Ausgabe 
10.9.1881
 
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sowie Illumination der Stadt und des Parkes stattfindet.

An unserem Berichte in voriger Nummer ist noch nachzutragen, daß S. K. H. der Großherzog am Burgthore durch Lehrer Werner Namens der Schulen mit einem Hoch begrüßt wurde.

Darmstadt. Das Regierungsblatt Nr. 19 enthält die Verordnung über die Zulassung zu den speziellen Pruͤfungen im Finanz- und tech nischen Fach.

Berlin, 7. Sept. Kaiser Wilhelm und der Kronprinz sind heute hier wieder eingetroffen. Zu deren Empfang waren die russischen Groß⸗ fürsten Sergius und Paul in preußischer Uni form auf dem Bahnhof, desgleichen der Polizei präsident Madai. Der Kaiser umarmte und küßte die Großfürsten und unterhielt sich längere Zeit mit denselben. Der Kaiser fuhr dann in's Palais.

8. Sept. Der Kaiser, der Kronprinz und der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin reisten heute Abend mit Extrazug nach Danzig. General v. Stosch inspicirte heute Morgen die Schiffe auf der Rhede, Nachmittags auf der Werft in Danzig. Der Reichskanzler ist heute Nachmittag dort eingetroffen und wurde von einer großen Volksmenge lebhaft begrüßt.

DerReichs-Anzeiger publicirt die Er⸗ nennung des Unterstaats-Secretärs v. Schlick mann zum Vorsitzenden der Reichs-Commission, die auf Grund des Socialisten-Gesetzes ein gesetzt wurde.

Augsburg, 6. Sept. DieAllg. Zeit. meldet: Der König ernannte den Reichsrath und Freiherrn v. Franckenstein für die Dauer des am 28. September einberufenen Landtags zum ersten Präsidenten der Kammer der Reichsräthe.

Ausland.

Frankreich. Paris, 6. Sept. Roustan ist hier eingetroffen. Die Meldungen aus Tunis bezeichnen fordauernd das Vorgehen der Araber gegen die französische Colonne des General Correard in Zaghuan als wahrscheinlich. Mehrere Chefs der aufständischen Stämme erbaten Pardon. Der Bey gewährte denselben.

Großbritannien. London, 8. Sept. Die Morgenblätter berichten über einen mißglückten Versuch, die Truppen-Caserne in Castlebar (Irland) in die Luft zu sprengen.

Türkei. Konstantinopel, 7. Sept. Gestern war eine Conferenz von den Vertretern der Be sitzer türkischer Staatspapiere mit den Banquiers von Galata. Die Contrahenten waren für sechs Steuern zu einem Ausgleich bereit. Im Princip wurde festgestellt, den Rentenbetrag, der den Banquiers zukommt, zu ermäßigen; die Ziffer der Ermäßigung wurde aber noch nicht fest gestellt. Die Banqguiers erboten sich freiwillig, die Zinsen für die Schuldforderung von 8 auf 5 pCt. zu ermäßigen. Dies würde zusammen etwa 200,000 türkische Pfund zu Gunsten der auswärtigen Besitzer ausmachen. Der russische

Botschafter Nowikoff besuchte Mr. Valfrey und versicherte ihm, Rußland werde keinerlei Schwierig keiten bereiten.

Rußland. Petersburg, 7. Sept. Ein Extrablatt des Regierungsboten meldet: Heute ist der Kaiser Alexander mit der NachtDechuwa aus Peterhof nach Danzig zur Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm aagereist.

Ein kaiserlicher Ukas enthebt den Baron Küster, in Folge der Umgestaltung des Hof ministeriums, seines Postens als Vorstand der Controlkasse des Hofministeriums, unter Be lassung seiner Wurde als Staatssecretär.

Amerika. New-Pork, 7. Sept. Der Gouverneur des Staates New-Nork ordnete fur morgen öffentliche Gebete an für Wiederherstellung des Präsidenten; die Börse, Märkte und Ge richtssitzungen sollen ausfallen und die Geschaͤfte geschlossen bleiben.

Longbranch, 7. Sept. Der Präsident fuhr gestern früh von Washington nach Baltimore ab. Die Ueberführung vom Weißen Hause nach dem Bahnhof ging gut von Statten. Um 8 Uhr kam der Präsident in Baltimore an. Der Puls war hier geringer, wie bei der Abfahrt. Das Cabinet geht mit hierher. In Folge der Reise hatte sich etwas Fieber eingestellt. Der Präsident scheint sich jedoch heute von den Anstrengungen der Reise erholt zu haben. Das Fieber ist ver schwunden.

Asien. Bombay, 8. Sept. Der Emir Abdurrhaman hat Khelat-i-Ghilzai mit großer Truppenmacht besetzt. Ayub nahm auf der Hälfte Weges dahin Stellung.

Aus Stadt und Land.

k. Bad⸗Nauheim, 8. Sept. Nachdem man den Dieb, welcher am 7. August ein hiesiges Goldwaaren⸗ Geschäft beraubte, vor ea. 14 Tagen in Magdeburg er⸗ tappte, gerade als er im Begriffe war, Schmuckgegen⸗ stände zu verkaufen, sitzt er nun gegenwärtig in Gießen in Untersuchungshaft. Er hat bereits angegeben, daß er einige Tage, nachdem er das Zuchthaus zu Diez ver⸗ lassen habe, zufällig nach Bad-Nauheim gekommen sei; es sei ihm dorten gleich die große Ausstellung von Uhren und Schmucksachen aufgefallen, wodurch ihm der Gedanke gekommen, einzubrechen. Er sei denselben Tag nach Fried⸗ berg gegangen und habe sich einen Bohrer gekauft, ver⸗ mittelst dessen er auch die That ausgeführt habe. Der Dieb ist in Wegleben geboren, ungefähr 28 Jahre alt und heißt Pape. Bei seiner Verhaftung fanden sich noch Schmuck⸗ sachen im Werthe von ea 1500 M. vor, welche dem Be⸗ sitzer am Montag in Gießen wieder eingehändigt wurden. Die gestohlenen goldenen Uhren und Ketten im Werthe von ca. 2000 M. will er an Seeleute in Hamburg und Blankenberghe verkauft haben, von welchem Erlös er noch 340 M. bei sich führte. Ein Zwanzigmarkstück hatte er sogar im Mund zwischen Wange und Zähnen verborgen. Hoffentlich gibt er bei der späteren Assisen-Verhandlung nähere Auskunft über den Verbleib der noch vermißten Sachen, so daß der Eigenthümer vielleicht noch annähernd zu seinem Verluste kommen kann.

Mainz, 8. Sept. Heute Vormittag stieg der Rhein bis auf Meter 3.66. Die Brückenschiffe mußte gestern Nachmittag in Folge der starken Strömung eine doppelte Verankerung erhalten. Nach einer heute Mittag aus Mannheim eingelaufenen Depesche ist das Wasser lang⸗ sam im Fallen begriffen.

Armsheim, 7. Sept. Ein schreckliches Unglück hat die Familie Wahl auf der Neumühle zwischen hier und Flonheim betroffen. Frau Wahl wollte vorgestern Abend die Petroleumlampe füllen, wie man hört, ohne dieselbe vorher zu löschen. Das Oel im Behälter entzündete sich, die Lampe explodirte und überschüttete Frau Wahl, so⸗ wie die beiden am Tische sitzenden Söhnchen furchtbar mit brennendem Petroleum. Die beiden Knaben, elf und sieben Jahr alt, hat heute Nacht der Tod von ihren schrecklichen Qualen erlöst, während Frau Wahl sich in ärztlicher Behandlung befindet und keine Gefahr fur ihr Leben vorhanden sein soll.

Forchheim. Bürgermeister Walz von hier ist aus Rache ermordet worden. Der Mörder hatte nämlich bei der vorjährigen Buckenhofer Kirchweihe einen falschen Fünfmarkschein ausgegeben, worauf der dabeisitzende Walz den Wirth, der das übersah, aufmerksam machte. In Folge dessen foll der Mörder die Drohung ausgestoßen haben:Bis zur nächsten Kirchweih lebt er nimmer! Der Thäter schlug sein Opfer erst nieder und versetzte ihm erst dann eine Anzahl Stiche in den Arm, sowie in den Rücken und die Seite.

Allerlei.

Frankfurt, 8. Sept. In der Westendstraße wollte heute ein Dienstmädchen das Feuer zu rechter Gluth anfachen. Es ergriff die Petroleum⸗Kanne und goß Oel ins Feuer. Die Kanne explodirte und die Unglückliche verbrannte Gesicht, Brust, Leib, Arme ꝛc. total. Das Mädchen wurde, lebensgefährlich verletzt, ins Spital aufgenommen, wo an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Speyer. Wie dasT. f. S. mittheilt, hatte in dem benachbarten Gimmeldingen ein Weinfabrikant, um den Gefahren einer drohenden Kellerrevision zu begegnen, in der Nacht 36 Fuder seines Geschmieres laufen lassen.

Paris, 6. Sept. Die Zahl der Opfer, welche das gräßliche Eisenbahnunglück von Charenton gefordert hat, ist jetzt amtlich festgestellt; sie beläuft sich auf 19 Todte, die bis auf einen recognoseirt sind, und auf 22 Verwundete.

Petersburg, 7. Sept. Meldung aus Baka: Be⸗ reits seit fünf Tagen steht die Krassilnikow'sche Petroleum⸗ Quelle in Brand und ist die vollständige Erschöpfung der Quelle zu befürchten, falls es nicht gelingt, den Brand mit Dampf zu löschen.

Alexandrien. In Aden ist die Cholera ausge⸗ brochen; es sind bereits 37 Fälle constatirt, wovon 30 mit tödtlichem Ausgang.

Für die Abgebrannten in Würzberg sind direkt ein⸗ gegangen: von M. Reis in Friedberg 3 M., Pfr. Heberer in Allendorf 3 M. Besten Dank! Um weitere Gaben bitten dringend für das Comite: Amtsrichter Follenius und Pfarrer Marguth in Michelstadt. Auch die Expedi⸗ tion des Anz. erbietet sich wiederholt Gaben in Empfang zu nehmen.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde.

13. Sonntag nach Trinitatis. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer. Mittheil⸗

ungen aus dem Arbeitsfelde des Gustav-Adolf⸗Vereines. Nachmittags Uhr: Herr Candidat Medert.

Gottesdieust in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags Uhr: Herr Pfarrer Köhler.

Katechismuslehre.

Am 14. Sonntage nach Trin. Abendmahl in der Stadtkirche.

Katholische Gemeinde. ½8 Uhr: Beicht. a 1/29 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Birnen⸗Versteigerung.

3096 Dienstag den 13. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen cirea 20 Bäume Birnen öffentlich meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft am Rathhaustreppchen. Friedberg den 8. September 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Seri o a.

Bekanntmachung.

3092 Dienstag den 13. d. Mts., Morgens 9 Uhr, soll das Grummetgras(24 Morgen) von der fiskalischen Weilswiese in der Gemarkung Münster an Ort und Stelle abtheilungsweise öffentlich versteigert werden. Butzbach den 7. September 1881. Großherzogliche Oberförsterei Hoch-Weisel. ittmar.

Teppich und Fahne gefunden.

Großherzogliche Bürgermeisteret Friedberg. 3111 Seriba.

Schuhwaaren

aller Sorten zu den billigsten Preisen bei

Jos. Butzbach.

Reparaturen werden billig besorgt. 1706

Lieferung.

Die Lieferung von

1) 21 Paar Strupfvorhängen, à 2,50 Meter lang und 1,40 Meter breit, von Rouleaux⸗Köper mit eisernen Stangen, Ringen und Trägern,

2) 3 Paar Zugvorhängen, 3 Meter lang und 1,40 Meter breit, von schwerem Cretonne-Stoff mit Galerien, Rosetten und sonstigem Zubehör für das Bürger⸗ Hospital

soll im Submissionswege an den Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden. Angebote und Muster von den Stoffen sind bis zum

14. d. Mts. bei der unterzeichneten Behörde einzureichen.

Friedberg den 8. September 1881. Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. 3116 Seri de

Bekanntmachung.

3106 Dienstag den 13. September, Vormlttags 10 Uhr, soll das Grummetgras auf den Gemeindewiesen öffentlich meistbietend versteigert werden. Stammheim am 8. September 1881. Großherzogliche e Stammheim.

JJC Ein Realschüler

findet Pension, Beaufsichtigung und Nachhülfe bei einem

Lehrer. Näheres bei der Exped. d. Anz. 2865

Vergebung von Drainage-Arbeiten, Fertig- ung und Anfuhr der Ziegelröhren und Nivellirpfähle.

Mittwoch den 14. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem Rathhause zu Bauern heim die bei Ausführung der Felddrainage in Flur 11 Gemarkung Bauernheim vorkommenden Arbeiten und Lieferungen, veranschlagt wie folgt:

1) Fertigung von elrea 5000 lfd. M. Drain⸗

graben, einschließlich des Röhrenlegens

und Zufüllens der Gräben= 800 M., 2) Fertigung der erforderlichen Drainröhren

von 31 bis 125 mm Lichtweite, eirea

20,000 Stück 5= 1040 M., 3) Anfuhr der Ziegel-Röhren mit eirea

950 Centnern 190 M., 4) Lieferung der Nivellirpfähle 15 M. an die Wenigstnehmenden in Accord gegeben werden und sind Lusttragende hierzu eingeladen.

Friedberg am 9. September 1881.

Gre b, 3101 Provinzial⸗Wiesenbaumeister.

Ein braunes Wallachpferd,

sehr treu, zugfest, sowie guter Läufer, ist preiswürdig (auch mit Geschirr) zu verkaufen bei

W. Hanstein, Ochsenmetzger, 3102 Bad-Nauheim.

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