Ausgabe 
3.12.1881
 
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die Brust mit der Drohung, ihn zu erstechen, wenn er sein Geld nicht hergebe und wenn er nicht ruhig sei. Der Schäfer setzte sich zwar zur Wehr, wurde aber von den beiden Strolchen bezwungen und seines Geldes etwa zehn Mark beraubt. Die Räuber scheinen mit dem Beraubten kurz vor dem Raubansalle in einem Wirthshause gewesen zu sein und dort gesehen zu haben, daß der Schäfer Geld hatte. Nach Verübung des Raubes sind die Burschen in der Richtung nach Kahlbach weg gelaufen.

Gerichtssaal.

Friedberg, Am 6. Deebr, findet eine Sitzung des Schöffengerichts statt, in welcher folgende Sachen zur Verhandlung kommen: 1. Privat Klage des Heinrich Waas IV. zu Friedberg gegen Wilh. Ulrich von da, wegen Beleidigung; 2. Desgl. des Philipp Suffner II. von Ober-Rosbach gegen Jakob Rost von da, wegen

Beleidigung; 3. Desgl. der Konrad Höfler Ehefrau von Friedberg gegen Ferdinand Morell dahier, wegen

Beleidigung; 4. Strafsache gegen Christlan Nagels Wittwe von Reichelsheim, wegen Uebertretung.

Handel und Verkehr. Frankfurt, 30. Nov. Marktbericht. Heu kostete je nach Qual. der Centner M. 4 5.50, Stroh M. 44.40. Eier 100 St. 67 M. Butter 1, Qual. im Detail 1 M. 20 Pf., 2. Qual. 1 M. 10 Pf. Ochsen⸗ fleisch 6070 Pf., Kuh- und Rindfleisch 4055 Pf., Kalbfl. 4055 Pf., Hammelfl. 4065 Pf., Schweinefl.

7080 Pf., 1 Hahn 1 M. 1 M. 50 Pf., 1 Huhn

12 M., Gans das Pfd. im Durchschnitt 60 70 Pf., Hase 2 M. 20 Pf3 M. 50 Pf., 1 Taube 5060 Pf., Weißkraut das Hundert 8½/29 M., das Stück 10-12 Pf Wirsing 1012 Pf., Rosenkohl 50 70 Pf. die Portion, Endivien 10 Pf.

Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde.

2. Advent. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Baur. Gottesdienst in der Stadtkirche: Nachmittags Uhr: Herr Candidat Schüler. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags Uhr: Herr Pfarrer Baur.

Abends 5 Uhr: Herr Pfarrer Diegel.

Katholische Gemeinde. Sonntag 2. Advent. 10 Uhr: Hochamt mit Predigt. 5 Uhr: Andacht mit Predigt: Domkaplan Paß von Frankfurt. Nach der Andacht: Gelegenheit zur Beicht.

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glaublicher Zähigkeit in die Welt hinein getrommelte fixe Idee bekämpfen, daß nur die Amerikanischen Näh⸗ maschinen⸗Compagnien echte Grover, echte Singer zc. zu erzeugen vermöchten, so sind es heute die großen Paradeziffern der Herren Vankees, die wir auf ihren wahren Werth zurückführen möchten. Da heißt es in den Reelamen: Gesammtproduction drei Millionen Nähmaschinen! Jahresumsatz 300,000 ꝛc. Die Frage ist nun, wie sind diese Zahlen entstanden, sind sie die Resultate ehrlicher Mühen, verdienen sie Ver⸗ trauen oder hat sich der Humbug ein wenig dabei betheiligt?

Geschützt durch einen Eingangs-Werthzoll von 450%, der seiner Höhe nach einem Sperrzoll gleich⸗

construiren konnte, mußten die amerikanischen Näh⸗

Folgen waren: ein unnatürliches Wachsthum; zwei⸗ tens: Jahresdividenden bis zu 60%, und drittens: mangelhafte Nähmaschinen. lang jeder Impuls zum Fortschritt. Massenherstellung war das einzige Ideal dieser Compagnien geworden und so mußten Riesenziffern entstehen, die dem Pub⸗ likum allerdings leider imponiren können. Gegenüber den ungezählten Angriffen der Amerikaner auf die deutschen Nähmaschinen-Industriellen, die sich in ihrer Noth zur Abwehr zu einem Verein zusammengethan, erlauben wir uns kurz die Grundlagen zu zeigen, auf denen die deutsche Nähmaschinen-Industrie empor⸗ wuchs. Kein Schutzzoll hielt die Hand über ihre Wiege, ja vielmehr wurde im Jahre 1865, als eben die ersten winzigen Saatkörner einer deutschenNähmaschinen⸗ Industrie zu keimen begannen, der deutsche Eingangs zoll von 6 Thaler pro Centner auf ½ Thaler herab⸗ gesetzt und noch heute erhebt das deutsche Reich den rührenden Betrag von nur 1 Mark von der importirten

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Mußten wir nothgedrungen jüngst die mit un⸗

kommt, ferner geschützt durch ein Cartell unter sich, wie es nur die grimmigste Geldgier der neuen Welt

maschinen⸗Compagnien übermäßig dominiren und die

Fehlte doch Jahrzehnte

888580 eee eee eee eee Ehrliche Arbeit oder

Nähmaschine, während die Amerikaner etwa das Fünfunddreißigfache einheimsen und damit jede Con⸗ currenz von der Union fernhalten. Der erste Laut, den die junge deutsche Industrie vernehmen sollte, war der Lärm, die Verläumdnung und die Schmähung der amerikanischen Reelame; keine eisernen Patent- rechte spielten ihr gesetzliche, keine Cartells spielten ihr fragwürdige Hilfsmittel zu, und[das deutsche Capital hat sich nur zu oft mehr fürTürkenloose undRumänier interessirt, als daß es einer jungen Branche beigesprungen wäre.

Und trotz alledem blühte in Deutschland die zweitgrößte Nähmaschinen-Industrie der Welt heran mit einem Anlagecapital von ca. 25,000,000 Wark und doch beschickt Deutschland im Jahre den Welt markt mit nahezu einer halben Millionen Näh maschinen und das Alles ohne Cartell, ohne Schutzzoll, ohne Privilegien.

In einer neueren Verdächtigung war gesagt, die deutsche Nähmaschinen-Industrie wisse nichts Neues zu schaffen. Nun, die heutigen Chefs der Singer ecompagnie haben die Singermaschine auch nicht er⸗ funden, wohl aber wurden seit Bestehen des deut schen Reichspatentamtes zu Berlin(August 1877) 128 Patente an deutsche Nähmaschinen-Fabriken ver geben, während die Amerikaner sich mit 32 begnügen mußten, und davon fallen die Hälfte auch noch auf Deutsch- Amerikaner.

Ein neuer Trumpf, ein verzweifeltes Kampfmittel gegen uns ist die plötzliche amerikanische Ankündigung einer sogenannten Ringschiffchennähmaschine mit dem EpiphetonMeisterwerk der Erfindung. Eine Kritik dieser Maschine würde uns als Parteileuten nicht wohl anstehen und am End auch überflüssig sein, da dasMeisterwerk der Erfindung schwerlich je Boden fassen wird, aber verwahren müssen wir uns gegen

die der Reclame eingefügten Bemerkung, die Deutschen

Die Concordia.

Vereinigung deutscher Nähmaschinen-Fabrikanten und Händler. Seeed eee eee eee

Umarbeitung der Weehler-Wilson-Maschine gefunden.

der Humbug am Werk gewesen ist.

hätten nie ein eigenes Nähmaschinensystem erfunden. Wenn diese Maschine wirklich ein neues System auf wiese, wenn sie wirklich ein verdienstliches Werk wäre, dann fiele das Verdienst einer deutschen Firma zu. Die Maschine, die trotz ihrem Ringschiffchen den Greifermaschinen angehört, hat ihr Vorbild in einer, den Herren Diehl und Müller bereits 1866 patentirten

Die Behauptung, daß die Maschinen dieser Com pagnie nur nachgeahmt würden, möge ein ameri⸗ kanisches Urtheil entkräften: Der Gerichtshof zu Muscatine in Jowa entschied gegen die Singer⸗ compagnie wie folgt: Nicht jene von euch verleumdeten und als unecht ausgeschrieenen Maschinen sind die nachgeäfften, sondern die eurigen selbst; seit eure Patente erloschen, sind eure Maschinen endlich von anderen Fabriken verbessert worden und ihr selbst habt euch zur Annahme einiger dieser Verbesserungen verstehen müssen, also sind eure sogenannten echten Maschinen die nachgemachten.

Möchte sich das deutsche Volk weder durch die Bezeichnungen Echt, noch durch die Riesenziffern, noch durch das neueMeisterwerk der Erfindung blenden und verblüffen lassen. Es bleibt Thatsache, daß die Amerikaner sowohl in der Ausstattung als in der Ausführung der Nähmaschinen überflügelt sind. Wie gerungen, so gelungen sagt schon ein alt⸗ deutsches Sprichwort, man prüfe und man wird bald herausfinden, wo die ehrliche Arbeit, und wo

Möchte das deutsche Publikum bei Gelegenheit der bevorstehenden Jahreswende seine Blicke einer bis jetzt nur im Inlande nach Gebühr noch nicht aner⸗ kannten Industrie mehr als bisher zuwenden. Die deutsche Nähmaschinen-Industrie verlangt keine Pro⸗ tektion, sie verlangt aber die Berechtigung ehrlicher Mitbewerbung.

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