Ausgabe 
7.7.1881
 
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Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg.

Kaspar Karl Klein von Gambach wurde auf den Polizeischutz für diese Gemeinde verpflichtet. Der Gräflich Solmsische Revierjäger

Friedrich Aeble zu Wickstadt wurde unterm Heutigen als Flei

schbeschauer ernannt und verpflichtet.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Das Regierungsblatt, Bei lage Nr. 15, enthält:

J. Bekanntmachung über den praktischen Cursus der Aspiranten des Finanzfaches.

11. Bekanntmachung über die Aufnahme der über⸗ nommenen Beamten und Bediensteten der Oberhessischen Eisenbahnen in das Civildiener-Wittwen Institut.

111. Bekanntmachung über die allgemeine Einführung von Stempelmarken.

Postpersonal-Veränderungen. Angestellt ist der Postassistent Walter in Lampertheim als Postverwalter. Versetzt ist der Postsecretär Stamm von Gießen nach Mainz.

Berlin. Auf die Nachricht von der Weg

führung des deutschen Staatsangehörigen Forst⸗ meister Bernges durch eine Räuberbande, die in Ostrumelien ihr Wesen treibt, sind Seitens des auswärtigen Amtes sofort Ermittelungen ange stellt, sowie Schritte behufs Befreiung des Ge⸗ fangenen eingeleitet worden. Wie der genannten Behörde heute aus Constantinopel gemeldet wird, soll Bernges bereits wieder in Freiheit gesetzt sein und sich in Bellova befinden. Juli. Die Kronprinzessin Victoria ist heute mit Kindern nach London abgereist und trifft Nachmittags mit dem Kronprinzeu in Ober⸗ hausen zusammen.

Kiel, 3. Juli. Prinz Heinrich von Preußen wurde auf offener Straße von einem Gelbgießer insultirt. Dieser wurde sofort verhaftet.

Coblenz, 5. Juli. Ein Bulletin von heute sagt: Die Besserung in dem Befinden der Kaiserin schreitet auch heute in erfreulicher Weise fort. Die Kaiserin soll darauf bestehen, daß der Kaiser und die Großherzogin von Baden am Mittwoch nach der Mainau reisen.

Dresden, 5. Juli. Die Prinzessin Georg unternahm heute Morgen mit ihrem Manne einen Spazierritt. Zwischen Hosterwitz und Nieder⸗ pogritz stürzte sie vom Pferde und brach die linke Ellenbogenröhre. Sonst erlitt sie keine Verletzung oder Erschütterung.

5.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Prag, 3. Juli. Die Ruhe wurde gestern Abend nicht gestört. Anläßlich der letzten Tage versammelten sich heute die böhmischen Reichs raths- und Landtagsver⸗ treter deutscher Nationalität im deutschen Hause hierselbst und beschlossen ein Manifest an die Deutschen in Böhmen zu richten. Dasselbe appel lirt an die Deutschen Böhmens, dem ihnen innenwohnenden nationalen Gedanken treu zu bleiben, und ihrer eigenen Kraft und der gerechten Sache zu vertrauen. Das Unterrichtsministerium richtete an den akademischen Senat ein Schreiben, worin der Antrag auf frühere Schließung der Vorlesungen genehmigt und der Senat zugleich aufgefordert wird, die bereits eingeleitete Dis⸗ ciplinaruntersuchung nachdrücklichst und schleunigst durchzuführen und unverweilt darüber zu berichten.

Frankreich. Paris. Gerüchte über den bevorstehenden Rücktritt des Kriegsministers wer⸗ den von derAgence Havas als unbegründet bezeichnet. Die allgemeinen Wahlen sollen im September stattfinden. Der italienische Consul in Sfax hat sich mit vielen anderen Europäern auf die französischen Schiffe zurückgezogen.

5. Juli. Münzconferenz. Der Akade⸗ miker Dumas betonte die Nothwendigkeit der Herstellung des Werthverhältnisses von 15/ zu 1 zwischen Silber und Gold. Der deutsche Delegirte stimmte mehreren Schlußfolgerungen Dumas' zu. Der Delegirte der Niederlande er klärte, die Annahme der Doppelwährung wurde dem Schwanken und Sinken des Silbers ab helfen. Der englische Delegirte wird in der nächsten Sitzung die Erklärung der britischen Regierung mittheilen. Man glaubt die Conferenz wird ihre Arbeiten noch diese Woche beenden.

Nachrichten aus Constantinopel zufolge stellt die Pforte jede feindliche Absicht Frankreich

gegenüber in Abrede. Eine Truppensendung nach Tunis bezwecke nur Aufrechthaltung der Ordnung.

Italien. Rom.Diritto stellt in Abrede, daß zwischen der französischen und italienischen Regierung ein Notenwechsel über die Beziehungen beider Mächte stattgefunden habe. Die Bot schafter wechselten blos mündliche Erklärungen.

5. Juli. Deputirten-Kammer. Der Minister der öffentlichen Arbeiten beantwortet die Juterpellation von Biancheri. Er hoffe der Gotthard-Tunnel und die Linie durch den Monte Cenere werden in einem Jahr eröffnet. Nach diesem werde die Linie Navara-Tiro gebaut.

Türkei. Constantinopel, 3. Juli. Server Pascha und Conduriotis haben gestern die türkisch⸗ griechische Convention definitiv unterzeichnet.

Wie verlautet, würden sämmtliche letzthin ausgesprochenen Todesstrafen in immerwährende Verbannung nach Taife(Arabien) umgewandelt werden. Die Mutter des ermordeten Sultans Abdul Aziz hat ein Schreiben an den Sultan gerichtet, in welchem sie demselben ihren Dank ausspricht, daß er ihren Sohn gerächt und den Namen Osman von dem Verdachte des Selbst mordes reingewaschen habe.

Serbien. Belgrad, 3. Juli. Der Fürst that heute in Gegenwart der Würdenträger, des diplomatischen Corps und einer großen Volks menge den ersten Spatenstich zu dem Bau der Eisenbahn Belgrad-Nisch-Vranja.

Griechenland. Athen, 3. Juli. Die Uebergabe der an Griechenland abzutretenden türkischen Gebietstheile hat nunmehr begonnen. Die türkische Garnison in Punta hat auf An ordnung der internationalen Commission Punta geräumt, worauf eine Abtheilung griechischer Truppen die desarmirte Festung besetzte. Nach der Uebergabe von Punta ersuchte die Com⸗ mission den Oberbefehlshaber der griechischen Occupationsarmee sich bereit zu halten, um Arta sofort nach erhaltener Benachrichtigung besetzen zu können. Die griechische Regierung hat auf die bezügliche Meldung des Generals sofort die nöthigen Instructionen abgeschickt.

4. Juli. Die internationale Commission und die griechische Commission unter Führung des Generals Saputzki ist gestern in Arta ein⸗ getroffen und von den Einwohnern enthusiastisch empfangen. Radowitz verließ Athen und be⸗ gab sich nach Berlin.

Amerika. Washington, 4. Juli. Der Präsident zeigt leichte Symptome der Besserung. Während der letzten Stunden kein Erbrechen.

Afrika. Tunis, 3. Juli. Der italienische AvisodampferCariddi und ein britisches Kriegs schiff gingen nach Sfax ab, um das Leben und Eigenthum ihrer dortigen resp. Staatsange hörigen zu schützen.

4. Juli. Gestern Abend wurde zu Manuba der französische Artilleriehauptmann Mattei durch einen Flintenschuß ermordet, während er mit andern Offizieren vor einem Kaffeehause saß. Eine Patrouille wurde abgesandt den Mörder aufzusuchen. Sie tödtete einen Araber und ver haftete mehrere Scheiks. Manuba stellte drei Notablen als Geißeln. Ein Malteser, dem Mattei den Verkauf von Absinth untersagte, ist verschwunden. Er scheint der That verdächtig.

Aus Stadt und Land.

S. Friedberg, 5. Juli. In der gestern statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes machte der Bürgermeister zunächst die Mittheilung, daß auf das zum zweitenmal auf den Abbruch versteigerte alte sog. Knorr'sche Schulhaus 721 Mark geboten worden seien, und beschloß der Gemeinderath, die Genehmigung zu ertheilen. Das vor der Klosterkaserne an der Bahnhofs⸗ straße gelegene kleine Gärtchen ist seitens der Stadt von dem Fiskus auf 12 Jahre für 4 M. jährlich gepachtet worden. Da durch die Verpachtungs- Bedingungen die dortigen Mißstände beseitigt erscheinen, beschloß der Ge⸗ meinderath, ein Gesuch des Restaurateurs Weihl, ihm das Stückchen Land in Afterpacht zu geben, zu ge⸗ nehmigen und soll bei Großherzoglichem Kreisbauamt deßfallsiger Antrag gestellt werden. Für das Rathhaus

soll die Anschaffung von Feuster-Rouleauy auf dem Sub⸗ misstonsweg vergeben werden. Auf den Antrag des Stadtvorstandes, bezüglich Errichtung einer Isolirbaracke, hat das Großherzogliche Kreisgesundheitsamt nach ein⸗ gehender Begründung sich dahin ausgesprochen, daß aus sachlichen Gründen die Anlage einer Isolirbaracke nicht angerathen werden könne. Der Gemeinderath beschloß darauf, bei dem Großherzoglichen Kreisamt Antrag zu stellen, die Städte Butzbach und Vilbel anzuhalten, die dort projeetirten Hospitäler zu errichten, damit das hiesige Hospital nicht in der seitherigen Weise überlastet bleibe, ferner soll darauf hingewirkt werden, daß das hiesige Spital durch Aufführung höherer Garten- und Hofmauern und Verschluß des Thores mehr als seither gegen die Umgebung abgesperrt werde. Eine Zuschrift des Königl. Eisenbahnbetriebsamtes Cassel, bezüglich der Zufuhrwege zu den Lagerplätzen der Main-Weser-Bahn, wurde zur Kenntniß gebracht und beschlossen, die Ansichten und Vorschläge des Gemeinderathes durch Großherzogliches Kreisamk der genannten Behörde zugehen zu lassen. Das Gesuch des G. H. Freundlieb, auf Erbauung eines Hauses an der Fauerbacher Straße, wurde, nachdem derselbe erklärt hat, in die Baulinie zu bauen, nicht weiter beanstandet.

Darmstadt. Der vog Räubern in Ostrumelien gefangene Forstmeister Bernges soll, wie bereits gemeldet, wieder in Freiheit gesetzt sein und sich in Bellova be⸗ finden. Bernges stammt aus Mörfelden bei Darmstadt, studirte Anfangs der 60er Jahre Forstwissenschaft, ging dann nach Oesterreich, fand in Wien eine Stellung und wurde später von Baron Hirsch in Paris als Forst meister über dessen Guter in Bulgarien angestellt.

pr. Mainz, 3. Juli. Die Vorarbeiten zu dem Mitte August stattfindenden XII. Mittelrheinischen Turn⸗ feste sind bereits in vollem Gange. Der Central⸗Aus⸗ schuß besteht aus 44 der angesehensten Bewohner von Mainz. Nachstehend das Programm: Sonntag, 7. Aug.: Probebanket. Nachm. Probeturnen. Abends Concert. Samstag, 13. Aug.: Turntag. Wahl der Preisrichter. Begrüßung der Turner in der Festhalle. Abends Fest⸗ Commers. Sonntag, 14. Aug.: Empfang der Festgäste und Turner. Nachm. 2 Uhr Festzug. Festrede. 4 Uhr Freiübungen; Musterturnen. Montag, 15. Aug.: 8 Uhr Vorm. Beginn des Preisturnens. 1 Uhr Festbanket. 4 Uhr Schülerturnen. Abends 7 Uhr Preisvertheilung, Concert unter Mitwirkung hiesiger Gesangvereine. Dien⸗ stag 16. Aug.: 11 Uhr Schaufechten. 12 Uhr gemein⸗ schaftliches Frühstück. 4 Uhr Ringen, Volks belustigungen, Doppelconcert. Abends Nachtmanöver der Freiwilligen Feuerwehr. Concert. Sonntag, 21. Aug.: Volksfest von Nachmittags 3 Uhr ab. Alle festlichen Veranstaltungen der Mainzer haben sich, getragen von dem lebhaften Geiste der Bevölkerung, noch stets als ächte Volksfeste bewährt, wir dürfen daher annehmen, daß bei unaus⸗ gesetzt reger Thätigkeit der einzelnen Ausschüsse auch das XII. Mittelrheinische Turnfest allen Theilnehmern in der angenehmsten Erinnerung bleiben wird.

Allerlei.

P. A. Frankfurt. Der berühmte Pariser Luft- schiffer Godard ist mit seinem Ballon, demKometen, in Begleitung seines Eleven, des jungen Pierre Crommelin, zweimal vom Aufstellungsplatze aufgestiegen, am 30. Juni und am 2. Juli, und hat, beide Male vom schönsten Wetter begünstigt, eine sehr glückliche Fahrt zurückgelegt. Präcis 6 Uhr wurden jedesmal die Seile gelöst und der Ballon schwebte ruhig und graciös empor und trieb beide Male sanft nach Nordosten, von tausend und aber tausend Augen noch lange verfolgt, bis er endlich nur noch als ein kleiner schwarzer Punkt am fernen Gesichts⸗ kreis stand. Mehrere Passagiere machten die Luftreise mit(beim zweiten Male befand sich unter ihnen auch der Kanzler des hiesigen schwedischen Consulates) und die Reise selbst, die bei so überaus günstigen Umständen und unter Leitung eines so bewährten Aeronauten, wie Godard, die größte Sicherheit bot, ist gewiß für Alle sehr interessant gewesen. Komet entrückt ist, so ist uns dafür der himmlische geblieben, der sich bei dem andauernd heiteren Wetter allabendlich sehen läßt und auch viel Schaulustige nach dem Riesenfernrohr des Ausstellungsgartens zieht, die ihn durchausin der Nähe betrachten wollen. Leider ist nur ein Komet kein günstiges Objeet für astronomische Laien-Betrachtungen, aber der das kleine Observatorium leitende Dr. Harzer zeigt auch andere und weit wunder- barere Dinge, so z. B. die Sternenhaufen der nörd lichen Krone, verschiedene Doppelsterne, Nebelflecken, die schimmernden Schleier der Milchstraße, die sich in dem gewaltigen Glase in zahllose Sterne auflösen, u. dergl. mehr, was in hohem Grade sehenswerth und interessant ist.

i Bern. Ueber das Gefängnißwesen der Schweiz ist schon viel geschrieben worden, allein die neueste Anekdote über steigt doch Alles. DieBerner Zeitung erzählt: Neu⸗ lich, als die Sträflinge von der Arbeit heimgingen, mußten vier derselben ihren betrunkenen Wächter tragen; ein fünfter trug dessen Karabiner, über die Schulter ge hängt, nach.

Verloosungen. Kassel, 1. Juli. Ziehung der kurhessischen 40 Thlr. Loose. Je 100 Thlr. Nr. 109424 73220 26911 115355 160835 26908 96955 99469 128744 1985 109411

Wenn uns nun der irdische

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