Ausgabe 
17.11.1881
 
Einzelbild herunterladen

deren Erwählten zu besprechen, denselben Rechen schaft abzulegen von ihrem Thun, einer Re⸗ gierung, die es versteht, allen Graden des heiligen, öffentlichen Dienstes die Pflicht des Respects, des Gehorsams, der Arbeit aufzuerlegen. Die Regierung will ohne Zeitverlust unsere Heeres Gesetzgebung wieder aufnehmen und vervoll⸗ ständigen. Sie beabsichtigt, ohne der Defensiv Kraft Frankreichs Eintrag zu thun, die besten Mittel ausfindig zu machen, die Lasten des Landes in Bezug auf Land- und Seemacht zu reduciren, dabei, ohne den Finanzstand zu ge fährden, die Lasten des Ackerbaues zu erleichtern. Die Regierung beabsichtigt, durch Verträge unsere verschiedenen Industrien zu festigen, unseren Pro ductions- und Transportmitteln, sowie dem Han delsverkehr einen regeren Impuls und immer wachsende Entwickelung zu geben. Barodet, von der äußersten Linken, beantragt eine Revision der Verfassung und beantragt Dringlichkeit. Gambetta spricht gegen die Dringlichkeit, weil die Regierung dem Antrag nicht zustimmen könne, welcher die Existenz des Senates bedrohe. Die Frage wegen einer Revision der Verfassung könne erst geprüft werden, wenn jedes Mitglied der Kammer die Punkte geprüft, auf welche die Revision sich erstrecken solle. Der Antrag auf Dringlichkeit wird mit 368 gegen 120 Stimmen

abgelehnt. Im Senat verlas der Justiz Minister Cazot eine Erklärung gleichlautend mit der von Gambetta in der Kammer. Der

französische Botschafter in Berlin, Graf Saint Vallier, demissionirte gestern.

Großbritannien. Bradford, 13. Nov. Die Polizei hat gestern eine große Zahl Revolver, Patronen und fenische Schrift-Stücke beschlag nahmt. Gestern gingen abermals 10,000 An meldungen beim Landtribunal ein.

Italien. Rom. Das Amtsblatt sagt über die Königreise: Die Kundgebungen in Italien und Oesterreich zeigten, daß der Besuch des Königs in Wien wirklich den Wunsch nach Frie den und ein Gefühl der Sympathie, was zwischen beiden Nationen herrschte, zur That brachte. Die Bevölkerungen wetteiferten in Bezeugung von Zufriedenheit über die innige Freundschaft zwischen Wien und Rom.

Portugal. Lissabon, 15. Nov. Das neue Cabinet, welches an Stelle des am letzten Frei tag zurückgetretenen gebildet worden ist, besteht aus folgenden Mitgliedern: Fautes, Präsident, Finanzen und(interimistisch) Krieg; Thomas Ribeiro, Inneres; Milhena, Justiz; Serpa, Aeußeres; Hyntze, öffentliche Arbeiten; Mello Gouvea, Marine.

Türkei. Constantinopel, 15. Nov. Nowikoff übergab den Botschaftern der Mächte eine Erklär ung, welche besagt, Rußland verlange für die Kriegsentschädigung keine Abtretung von Land.

Rußland. Petersburg. DerRegierungs anzeiger veröffentlicht einen kaiserlichen Befehl über die zukünftige Reorganisation der inneren Einrichtungen des Reiches. Derselbe erinnert zunächst daran, daß die verschiedenen von 1859 bis 1880 geschaffenen Reformen ihren Zweck nicht erfüllten, welcher in der systematischen Reorganisation der gesammten, inneren Verwalt ung des Reiches bestehe. Es sei dringend noth wendig, mit der Reorganisation unverzüglich vorzugehen. Kürzlich seien mehrere Senatoren mit ausgedehntesten Vollmachten in verschiedene Provinzen entsandt worden, um eine Enquete über die bestehenden Einrichtungen vorzunehmen, die Mißbräuche und Bedürfnisse kennen zu lernen. Die Zahl dieser Institutionen soll vermindert, unnöthige Formalitäten sollen abgeschafft, die Decentralisation soweit als möglich angänglich durchgeführt werden. Zunächst sei nothwendig, ein Band zwischen der Regierungs verwaltung und den Provinzialversammlungen zu schaffen, die Rechte und die Pflichten der Verantwort lichkeit beider Theile genau festzustellen. Diese Nothwendigkeit bedinge eine vollständige Umge staltung der bestehenden Provinzial-Verwaltung mit theilweiser Verbesserung der Zemstvos. Die Entwürfe sollen die Reorganisation der Verwalt

ungen der Provinzen, der Land- und Stadt distrikte, der Bauernschaften umfassen. Sodann soll eine Commission die Aufschlüsse und Vor schläge, welche die Berichte der Enquetesenatoren enthalten, sowie die Entscheidungen zur Regel ung der für die Bauernangelegenheiten einge setzten Behörden und Territorialversammlungen prüfen; auch soll der Commissionspräsident in Uebereinstimmung mit dem Minister die Ver treter der Localverwaltungen(Zemstvos) deren Mitwirkung er nutzbringend halt, zu den Be rathungen einberufen.

Amerika. Washington, 14. Nov. Folger übernahm heute das Finanz-Ministerium; Mac Veagh legte das Amt des Justizministers nieder.

14. Nov. Der Proceß Guiteau ist heute wieder aufgenommen worden. Als Vertheidiger fungirten sein Schwager und ein anderer Advo cat. Nach wenig erheblicher Discussion ver tagte der Gerichtshof die Fortsetzung auf morgen. Guiteau's Auftreten machte den Eindruck eines geistig Gestörten. Gniteau wollte, entgegen dem Rathe seiner Advocaten und ungeachtet der An ordnung des Richters, durchaus eine Erklärung verlesen, übergab jedoch schließlich das Manuscript der Rede einem Journalisten. Einige Zeitungen haben heute Abend die Rede veröffentlicht, welche ohne Zusammenhang erklärt, daß Gott ihm be fohlen habe, Garfield zu erschießen, und er innert daran, daß mehrere seiner Verwandten irrsinnig seien; schließlich verlangt er Geldmittel, um seine Vertheidigung führen zu können.

Afrika. Tunis, 13. Nov. Nach Berichten von hier soll die Colonne des General Forgemol am 24. Nov. in Gaffa ankommen. Der Marsch wird acht Tagemärsche erfordern, wobei die Truppen zwei Tage ohne Wasser sein werden. Der Rückmarsch nach Algier wird durch die Oase Tozen, und die Ankunft der Colonne in Tebessa gegen den 4. Dez. erfolgen. Die Auf ständischen entfernten ihre Familien und Heerden aus Gaffa. Aus Kreider wird gemeldet: Ein Telegramm des Generals Delebecque aus Ellia diminun vom 8. Nov. meldet: Der Angriff über die beiden Abhänge des Berges Benisur hatte den gehofften Erfolg. Der General stieß auf die Araber, die von General Louis ihm ent gegengetrieben wurden. Die Araber flohen zu rück und ließen Zelte und Heerden zurück, welche die Franzosen erbeuteten. Sliman Uled ben Hassan, hervorragender Führer des Amurstam mes, wurde getödtet.

Aus Stadt und Land.

ch. Friedberg. Wir verfehlen nicht, schon heute auf das nächste Concert unseres Musikvereins, welches Sonntag den 4. Dezember stattfindet, speeiell aufmerksam zu machen. Schon die Wahl der zur Auf führung kommenden Compositionen:Comala von Niels W. Gade,Schön Ellen von M. Bruch, bürgt für einen hohen Genuß, zumal die Mitwirkung tüchtiger auswärtiger Solisten bereits gesichert ist. Wir hoffen demnächst mit näheren Mittheilungen dienen zu können.

Büdingen, 14. Nov. Die Fürstin wurde heute glücklich von einer Tochter entbunden.

Mainz, 12. Nov. Nach lamgem vergeblichen Suchen ist es gestern Abend der hiesigen Polizei gelungen, in einem berüchtigten Haus den Fabrikanten des vielen in der letzten Zeit hier verausgabten falschen Geldes in der Person eines Schuhmachers von hier festzunehmen. Bei der heute Morgen vorgenommenen Haussuchung fand man mehrere Gypsformen. Die aufgefundenen Falsi fikate sind sehr schlecht nachgeahmt und lassen sich unschwer erkennen.

Allerlei.

Weilbach, 13. Nov. Eine große Aufregung herrschte gestern Morgen im hiesigen Orte, als sich die Nachricht verbreitete, ein hiesiges 20jähriges Mädchen, das seit gestern Abend zwischen 6 und 7 Uhr im Elternhaus fehlte, liege in den Hauskleidern, die Arbeitsschürze um, als Leiche im nahen seichten Bache. Die betreffende Stelle des Baches ist so seicht, daß Niemand den Tod darin finden könnte, wenn er ihn auch dort suchte. Auch die Lage der Leiche das Mädchen lag auf dem Gesichte und hatte die Hände untergestreckt ließ auf einen Mord schließen. Man glaubt, das Mädchen sei mit einer Mannsperson von Hause in der Dunkelheit weggegangen und das Ende war ein Mord! Auf dem an den Bach stoßenden Acker fand sich eine ganz zertretene Stelle und ein Streifen, als ob ein Gegenstand dort geschleift worden sei. Das Amtsgericht hat vorläufig den Thatbestand constatirt und wird der Staatsanwalt die nähere Unter suchung führen.

Perloosungen.

5p Ct. Oesterr. fl. 500-Loose von 1860. Ge⸗ winn⸗Ziehung vom 2. Nov. 1881. Heimzahlung am 1. Februar 1882. S. 3862 Nr. 9 fl. 300,000. S. 2747 Nr. 12 fl. 50,000. S. 12164 Nr. 14 fl. 25,000. S. 14078 Nr. 2, S. 17384 Nr. 3 à fl. 10,000. S. 1921 Nr. 2, S. 2295 Nr. 11, S. 5819 Nr. 2, S. 6091 Nr. 10, 6349 Nr. 19, S. 7125. Nr. 13, S. 11632 Nr. 17, 12164 Nr. 9, S. 13084 Nr. 3, S. 13116 Nr. 17, 13560 Nr. 8, S. 15807 Nr. 3, S. 19503 Nr. 17,

. 7, S. 1914 Nr. 18, S. 2295 Nr. 9, S. 2864 Nr. 8, 4622 Nr. 12 15, S. 6349 Nr. 9, S. 7125 Nr. 17 7460 Nr. 2, S. 7780 Nr. 17, S. 9246 Nr 9507 Nr. 16, S. 10948 Nr. 20, S. 11296 Nr. 3, . 11893 Nr. 2 18, S. 12164 Nr. 4, S. 12350 Nr. 2, . 13239 Nr. 4 10 16, S. 13816 Nr. 18, S. 14778 Nr. 17, S 15668 Nr. 17, S. 6247 Nr. 20, S. 17810 Nr. 8, S. 18478 Nr. 2, S. 19146 Nr. 14, S. 19160 Nr. 5, S. 19470 Nr. 10 à fl. 1000. Auf alle übrigen Nummern in den am 1. August 1881 gezogenen Serien entfält der geringste Gewinn von fl. 600.

Finnländische 10 Thaler⸗Loose von 1868. Ziehung am 1. Nov. 1881. Auszahlung am 1. Febr. 1882. Hauptpreise: S. 4054 Nr. 19 15,000 Thlr., S. 3389 Nr. 16 1500 Thlr., S. 1353 Nr. 18, S. 5086 Nr. 14 und S. 11173 Nr. 8 je 1000 Thlr. S. 2039 Nr. 17, S. 3656 Nr. 2, S. 3938 Nr. 13, S. 4413 Nr. 4, S. 5682 Nr. 11, S. 6048 Nr. 35 S 66 Nr. 7 je 300 Thlr.

GSS

Literarisches. Daheim. Nr. 6 und 7 enthält: Die Weltverbesserer. (Forts.) An Friedrichs des Großen Sarge. Von

K. Koberstein. Mit Illustr. General von Steuben und die Norktownfeier. Von W. von Dünheim. Mit Porträt.Newe-Zeitung vom Rain. Ein Stückchen von Dr. M. Luther. Patriotische Betrachtungen. Von Th. H. Pantenius. II.Echt englischer Stoff. Klimatische Winterkurorte in Deutschland. Mit Illustr. Nach Aegypten. Am Familientische: Bücherschau. Ein Redacteur im Bilde verbrannt. Rezensenten- abfertigung. Haus wirthschaftliche Fortschritte. Mit Illustr. Mit vier illustrirten Beilagen. Das Brod der Zukunft. Von v. Muyden. Französische Kämpfe in Nordafrika. Mit Illustr. Das Asiatische Kunstge⸗ werbe in der Ausstellung des Professor Reuleaux. Von G. de Beaulieu. Ein Blick in das höhere Schulwesen Dänemarks. Von Dr. W. Herbst. Das Tagewerk des Gefangenen. Von K. Feldhahn. Mit Illustr. Die Jungfrauenklöster in Mecklenburg. Von J. von Wickede. Eine Missions-Bibliothek. Von Dr. G. Warneck. Am Famtlientische: Bücherschau. Der Landgeruch auf See. Gesundheitsrath.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 16. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.85 1.00, Eier 1 St. große 8 Pf., 1 St. kleine 7 Pf.

Friedberg, 15. November. Fruchtbericht. Waizen M. 24.25, Korn M. 20.50, Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfd.

Gießen, 15. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.951, Eier 1 St. 78 Pf., 2 kleine St. 00 Pf., Käse per Stück 58 Pf., Tauben das Paar 5000 Pf., Hühner per Stück M. 0.70 1.00, Hahnen per Stück M. 0.50- 0.90, Enten per Stück M. 1.10 1.30, Gänse per Pfund 3550 Pf., Ochsenfletsch 6400 Pf. per Pfd., Kuh und Rindfleisch 4550 Pf., Kalbfleisch 44 48 Pf., Hammelfleisch 5060 Pf., Schweinefleisch 6264 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 3.00 4.50, Zwiebeln per Ctr. M. 8.10., Weißkraut 100 St. M. 4.00 7.00

Grünberg. Fruchtpreise vom 12. Nov. Waizen M. 24.06, Korn M. 20.18, Gerste M. 16.00, Hafer M. 15.70, Erbsen M. 20.48, Lein M. 28.00, Samen M. 25.86, Kartoffeln M. 0.00. Durchschnittspreis pro 100 Kilogramm.

Frankfurt, 14. November. Viehmarkt. Angetrieben waren ga. 360 Ochsen und Stiere, 320 Kühe und Rinder, 270 Kälber und 1000 Hämmel. Die Preise, 100 Pfd. Fleischgewicht, stellten sich: Ochsen 1. Qualität M. 60 bis 65., 2. Qual. M. 5560., Kühe 1. Qual. M. 55 bis 57., 2. Qual. M. 4550., Kälber 1. Qual. M. 52 bis 55., 2. Qual. M. 4050., Hämmel 1. Qual. M. 58 bis 60., 2. Qual. M. 40 50. Schweine wurden 820 Stück eingeführt und mit 65Pf. das Pfund bezahlt.

Frankfurt, 14. Nov. Weizen still, eff. hiesiger und Wetterauer M. 25, fremder M. 24. /, per diesen Monat M. 24.½. Roggen still, eff. hiesiger M. 21.00, fremder M. 21½22., per diesen Monat M. 20½. Gerste still, eff. hiesige und Wetterauer M. 18½19½, fremde M. 18½21. Hafer still, eff. hiesiger M. 17. bis ½, fremder M. 17. bis ½, per diesen Monat M. 17. Oel- saaten still, Rübsen M. 29. Rüböl still, eff. ohne Faß, hiesiges, in Partien von 50 Ctr. M. 32. Brannt- wein still, eff, ohne Faß M. 48. Wetter: Schön.

Große Nachtheile können dadurch entstehen, wenn, wie dies häufig geschieht, mehrere Postaufträge zusammen in einem Umschlage an die Postämter abgesandt werden. Nach§. 19. Ziffer 6 der Postordnung ist eine solche Vereinigung nicht zulässig. Gehen dennoch Sendungen mit mehreren Postaufträgen bei den Postanstalten ein, so wird keiner der Aufträge vorgezeigt, sondern die ganze Sendung an den Aufgeber zurückgeschickt. Durch eine solche Zurücksendung ꝛc. treten nun immer Verzögerungen und namentlich bei Aufträgen mit Wechseln, Verluste ein. Die Bestimmungen des angezogenen Paragraphen der Post ordnung möge daher jeder Geschäftsmann genau beachten.

19589 Nr. 8, S. 19969 Nr. 20 à fl. 5000. S. 1610

franz macht! Cteditact! f. n von dieser getien unt

4d de Muth, Se Post, von 3. der eines

ber

b. ihte ang

ein Gen nach der den Aeten daher Di haben, ar Urkunden dieser Be als sonst Bad⸗ Gro

2 Uhr, schwerer. Gemeind werden. Gro

In Rosbach 79 Pfei

Bei Massesch

a. bet b. nic Ein

0 geben we

Frie