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für einen Zeitraum von je zwei Jahren zu er— moglichen bezweckt. Am Schlusse heißt es: Zu allen auswaͤrtigen Staaten erfreut sich das deutsche Reich friedlicher und wohlwollender Beziehungen, und insbesondere entspricht unser politisches Ver— hältniß zu den uns benachbarten großen Reichen der Freundschaft, welche Se. Maj. den Kaiser mit den Beherrschern derselben persönlich ver— bindet. Unter den europaischen Maͤchten herrscht, nicht nur in dem Willen, den Frieden zu er— halten, die volle Uebereinstimmung, sondern es besteht auch in Betreff der wesentlichen Ziele der zwischen ihnen schwebenden Unterhandlungen keine prinzipielle Meinungsverschiedenheit. Präsi— dent Graf Arnim-Boytzenburg beruft sodann prov. Schriftführer und theilt die eingegangenen zahl— reichen Vorlagen mit, worunter sich der Etat mit sämmtlichen Specialetats befindet. Der Namensaufruf ergibt 183 anwesende Mitglieder. Das Haus ist demnach nicht beschlußfähig. München, 14. Febr. Die Kammer der Abgeordneten nahm heute das Richter-Disciplinar— Gesetz mit 124 gegen 13 Stimmen mit einer geringen Modification in der von der Kammer der Reichsräthe angenommenen Fassung an.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 13. Febr. Graf Hatzfeldt ist heute hier angekommen und conferirte mit Baron Haymerle. Prinß Reuß wohnte der Conferenz bei.
Frankreich. Paris, 14. Febr. In der Kammer der Deputirten fand heute die zweite Lesung des Preß-Gesetzes statt. Die Kammer nahm ein Amendement Goblet's an, wonach die Regierung ermächtigt ist, die Einführung ausländischer Blätter zu verbieten, ferner ein Amendement Floquet's, wonach Beleidigungen des Präsidenten der Republik, sowie auswärtiger Staatssberhäupter und Diplomaten durch Ge— schworene abgeurtheilt werden sollen.
Großbritannien. London, 14. Febr. Unter⸗ haus. Kriegsminister Childers theilt mit, General Colley habe nur einen Theil der ihm angebotenen Verstärkungen angenommen. Die Regierung sende
ihm aber mehr zu, als er acceptirt habe. Unter-
staatssecretär Dilke erwiederte dem anfragenden Mitgliede Cohen, die deutsche Regierung habe ersucht, die britischen Behörden an der liberischen Küste anzuweisen, der deutschen Corvette„Vic⸗ toria“ nach Möglichkeit Beistand zu leisten bei Bestrafung einiger wilden Stämme für die Plünde— rung des deutschen Schiffes„Carl“ und die Mißhandlung der Mannschaft desselben. Die Regierung habe sich bereit erklärt und den Gouver— nenr von Sierra Leone und den Offizier der dortigen Flottenstation demgemäß instruirt. Die deutsche Regierung habe auf das Positivste ver— sichert, daß sie keine militärischen Operationen gegen Liberien beabsichtige und nur wünsche, die britische Regierung zu veranlassen, ihr bei Bestrafung der Wilden beizustehen.
— Eine amtliche Depesche aus Kapstadt vom 12. Februar meldet den Abschluß eines siebentägigen Waffenstillstands mit den Basutos.
— Juformationen aus Paris zufolge begab sich Parnell dahin, um im Interesse der Liga gewisse finanzielle Arrangements zu treffen und in Paris den Centralsitz der Liga zu errichten; letzteres in Folge der Wahrnehmung, daß die britischen Behörden Briefe der Häupter der Liga öffnen und durchsehen. Parnell soll auch in Frankfurt a. M. zum Zwecke der Unterbring⸗ ung der Fonds der Liga gewesen sein. Er soll übrigens für's Erste nicht nach Amerika zu reisen, sondern nächstens nach London zurückzukehren beschlossen haben.
Italien. Rom, 14. Febr. Gestern fand im Apollotheater eine Kundgebung zu Gunsten des Königs und der Dynastie statt. Auf Ver⸗ langen des Publikums wurde die National-Hymne gespielt; enthusiastische Hochs ertönten auf den König und das Haus Savoyen.
Türkei. Constantinopel, 15. Febr. Der britische Botschafter Göschen erhielt gestern von dem Minister des Auswärtigen Versicherungen
der friedlichen Absichten der Pforte. Die gleiche Versicherung ist dem Vernehmen nach aus Athen eingelangt. Die Botschafter enthielten sich jeder Unterhandlung bis zur Ankunft des Grafen Haßfeldt. Die Pforte ist in letzter Stunde da— von zurückgekommen, genaue Bestimmungen über die griechischen Grenzconcessionen in dem Memo— randum aufzunehmen, welches die Botschafter bei Eroͤffnung der Pourparles erhalten. Die Pforte nimmt die Verschleppungstactik auf der ganzen Linie wieder auf.
Rußland. Warschau, 14. Febr. Ein Individuum, welches am Sonnabend in die Wohnung des General-Gouverneurs Albedynski eindrang, ist als Wahnsinniger bereits dem Irrenhause überliefert.
Aus Stadt und Land.
S. Friedberg, 15. Febr. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gememeinderaths wurde beschlossen, die Lieferung eines Mantels für den Nacht- wächter und eines Uniformsrocks für den Schuldiener auf dem Submissionsweg zu vergeben. Auf eine seitens des hiesigen Bürgermeisters bei dem Großh. Kreisamt ge⸗ fuͤhrte Beschwerde über den Zustand des Fußwegs zwischen hier und Bad-Nauheim wird eine Mittheilung der dortigen Burgermeisterei zur Kenntniß des Ge— meinderaths gebracht, wonach der Weg mit Eintritt der besseren Jahreszeit hergestellt werden soll. Bezuͤglich einer Beschwerde des W. Ulrich bei der zweiten Stände— kammer gegen die Stadt, weil ihm der Verkauf eines in den Stadtbauplan fallenden Gartens als Bauplatz nicht gestattet werden kann, wurde beschlossen, den früheren Beschluß des Stadtvorstandes, als dem Gesetze entsprechend, aufrecht zu erhalten. Von dem groß— britannischen Viceconsul Bernhard Goldbeck in Frankfurt ist der Stadt eine Additionsmaschine als Geschenk über— macht worden mit dem Ersuchen, dieselbe einer städtischen Schulanstalt zu überweisen. Es wurde beschlossen, die— selbe der Realschule zuzuwenden und dem Geber den Dank des Stadtvorstandes zu übermitteln. Die bei dem Augustinerschulfonds und der Stadtkasse disponibelen Kapitalien sollen gegen hypothekarische Sicherheit aus— geliehen und wenn dieses in nächster Zeit nicht in ge— eigneter Weise geschehen kann, für den Betrag bis auf weitere Verwendung hessische Staatspapiere gekauft wer⸗ den. Von der Pferdemarkt-Commission wurde folgender Antrag gestellt:„Der Gemeinderath wolle beschließen, das im höchsten Grade baufällige ehemals Knorr'sche Haus auf den Abbruch zu versteigern und auf dem Platz einen Pferdestall zu erbauen, der zunächst dazu bestimmt wäre, dem dringenden Bedürfniß der Unterbringung der Fohlen und Pferde bei unserem Markte abzuhelfen. Das Pferdemarkt-Comits stellt die aus dem Ueberschusse der Verloosungen angesammelten 12,500 M. zur Verfügung und übernimmt die Verantwortung, daß der Stadt nicht allein die durch Kapitalaufnahme zu deckende Restbau— summe verzinst, sondern auch in 6—8 Jahren gänzlich abgetragen werden wird, wenn nicht durch Verfügung höherer Behörde die Verwendung der Ueberschüsse zu diesem Zwecke untersagt wird.“ In der über diesen Antrag eröffneten Diskussion wurde besonders hervor— gehoben, daß das Gebäude so gebaut werden muß, daß es eventuell auch für andere Zwecke verwendbar gemacht werden kann. Nach dem vorgelegten vorläufigen Bau— plane soll dasselbe einen Oberbau mit größeren Räumen erhalten und äußerlich so econstruirt werden, daß es dem betr. Stadttheil zur Verschönerung gereicht. Der Antrag wurde einstimmig angenommen und sollen demnächst Pläne und Kostenvoranschläge, unter Berücksichtigung einiger weiteren für die Stadt erforderlichen Räume, welche mit dem Gebäude verbunden werden sollen, vor— gelegt werden. Der Stadtbaumeister wurde beauftragt, die speziellen Pläne und Voranschläge anzufertigen. Auf eine Eingabe verschiedener Bürger bezüglich des schlechten Zustandes der kleinen Köhlergasse wurde beschlossen, daß von der Baucommission Augenschein genommen und dem Stadtvorstand in der nächsten Sitzung Vorschläge ge— macht werden sollen.
B. Friedberg, 16. Febr. In einer gestern Abend abgehaltenen Versammlung wurde die Gründung einer Pfennigsparkasse definitiv beschlossen. Ein Curatorium wurde ernannt,— das aus den Herren: Pfarrer Meyer, Bürgermeister Seriba und Seminarlehrer Wahl besteht — welches die Interessen der Einleger zu wahren hat. Einlegen in die Kasse kann jeder in Friedberg Wohnhafte und dauernd hier in Arbeit Stehende. Sammelstellen bestehen vorläufig sechs und zwar bei den Kaufleuten Flaschenträger, Kranz, Winheim, Bernbeck, Posamentier Billau und Buchhändler Bindernagel. Eine weitere Sammelstelle hätten wir noch in den Nebengassen, viel—⸗ leicht Kirchgasse oder Kirchenplatz, gewünscht.
X. U. J. Friedberg. In dem Worte Jux kommt „u“ vor„1“; wer an einem Jux-Abend Anderen ein „“ für ein„u“ macht, wird damit nicht straffällig, ver⸗ dient vielmehr der Jux-Companie einverleibt zu werden. Von dem Turnverelns⸗Vorstande war für Sonn⸗ tag„den 13. Febra⸗ur, nach Sonnenschwund 7½ Uhr“ ein Mitglieder-Jux-Abend in dem Hötel Trapp ange— kündigt worden. Frisch, fröhlich fing er an und ver— gnüglich wie sein Anfang war das Ende. Wie das
Wandern des Müllers Lust, so war an dlesem Abend das Lachen der zahlreichen Besucher Lust; eine meiner Nachbarinnen meinte, sie sei vom Lachen ganz bedeub—
Ausnahmspreise: Bei A.
nert. Was sie damit meinte, erfuhr ich erst später; sie leitete ihre vorübergehende Betäubung von dem Namen des Jux⸗Majors, des Companle⸗Chefs, des unübertrefflichen Kapellmeisters, des fuselfrelen(7) Ecken⸗ stehers Nante, der reizenden Lautenschlägerin ab. Item — der Abend war gelungen; wird er im nächsten Jahre wiederholt, so sei dem Jux⸗Comite heute schon empfohlen, die Pausen entweder abzukürzen oder während derselben wenigstens—— Knackkuchen und Glühwein um⸗ her reichen zu lassen. Es möge zu diesem Zwecke recht bald eine Jus ⸗gfennig⸗Sparkasse in's Leben ge⸗ rufen werden. Gut Heil!
Mainz, 14. Febr. Der Rhein wuchs heute Nacht bis auf 3 Meter 29 Centimeter; gegen Morgen fiel das Wasser wieder um etwas zurück, doch zeigte das Pegel immer noch eine Höhe von 3 Meter 29 Centimeter. In den Häusern der Löhr- und Rheinstraße ist das Wasser — schon zum 4. Mal seit 12 Monaten— in die Keller eingedrungen.
Allerlei.
Braunschweig, 15. Febr. Die hiesige Lessing⸗ Feier begann bei herrlichem Wetter unter allgemeinster Betheiligung der Bevölkerung am Lessing-Denkmal, wo die hiesigen Männergesangvereine unter Abt's Leitung verschiedene Gesangstuͤcke vortrugen. Sodann wurde von einem Studenten der hiesigen technischen Hochschule die Festrede gehalten und von studentischen Deputationen Lorbeerkränze niedergelegt. Von den meisten deutschen Universitäten und technischen Hochschulen, sowie aus Wien und Zürich, ebenso von zahlreichen hiesigen und aus⸗ wärtigen Vereinen und Privatpersonen waren kost bare Kränze gesendet. Um 12 Uhr fand feierlicher Aetus in der Aula der technischen Hochschule mit Festrede und Ge— sängen statt. Am Nachmittag besuchten die hiesigen Studirenden und die auswärtigen Deputationen das Grab Lessing's, das mit Lorbeer⸗ und Imortellenkränzen vollständig bedeckt war.
Dresden, 14. Febr. Die Elbe ist fast bis Lobositz eisfrei. Die Hauptmasse des Elses hat in der Nacht bei einem Wasserstande von ea. 2 Meter über Normalhöhe Dresden passirt. Jetzt ist das Wasser in raschem Fall begriffen.
New⸗- Pork, 13. Febr. Sturm und Ueberschwemm⸗ ungen sind fast allgemein in den Unionsstaaten und Canada. Der Schaden beläuft sich bereits auf 500,000 Dollars und die Gefahr ist noch steigend. In New⸗ Orleans ist die Verbindung erschwert außer zu Wasser. Das Wetter wird kälter.
Handel und Verkehr. Frledberg, 15. Febr. Fruchtbericht. Waizen M. 22.50, Korn M. 21, Gerste M. 16— 17, Hafer M. 13. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200— Zollpfund. Friedberg, 16. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90—1, Eier per St. 6—0 Pf.
Gießen, 15. Febr. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.96— 1.00, Eier 1 Stück 7—8 Pf., Käse per Stück 5— 12 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stück M. 1.30—1.70, Hahnen per Stück M. 1.40— 1.50, Enten per Stück M. 1.70—2., Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 45— 50 Pf., Kalbfleisch 45 bis 50 Pf., Hammelfleisch 45—66 Pf., Schweinefleisch 68 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4.50, Zwiebeln per Ct. M. 10.
Frankfurt, 14. Febr. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 300 Kühe, Rinder, und Stiere, 280 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 67.—68., 2. Qual. M. 62.— 64., Kühe 1. Qual. M. 56.—58., 2. Qual. M. 45.—50., Kälber 1. Qual. M. 52.—54, 2. Qual. M. 45.—50., Hämmel 1. Qual. M. 58.—60., 2. Qual. M. 40.—50., Schweine wurden vorige Woche 670 verkauft, das Pfund zu 68 Pf.
Brodpreise vom 16. Februar bis 1. März. Nach eigener Angabe der Bäcker. Für Friedberg, Bad-Nauheim und Butzbach
unverändert.
Fleisch⸗ ꝛc. Preise vom 16. Februar bis 1. März. Nach eigener Angabe der Metzger. Für Friedberg und Butzbach unverändert.
Für Bad-Nauheim.
Per 1½ Kilo. 5 int M. Pf. Ochsenfleisch 60 Schweinefleisch— 64 Kuhfleisch, gem. 50 Keil und Karre— 68 1 ungem.,— Doörrfleisch— 80 Kalbfteisch 45 Solperfleisch Keil und Karre— Geräucherter Speck— 90 Hammelfleisch 50 Schinken— 90 Keil und Karre— Leber⸗ u. Blutwurst— 72 Nierenfett 50 Schwartenmagen— 88 Hammelsfett— Cervelatwurst 1 60 Gchaaffleisch— Fleischwurst 90 Bratwurst— 00
Schmalz, ausgel., 5 unausgel.,— 80 Schimpf Kuhfleisch 40 Pf. Bei H. Aletter ausgel. Schmalz 86 Pf. Bei H. Fritz Schwartenmagen 88 Pf., Bratwurst 84 Pf. Bei Fr. Langsdorf ausgel. Schmalz 92 Pf. Bei A. Schimpf Dörrfleisch 90 Pf., unausgel. Schmalz 86 Pf.
Israelitischer Gottesdienst in Friedberg. Beginn: Freitag Abends 5 Uhr.
Samstag Morgens 8½¼ Uhr.
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