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besondere die Arbeiter- Versicherungskassen, die Vorschläge für Abhuͤlfe der Nachtheile des Frei— zuͤgigkeitsgesetzes und über die Erhöhung der Branntweinsteuer.
Kiel. Die„Kieler Zeitung“ meldet, daß Admiral Kinderling auf sein Ausuchen zur Dis⸗ position gestellt und der Contreadmiral Batsch zum Chef der Marinestation der Ostsee ernannt worden ist. Interimistisch führt Admiral Mac Lean die Geschäfte der Station.
Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien, 9. Jan. Nach Meldung der„Wiener Zeitung“ ist auf den Wunsch des belgischen Königspaares die Ver— mählung des Kronprinzen Rudolf mit der Prin- zessin Stephanie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden. Mußte schon diese Meldung, die so ganz unerwartet kam, auffallen, so ist die zweite noch sensationeller: Die Hochzeit des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich ist wegen unvollständiger Körperentwickelung der Braut auf Rath der Aerzte einige Zeit aufgeschoben. Ein Aufgeben der Verbindung scheint jedoch nicht geplant zu sein, denn der Kronprinz Rudolf ist nach München gereist und begibt sich nach kurzem Aufenthalt von da nach Brüssel.
— Der Sultan hat das Irade, betreffend die Verbindung des österreichisch ungarischen mit dem türkischen Bahnnetz, unterzeichnet.
Frankreich. Paris. Unter den hier ge— wählten 80 Municipalräthen befinden sich 44 Republikaner, 6 Intransigenten, 8 Conservative. Es sind 22 Stichwahlen nothwendig. Außer den ausscheidenden 5 Conservativen wurden noch 3 neue Conservative gewählt. Von den Amne— stirten oder den Kommunards wurde keiner gewählt.
— Die Meldung des„Diritto“ über Aeußer— ungen von Kommunduros gilt als wesentlich übertrieben. Die griechische Regierung erwähnte amtlich niemals die Unvermeidlichkeit des Krieges gegen den Willen Europas. bisherigen amtlichen Deductionen appelliren an die Pforte gegenüber dem geltend zu machenden Willen der Mächte.
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„Agence Havas“ veröffentlicht einen Brief aus Algier, welcher auf erneute Raͤubereien nicht unterworfener Stämme von Tunis auf algerischem Gebiete hinweist. Dies erkläre die Vorsichtsmaßregeln, welch' letztere Gerüchte von Truppenconcentrirungen, die niemals stattge— funden, veraulaßten. Die algerische Presse meldet von Intriguen in der Umgebung des Beys. In Constantinopel seien Schritte gethan, um in Tunis die Autorität des Sultans, die seit zwei Jahrhunderten verschwunden, wieder geltend zu machen. Da die Bewohner von Tunis nur die geistliche Autorität des Kalifen anerkennen wollen, so mißlangen diese Schritte vollkommen. Der Brief fügt hinzu, die Pforte wisse wohl, daß Frankreich niemals einen Einfluß in Tunis ge— statten würde, der mit dem seinigen rivalisire. Die öffentliche Meinung billige entschieden die Politik der Regierung, welche bestimmt erkläre, daß sie Tunis nicht aunectiren wolle, eine An— nezion sogar für schädlich halte, jedoch nicht ge— statten würde, in Tunis einen Einfluß aufkommen zu lassen, welcher Frankreich zuwider laufen könnte. Die Gerüchte von Umtrieben einer fremden Regierung in Tunis sieht der Corre— spondent der„Agence“ als unbegründet au. Die Absendung einer Höflichkeits- Deputation nach Palermo sei durchaus eine normale Thatsache. Man würde in Algier sich sehr getäuscht sehen, wenn die Courtoisie des Königs bei dem Em— pfange der Deputation sich zu Worten verleiten ließe, welche Frankreich erkälten und Algier be— unruhigen könnten.
Großbritannien. London, 10. Jan. „St. James Gazette“ zufolge, wurde am Sonn— abend versucht, das Gebäude des Central-Zoll— Amtes in Braud zu stecken. Das Feuer ist noch rechtzeitig entdeckt und die Ausbreitung desselben verhindert worden. Schaden ist nicht angerichtet.
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— 10. Jan. Unterhaus. Shaw erklärte, er habe zu Gladstone betreffs eines guten Boden— gesetzes alles Vertrauen, wenn aber fetzt bean— tragt würde, eine Commission zu bilden, welche den Pacht festsetze, so könne ein solcher Antrag schnell erledigt werden. Zwangsmaßregeln wür— den dann ganz unnöthig.— Oberhaus. Die Adreßdebatte wird fortgesetzt. Verschiedene Ra— dicale bekämpfen die Zwangsmaßregeln, weil nur eine schwache Bodenbill beabsichtigt sei. Schließlich wird die Debatte vertagt. Das Haus trat in die erste Lesung der Regierungs— vorlage über Abschaffung der körperlichen Züch— tigung bei der Flotte ein.
— 11. Jan. In Folge von Gerüchten von beabsichtigten Fenierangriffen wurden weitgehende Vorsichtsmaßregeln auf der Staatswerfte Ports— mouth und der Citadelle Chester getroffen.
— Die„Times“ erfährt aus Durban: Die Boers griffen Wakerstroom am 7. Januar an und wurden zurückgeschlagen; die in Natal ein— gefallenen Boers räumten Natal wieder auf Vor— stellungen des Statthalters Colley.
— Meldung aus Kapstadt, 10. Jan. Boers besetzten, einer Meldung der„Daily News“ zu— folg, Seerust(Westtransvaal).
Spanien. Madrid, 11. Jan. Deputirten— kammer. Bei der Adreßdebatte warf Leony Castillo der Regierung vor, eine Alliance mit den nördlichen Höfen zu suchen und Vortheile
acceptirt zu haben, die sich für sie durch die
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diplomatische Unterstützung jener Mächte gegen-
über der französischen Demokratie ergaben. Cano—
vas erklärte die Gerüchte von einer Alliance mit Deutschland formell für unbegründet; die Be— ziehungen Spaniens zu Frankreich seien niemals herzlicher gewesen als jetzt.
Italien. Rom. Von hier wird wieder— holt gemeldet, daß der Papst die Ernennung von Bisthums-Verwesern den Domkapiteln in Preußen im Princip erlaubt habe; in schwie— rigeren Fällen, z. B. für Fulda, habe er jedoch sich selbst die Entscheidung vorbehalten. Der Vatikan präsentirte ferner in Petersburg die Candidateuliste für die vakanten Bischofsstühle in Polen nebst einer Denkschrift über den Modus des Ausgleichs weiterer Differenzen.
Türkei. Constantinopel, 9. Jan. Hobart Pascha ist zum Muschir ernannt.— In der montenegrinischen Grenz-Frage sollen nächsten Montag die endgiltigen Weisungen der Pforte an Derwisch Pascha abgehen.
— Marineminister Rassim ist durch Hassan ersetzt worden wegen Strandens des Panzer- schiffes„Osmanie“ in den Dardanellen. Das Schiff kehrte nach Constantinopel zurück, um die erlittenen Havarien auszubessern. Hobart ist zum Generalst-Chef der Marine ernannt. Ghazi Os— man Pascha ist zum Kriegsminister ernannt worden.
— Der Sultan ratfficirte die auf die Lösung der Arabtabia-Frage bezüglichen Protokolle.
—„Vakit“ veröffentlicht ein Schreiben der türkischen Diplomaten, welches der Pforte rathe, das Schiedsgericht absolut zu verwerfen und Griechenland eine achttägige Frist zur Annahme der in der Note vom 3. Oct. v. J. proponirten Gebiete zu stellen. Im Ablehnungsfall soll die Pforte sogleich die Beziehungen mit Griechen— land abbrechen und alle Griechen aus dem Lande vertreiben. Die Pforte müsse die gegenwärtige der Türkei günstige Stimmung Europas benützen.
Griechenland. Athen, 11. Jan. Der Kammer ging ein Deeret des Königs über die Zusammenstellung der im activen Dienste be— findlichen Armee, ebenso das Gesetz über Organi— sation der Armee zu. fanterie um 11 Bataillone vermehrt und das Artillerieregiment in füuf Bataillone eingetheilt.
Rußland. Petersburg. Nach der„Agence Russe“ hat der Botschafter Oubril bei seiner Rückkehr nach Wien dem Kaiser Franz Joseph zwar kein eigenhändiges Schreiben des Kaisers
Hiernach wird die In-
Alexander überbracht, ist aber beauftragt gewesen, den diesseitigen friedliebenden Gesinnungen Aus druck zu geben.
kist nur auf kurze Zeit gestört.
Amerika. Newyork, 10. Jan. Am 5. ds. fand im Hafen von Callao ein Treffen 1 einigen chilenischen und peruanlschen Torpedo— Booten statt. Die chilenischen Kriegs-Schiffe „Huascar“,„Chacabuco“ und„Magallanes“ fuhren in den Hafen ein, um ihre Boote zu be⸗ schützen, und der„Huaskar“ beschoß die Ufer— Batterien, von denen ein Kanonenschuß das chilenische Boot„Fresias“ zum Sinken brachte. — Heute geht das Gerücht, Lima sei von den Chilenen genommen. Der hiesige chilenische Gesandte erhielt bisher keine bestaͤtigende Mit— theilung.
Indien. Bombay. Eine Verschwörung wurde unter den Hindus-Muselmanen in Kola— poor entdeckt, welche die Niedermetzelung der Europäer während deren Anwesenheit in der Kirche und eine Plünderung der Stadt bezweckte. 3000 Personen sind an dem Complott betheiligt, 27 wurden verhaftet.
Calcutta. Nachrichten aus Candahar zufolge herrscht große Aufregung in Folge der beabsich—
tigten Räumung Candahars durch die Engländer.
Aus Stadt und Land. a
C. T. Friedberg. Das deutsche Volkslied zu seiner Blüthezeit war das Thema eines Vor⸗ trags, welchen Reallehrer Fr. Schwabe von Gießen im Steinhäußer'schen Garten-Saale am 9. d. Mts. hielt. Setzen wir gleich hinzu, daß der Redner seine Ausführ⸗ ungen so lebensvoll, plastisch, mit so viel Wärme und poetischer Empfindung zu gestalten wußte, daß alle Zu⸗ hörer und Zuhörerinnen gefesselt wurden und dem Redner, nachdem er geschlossen, durch lauten anhaltenden Bei— fall ihre hohe Befriedigung zu erkennen gaben. Die Gesangs Abtheilung des Turnvereins verschönerte den Abend durch den Vortrag verschiedener Chöre, wodurch das gesellige Zusammensein zu einem recht gemüthlichen wurde.
Darmstadt. In Folge einer Wette legte am ver⸗ flossenen Samstag Landesstallmeister v. Willich in Be⸗ gleitung von mehreren Herren in einem offenen, mit 4 jungen Berberhengsten bespannten Wagen den Weg von Darmstadt nach Butzbach in 4½ Stunden zurück.
Alzey, 11. Jan. Am Sonntag Vormittag wurde unter Gens darmerie-Bedeckung eine hiesige Frau gefäng⸗ lich nach Mainz gebracht, weil dieselbe der Absicht ver⸗ dächtig ist, daß sie ihren Mann mittelst vergiftetem Weizen aus der Welt hatte schaffen wollen. Der Weizen wurde in dem Kaffee, welcher von der Staatsbehörde confiseirt wurde, vorgefunden.
Allerlei.
Frankfurt. Schon zweimal in den letzten Tagen ist von der Hauptwache, während der Posten auf- und abging, ein Gewehr gestohlen worden.
Frankfurt, 10. Jan. Heute in früher Morgen⸗ stunde fand im Stadtwalde an der„Louisa“ zwischen dem Rittmeister a. D. im Garde Ulanen-Regiment und kgl. Ceremonienmeister von Frankenberg-Proschlitz zu
Wiesbaden und dem ehemaligen Lieutenant und Kammer-
junker von Fröhlich zu Berlin ein Pistolen-Duell mit tödlichem Ausgange für den letzteren statt.
Dem Ver⸗.
nehmen nach hatte dasselbe seinen Grund in Familien⸗
differenzen und einem anscheinend krankhaft gereizten, nervösen Zustande v. Fröhlich's.
Derselbe hatte seinen
Gegner gefordert und beharrte auf den Zweikampf, ob⸗ 7
wohl v. Frankenberg in langdauernden Verhandlungen am gestrigen Tage und heute bis zum letzten Augenblicke die möglichsten Versuche machte, ihn durch die Ver— sicherung, daß er ihn nie habe beleidigen wollen und, wenn es geschehen sein sollte, dies lebhaft bedauere, zur Zurücknahme der Forderung zu bestimmen. Das Duell fand auf 15 er mit glatten Pistolen, ohne zu zielen, statt.
1 7 5 den Hals und führte seinen sofortigen Tod erbei.
Karlsruhe. In den letzten Tagen wurden im
großh. Schlosse aus einer der Prinzessin Victoria ge⸗
hörigen Schublade ca. 300 M. gestohlen. Von dem Thäter hat man noch keine Spur. Die Großherzogliche Familie ist wegen der vielen Diebstähle und Betrügereien von Seiten ihrer nächsten Umgebung sehr betrübt. Die gerichtliche Untersuchung gegen das Hofküͤchenpersonal soll wie neuerdings versichert wird, nicht niedergeschlagen sein. Stuttgart, 10. Jan. Heute Mittag feuerte am hiesigen Posthofe der frühere Eisenbahnbauunternehmer Braun von Stuttgart ein Doppelterzerol zweimal nach Oberbaurath v. Abel ab, welcher an der Hüfte, jedoch nicht lebensgefährlich, verwundet ist. Der Attentäter ist verhaftet. Angebliches Motiv: Ein verlorener Prozeß gegen die Eisenbahnbau Commission. f F 5 Jan. an Staatsrechts-Pro⸗ essor ehemaliger Kammer-Präsident v. Pö i Nacht gestorben. 5 n 1 Essen, 10. Jan.
Wasser verbrühte sieben, den Dampfkessel reparirende Arbeiter; vier davon sind bereits gestorben. Der Betrieb
Die Waffe Fröhlich's versagte und die fast gleichzeitig abgefeuerte Kugel seines Gegners
Frankenberg hat sich alsbald der Behörde gestellt.
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f Der„Essener Zeitung“ zufol e ist auf der Zeche„Graf Schwerin“ bei Castrop die enen platte des Dampfkessels gerissen. Das heftig ausströͤmende
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