auszahlen wird.
Friedberg den 2. Juli 1881.
An die Großherzoglichen Bürgermeister d Wir ersuchen Sie Diejenigen Ihrer Ortsangehörigen, welchen Pfleglinge unserer unser Rechner, Herr Vogt, die Pfleggelder aus dem 1. Halbjahr 1881 gegen die vors
es
Freitag den 8. Juli d. J.
Kreises.
Stiftung anvertraut sind, zu benachrichtigen, daß 9 chriftsmäßige Bescheinigung und Quittung
Für den Vorstand der Mathildenstiftung: Meyer.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden hierdurch zu einer Besprechung, welche im Anschluß an die von Großherzoglichem Kreisamte wegen Regelung des Abdeckerei— wesens auf Samstag den 9 d. M., Vor— mittags, einberufene Conferenz stattfinden soll, auf das Rathhans in Friedberg ergebenst eingeladen. Bad⸗Nauheim am 4. Juli 1881. Der Bürgermeister Schutt.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Juli. Der Kronprinz reist heute Abend nach Coblenz. Die Reise der Familie des Kronprinzen ist von dem Befinden der Kaiserin abhängig gemacht worden.— Wie man der„National-Zeitung“ von„wohlunter— richteter Seite“ meldet, hat die an der Kaiserin vollzogene Operation einen sehr guten Verlauf gehabt; die Kaiserin ist damit von einem älteren Uebel befreit worden, das ihr oft lästig gefallen ist. Es handelte sich um die vollständig geglückte Operation eines Bruches(hernia inguinalis), wofür Geheimrath Dr. Busch Specialität ist. Der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz hatte sich der gleichen Operation in seinem achtzigsten Lebensjahre mit bestem Erfolge unterzogen. Ein Bulletin aus Coblenz von heute sagt: Nach un— ruhigem Tage hatte die Kaiserin gestern Abend mit beträchtlicher Schwäche zu kämpfen. Die Nacht brachte ihr etwas Schlaf; die Patientin vermochte einige Nahrung zu nehmen. Seitdem ist die Schwäche geringer; kein Fieber mehr; der Puls und der Zustand der Wunde fort— dauernd gut.— 2. Juli. Ein Bulletin von von heute berichtet: Die Kaiserin hatte nach unruhigem Tage eine bessere Nacht; der Schlaf war erquickender. Der Appetit ist rege, der Zustand der Wunde ist gut, die Temperatur normal; die Kräfte hoben sich.
— 1. Juli. Fürst Bismarck ist heute, be— gleitet von seiner Frau und seinen beiden Söhnen, nach Kissingen abgereist.
— Dem„Reichsanzeiger“ zu Folge dürfen dem Reichskanzler während seines Aufenthalts in Kissingen weder amtliche noch nichtamtliche Schriftstücke vorgelegt oder nachgesandt werden.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien. Das Reichs— gesetzblatt publicirt den deutschen Handelsvertrag und das Gesetz über den Veredelungsverkehr, sowie zwei Ministerial⸗-Verordnungen, worin die bisherigen Appreturverkehrs-Bestimmungen bis zum Ende des Jahres erneuert werden.
— 2. Juli.(s. u. Prag). Die„Wiener Abendpost“ erklärt: Die Regierung habe an die Prager Behörde die strengste Weisung erlassen, den Tulmultanten aufs Entschiedenste entgegen— zutreten. Daß es an Energie bisher nicht ge— fehlt, beweisen die zahlreichen Verhaftungen. Eine für heute Abend anberaumte Studenten— versammlung dahier ist seitens der Behörde verboten worden.
Prag, 30. Juni. Hier haben anläßlich des Stiftungsfestes des deutschen Corps„Austria“ blutige Excesse stattgefunden. Nicht einer der 40 Festtheilnehmer ist unverwundet geblieben. Der Senat der Universität beschloß, die Ein— stellung sämmtlicher Vorlesungen, sowie die Schließung des Sommersemesters und die Ein— leitung strengster Disciplinar-Untersuchung über
die Ausschreitung der Studenten bei dem Ministe— rium zu beantragen.— 2. Juli. Es wurden vorgestern etwa 30 Verhaftungen vorgenommen. Der Bürgermeister von Prag erließ eine An— sprache an die gesammte Bevölkerung, indem er sie aufforderte, zu sorgen, daß jede Aufregung verhindert, der gute Ruf von Prag nicht ge— fährdet werde und kein Bewohner von Prag sich beklagen könne, daß ihm nicht jede als Mit— bürger schuldige Rücksicht zu Theil werde.— Gestern Nacht haben Volkshaufen Stürme auf das deutsche Casino und das deutsche Landes— theater gemacht. Neun Studenten wurden über— fallen und mißhandelt; ein geheimes Comits, welches die Excesse leitete, wurde entdeckt. Die Vorlesungen sind geschlossen. Unter den bei dem Austriafeste in Küchelbad Verwundeten be— findet sich Dr. Siebert aus Greifswald. Ein Kohlenagent, Kittel, aus Westpreußen, der sich auf einer Geschäftsreise in Prag befand, wurde gleichfalls mißhandelt. Beide Mißhandelte haben sich an den deutschen Botschafter gewendet.— Für morgen ist eine Versammlung sämmtlicher deutschen Abgeordneten von Böhmen in Prag beabsichtigt. Zwei Anträge sind vorbereitet: 1) Die Abgeordneten sollen eine Deputation an den Kaiser senden und um ausgiebigen Schutz der Deutschen in Böhmen bitten; 2) jeder Ab— geordnete soll in seinem Wahlbezirke schleunigst Wähler-Versammlungen berufen und diese auf— fordern, durch Deputationen für ihre in Prag studirenden Söhne und Namens-Verwandten Schutz zu erbitten. Gestern Abend waren in den Straßen abermals Zusammenrottungen, ins— besondere am Graben. Sie wurden von der Polizei vertrieben. Die Polizei concentrirte ihre Hauptmacht vor den deutschen Instituten. Der Prager Stadtrath blieb die ganze Nacht ver— sammelt, um im Nothfall sich unter die Meuge zu begeben. Gegen 11 Uhr waren die Straßen ruhiger.— Eine Deputation czechischer Stu— denten erschien bei dem Vice-Präsidenten der Statthalterei und erklärte, daß sie die Ausschreit— ungen einzelner czechischen Studenten entschieden mißbilligen. Sie würden sich bemühen, die Ein— tracht der Prager Studenten wieder herzustellen.
Pest, 2. Juli. Inclusive der gestrigen Wahlen ist das Ergebniß aus 397 Bezirken bekannt, da— von gehören 226 den Liberalen, 82 der äußersten Linken, 66 der gemässigten Opposition, 13 den Parteilosen und 11 den Nationalen. Die liberale Partei gewann bis jetzt 50 neue Bezirke von der gemässigten Opposition, 21 von der äußersten Linken, 23 von den Parteilosen und von den Nationalen 3 Sitze.
Belgien. Brüssel, 2. Juli. Montag findet hierselbst eine große Manifestation zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts statt. Auch in den Provinzen werden Meetings beabsichtigt.
Frankreich. Paris, 1. Juli. Die inter⸗ nationale Münzconferenz hat gestern die Be— rathungen wieder aufgenommen.— 2. Juli. Bei der internationalen Münz-Conferenz wurde beantragt, die Discussion des Fragebogens zu beginnen. Seismis Doda bemerkte dagegen: Die vorangegangene General-Discussion habe fast alle Specialfragen erschöpft. Er halte für besser, die etwaigen Erklärungen Deutschlands und Englands zu hören, um zum Schlusse zu kommen. Der Schweizer trat Doda's Aus— führungen bei. Die Conferenz entschied darauf, daß Dumas und Thurmann sprächen; sodann solle man Euglands Erklärungen vernehmen. Man wird nur Capitel 4 und 5 des Vrolin' schen Fragebogens discutiren. Thurmann trat für den Bimetallismus ein.
Großbritannien. London, 2 Juli. Das
britische Geschwader unter dem Commando des
Herzogs von Edinburg ist heute in Kronstadt eingetroffen.
Italien. Rom Die Demission Cialdini's, des Botschafters in Paris, ist vom Könige an— genommen. Marochetti ist mit der Leitung der Botschaftergeschäfte in Paris betraut.
Türkei. Konstantinopel. Die Ehen der zum Tod verurtheilten Schwäger des Sultans, Mahmut Damat und Nuri Damat Pascha, wurden durch kaiserlichen Befehl für aufgelöst erklärt.— Die Unterzeichnung der türkisch— griechischen Convention ist wegen eines Ab— schrifts-Fehlers verschoben worden.
— Juli. Der Cassationshof prüft heute die Appellation der wegen Ermordung des Sul⸗ tans verurtheilten Personen. Er wird am Mon⸗ tag darüber beschließen.
— 2. Juli. Meldung aus Philippopel: Forstdirector Bernius, deutscher Staatsangehör— iger ist von Räubern entführt worden, welche ein Lösegeld von 15000 Pfd. verlangen.
Griechenland. Athen, 1. Juli. Die euro— päische Commission ist in Prevosa angekommen. Die Räumung von Pucha hat begonnen; die Besetzung von Artha beginnt am Dienstag.
Rußland. Petersburg. Die Herabminder⸗ ung des Kriegsbudgets um 200 Millionen soll dem Reichsrath vorgeschlagen werden. Kriegs— minister Wannowsky wünscht, daß der effective Bestand der Armee unangetastet bliebe, es seien nur Ersparnisse bei dem luxuriösen Aeußeren der Armee beabsichtigt.
Amerika. Washington, 2. Juli. Der Präst⸗ dent Garfield wollte heute früh nach Longblank fahren, als auf dem Bahnhof ein Mörder mehrere Schüsse auf ihn abfeuerte. Der Mörder ist ein eingewanderter Franzose Namens Guiteau, der sich bemüht haben soll, einen Consul-Posten zu Marseille zu erhalten. Verschiedene Meldungen behaupten, Guiteau sei geisteskrank. Garfield wurde am rechten Arm und der rechten Hüfte, sowie in der Nähe des Rückgrats verwundet. Man befürchtet eine innere Verblutung. Der allgemeine Eindruck ist, daß Garfield der Auf— lösung schnell entgegengehe. Die Aerzte wollen den Versuch nicht wagen, die Kugeln herauszu— ziehen. Ein Bulletin von Abends 8 ½ Uhr sagt: Man glaubt, der Präsident werde keine Stunde mehr leben.
— Der Schatz⸗Secretär ordnete den Rück⸗ kauf aller noch umlaufenden 5⸗proc. registrirten Bonds an und deren Bezahlung am 1. Oct. mit Zinsen vom 1. Juni an in Washington.
Afrika. Tunis, 30. Juni. Die Absendung von 1200 tunesischen Soldaten nach Sfax wird durch dortige ernsthafte Unruhen motivirt. Meh— rere Europäer daselbst wurden verwundet; die Anwesenheit des französischen Kanonen-Bootes „Chacal“ verhinderte größere Unordnungen. Die betreffende Depesche empfiehlt die Besetzung von Gabes und Hdjerba. Die französische Truppen⸗ abtheilung in Manuba wird durch Tunis nach dem Hafen von Goletta marschiren, um dort auf dem Panzerschiff„Reine Blanche“ nach Sfaz eingeschifft zu werden. Sie soll eventuell die
tunesischen Truppen bei der Wieder-Herstellung
der Ruhe in dortiger Gegend unterstützen. Die Europäer flüchteten auf die französischen Schiffe.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Nachdem die Einladungen zu dem am 23. und 24. Juli dahier stattfindenden Feuerwehrtag nach auswärts ergangen sind, dürfte es auch unsere hiesigen Einwohner und nächste Umgebung interessiren, wie das Fest verlaufen wird und lassen wir daher hier das Programm folgen: Samstag den 23. Nachm. 4½ Uhr Abgeordneten-Versammlung; Abends 8 Uhr Aufstellung der freiwilltgen Feuerwehr zum großen Zapfenstreich unter
Mitwirkung der Feuerwehr⸗Capelle. Nach dem Zapfen⸗ streich Coneert in Steinhäußers Garten. Sonntag den
gefundenen Einige der
selbe nur Hacht wer J. 57 im Hotel bes landn Miliede Comites“ sch eine Ausschusf zunächst! Comite“ Fortgan⸗ zu bewi hierzu n Bezirks⸗ Auskunf, Zweck in schloß di keit der forderl Endres Zweck ferner Bespre hiesigen geschlof begonne des mi von Vo lage eit Letzterer
jogen u


