Ausgabe 
15.10.1881
 
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8 Betreffend: Die Beseitigung dürrer Bäume in Feld und Gärten.

Das Gr. Kreisamt Friedberg an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises und das Gr. Polizeicommissariat Wickstadt.

ä Friedberg am 13. October 1881.

Die Obstbausection des Gartenbauvereins zu Darmstadt hat darauf aufmerksam gemacht, daß die in Feldern und Gärten zahlreich vorhandenen abgestorbenen Bäume einer Menge der Garten- und Feldwirthschaft schädlichen Insecten zur Brutstätte dienen und daher deren schleunigste Wegräumung aus Feldern und Gärten im landwirthschaftlichen Juteresse geboten sei. Indem wir auf die seitens des Herrn Präsi denten des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen unterm 3. laufenden Monats Oberhessischer Anzeiger Nr. 119 in obigem Betreffe erlassene Bekanntmachung Bezug nehmen, empfehlen wir Ihnen, in geeigneter Weise auf die baldige Beseitigung der dürren Bäume

in Feld und Garten hinzuwirken.

Dr. Braden.

rämiirung selbstgezüchteter Fohlen.

Nachdem uns Seitens des Landespferdezuchtvereins zu Darmstadt wieder wie in früheren Jahren 100 Mark zum Zwecke der Prämiürung selbstgezüchteter Fohlen zur Verfügung gestellt wurden, hat das Pferdemarkteomits beschlossen, eine namhafte Summe zum gleichen Zwecke zu verwilligen, um der Prämiirung eine größere Ausdehnung, auch auf Nichtmitglieder des Pferdezuchtvereins, geben zu können.

Die Prämiirung findet Montag den 24. October auf der nördlichen Seite des Kirchenplatzes statt und werden hierzu alle Pferde⸗ züchter der Provinz Oberhessen zur Betheiligung freundlichst eingeladen.

Nähere Bestimmungen.

1) Jeder Züchter hat sich mit seinem Fohlen längsteus bis um 10 Uhr Vormittags auf obengenanntem Platze einzufinden. 2) Als Nachweis der eigenen Züchtung genügt die Bescheinigung des betreffenden Ortsvorstandes.

3) Es werden Fohlen bis zu Jahren zur Prämiirung zugelassen. 4) Fohlen, welche schon einmal durch uns prämiirt worden sind, können nicht mehr mitconcurriren.

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Im Auftrag des Pferdemarkt-Comité's: Steinhäußer, Vorsitzender.

Deutsches Reich.

Berlin. Nach derProv.⸗Corr. ist Putt⸗ kamer, der Minister des Innern, an Stelle Stolberg's zum Vice-Präsidenten des Staats Ministeriums ernannt worden.

Die Kaiserin übernahm das Protektorat der allgemeinen deutschen Ausstellung für Hygiene und Rettungswesen und beauftragte den Kron prinzen mit ihrer Vertretung.

Leipzig, 12. Oct. Hochverraths-Prozeß. Die Vernehmung der Angeklagten ist beendet. Der in Augsburg verhaftete Agitator Dawe aus London gab zu, Most's Freund zu sein; auch, daß er vorigen Herbst eine Reise nach Deutschland unternommen habe. Er leugnete aber, daß die Kosten der Reise mit Partei Geldern bestritten wurden und daß die Reise bezweckte, eine Gruppen-Organisation, wie Most solche in derFreiheit vorgeschlagen, zu för dern. Auf die Frage, welcher Partei er an gehöre, antwortete Dawe:Deranarchistischen, wie sie Proudhon in's Leben rief und Bakunin weiter entwickelte. Der Angeklagte Metzkow (Berlin) gab zu, bei der Verbreitung der revo lutionären SchriftAn unsere Brüder in der Caserne an die Soldaten zu Berlin mitge holfen zu haben. 13. Oct. Heute wurden zwölf Zeugen vernommen. Für die Angeklagten waren belastend die Aussagen des Polizeirath Rumpf und Schneider Horsch aus Frankfurt. Die Ver⸗ theidigung trug auf Entlassung Christ's aus der Untersuchungshaft an; der Antrag wurde aber abgelehnt. Noch 30 Zeugen sind zu vernehmen.

Stuttgart, 13. October. Staatsminister v. Sick ist heute plötzlich gestorben.

Karlsruhe. Die General-Synode be schloß, die Kirchen-Behörde möge sich dahin bemühen, daß durch die Reichs-Regierung für das ganze deutsche Volk, ohne Ansehen der Confession ein allgemeiner deutscher Reichs-Buß⸗ und Bettag eingeführt werde.

Baden-Baden, 12. Oct. Der Kaiser ist von einem leichten Unwohlsein wieder her gestellt. Gestern unternahm er eine Spazier fahrt und nahm an dem Diner im großherzog lichen Schlosse Theil.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Cattaro, 12. Oct. In Folge der Verhaftung einiger hier einge brachten Croaten, die sich dem Kriegsdienst ent ziehen wollten, drangen zahlreiche bewaffnete Croaten in das österreichische Consulat ein und verlangten unter Drohung die Freilassung der Gefangenen. Die Ordnung wurde durch einige Matrosen des Stations-SchiffesTaurus wieder hergestellt.

Frankreich. Paris, 13. Oct. Bei der heutigen Zusammenkunft von Grevy und Gam

betta fand eine Besprechung der allgemeinen Lage statt. Gambetta äußerte die Meinung: Da das Cabinet nicht seine Entlassung gab, sei es con stitutionell und parlamentarisch, vor Bildung eines neuen Cabinets den Ausgang der Debatte in der Kammer abzuwarten, die bei Beginn der Session nicht ausbleibe. Grevy theilte diese Ansicht Gam betta's; er gab ihm deshalb keinen Auftrag zur Bildung eines Cabinets. Beide verabredeten eine neue Zusammenkunft nach dem Zusammen tritt der Kammern.

In dem Organ des Präsidenten Grevy, dem JournalPaix, findet sich der auffällige Vorschlag, Gambetta, falls dessen Wahl in die Kammer nicht verificirt werden sollte, zum Senator auf Lebenszeit zu ernennen, um ihm die Uebernahme des Minister-Präsidiums unter allen Umständen zu ermöglichen.

12. Oct. Der Minister-Resident Roustan richtete an die Vertreter der europäischen Mächte in Tunis gleichlautende Schreiben in denen er sagt, die Besetzung von Tunis sei im Einver ständniß mit dem Bey erfolgt, um die Hauptstadt sicher zu stellen. Die Besetzung habe einen rein militärischen, defensiven Charakter. Die be stehende Verwaltung sei nach wie vor im Amt. Alle Consuln erkannten die Besetzung für noth wendig. Nur der italienische Consul allein protestirte. Es heißt aber, es sei ein Miß verständniß von ihm gewesen; seine Regierung verläugne den Protest.

Großbritannien. London, 13. Oct. Der gestrige Ministerrath währte vier Stunden. Außer Selborne waren alle Minister anwesend. Der Standard erfährt, nach dem Ministerrath sandte Lord Granville identische Depeschen an die bri tischen Vertreter zu Paris, Konstantinopel, Kairo. Nach derMorning Post erkannte die britische Regierung für räthlich, ein Kriegsschiff nach Alexandria zu entsenden. Granville allein er hob Einspruch, der Entsendung den Charakter einer Flottendemonstration beizulegen. Barthelemy dagegen benachrichtigte die europälschen Vertreter zu Paris, die Entsendung der Panzerschiffe habe den Zweck, die Einmischung der Türkei in die innere Verwaltung Aegyptens, sowie die Inter vention anderer Mächte in die Angelegenheiten Aegyptens zu vereiteln. DieMorning Post will wissen, ein türkisches und ein italienisches Panzerschiff seien nach Alexandrien unterwegs.

13. Oct. Parnell wurde heute Morgen in Kingsbridge(Irland) verhaftet. Der Haft⸗ befehl constatirt das Verbrechen der Aufreizung und Einschüchterung behufs Verhinderung der Pächter, das billige Pachtgeld zu zahlen und von den durch die Landbill angebotenen Vor⸗ theilen Gebrauch zu machen.

Italien. Rom. DieAgenzia Stefani erklärt die Nachricht, daß der König das Projekt

des Kriegsministers wegen Erhöhung des Effektiv standes der Armee genehmigt habe, für un begründet.

13. Oct. Zur großen italienischen Jubi⸗ läums⸗wWallfahrt sind aus verschiedenen Theilen Italiens bis heute 1900 Personen eingetroffen.

Türkei. Konstantinopel. Ein Irade des Sultans genehmigt im Princip den Anschluß der österreichischen an die türkischen Bahnen. Ghazi Mukhtar soll gemäß dem Verlangen der Botschafter nach Armenien gehen.

Aegypten. Alexandria, 12. Oct. Auf die Nachricht von der Absendung französischer und englischer Panzerschiffe nach Aegypten wurden die Dragomane von Frankreich und England gestern ins Palais in Konstantinopel gerufen, wo der Sultan ihnen mittheilen ließ, daß diese Demonstration unnütz sei, nachdem die Ordnung in Aegypten hergestellt sei. Er verlangte von Tissot und Dufferin, sie sollten die Absendung von Panzerschiffen zu verhindern suchen. Das französische PanzerschiffAlma ist jedoch gestern bereits hier angekommen.

Afrika. Tunis. Ali Bey wurde am 10. Oct. von einem starken Haufen Araber bei den römischen Ruinen von Ain Tunka angegriffen. Nach leb⸗ haftem, mehrstündigem Kampfe flohen die Araber unter Zurücklassung der gesammten Beute. Von der Cavallerie wurden sie verfolgt bis Donga bei Tebursuk. Auf beiden Seiten empfindliche Verluste.

Gemeinderathssitzung.

S. Friedberg, 14. Oct. In der gestern stattge⸗ habten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde der Voranschlag der Realschule für 1882/83 vorgelegt und der Finanzeommission zur Prüfung übergeben. Die Arbeiten für Erbauung eines städtischen Gebäudes für Pferdeställe, Spritzenhallen u. s. w. wurden, bis auf einige, bei denen Entscheidung vorbehalten blieb den wenigst Fordernden zugeschlagen. Als Mitglieder der Commission für Abschätzung von Wildschäden wurden E. Philippi und Conr. Reuß, als Ersatzmänner G. Falck und A. Steinhäußer gewählt. Bezüglich der Wasser⸗ ableitung in dem Hofe des M. Jung ist der Gemeinde rath der Ansicht, daß dieselbe durch den Fiskus herzu⸗ stellen sei und soll der Bürgermeister in diesem Sinne an die Baubehörde berichten. Die Weiden auf der städtischen Weidenanlage auf der Pfingstweide sollen dem⸗ nächst auf städtische Kosten geschnitten und soll eine weitere Aus dehnung der Anpflanzung in Aussicht genommen werden. Ueber den Stand der projektirten Wasser⸗ versorgungsanstalt für unsere Stadt machte der Bürger⸗ meister folgende Mittheilung. Nachdem der lt. Beschluß des Stadtvorstandes in der Burggemarkung hergestellte Versuchsbrunnen während längerer Zeit fortgesetzken Ab⸗ pumpens durch eine Dampfmaschine ein constantes kägliches Wasserquantum von 720 Kubikmetern ergeben hatte, wurde in voriger Woche durch den Oberingenieur der Firma Aird und Mark Einsicht von der Anlage genom⸗ men. Nach dem Urtheil desselben ist eine weitere Ver⸗ mehrung des Wasserquantums wünschenswerth, welche durch die früher schon projektirte Verbindung der beiden Brunnen des Pfaffen- und Brachbrunnens mit dem Versuchsbrunnen, und die Verlegung von noch ca. 7080 Meter Leitung aus durchlochten 0,2 Meter

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