1881. Donnerstag den 17. März.
berhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
Artisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, und Samstag.
größerem Tabellen haben),
Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei
oder Ziffersaß mit 14 Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto.
bei uns welchen der Betrag nie
bf bei Reclamen n t beigefügt ist, werd
Rel 70
Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
nachgenommen.
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Zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät
findet Dienstag den 22. März er., Nachmittags 5 Uhr, im Hötel Trapp dahien der Stadt Friedberg und der Umgegend hierdurch freundlichst eingeladen werden.
Auswärtige, sowie solche hiesige Einwohner, welchen die in Umlauf gesetzte Liste etwa ar beten bis zum 20. cr. ihre Anmeldungen im Hotel Trapp zu machen.
Au die Bewohner Friedbergs und der Umgegend.
des Kaisers Wilhelm
ein Festmahl statt, zu welchem die Bewohner
is Versehen nicht zukommen sollte, werden ge—
Die Bewohner der Stadt Friedberg werden ersucht durch Schmücken ihrer Häuser zur Feier des Tages mitzuwirken.
1 Das Comité:
Dr. Braden, Brentano, Dr. Koehler, Dr. Möller, Roemheld, Schaefer,
Kreisrath. Post⸗Director. Professor. Realschul-Director. Bezirks-Commandeur. Seminar-Director. 1 Dr. Schwabe, Scriba, Sellheim,
Director des Prediger-Seminars. Bürgermeister. Oberamtsrichter. * 4 Amtlicher Theil. F. 3 Absatz 2 tsgesetzes: Johann Renker von Werda, Kreis
Ausgewiesen aus dem Großberzegthum auf Grund des F. 3 des Freizüͤgigkei Hünfeld; Heinrich Becker von Werl, Kreis Soest; Johs. Kleinhens 2 Baden; Gustav Adolph Weißgerber von Dörnthal bei Sayda; Kaspar Herme
von Sterbfritz,
hausen, Kreis Ziegenhain; Konrad Port von Ober-Rosbach; Franz Gondolph von Assenheim;
Weidig von Giersleben, Kreis Bernburg.
Kreis Schlüchtern; ann Kemper von Torgau; Joh. Philipp Förstner von Adelmanns⸗
felden; Joseph Schmidt von Schöneberg.— Wegen Bettels bestraft: Leo Herzig von Unterleimbach,
Großh.
Hermann Frank von Bühl,
, Kreis Fulda; Heinrich Becker von Wehls⸗ Joh. Baptist Bühnsack von Fulda; Christian
[das Petersburger Attentat aus. Präsident Grevy Berlin, 14. März. Reichstag. sofort dem neuen Kaiser ein Telegramm öffnung der Sitzung hält Präsident v. Goßler mit dem Ausdrucke des tiefsten Schmerzes und folgende Ansprache: Wir Alle stehen tief er⸗iunigster Theilnahme. Der Minister des Aeußern, schuttert unter dem Eindrucke des entsetzlichen Barthelemy t. Hilaire, sandte Bot Ereignisses, welches sich in dem öͤstlichen Nach— schafter General Chanzy ein ebensolches Tel barreiche vollzogen hat, des Exeignisses, welches graum. j—. den deutschen Kaiser eines geliebten Verwandten Tunis. Die Algierer Gesellschaft Bona Guelma und treuen Freundes beraubte. Es entspricht Protestirt gegen die Einstellung der Arbeiten an sicherlich dem Wunsche und Bedürfnisse des der Eisenbahn von Tunis nach Sussa und ver Hauses, wenn das Präsidium der herzlichen langt Entschädigung. a a Theilnahme des Reichstages an dem Verluste, Großbritannien. London, 14. März. von dem der Kaiser und das kaiserliche Haus Herzog und Herzogin von Edinburgh und Groß betroffen sind, ehrfurchtsvollen Ausdruck gibt. fürst Alexis sind gestern Abend nach Petersburg (Zustimmung.) Der Reichstag erledigte hierauf abgereist. N a. die zweite Lesung des Postetats nach den Com. 14. März. In Unterhaus erhielt Glad missionsauträgen und bewilligte nach längerer stone 8 Antrag auf Dringlichkeit der Berathung Debatte die fuͤr die Abtheilung für wirthschaftliche[der Ausgabebudgets nicht die nothwendige Drei Angelegenheiten im Reichsamte des Innern ge— viertel⸗Majorität und wurde daher verworfen.— forderten Mehrausgaben. Im Oberhaus fand die erste Lesung der trischen Köln. Erzbischof Melchers ist der„Frkf. Waffenbill statt und wurde ohne Abstimmung Ztg.“ zufolge zur Cardinalswürde emporgestiegen. genehmige* 2 8 Nd 2 Nach seiner Ankunft in Rom wird für Koͤln ein—. Die 2 sagt: Vie große aum neuer Bischof ernannt und dabei der Anzeige— schaft in Pf N n 1 f f war ein Pfand der Sicherheit des europässcher pflicht genügt werden. Friedens. Das Blatt hofft, der Nachfolger Ausland.
werde einsehen, wie wichtig es sei, ein gutes Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 14. März. Einvernehmen zwischen Rußland und Deutschland Die Blätter sprechen sich ausnahmslos voller zu culttviren und wie empfehlenswerth es sei, in Abscheu vor dem scheußlichen Attentate auf den dieser Hinsicht dem Beispiele seines Vaters zufolgen. Kalser von Rußland aus.— Die„Presse“ be—— Die zweite Ausgabe der„Daily News“ richtet, der Kaiser von Oesterreich sei von der meldet aus Durban vom 14. März die Ver, Unglücksbotschaft tief erschüttert und habe sofort laͤngerung des Waffenstillstandes um 4 Tage. eigenhändig ein Condolenz-Telegramm an den— Ciner Meldung aus Neweastle zufolge ver Großfürsten Thronfolger und an die russische ließen 1000 Farmer den Oranje Freistaat, um Kaiserfamilie geschrieben. sich den Boers in Transvaal anzuschließen. ö
Deutsches Reich. Bei Er- sandte
de St. dem 1 *
——
— 14. Marz. Abgeordnetenhaus. Bei der Italien. Rom, 14. März. Anläßlich des
heute vorgenommenen Präsidentenwahl erhielt Geburtstags des Königs hielt derselbe heute ein
Sg molka 184, Rechbauer 146 von 339 Stimmen. Revue über die hiesige Garnison ab, wobei die ö Smolka nahm die Wahl dankend an, versprach königliche Familie lebhaft begrüßt wurde. In Fgscwissenhafte Verwaltung des Amtes und bat den Quirinal zurückkehrend, wurden ihr leb um Nachsicht und Unterstützung des Hauses.— hafte Ovationen gebracht. Der König, die Königin
0 15. Marz. Fürst Lobkowitz wurde mit 163 und die Prinzen erschienen auf dem Balkon des Stimmen zum ersten Vicepräsidenten gewählt, Schlosses und dankten. Demel erhielt 149 Stimmen. Spanien. Madrid. Die„Gaceta“ publieirt
fand
A —
Portugal. Lissabon, 14. März. Heute bierselbst ein republikanisches Meeting statt, in welchem es zu sehr erregten Auftritten kam. le Polizei loͤste das Meeting auf und nahm einige Verhaftungen vor. Bulgarien. Sofia, 14. März. Der Füͤrst Alexander von Bulgarien ist heute nach Peters⸗ burg abgereist.
Rußland. Petersburg, 14. März. Der Herold“ berichtet über das Attentat Folgendes: Der Kaiser begab sich nach der Wachtparade, der beizuwohnen er gewarnt worden war, in's Palais der Großfürstin Katharina, wo er kurze Zeit zum Frühstück blieb. Gegen 1½ Uhr ver⸗ ließ der Kaiser das Palais, um nach Haus zu fahren. Er wählte den Weg am Canal. Als er etwa an der Mitte der Mauer des Palais⸗ Parkes war, erfolgte eine starke Explosion, welche den Wagen des Kaisers stark beschadigte. Der Kaiser stieg sofort aus. Ein Offizier eilte herbei und fragte, ob der Kaiser verwundet sei. Der Kaiser antwortete sehr ruhig: Gott sei Dank, ich bin unverletzt. Aengstige Dich nicht! Ich muß nach den Verwundeten sehen. Viele Sol— daten des kaiserlichen Geleits und zufallig au⸗ wesende Civilpersonen lagen verwundet umher. Der Kaiser ordnete zunächst für die schwerver— wundeten Kosaken Fürsorge an und erblickte dann wenige Schritte von sich den Verbrecher, von einer Menge Menschen umgeben. Ein Soldat des Preobraschenskischen Garderegiments hielt ihn fest und umklammerte seine Arme; in der einen Hand hielt der Verbrecher einen Dolch, in der anderen einen Revolver. Der Verbrecher ist ein junger Mann, Namens Russakoff, 21 Jahre alt, und war die letzten 2 Jahre Hoͤrer der Berg⸗ academie. Der Kalser trat ganz ruhig dicht an den Verbrecher heran und befahl ihn abzuführen. Er begab sich sodann zu Fuß auf den Heimweg. Nach wenigen Schritten warf ein anderer junger Mann einen Gegenstand vor die Füße des Kaisers. Eine so furchtbare Explosion erfolgte, daß die Nächststehenden zu Boden geworfen, auf der anderen des Canals die Fensterscheiben zersprangen. Die Detonation wurde un der ganzen Stadt gehort. Als der Dampf sich ver
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„ Frankreich. Paris, 14. Die das Gesetz wegen Ratification des Handels und
Marz. Journale sprechen allesammt ihren Abschen über-Schifffahrte⸗Vertrags mit Oesterreich-Ungarn. 1 ö
zogen hatte, lag der Kaiser im Blute am Boden,
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