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Donnerstag den 17. Uovember.
136.
berhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dlenstag, Donnerstag und Samstag.
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf.
Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben),
berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14
Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund v Diejenigen jungen Leute, welche auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst nachsuchen wollen,
Amtlicher Theil. Bekanntmachung. während eiuer einjährig
und zu verpflegen; von höheren Schulen
werden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu 9
beachtenden Vorschriften mit dem Anfügen aufmerksam gemacht,
hiernach unvollständige Gesuche ohne Weiteres
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nur dann anzubringen,
des Jahres nachgesucht werden, 20. Lebensjahr vollendet.
desselben Jahres zu erbringen.
3) Das Gesuch muß von ist hierzu ein Bogen in Actenformat Auch erscheint es zweckdienlich,
zeugniß; b ein Einwilligungs—
der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit,
Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf
Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen gestellungspflichtig ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2) Die Berechtigung zum einjährig freiwilligen vor vollendetem 17. Lebensjahr und muß spätestens bis zum 1. Februar N in welchem der sich Meldende das Der Nachweis der Berechtigung zum ein— jährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April
dem Betreffenden selbst geschrieben sein und (nicht Briefpapier) zu verwenden. wenn stets die nähere Adresse angegeben wird. 4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburts— Attest des Vaters oder Vormundes mit
höheren Bürgerschulen) übrigen jungen Leute
daß zurückgegeben werden.
noch besonders bemerkt:
Dienst darf nicht
nicht fehlen darf. Zu
ordnung(IJ. Theil Regierungsb
Großherzoglich Hessische
den Freiwilligen
Dienstbehörde auszustellen ist;
die Erklärung des Vaters oder Vormundes, Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können,
der Reifezeugnisse für die Universität und Hochschulen und Reifezeugnisse für die Realschulen J. Ordnung, sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz⸗ der Wehrordnung vom 28. September 1875—
Im Uebrigen wird auf die und 94 der angeführten Ersatzordnung verwiesen.
on Schulzeugnissen.
en activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten
c. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches für Zöglinge
(Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und durch den Director der Lehranstalt, fur alle durch die Polizeiobrigkeit oder ihre vorgesetzte d. das Schulzeugniß. Sodann wird Zu pos. b.: daß in dem Einwilligungs-⸗Attest in der Lage zu sein, den
daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme die derselben gleichgestellten Prima der Gymnasien und
pos. d.:
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latt Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein müssen.
Bestimmungen der§8. 88, 89, 90, 93
Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige zu Darmstadt. Gros.
Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Heinrich Meyer von Rothelmshausen.
Deutsches Reich.
Darmstadt. setzentwurf in Betreff der schen Gerichtskosten-Gesetzes und der Deutschen Gebührenordnungen für Gerichtsvollzieher und für Zeugen und Sachverständige zur Ertheilung der verfassungsmäßigen Zustimmung vor.— Aus dem neuen Budget ist zu ersehen, in welchem Maaße in dieser Periode die Staatskasse für das Gefäugnißwesen, Arbeitshäuser ꝛc. in Anspruch genommen werden muß. Unter den außerordent— lichen Ausgaben im Ressort des Ministeriums des Junern und der Justiz finden sich in frag⸗ licher Richtung nicht weniger als neun Posten mit einer Gesammtsumme von 252,160 Mark. Darunter sind enthalten: für einen Küchenneu— bau im Gefänguiß zu Darmstadt 17,800 M., für Vergrößerung des Arbeitshauses in Dieburg 22,000 M., für Erbauung eines Haftlocals zu Pfeddersheim 20,500 M., Erweiterung des Pro— vinzial-Arresthauses zu Gießen und Neu-Bau eines Haftlocals in Verbindung mit dem ersteren 95,000 M., Erweiterung des Haft-Locals zu Friedberg 15,000 M., Erweiterung des Haft— locals zu Alsfeld 15,000 M., Einrichtung einer Küche für die Bereitung der Gefangenenkost im Provinzialarresthause in Darmstadt 9860 M., Erweiterung des Haftlocals zu Gernsheim ꝛc. 22,000 M. Und damit sind, wie wir hören, die im Gefängnißwesen aufgetretenen Desiderien noch keineswegs alle gedeckt, vielmehr stellen jene Posten nur die unmittelbar nöthigen Bauten ꝛc. dar und ist der Zukunft noch manche Besserung vorbehalten worden. Betriebsmittel für die oberhessischen Bahnen ist einstweilen ein Credit von 90,000 M. vorge— sehen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um die Beschaffung eines Thomas'schen Dampf— wagens, sowie von 3 leichteren Locomotiven, da die gegenwartig in Dienst gestellten schweren Locomotiven das rollende Material und die Schienen ganz unverhältnißmäßig abnutzen, auch bedeutend mehr Heizmaterial beanspruchen.— Mit Rücksicht auf die niedrigen Preise der
Ausführung des Deut—
Den Ständen liegt ein Ge-
— Für Beschaffung neuer!
Steinkohlen und Brennmaterialien überhaupt soll der Betrieb auf dem fiscalischen Braun— kohlenwerk bei Melbach um etwa 25 Prozent beschränkt werden.
Berlin, 15. Nov. Die„Kreuz⸗Zeitung“ und andere Blätter schreiben: Der Vortrag des Kanzlers bei dem Kaiser über die Wahlen ergab ein volles Einverständniß zwischen dem Monar— chen und dem Kanzler in der Beurtheilung der Lage und der einzuhaltenden Schritte. Die nächste Zeit durfte bereits eine Kundgebung dieser Art bringen. Hieran sei kein Zweifel, möge der Kaiser den Reichstag persönlich, oder durch Stellvertreter eröffnen.
— 15. Nov. Cardinal Hohenlohe ist hier eingetroffen.
München, 15. Nov. Kammer. Der An— trag von Mayer zur Aufhebung der obligato— rischen Civilehe wurde von der Rechten ge— schlossen gegen die Linke angenommen. Der Justizminister erklärte in einer Rede, in der er die Undurchführbarkeit des Beschlusses darlegte: Angesichts dieses Beschlusses bin ich vom ge— sammten Ministerium ermächtigt, zu erklären, daß wir nicht in der Lage sind, die Krone im Sinne Mayer's zu berathen.
Karlsruhe, 15. Nov. Der Landtag wurde heute eröffnet. Staatsminister Turban verlas die Thronrede: Da der Großherzog durch schwere Krankheit verhindert und der Erbgroßherzog in der Familie zurückgehalten wurde, sei Minister Turban beauftragt, den Ständen den herzlichen Gruß des Großherzogs sowie des Erbgroßher— zogs zu entbieten. Von den Vorlagen hob Turban den Staatshaushalt hervor, indem er eine erfreuliche Uebereinstimmung von Einnahmen und Ausgaben nachwies. Nach Vereidigung der neu eingetretenen Abgeordneten schloß Turban mit einem Hoch auf Großherzog Friedrich die Sitzung.
Baden-Baden, 14. Nov. Der Groß— herzog hat in der Nacht viel und ruhig ge—
besser.
gemeine Zustand wie gestern befriedigend. deutsche Kronprinz reiste heute Nachmittag
treffen wird.— Prinz Wilhelm, der Bruder des Großherzogs, ist ebenfalls und zwar an einer Lungenentzündung erkrankt.— 15. Nov. Der Großherzog befand sich im Laufe des Tages Auch seine Kräfte waren gehoben.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 14. Nov. In dem Abgeordnetenhaus legt der Justizminister den Entwurf zu einem neuen Strafgesetz vor sammt dem Bericht und den Motiven.
Pest, 14. Nov. Die ungarische Delegation genehmigte das Budget des Ministeriums des Aeußeren.
Holland. Haag, 14. Nov. Auf den Be⸗ richt der zweiten Kammer-Section über das Budget erwiedert die Regierung, sie hoffe, der Kammer zu gelegener Zeit den Entwurf zur Revision des Wahlgesetzes vorzulegen, so daß bereits die nächsten Wahlen nach dem neuen Modus geschehen könnten. Der gegenwartige Finanzstand gestattete ohnedies die Vorbereitung zu Finanz-Reformen.
Frankreich. Paris, 14. Nov. Gambetta legte dem Präsidenten Grevy heute folgende Ministerliste vor, welche dieser genehmigte: Gam⸗ betta Präsidium und Auswaͤrtiges, mit Spuller als Unterstaatssecretär; Waldeck-Rousseau Inne— res; Bert Unterricht; Campenon Krieg; Allain Targé Finanzen; Raynal öffentliche Arbeiten; Cochery Posten; Rouvier Handel, Colonien und Handelsmarine; Cazot Justiz; Goujeard Kriegs- marine; Deves Ackerbau; Proust Künste und Gewerbe.
— 15. Nov. Deputirtenkammer. Minister⸗ präsident Gambetta verliest eine Erklärung, in welcher er u. A. sagt: Das Land verlangt die Einsetzung einer Regierung, die einig und frei ist von untergeordneten Rücksichten, von Zwie⸗ tracht und Schwäche, einer Regierung, welche
schlafen; beim Erwachen war er sehr erquickt.
Die Temperatur war 38, der Puls 78, der all—
immer bereit ist, die Interessen der Nation vor
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nach Potsdam ab, wo er morgen früh ein⸗,
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