dagegen und Senator Versmann für den Anschluß. Ein von Dannen berg gestellter Antrag auf Verweisung an einen Ausschuß von elf oder neun Mitgliedern wurde nach Schluß der Debatte abgelehnt und hierauf der Vertrag mit 106 gegen 46 Stimmen, also mit 5 Stimmen über die erforderliche Zweidrittel Majorität angenommen.

Karlsruhe, 15. Juni. DerKarlsruher Zeitung zufolge wurden die zwischen den ba dischen und schwedischen Bevollmächtigten wegen Errichtung eines Ehevertrages zwischen der Prin zessin Victoria von Baden und dem Kronprinzen von Schweden gepflogenen Unterhandlungen gestern abgeschlossen. Der Vertrag wurde vor behaltlich allerhöchster Ratification unterzeichnet.

Ausland.

Schweiz. Bern, 16. Juni. Der National rath genehmigte einstimmig ohne Debatte den Handelsvertrag mit Deutschland und die Ueber einkunft über den Schutz des literarischen und künstlerischen Eigenthums.

Frankreich. Paris, 14. Juni. Die Kammer genehmigte einstimmig die Supplementar-Credit Forderung von 14 Mill. Fres. für die Expe dition nach Tunis. Der Kriegsminister Farre erklaͤrte dabei, der Zweck der Expedition sei einzig der gewesen, den Einfluß von Frankreich und die Sicherheit von Algier festzustellen. Dies sei mit moͤglichst wenigen Opfern erreicht. Der Senat nahm in erster Lesung den Gesetz

kammer. Ministerpräsident Depretis legt die Ansicht der Regierung dar über die hauptsäch⸗ lichsten Punkte des Wahlreformentwurfs, näm⸗ lich die Wahlfähigkeit und den Wahlcensus. Bezüglich der Frage des Absolvirens der zweiten Classe der Elementarschule und des Wahlcensus von 19 Lire 18 Cent. mache das Ministerium eine Cabinetsfrage. Eine Anfrage Crispi's be⸗ antwortend, sagt Depretis, das Cabinet faßte bezüglich des Listenserutiniums noch keinerlei Beschluß. Crispi wiederholt, er sei für das Listenscrutinium mehr noch als für die Erwei⸗ terung des Stimmrechtes. Die Kammer beschloß im weiteren Verlaufe der Sitzung die geheime Abstimmung und lehnte mit 314 gegen 39 Stimmen das Amendement Forti ab, welches alle majo rennen und im Besitze der politischen und buͤr gerlichen Rechte befindlichen Italiener für wahl fähig erklären wollte. Die Kammer lehnte die Amendements von Borgh und Crispi zur Wahl reform, letzteres mit 220 gegen 154 Stimmen ab. Sodann nahm sie den Artikel 1 an in der Fassung, die zwischen Ministerium und der Com⸗ mission vereinbart war. Der Art. 2, die Be⸗ dingung für die Ausübung des Wahlrechts ent haltend, wird genehmigt; der Art. 3, worin das Ministerium unter Stellung der Vertrauens Frage die Bedingung des Wahlrechts auf eine Steuer von 19 Lire 18 Cent. festgesetzt, mit 203 gegen 173 Stimmen angenommen.

Türkei. Constantinopel, 13. Juni. Der Austausch der Ratifikationen der türkisch-griech ischen Convention fand gestern statt. In Er mangelung eines diplomatischen Instrumentes ad hoc verzeichneten die Botschafter von Ruß land und Frankreich den Beitritt ihrer Regier ungen in besonderem Protokoll.

13. Juni. Die Anklage gegen die an geblichen Moͤrder des Sultans Abdul Aziz wurde heute entworfen; für das Prozeß-Verfahren wird ein Saal im Nildiz-Kiosk hergerichtet.

14. Juni. Die Pforte richtete an ihre Vertreter ein Circular, das einem Proteste gegen das Deeret des Bey von Tunis gleichkommt, nach welchem Roustan die Leitung der auswaͤr⸗ tigen Angelegenheiten übertragen wird.

Rumänien. Bukarest. Die Vorlage über die Convertirung der rumänischen Schuldver schreibungen wurde in saͤmmtlichen Kammersec tionen gutgeheißen.

Bulgarien. Sosia, 16. Juni. Fürst

entwurf über den obligatorischen Unterricht an.

dem Präsidium und den Acud den Dank

* 1.

Italien. Rom, 15. Juni. Deputirten

Alexander begab sich gestern behufs militärischer Inspection nach Voratza und wurde dort von

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