Ausgabe 
6.12.1881
 
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berg 1881.

Dienstag den 6. Dezember.

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Bau A

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Oberhessischer Anzeiger.

4 Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

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Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag, Donnerstag und Samstag.

ö Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conko bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Waldulen, Bezirksamt Achern;

kreis Oberfranken; Karl Magdeburg; Peter Erb

Bonisacia geb. Gieß von Nieder-Kalbach, Kreis

Amtlicher Theil.

Schaller aus Glauchau, Amtshauptmannschaft in Sachsen; Dumnik Riefer aus Aufnau, Kreis Gelnhausen; Stephan Fischer von Waldulen, Bezirksamt Achern, Baden; Johann Heinrich Simon aus Bukau, Regierungsbezirk von Odenhausen, Kreis Gießen. Der Aufenthaltsort des Georg Stutt und der Ehefrau des Georg Stutt,

Fulda, ist unbekannt und zu ermitteln.

E Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Karl Olivier aus Bartin, Regierungs? lezirk Köslin; Johann Bätz von Unterlahnstadt, Kreis Oberfranken; Dumnik Riefer aus Aufnau, Kreis Gelnhausen; Johann Heinrich Simon aus Bukau, Regierungsbezirk Magdeburg. Wegen Bettels bestraft: Maler Richard

Stephan Fischer aus

Johann Bätz von Unterlahnstadt,

Deutsches Reich. Darmstadt. Postpersonalnachricht. 1 ist der Telegraphenassistent Range ießen nach Frankfurt a. M.

In dem neuen Etat des Finanz ninisteriums sind für die laufende Unterhaltung Er sämmtlichen Staatsstraßen jährlich 765,089 Mark vorgesehen(gegen das vorige Budget mehr 38,575 M.), für Unterhaltung der Fahrbahn der Brücke über den Main zwischen Hanau und glein⸗Steinheim 1500 M.( 1500 M.), für die Gehalte der Straßenmeister und Bauaufseher, sowie für die Grasnutzungsentschädigung der letzteren 53,876 M. und für Ueberzugskosten zer Straßenmeister und Bauaufseher 1200 M. Für die beiden letztgenaunten Posten zusammen enthält die Anforderung ein Weniger von 26,753 M. 5 das Staatsbudget für 1879 bis 1882.

Ver⸗ von Floskändel/

s betrug bei letzterem die Gesammtlänge der taatsstraßen 1819.4021 Kilometer, wovon 2 26.2470 Kilometer auf die Provinz Starkenburg, 460.0375 Kilometer auf die Provinz Oberhessen ind 533.1176 Kilometer auf die Provinz Rhein ellen entfielen, während der durchschnittliche ufwand für den Kilometer Straßenlänge sich jährlich 444 M. ermittelte. Es wird in en Erläuterungen zum Budget darauf hin 9 ewiesen, daß im Laufe der nächsten Jahre um assende Nachpflanzungen an den durch den Frost sark geschädigten Baumpflanzungen vorzunehmen Ind und hierdurch die für die laufende Uater altung zur Verfügung stehenden Mittel be sonders in Anspruch genommen werden. Im inter 187980 wurden durch den Frost 7537 Oostbäume und 1435 Wildbäume, im Ganzen 5972 Bäume zerstört und ist seitdem noch eine Irhebliche Zahl von Bäumen abgestorben. Zu Ende des Jahres 1880/81 waren im Ganzen 154,876 Väume an den Staatsstraßen vor⸗ banden, darunter 49,924 Obstbäume und 104,952 . Der zweiten Kammer ging ein Gesetzentwurf in Betreff der Hinterlegung von Depositen, Cautionen und Privatcapitalien bei (ber Hauptstaatskasse nebst Motiven zur Ertheilung be, ler verfassungsmäßigen Zustimmung zu. 13 Versuchsweise soll in jeder Provinz je tine Secundärbahn erbaut werden, an welcher han die Rentabilität solcher neuen Verkehrswege erproben kann. Es sind dies in Starkenburg: die Strecke Pfungstadt⸗Eberstadt; in Rheinhessen: bie Strecke Osthofen-Westhofen; in Oberhessen: die Strecke Gedern-Stockbeim. 2 Berlin, 2. Dez. Reichstag. Ein Schreiben

des Reichskanzlers wegen Ermächtigung zur straf⸗

en, techtlichen Verfolgung einer Beleidigung des aten Reichstags geht an die Commission für die Ge⸗ lita 1 schaͤftsordnung. Dann folgt die weitere Be

des Reichsamtes für das Innere. Lingens weist auf die Ueberhand vahme der Auswanderung hin. Staatssecretär Bötticher entgegnet: Die Auswanderung von

zathung des Etats

Deutschen über Hamburg und Bremen hat aller dings bedauerlich zugenommen: 1877 betrug sie 20,000, 1878: 23,000, 1879: 28,000, 1880 allerdings 94,000. Daneben hat auch die Aus wanderung von Nichtdeutschen über diese Häfen bedeutend zugenommen. Sie betrug 1877: 20,000, 1878: 23,000, 1879: 22,000, 1880: 54,000. Meyer(Bremen) meint, die Zu nahme der Auswanderung beruhe auf dem un geheuren Aufschwung in den Vereinigten Staaten. Er wünscht ein Gesetz zum Schutz der Aus wanderer. Es sei bedauerlich, wenn werthvolle Kräfte in so großer Zahl das Vaterland ver ließen. Man müsse aber doch der Auswanderung ihren Lauf lassen, denn auf der anderen Seite drohe das Gespenst der Uebervölkerung. Frohme macht für die Zunahme der Auswanderung auch das Socltalistengesetz verantwortlich, unter dessen Wirkung Tausende ein politisches Martyrium erleiden müssen. Leuschner verlangt, zur Minderung der Auswanderung solle der Staat die Colonisation beginnen. Hirsch will in der Erhöhung der Lebensmittel-Zoͤlle und der Tabak steuer die Ursache der zunehmenden Auswander ung finden. Die Etats für Auswanderung wer den schließlich bewilligt. Eine längere Debatte führt das CapitelStatistisches Amt herbei. 3. Dez. Berathung des Etats der Justiz⸗ verwaltung. Der Berichterstatter der Budget commission tritt für weitere Ermäßigung der Gerichtskosten ein. Der Staatssecretär Schel ling koustatirt, der Bundesrath halte die Revision des Gerichtskostengesetzes keineswegs mit der dies jährigen Novelle für abgeschlossen. In dieser Session werde allerdings eine Vorlage wegen weiterer Ermaͤßigung nicht erfolgen. Windt horst tritt fur schleunige Reorganisation ein. Hartmann spricht in gleichem Sinn, da die heutige Höhe dem minder Bemittelten unmöglich mache, sein Recht zu suchen. Das Rechtsbewußt sein werde im Volk dadurch geschädigt. Auch Gerwig spricht sich für schteunige Ermaͤßigung der Gerichtskosten aus, desgleichen Schröder (Friedberg) und Payer(Württ.) Sonnemann regt darauf die Reform der Actien-Gesetzgebung an, unter Hinweis auf die Vorbilder der eng lischen und franzoͤsischen Gesetze. Der Staats secretär erkennt die Dringlichkeit der Aufgabe an; sie sei übrigens vom Justizamt nie außer Augen gelassen worden. Die Vorarbeiten seien schon so weit gediehen, daß eine schleunige Förderung zu erhoffen sei. An der weiteren De⸗ batte nahmen v. Minnigerode und Retting hausen Theil. Lohrer erlaubt sich die Aeußer ung:Schulze-Delitzsch gehöre zu der Partei, die mit frevelnder Hand in das Jahrhunderte lange Bestehen der Innungen eingriff. Es wirdZur Ordnung! gerufen; eine Debatte entsteht über den Ordnungsruf. Der Vice präsident Ackermann lehnt den Ordnungsruf

ab. Nach kurzer Bemerkung Perrots wird

der Gebalt eines Staatssecretärs genehmigt. Bei dem Capitel Reichsgericht spricht Stephani sein Bedauern aus, daß mit dem Bau des Reichs gerichts-Gebäudes noch nicht begonnen sei. Der Staatssecretär Schelling erklärt es damit, daß man den Geschäftsumgang des Reichsgerichts nicht übersehen könne, bevor die Sachen aus dem alten Gerichtsverfahren erledigt seien. Die Gerüchte von einer beabsichtigten Verlegung des Reichsgerichtes von Leipzig weg seien unbegründet. Windthorst fordert schleunigen Beginn des Baues, ebenso Lasker. Auch für den baldigen Angriff des Reichtstagsgebäudes spricht Lasker. Der Staatssecretär Bötticher verspricht für den Reichstagsbau eine Vorlage noch vor Weih nachten.(Lebhaftes Bravo.) Der Etat des Reichsgerichts wird genehmigt. Eine Reihe von Capiteln vom Militär-Etat, soweit dieser nicht der Budget-Commission überwiesen, wird genehmigt.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Dez. DieWiener Zeitung veröffentlicht das ge nehmigte gemeinsame Budget. Die Zeitungen bringen ein Schreiben der deutschen Kaiserin an den Erzherzog Karl Ludwig, mit dem sie zur Stiftung eines Krankenbettes für das neu zu gründende Elisabeth-Krankenhaus zu Buda Pest 1000 fl. sendet.

3. Nov. Der österreichische Gesandte in Bukarest erhielt den Auftrag, im Hinblick auf die jüngste rumänische Thronrede bis zum Ein treffen weiterer Weisung vorläufig jedes persoͤn lichen Verkehrs mit der rumänischen Regierung sich zu enthalten und sich auf die Erledigung der laufenden Geschäfte zu beschränken. Die europäische Commission beschloß, die Discussion über das Donaureglement für eine außerordent liche Session im Januar vorzubehalten.

Frankreich. Paris, 2. Dez. Die repub⸗ likanische Linke des Senats sprach sich für partielle Revision der Verfassung aus.

Großbritannien. London. Das Blau⸗ buch über Afghanistan, umfassend den Schriften Wechsel vom 12. Januar bis 29. Juli 1884 und die Uebertragung der Verwaltung von Kandahar an Abdurrhaman, enthalt einen Brief von Abdurrhaman, in dem er erklärt, Nichts ohne Zustimmung Englands zu unternehmen und England stets von den Zuständen Afghanistans zu unterrichten.

Italien. Rom, 3. Dez. In dem gestrigen Consistorium befragte der Papst nach einer kurzen Allocution die anwesenden Cardinäle, Patriarchen, Erzbischoͤfe und Bischoͤfe über das Leben der zu canonisirenden vier Heiligen; dieselben gaben saͤmmtlich schriftlich ihre Zustimmung fuͤr die Canonisation ab.

Türkei. Constantinopel, Die Pforte verordnete die Schließung griechischer Post⸗ ämter zu Salonichi und Smyrna. Novikow

2. Dez.