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Tüchtige Schneider
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pes von Italien, öffentlich das Gefühl der
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Trauer auszusprechen. Der Unterstaatssecretär
des auswärtigen Amtes sprach sofort der öster— ö
reichischen Botschaft das aufrichtige Beileid der talienischen Regierung aus.
— 11. Oct. Hier eingetroffene Pilger aus der argentinischen 0 überreichten am ). October dem Papste 25,000 Pesos fuertos.—
Renan ist eingetroffen und gedenkt einige Zeit
Hier zu bleiben.
Er empfing den Besuch vieler
N Notabilitäten. 138 Der Steuerertrag der ersten 9 Monate Diese
dieses Jahres übertrifft die gleiche Vorjahrs— periode um. 0 Million.
Türke Konstantinopel, 11. der ben Sitzung der
Oct. In Bonholders wurde die
Zusammensetzung des Administrationsrathes für
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die sechs Steuern festgestellt; derselbe besteht nunmehr aus je einem Delegirten jeden Staates,
die Türkei mit einbegriffen, jedoch unabhängig
don den Commissären der Pforte. Jeder Dele— zirte erhält jährlich 2000 Lstr., ausgenommen die zwei, welche in Konstantinopel ihr Domicil haben werden und nur 1200 Lstr. Der britische Delegirte wird von
dem Rathe
der auswärtigen türkischen Gläubiger oder im
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Zirten
Weigerungsfalle von der britischen Bank oder einer Versammlung der tuͤrkischen Schuldtitel— besitzer gewählt. Der französische Delegirte wird von den finanziellen Etablissements oder
don der Versammlung der französischen Besitzer rürkischer Schuldtitel gewählt; ebenso erfolgt
die Wahl des deutschen und des österreichisch— ngarischen Delegirten. Der türkische Delegirte vpird von der Versammlung der türkischen Schuld— zitelbesitzer gewählt. Den italienischen Dele— wählt die Handelskammer. Die Frage der Wahl des Delegirten der Bankiers von Galata ist noch reservirt. Die Präsidentschaft alternirt jährlich zwischen dem englischen und Französischen Delegirten.— Die Pforte bewilligte die Erhebung der Seidentaxe; bezüglich der Fischereitaxe ist jedoch noch Nichts beschlossen.— Der russische Delegirte Thorner ist hier ein— getroffen.
Rußland. Petersburg, 10. Oct. Heute traf der britische Botschafter Thornton hier ein. Die Reichsbank macht durch den„Re— Zierungsboten“ bekannt, daß ab 28. September
10. October) der Verkauf von neuen Fproc. Bankbillets wegen gänzlicher Deckung sistirt verden mußte.
— 11. Oct. Heute wurde die Gerichts—
d»erhandlung wegen Herstellung der revolutionären Zeitung„Tscherny Peredel“ in öffentlicher Sitzung eröffnet. Amerika. Washington, 11. Oct. Senats— nitglied Tendleton beantragte in heutiger Senats— Sitzung Bayard(Demokrat) zum Senats-Prä— denten pro tempore zu ernennen. Edmunds Republikaner) beantragte, die für die Staaten 16 und Rhode-Island gewählten Senatoren vorläufig zum Senat zuzulassen. Die Repräsen— anten lehnten Edmunds Antrag ab und nahmen Tendletons Antrag an. Bayard übernahm das Gräsidium. Darauf ward der Senat vertagt. — Schatzsecretär Windom macht bekannt, ir werde am 17. Oct. und den folgenden Tagen fünf Millionen zur Amortisation aufgerufene Obligationen mit Zinsen bis zum Einlösungstage e mortisiren. Das Schatzamt verfüge über die (rforderlichen Mittel und bezwecke hiermit, die Zinsen zu sparen. Die Ankäufe werden dem— nach allwöchentlich fortgesetzt werden. Heute
erhalten.
hat das Schatzamt für weitere zwei Millionen Dollars Obligationen aufgekauft.
Aegypten. Kairo, 10. Oct. Die englisch— französische Finanz— Commission besuchte die Mit— glieder der tuͤrkischen Gesandschaft Ali Fuad und Ali Riza Pascha. Die Consuln der übrigen euro— päischen Machte hielten sic fern. Die türkischen Commissäre hatten eine längere Conferenz mit Scherif Pascha. Sie bestaͤtigten demselben, daß die Mission ein Zeugniß der Sympathie des Sultans für den Khedive sei. Sie wollten nur über die Militär-Revolte und die Zusammen— berufung der Notablen sich erkundigen.
Afrika. Tunis, 10. Oct. Französische Truppen rückten heute Morgen hier ein, besetzten die Stadt, die Kasba(Kasanba, Schloß des Bey) und zwei Forts. Die Insurgenten blokiren in— dessen Hammamet; ein Gerücht von der Ein— nahme und Plünderung von Hammamet ist noch nicht bestätigt.
Aus Stadt und Land.
D. Friedberg. Die Nachgrabungen zur näheren Feststellung des hiesigen Mithräums haben ein gutes Resultat gehabt. Es gelang, einen Theil einer der nörd— lichen Umfassungsmauern bis an ihr östliches Ende 4,63 m lang zu bestimmen. Die 2 m tiefe Mauer war trotz ihres schlechten Mörtels gut erhalten, ihre oberste Schichte eine s. g. Rollschichte und bestand aus Taunusquarzit. Bei einem versuchten Eindringen in das Innere des Tempels, welches sich fast vollständig unter der Straße befindet, fand sich auf dem mit Sandstein geplätteten Boden, welcher nur einen starken Quadratfuß weit unter— sucht
wurde, ein Stück einer starken 0,08 hohen und ca. 0,40 m breiten Schüssel aus röthlichem Thone mit
weißer Bemalung. Auf dem Rande liegt eine Schlange ebenfalls aus Thon und vor derselben ein kugelförmiger Gegenstand. Weiter fand sich über dem geringen Theile der Bodenfläche noch außer anderen Scherben, welche theilweise eigenthümliche Formen und Bemalung ver— rathen, ein Stück eines Votivreliefbildes aus weißem Marmor mit der Darstellung, wie Mithras, über einen Stier gelehnt, denselben mit der Linken an der Nase faßt und mit der Rechten einen Dolch in die rechte Seite stößt, eine Darstellung, welche schon öfter in den Mithräen aufgefunden wurde. Unser Bild weicht inso— fern von den andern ab, indem hier Mithras, welcher an der andern Seite der Straße bei Erbauung des jetzt Weihl'schen Wohnhauses mit dem Beinamen Cauto—
pates aufgefunden wurde, ohne phrygische Mütze in blosem Lockenhaupte erscheint. Die Darstellung ist mit einem Laubkranze umgeben, um welchen wieder ein
Figurenfries zieht, von dem ein weiterer Stier und vor demselben zwei einen Gegenstand rückwärtsziehende Genien erhalten sind. Das ganze Bild schließt ein schmaler, glatter Rand, auf welchem ein gemalter rother Streifen befindlich. Außerdem fanden sich noch mit feurigen Farben bemalte Tünchstücke. Alles verspricht eine gute Ausbeute für den nächsten Sommer, in welchem es hoffentlich gelingen wird, weitere Nachgrabungen vor— nehmen zu können.
Allerlei. Wien. den sein, in Wien, wo er sich jetzt aufhält, einen beson ders eleganten, mit allen Errungenschaften moderner Kon- struktionskunst ausgestatteten Luftballon herzustellen, weil eine sehr hohe Dame in Wien den Wunsch geäußert habe, eine Fahrt in die Lüfte mitzumachen. Man schreibt dem „Tagblatt“, daß Godard die besondere Ehre zu Theil wurde, von Allerhöchster Seite eingeladen worden zu sein, fich in Budapest zu produeiren und daß daselbst eine allerhöchste Dame an einer Auffahrt in Begleitung zweier Prinzen theilnehmen wird. Godard hat auch bereits des— halb Vorbereitungen getroffen und hat durch einen Hof Tapezirer den Korb zur Aufnahme der höchsten Herr schaften sehr geschmackvoll innen und außen decoriren lassen. Derselbe wurde innen mit rothen Seidenpolstern garnirt und 0 mit einer rothen Sei tenplüsch— Draperie versehen, welche mit gelben Passepoll und Fransen geziert, sich sehr ansprechend ausnimmt. In der Mltte des Korbes wird an rothen Tragbändern eine Art hängender Tisch angebracht, auch wird nan werden. Godard war bereits vor einigen Tagen in Budapest, um die Anordnungen zum Aufstiege zu treffen und es soll diese äußerst interessante Fahrt Anfang der nächsten Woche stattfinden.
Der Luftschiffer Godard soll beauftragt wor-
Stockholm, 10. Oct. Heute Nacht brach in den Vorraths⸗ Räumen des königlichen Theaters Feuer aus. Die Bühne und der Salon wurden gerettet. An Gar⸗ derobe und anderen Gegenständen ging viel verloren. Die Vorstellungen sind für mehrere Mo nate unterbrochen.
Handel und Verkehr. Friedberg, 12. Oet. Wochenmarkt. Butter kostete per
Pfd. M. 0.95— 1.15, Eier 1 St. kleine 7 Pf., 2 St. große 15 Pf. Friedberg, 10. October. Fruchtbericht. Walzen
M. 24.75, Korn M. 20., Gerste M. 19., Hafer M. 15 bis 16. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S200 Zollpfd.
Gießen, 11. Oet. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.15 1.18, Eier 1 Stück 6—7 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5—8 Pf., Tauben das Paar 50— 70 Pf., Hühner per Stück M. 0.75 1.00, Hahnen per Stück M. 0.45—0.70, Enten per Stück M. 1.40— 1.70, Gänse per Pfund 38—50 Pf., Ochsenfleisch 64—00 Pf. per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 46— 50 Pf., Kalbfleisch 44—48 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗ toffeln 100 Kilo M. 3.50 5.50, Zwiebeln per Ctr. M. 7
bis 8, Weißkraut 1 St. 10-30 Pf. Frankfurt, 10. October. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 300 Ochsen und Stiere, 250 Kühe und
Rinder, 230 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfund Fleischgewicht: Ochsen 1. Qualität 63.—66., 2. Qual. M. 58—60., Kühe 1. Qual. M. 57 bis 58., 2. Qual. M. 45— 50., Kälber 1. Qual. M. 56 bis 58., 2. Qual. M. 45—48., Hämmel 1. Qual. M. 55 bis 60., 2. Qual. 978 40—50. Schweine wurden in letzter Woche ea. 700 Stück eingeführt und mit 63 bis 68 Pf. per Pfund bezahlt
Frankfurt, 10. Oct. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39.50, Nr. 2 M. 37.50, Nr. 3 M. 32.50, Nr. 4
M. 28.50, Nr. Marke) M. 2
5 M. 25.50, Roggenmehl ½(Berliner .50—75., do. 1.(Berl. Marke) M. 26.00 do. 2.(Berliner Marke) M 23. Weizen, effectiv hiesiger ab Bahnhof hier M. 25.25— 50, ab unserer Umgegend M. 24.7 75 25, do. fremder je nach Qual. M. 23.50 bis a Roggen je nach Qualität M. 21.—, Gerste M. 17.50—21. 50, Hafer M. 16.50— 17.25, Kohlsamen M. 26.50— 27.50, Erbsen M. 19.— 27., Wicken M. 17.50—18., Linsen M. 20— 40, Bohnen, weiße, M. 23— 25, Rüböl, detail, M. 64. Die Preise ver⸗ stehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo.
Litergrisches.
Die von einem Verein hervorragender Schulmänner bei Greßler in Langensalza herausgegebenen„Entwürfe zu kurzen und längeren Ansprachen, welche Lehrer bei feierlichen Gelegenheiten zu halten haben“, 6 Heftchen, erfreuen sich, wie schon aus der hohen Zahl der uns vorliegenden neuen Auflagen hervorgeht, fortdauernd der Gunst der deutschen Lehrerwelt. Und in der That sind die„Entwürfe“ wegen ihres gediegenen reichen Inhaltes
eine ebenso empfehlenswerthe als willkommene Gabe, nach welcher der Lehrer, der ja nicht selten in die Lage kommt, irgend eine Ansprache halten zu müssen, gern
greifen wird.(Die Buchhandlung von Carl Binder⸗ nagel in Friedberg hält die Heftchen auf Lager.)
Unsere musikalischen Leser und Leserinnen machen wir auf eine Sammlung reizender Tänze aufmerksam, die kürzlich unter dem Titel„Ballabende, leichte Tänze für Piano von Gustav Trehde“(Langensalza, Schul⸗ buchhandlung) erschienen ist. Von diesen ebenso ohr— gefälligen als originellen, auch ohne Schwierigkeit vom Blatte adapt nen Tänzen liegen uns 4 Hefte
vor, welche nach Qualität wie nach Quantität geeignet sind, einen„Ball labend⸗ in Ermangelung des Orchesters durch das Piano zu versorgen. Wir können dieselben
bestens empfehlen, umsomehr als auch die Ausstattung sehr ansprechend, der Preis nur ein mäßiger ist.(Die Buchhandlung von Carl Bindernagel in Friedberg hält die Tänze auf Lager.)
Geld⸗Cours. Frankfurt am 11. October 1881. 20 ⸗Frankenstücke M. 16 14—17 do. N%„„ Englische Sovereigns gs 20 37—42
* Russische Imperiales. 1„ 16 73—78 e ee ee e Mllars in G idd.
Israelitischer Woltrsdleus in Friedberg. Schlußfest. Beginn: Freitag Abends 5¼ Uhr. Samstag Morgens 8 Uhr.
Morgen eintreffend frische
Helgoländer Schellsische
in Eispackung
477 bei Wilbelm Fertsch.
unden dauernde Beschäftigung bei
473 A. Spier& Söhne.
Ein schön
möblirtes Zimmer,
womöglich mit Cabinet, sucht ein cand. theol. Schrift⸗ liche Offerten unter M. K. nimmt die i 174
Anzeigers an.
Ein tüchtiges Hausmädchen“
mit guten Zeugnissen wird für Bad Nauheim gesucht.
Getreide-⸗Preßhefe
(A Kilo M. 1.10) versendet von 5 Kilo an
3461 Gust. Vogel in Solingen.
Bekanntmachung.
Von hlesiger Vorschuß- und Creditkasse werden Ein⸗ lagen vom 1. Januar 1882 an nur noch mit 3½ Procent verzinst. 5
Gegen doppelte Sicherheit bei Grundstücken und dreifache Sicherheit bel Gebäuden können Kapitalien auf Hypotheken zu 5 Proeent bargellhen werden.
Steinfurth am 10. October 1881. 4 Für den Ausschuß:
Huber.
*. bel K. Friedrich.
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Corsetten zu sehr billigen
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