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die gestrige Erklärung des Minister-Präsidenten hin für den Entwurf der Regierung stimmen würden.
Frankreich. Paris. Die Verhandlungen über den englisch-französischen Handelsvertrag werden demnächst hier fortgesezt. Ein Gerücht, Gladstone werde nach Paris kommen, ist un⸗
begründet.
Italien. Rom, 13. Juli. In der ver⸗ flossenen Nacht fand die Ueberführung der Leiche Pius IX. statt. Dem Sarge folgten 200 Wagen und 3000 Personen zu Fuß. Ju den Straßen, durch welche der Zug ging, waren viele Fenster beleuchtet.
— 14. Juni. Zehn in der vorgestrigen Nacht wegen Auspfeifen des Leichenzugs Pius IX. ver— haftete Personen sind heute dem Zuchtpolizei— Gericht vorgeführt worden. Die Zeugen sind bereits vernommen.
Türkei. Konstantinopel. Wie verlautet, habe der Sultan die Todesstrafe der in dem Sultanmordprozesse Verurtheilten in lebensläng— liche Zwangsarbeit verwandelt.
— Der Minister des Innern wies den Gouverneur von Tripolis an, den Europäern zu verbieten, ohne einen Ferman des Sultans durch Tripolis zu reisen.— Wie es heißt, über— nimmt Hobart Pascha das Kommando der türk⸗ ischen Mittelmeerflotte.
Bulgarien. Sistowo, 13. Juli. Der Fürst von Bulgarien wurde auf seiner Reise von Varna hierher in Pravadi von den Be— hörden empfangen und von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt; derselbe besuchte die dortigen Schulen, Kirchen und Moscheen. Die Bevölker— ung brachte ihm unausgesetzt Ovationen dar während des Aufenthalts in Pravadi. Bei seiner hiesigen Ankunft wurde der Fürst ebenfalls von den Behörden empfangen und von der Bevölker— ung stürmisch begrüßt. Der Fürst empfing als— bald den Exarchen und das Diplomaten-Corps und erwiederte auf die Ansprache des deutschen Vertreters, Thielau, er schätze sich glücklich, das diplomatische Corps unter so bedeutsamen Um— ständen in dieser Stadt vor sich zu sehen; er zweifle nicht daran, daß Bulgarien fortschreiten werde auf dem Wege der Fortschritte und die Sympathien und das Vertrauen Europa's recht— fertigen werde; er freue sich, daß die Vertreter der Mächte selbst constatiren könnten, wohin der Wille der Bevölkerung gehe. Er danke ihnen für ihr lebhaftes Interesse während der Krisis, welche entscheidend für die Zukunft der bul— garischen Nation sein werde.
— 14. Juli. Die große National-Ver⸗ sammlung dahier hat heute per Acclamation einstimmig die Bedingungen des Fürsten ange— nommen. Die Session ist geschlossen. Der Fürst erließ eine Proclamation, in der er dankt für das Vertrauen und die Treue, welche die National-Versammlung durch ihr Votum aus— drückte. Er wolle die Vergangenheit vergessen; er sei fest entschlossen, an der Spitze seines Volkes zur Ausführung seiner Wünsche zu schreiten. Sein einziger Zweck sei, die Freiheit und die Rechte seines Volkes sicher zu stellen. Er habe außerordentliche Vollmachten verlangt, um die Hindernisse, welche einer festen Organisation des Landes entgegen stehen, zu beseitigen. Es werde ihm eine angenehme Pflicht sein, die Ver— treter des Landes zur Berathung des Budgets und der allgemeinen Landes-Interessen alljähr— lich zusammenzurufen. Er werde hervorragende, tüchtige Staatsbeamten streng und gewissenhaft auswählen, deren häufigen Wechsel zu vermeiden suchen und sie, ohne Rücksicht auf die willkür— lichen Parteiungen, welche das Unglück des Landes waren, schützen.
Rußland. Petersburg. Nach Meldungen aus Pultawa fanden in Terejaslaw Ausschreit— ungen gegen die Juden statt. 60 Personen wurden verhaftet.
Amerika. Washington, 13. Juli. Bulletin. Der Zustand des Präsidenten Garfield schreitet günstig voran.
aus Oran meldet von Feuersbrünsten und Mord— thaten von verschiedenen Punkten des Tell.— Zwischen tunesischen Soldaten und französisch— algerischen Unterthaunen fanden in Tunis Schläge— reien statt, wobei zwei Algerier verwundet wurden.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. In allen Lebensaltern sind zweck⸗ mäßige Bewegungen des Körpers wie Turnen, Schwim⸗ men u. s. w. von vorzüglichem Einfluß auf unsere Ge⸗ sundheit und die Ausbildung des Körpers und Geistes an Wohlgestaltung, Kräftigung, Dauerhaftigkeit und Ge⸗ schicklichkeit, ganz besonders aber ist dies in der Jugend der Fall. Das Schwimmen ist nun vorzugsweise das Turnen im Sommer. Vom erziehlichen Standpunkte aus sagen wir: das Schwimmen hat zunächst dieselben Vor⸗ theile für die Gesundheit, wie das einfache Baden. Dazu kommt aber Vieles von dem, was durch das Turnen zu erstreben ist. Die Knochen und Muskeln werden stärker, fester und kräftiger, die Wirbelsäule wohlgestalteter, die inneren Haupthöhlungen umfänglicher und geeigneter zu Sitzen der in ihnen enthaltenen edlen Körpertheile; Blut— umlauf, Verdauung, Athmung, Ab- und Ausscheidungen werden bethätigt und die Wärmeentwickelung erhöht, Blut⸗ stockung oder Blutandrang, Verstopfung, Unthätigkeit der Haut wird vielfach gehoben, Hunger und Durst erzeugt zc. Aber was wir höher noch anschlagen, ist der wohlthätige Einfluß auf's Gehirn und die Willensthätigkeit, die durch solche Uebung immer leichter und besser vor sich geht. Bei Erlernung des Schwimmens muß der Lehrling dem Commandowort des Schwimmlehrers ungesäumt und sofort folgen, das befähigt ihn aber auch, immer mehr seinem eigenen Willen zu folgen, also gewandter, präciser und taktvoller zu werden, wodurch die erlernte Schwimm— kunst umsomehr auch einmal zur Lebensretterin werden kann. Es gibt kein besseres Erziehungsmittel zum Ge⸗ horsam als Bewegungsuͤbungen auf Commando und im Takt, wie es beim Schwimmen und Turnen der Fall ist. Dabei wird gelernt, sich einer Gesammtheit anzuschließen und unterzuordnen. Und welche Lust und Fröhlichkeit ent— wickelt sich dabei! Drum wollen wir unsere Männer und Knaben, nicht minder aber unsere Frauen und Mädchen anhalten, die schöne Gelegenheit, die wir im Volksbad haben, schwimmen zu lernen, zu benutzen. Es sind auch bis jetzt schöne, recht schöne Resultate erzielt worden. Einsender dieses, der sich für die Erziehung unserer Jugend zu Gesundheit und Tüchtigkeit in hohem Grade interessirt, würde es freudig begrüßen, wenn auch die Nachbarorte zu gelegener Zeit die gebotene Gelegenheit wahrnähmen, ihre Jugend zur Erlernung der Schwimm— kunst in hiesigem Volksbade zu veranlassen.
Friedberg. Die Vorbereitungen zum Feuerwehr- tag schreiten rüstig vorwärts. Bereits ist mit dem Auf⸗ schlagen des Steigerthurmes vor dem Predigerseminar begonnen worden.
Allerlei.
Homburg v. d. H., 11. Juli. Gestern wurde im Stalle des Wirth Braun zu Kirdorf ein Kalb mit zwei Köpfen geboren. Die schwere Geburt kostete jedoch sowohl der Kuh wie dem Kalbe das Leben. Nach dem Bericht— erstatter des T. ⸗B.“, ist das Kalb sehr stark gebaut und die Köpfe sind won gewöhnlicher Größe und weicht der eine etwas nach links. Gemeinsam haben sie gar nichts, denn beide haben je 2 Ohren, 2 Augen, völlig regel— rechtes Maul mit Zunge und Zähnen. Das Kalb soll heute nach Gießen gesandt werden.
el. Windecken. Am 10. Juli wurde dahier das erste Sängerfest des Nidderthal-Sängerbundes abgehalten, mit dem der hiesige Gesangverein„Concordia“ zugleich die Feier seines zwanzigjährigen Stiftungsfestes verband. Trotz der am Morgen so ungünstigen Witterung, hatten sich alle zugesagten Vereine eingefunden und da sich Mittags der Himmel wieder aufheiterte, war die Fest⸗ stimmung eine sehr gehobene. Der einen sehr imposanten Eindruck machende Festzug bewegte sich, mit den jung⸗ fräulichen Schönheiten Windecken's an der Spitze, durch die Straßen der Stadt, welche überall festlich geschmückt waren, nach dem Festplatze im„Garten zur Hochmühle“. Hier wechselten mit den Gesängen des Bundeschors und der einzelnen Vereine die beiden Festreden, von denen die erste, die des Lehrers Scharmann von Kaichen, sich über die Bedeutung des Gesanges, insonderheit der des Volksliedes verbreitete und daraus die Wichtigkeit eines allgemeinen Sängerverbandes herleitete, die andere, die des Lehrers Weider von Windecken sich auf die Bedeut⸗ ung des Festes als Stiftungsfest des Vereins„Concordia“ von Windecken erstreckte. Das Gedicht, das er seiner Rede anfügte und in dem er das Festprogramm poetisch umschrieb, fand allgemeinen Beifall. Im Uebrigen ver— lief das Fest ohne jede Störung und wird uns dieser Tag noch lange im Gedächtniß bleiben. Schließlich noch die Bitte an Die, welche schon vor dem Thore unseres Nidderthal-Sängerbundes stehen, aber noch nicht ein— getreten sind, sich doch ja bald aufnehmen zu lassen in „die fröhliche Schaar am Ufer der Nidder.“
P. A. Frankfurt, 14. Juli. Am gestrigen Mitt⸗ woch war der Besuch der Ausstellung wieder ein sehr großer, man konnte ihn annähernd wohl auf 15— 46,000 Personen schätzen. Beim Bilse'schen Nachmittags⸗Concert waren, gering angeschlagen, 4000 Menschen versammelt, von denen kaum die Hälfte einen Sitzplatz bekommen konnte. Auch in einzelnen Gruppen des Hauptgebäudes war das Gedränge so groß, daß man froh war, wieder in's Frete zu gelangen. Die elektrische Bahn war der—
Afrika. Tunis. Ein Telegramm des„Temps“
artig besetzt, daß man nach 6 Uhr keine neuen Billets mehr ausgab; der Aufzug desgleichen.
selbe mit seinem Taschenmesser einen Schnitt in den Hals beigebracht hat, welcher für tödtlich angesehen wird. Da man Kenntniß erhalten, daß Ring bald nach seiner That von Offenbach aus nach Hause telegraphirt habe, er werde heimkommen, und daß er wirklich dort eingetroffen, alsbald aber in den ganz nahen Frankenwald geflüchtet sei, ging auf Requisition des Untersuchungsrichters der hiesige Polizeieommissär Rolfs an Ort und Stelle, um die Verfolgung aufzunehmen. Nachdem derselbe festge— stellt hatte, daß Ring inzwischen wieder in der dortigen Gegend gesehen worden, wurde eine umfassende Umstell⸗ ung des nächsten Waldterrains vorgenommen, die dann auch den glücklichen Erfolg hatte, des Flüchtigen hab⸗ haft zu werden. Was andere Flößer, die sich in hiesiger Gegend aufhalten, alsbald äußerten, man werde den Ring lebendig nicht fangen, da er ein verzweifelter Mensch sei und einen Revolver führe, das ist in der That eingetroffen. Ring ist zunächst in ein Krankenhaus verbracht und vor⸗ erst nicht transportfähig.
Biebrich, 14. Juli. Heute wurde in der Sand— grube bei Mosbach die Leiche eines gut gekleideten, an⸗ scheinend den besseren Ständen angehörenden Mannes, aufgefunden. Am Halse und an Händen trug die Leiche bedeutende Schnittwunden, welche derselben mit einem in der Nähe aufgefundenen kleinen Federmesser beigebracht zu sein scheinen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so liegt hier leider ein schweres Verbrechen vor, was nur in der vergangenen Nacht begangen sein kann, da gestern gegen Abend die Stelle in der Sandgrube von einem Flurschützen besucht und die Leiche nicht entdeckt wurde. Die bereits von der hiesigen Polizei eingeleitete Unter⸗ suchung wird hoffentlich bald Klarheit in diese dunkle Angelegenheit bringen.
Brüssel, 9. Juli. Zum dritten Male in letzter Zeit ist das Dorf Winenne(Namur) von einer Feuers⸗ brunst heimgesucht worden; vorgestern wurden nicht weniger als 70 Häuser eingeäschert.
Handel und Verkehr.
S. Friedberg, 14. Juli. Auf dem gestern dahier stattgehabten Schweinemarkt waren 1147 Stück aufge⸗ trieben und wurden bei lebhaftem Handel für Zuchtferkel hiesiger Race 3540, englischer Race 50-60 M. für's Paar bezahlt; Springer je nach Alter und Beschaffen⸗ heit höher. Der nächste Markt findet am 10. August statt.
Frankfurt, 14. Juli. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. der Ctr. M. 3.50— 4.20, altes Heu M. 4.50 5.50, Stroh M. 3.50—4. Butter 50 Kilo M. 80, im Detail 1. Qual M. 1., 2. Qual. M. 0.95. Eier das Hundert M. 5—6. Ochsenfleisch 6070 Pf., Kuh- und Rindflelsch 45—55 Pf., Kalbfleisch 35—55 Pf., Hammel⸗ fleisch 40— 65 Pf., Schweinefleisch 60—70 Pf., Kar⸗ toffeln das Pfd. 12 Pf., Blumenkohl 30— 60 Pf., Bohnen das Pfd. 80 Pf., gelbe Rüben der Bündel 10 Pf., Kohl; rabi 5—6 Pf., Kopfsalat 3— 5 Pf., Heidelbeeren das Liter 15 Pf., Gurken 20 Pf., Wirsing 20—25 Pf., Weiß⸗ kraut 15—20 Pf., Hahn M. 1.80— 2.20, Huhn M. 1.80 bis 2.30, Ente M. 3., Gans M. 5—8, Taube 50 Pf., Poularden M. 2.3050, Capaunen M. 2.508.
Vom 16. Juli ab können Briefe mit Werthangabe, deren Inhalt aus Werthpapieren besteht, nach den wich⸗ tigeren Orten Spaniens leinschließlich der Balearen und Canarischen Inseln) versandt werden. Der angegebene Werth darf den Meistbetrag von 4000 M. nicht über⸗ schreiten. Die Werthbriefe müssen frankirt werden. Die Tape setzt sich zusammen 1) aus dem Porto und der festen Gebühr für einen Einschreibbrief von gleichem Ge⸗ wicht und Bestimmungsort, 2) aus einer Versicherungs⸗ gebühr, welche für je 160 M. 20 Pf. beträgt.
Geld ⸗ Cours. Frankfurt am 14. Juli 1881.
20⸗-Frankenstücke M. 16 23—27 do. In ½ 4 16 21358 Englische Sovereigns. 9385„ 20 41—46 Russische Imperiales„ 16 73—78 Ducaten..„ 9 55—59 „ al marco.„ 9 58—63 Dollars in Golde.„ 4 20—23 Volksbad.
Wasserwärme am 14. Juli: 180 Reaumur.
Walter.
Kirchliche Anzeigen für Kriedberg Evangelische Gemeinde. 5. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. theilung aus dem Arbeitsfelde des Gustav-Adolf⸗ Vereines. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Köhler. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Köhler. Katechismuslehre.
Katholische Gemeinde. 1/8 Uhr: Beicht. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Hanau, 13. Juli. Nach einer heute eingelangten Depesche ist es gelungen, gestern Nacht den des Raub mords in Nieder-Rodenbach zweifellos Schuldigen, den Flößer Barthel Ring, in seiner Heimath Wallenfels zu verhaften. Zugleich aber wurde berichtet, daß sich der⸗
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