Ausgabe 
3.2.1881
 
Einzelbild herunterladen

e e A

SD

2

2

PPP 8

R 82

DiePol. Corr. veroͤffentlicht eine Er klaͤrung der Wiener griechischen Gesandschaft, welche besagt, daß die angebliche Note vom 13. Januar, welche Communduros als Beant wortung des Circulars des franzoͤsischen Ministers des Aeußern, Barthelemy, an den Gesandten Grafen Mouy in Athen gerichtet haben soll, vollständig apokryph ist, und daß der Verkehr zwischen Communduros und Mouy anläßlich des erwähnten Circulars ausschließlich auf mündliche Auseinandersetzungen sich beschränkt hat.

Rußland. Petersburg. Der Großfuͤrst Nicolaus richtete ein Schreiben an den Sultan, worin er demselben für den seinen Söhnen be reiteten Empfang dankt. In letzter Sitzung des Ministercomite's wurde der Entwurf für die in Polen einzuführenden Reformen, der vom Generalgouverneur Albedinsky vorgelegt wurde, geprüft. Albedinsky ist gestern wieder auf seinen Posten zurückgekehrt.

31. Jan. Nach weiteren Meldungen verfolgte Skobeleff die Teketurkmenen bis Askha bade, sechzig Kilometer von Geoktepe. Gegen über den Zeitungsmeldungen, daß England den Kurden⸗Einfällen in Persien Vorschub leiste, er klärt dieAgence Russe, England und Rußland verhandelen mit der Pforte über ein gemeinsames Einvernehmen zu Gunsten Persiens. Die Pforte versprach, die Kurden-Einfälle zu verhindern. DasPetersburger Journal bringt einen historischen Ueberblick über die russischen Ope⸗ rationen in Central-Asien, welche nothwendig zur letzten Expedition führten. Das Ziel der selben sei jetzt glänzend erreicht, weitere Ent schlüsse der Regierung bezüglich der Ausnutzung des errungenen Erfolges hingen wesentlich von den an Ort und Stelle sicher zu gewinnenden Informationen des General Skobeleff ab. Die Regierung wurde zu dem bisherigen Vorgehen einzig durch das Bestreben bestimmt, die Grenze im Juteresse der Civilisation und des Handels zu sichern, fernere Maßnahmen würden die praktisch mögliche Abwägung der Vortheile und Lasten zur Grundlage haben.

Amerika. San Franzisko, 31. Jan. Der König der Sandwichs-Juseln, Kalakaua, ist gestern hier eingetroffen, um mehrere Länder Europas und Asiens zu bereisen und begibt sich zunächst nach VNokohama. Der König äußerte, er wolle fremde Einwanderer nach Hawaii ziehen, um die eingeborene, dem Aussterben nahe Be

völkerung durch dieselben zu ersetzen. Die Ein wanderung von Chinesen werde er nicht be

günstigen.

Aus Stadt und Land.

S. Friedberg, 1. Febr. In der gestern stattge gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde ein Gesuch der Schuhmacher-Leichen-Kasse, welche am 7. März d. J. das Festjahr ihres hundertjährigen Be stehens begeht, um Ueberlassung des Rathhaussaales zur Abhaltung ihrer Generalversammlung am gedachten Tage genehmigt. Für unbemittelte Schüler der Fort bildungs- und der Musterschule sollen auf Antrag des Schulvorstandes mehrere Schulbücher, unter Vorbehalt des Regresses an die Eltern oder die Heimathsgemeinden, angeschafft werden. Auf ein Gesuch der Kath. Pfeiffer Wittwe, bezüglich Ableitung des Wassers von ihrem vorm Mainzerthor gelegenen Garten, wurde beschlossen, der selben mitzutheilen, daß die Stadt das observanzmäßige Recht, das Wasser in den durch den Garten derselben führenden Graben abzuleiten, aus drücklich aufrecht erhält und ihrer Beschwerde deßhalb keine Folge gegeben werden kann. Für verschiedene Herstellungen auf dem Rathhause, sowie die Anfertigung einer Schäferhütte wurden die Arbeiten nach den Submissions-Bedingungen vergeben. Von der Landwirthschaftscommisston des Gemeinderathes wurde der Entwurf einer neuen Feldordnung für die zusammengelegten Theile der Gemarkung Friedberg vor gelegt und soll, nach dem der Gemeinderath seine Zu stimmung ertheilt hat, die Genehmigung des Großher zoglichen Kreisamtes nachgesucht werden. Auf eine frühere Beschwerde des Gemeinderathes bezüglich des Feldweges neben der Fauerbacher Straße, wurde seitens des Eisen bahn⸗au⸗Inspectors die Mittheilung gemacht, daß diese Auffahrt demnächst verbreitert werden soll. Für den Nacht wächter Hemmer soll ein neuer Mantel angeschafft werden.

8. Friedberg. Im Jahre 1880 wurden dahler 121 Kinder geboren und kamen 104 Sterbfälle vor. Von letzteren sind 28 Splitalfälle, von denen 21 auf

2. R 8

o. Friedberg. Am 29. Januar d. J. veranstaltete der hiesige GesangvereinFrohsinn seine zweite Abend- Unterhaltung in diesem Winter. Dieselbe bot ein reich- haltlges Programm und war sehr zahlreich besucht. Der erste Theil derselben war musikalischer Natur. Die Instrumental⸗Musikstücke wurden, durch Mitglieder der Nauheimer Kurkapelle verstärkt, von Angehörigen und Freunden des Vereins zur vollen Zufriedenheit der Zu hörer ausgeführt. Der Verein trug mehrere schöne Chöre von Abt, Hermes, Tschirch und Silcher mit der ge wohnten Meisterschaft vor; unter denselben verdient be sonders die größere Composition von Tschirch hervor gehoben zu werden. Fräulein Fouear aus Frankfurt sang einige Lieder und erntete durch ihren schönen Vortrag den ungetheiltesten Beifall. Der zweite Theil des Pro- gramms war theatrallschen Aufführungen gewidmet. Zwei Lustspiele ergotzten durch ihren heiteren Inhalt alle An wesenden, wozu die fleißige Elnstudierung und das ge wandte Spiel der Darstellenden wesentlich beitrugen. Ihnen Allen sei hiermit der wohlverdiente Dank der Zuschauer gespendet. An diese der Kunst entnommenen Genüsse reihte sich eine Tanzbelustigung, die ebenfalls volle Würdigung fand, da sie bis spät in die Nacht hinein dauerte. Somit hat derFrohsinn wiederum seinen Mitgliedern und Freunden eine seiner würdige Unterhaltung geboten, wofür ihm gebührend gedankt sei. Friedberg. Eine sehr erfreuliche Nachricht können wir unseren Lesern heute mitthellen. Die Mitglieder des Hanauer Stadttheaters beabsichtigen eine Reihe von 1012 Vorstellungen dabter zu geben. Die betreffenden Verhandlungen sind im Gange. Bei den anerkannt vor zuͤglichen Leistungen des Hauauer Kunstinstituts wird es auch an dem betreffenden peeuntären Erfolg nicht fehlen. Worms, 30. Jan. Ueber die Verhaftung einer hiesigen Kartenschlägerin geht derW. Ztg. folgende Notiz zu: Die heute Morgen Verhaftete, eine 68 jährige Frau, steht im Verdachte, durch Anpreisen und An wendung von Sympathiemitteln eine hiesige Frau nach und nach um die Summe von 300 Mark betrogen zu haben. Die Untersuchung soll sehr interessante Einzel heiten zu Tage gebracht haben. Das Publikum dürfte demnächst das erhebende Schauspiel eines Hexenproeesses in moderner Form erleben.

Allerlei.

St. Goar, 31. Jan. Heute Nachmittag setzte sich das Rheineis in Bewegung. Das Wasser ist nicht zu hoch, der Eisgang ungefährlich.

Bacherach. Hier befanden sich am 28. Jan. Nach mittags etwa u tausend Menschen auf der Eisdecke des Rheins, als diese unter einem donnernden Krach plötzlich in Bewegung gerieth. Mit gellendem Angstgeschrei flüchtete Alles dem Ufer zu. Wenn auch ab und zu Einer durch brach und eine dicke Köchin sogar ein vollständiges Bad nehmen mußte, ist doch Niemand um's Leben gekommen. Alle sind auf festen Boden gelangt.eile Caub, 28. Jan. Gestern Nachmittag befanden sich hier ungefähr 30 40 Menschen in der Nähe der Pfalz auf dem Rheineise, als dasselbe anfing, sich in Bewegung zu setzen und eine Strecke forttrieb. Glücklicherwelse konnten sich sämmtliche Personen von dem forttreibenden Stücke theils auf die rechte, theils auf die linke fest stehende Eisdecke retten.

Halle, 29. Jan. Bei Müßzendorf sind heute zwei Züge zusammengestoßen. Getödtet wurde Niemand, eine Anzahl von Personen aber verwundet.

Hamburg, 1. Febr. Ein heute Früh 8 Uhr aus gebrochenes Feuer im Großen Burstah Nr. 34 zerstörte einen großen Theil des Seidenwaarenlagers von R. D. Warburg u. Comp. Die Versicherungssumme beträgt 1,490,000 Mark, an welcher meistens englische Gesell schaften partieipiren. Das Feuer war 5 Uhr Abends gelöscht. Das Hintergebäude, in welchem sich große Waarenvorräthe befinden, ist gerettet.

Danzig, 28. Jan. Im Reglerungsgebäude brach um 2 Uhr Nachts Feuer aus, welches bis gegen Mittag währte; der Feuerwehr gelang es mit Hilfe von Milktär und Marinemannschaften den Brand auf die inneren Räume zu beschränken.

München. Der alljährliche Pilgerzug nach Rom und Isrusalem soll dieses Jahr am Osterdienstag, den 19. April, von München abgehen und am Frohnleich namstag, den 16. Juni, wieder hier eintreffen. Die Or ganisation des Zuges hat, wie in den Vorjahren, Bene fizlat Geiger übernommen.

Bern. Das Erdbeben, das am 27. Januar von hier aus gemeldet und auch in Zürich verspürt wurde, bemerkte man in Solothurn und in Basel ebenfalls; überall 2 Uhr 20 Minuten Nachmittags. Zu Basel war es nach einer Mittheilung derAllg. Schw. Ztg. so stark, daß Thüren aufsprangen. Aus Bern wird den Basl. Nachr. gemeldet: Leute stürzten aus den Häusern; Glocken in den Stadtthürmen schlugen an, der obere Thell des Zeitglockenthurms bewegte sich. An einzelnen Orten fanden kleinere Elnstürze statt. In manchen Zimmern fielen Stücke von Pladfonds herab. In manchen Häusern glaubte man, dieselben stürzten ein. In der Amtshaus gasse stürzten mehrere Kamine herab. In der zu Schul lokalftäten umgewandelten Kaserne Nr. 2 gab es durch alle Schulzimmer gewaltige Risse. Die Schule mußte geschlossen werden. Vom Zeitglockenthurm fielen größere Steine und Ziegel in den Hof der Apotheke Rogg und zerstörten das Glasdach. Viele Leute meinten, eine starke Explosion habe stattgefunden. Man befürchtet weltere Stöße. Vom Bleicherweg(Enge) schreibt man, daß

Verloosungen. 120 Hamburg, 1. Febr. In der heutigen Prämien⸗ Ziehung der Köln-Mindener 100-Thlr.⸗Loose fielen der Haupttreffer von 55,000 Thlr. auf Nr. 42673, 10,000 Thlr. auf Nr. 8213, 4000 Thlr. auf Nr. 80414, je 2000 Thlr. auf Nr. 74431 114183 und 190314, je 1000 Thlr. auf Nr. 59118 und 170987, 500 Thlr. auf Nr. 152155 je 200 Thlr. auf Nr. 8057 8246 24366 50953 50976 58729 64591 113668 170989 186380 193560.

Wilen, 1. Febr. Bei ver heute stattgehabten Ziehung der österreichtschen Loose vom Jahre 1860 wurden folgende Serien gezogen: Nr. 98 188 297 355 555 698 796 863 919 1670 1770 1899 2474 2540 2603 2849 2872 2969 3109 3617 3683 4047 4182 4302 4705 5320 5877 5937 6057 6106 6402 6622 6670 7031 7403 7429 7851 8172 8426 8690 8782 8790 8827 8861 9016 9059 9207 9214 9983 10066 10092 10209 10448 10879 10958 11331 11496 11575 11690 11843 120838 12089 12339 12816 13319 13539 13678 13712 13744 13822 13881 13928 14240 14263 14354 14401 14815 0 15594 15968 16139 16160 16674 16842 16899 16918 16962 17264 18071 18092 18363 18454 18805 18850 19000 19161 19171 19294 19616 19827 19898.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 1. Febr. Fruchtbericht. Waizen M. 22, Korn M. 21, Gerste M. 16, Hafer M. 13. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund.

Frted berg, 2. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.800.90, Eier per St. 8 Pf. Gießen, 29. Jan. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.83 0.90, Eier 1 Stück 70 Pf., Käse per Stück 5-10 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stück M. 1.502, Hahnen per Stück M. 1.50 1.80, Gänse per Pfd. 6066 Pf., Enten per Stück M. 1.502. Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 45 bis 50 Pf., Kalbfleisch 45 50 Pf., Hammelfleisch 54 bis 66 Pf., Schweinefleisch 6800 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 4., Zwiebeln per Centner M. 10. 0. Frankfurt, 31. Jan. Viehmarkt. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 300 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 300 Hämmel. Im Lauf der Woche wurden 680 Schweine * 66 Pfennig das Pfund verkauft. Es stellten sich die Fleischpreisen: Ochsen 1. Qual. M. 68.69., 2. Qual. M. 62. 64., Kühe 1. Qual. M. 54.56., 2. Qual.

M. 45.50., Kälber 1. Qual. M. 56.58, 2. Qual. M. 45.50., Hämmel 1. Qual. M. 50.60., 2. Qual. M. 42. 50.

Frankfurt, 31. Jan. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 28, Nr. 5 M. 25., Roggenmehl/(Berl. Marke) M. 30.5031, do. 1.(Berl. Marke) M. 29., do. 2.(Berl. Marke) M. 24., Weizen, eff. hies., ab Bahnhof hier M. 23.0000, ab unserer Umgegend M. 22.50 75., do. fremder je nach Qual. M. 22.25 23., Roggen je nach Qual. M. 21.6000, Gerste M. 18. 19.50, Hafer M. 14. 15.00, Kohlsamen M. 2700., Erbsen M. 19.27., Wicken M. 16.18, Linsen M. 20.40., Bohnen, weiße, M. 23.25., Rüböl, detall M. 64. Hauptsächlich gefragt war: Mahlgerste M. 14.50. Dringend offerirt: Mais M. 14. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht = 100 Kilo.

b. Frankfurt a. M., 1. Febr. Die Tendenz bleibt anhaltend sehr günstig und besonders trägt das Animo für österreichische Bahnen, das in der Kauflust des Wiener Platzes eine wesentliche Stütze findet, dazu bei, die zuversichtliche Stimmung zu konserviren. Die Erklärungen des griechischen Ministers Kommunduros in der Kammer zu Athen riefen vorübergehend eine Er- mattung hervor, die jedoch bald wieder einer Befestigung wich. Creditaetien, gestern 251, gingen à 251½ und 250½jʒ um. Staatsbahnactien, gestern 239, waren a 240%, und 240½ im Umsatz. Lombarden notirten à 88½88. Von österr. Bahnen waren Galizier fest. Nordwest sehr belebt und 2 fl. besser. Elbthal stiegen 1 fl. bei reger Nachfrage. Albrecht und Ungarisch- Galizische anfangs matter, dann steigend. Deutsche Bahnen sind wenig verändert. Gotthard belebt und steigend. Schweizerische Central niedriger. Russische Südwestbahnen hoher. Banken fest. Deutsche Handels N gesellschaft, Dresdener und Deutsche Effeetenbank hoͤher. Oesterr. Prioritäten fest. Von amerlkanischen Prioritäten Oregon anziehend, Georgia Aid erheblich besser. Aus- ländische Fonds eher schwächer. Große russische Elsen- bahnen wurden à 70½ lebhaft gehandelt. Deutsche Fonds still. Wechsel fest. Privatdisconto 28/%. 3

In den nächsten Tagen wird in hiesiger Stadt die Liste der darin verzeichneten Mit- glieder desAlice-Frauen-Vereins für Kranken⸗ pflege circuliren und machen wir alle diejenigen Bewohner Friedbergs, welche dem Vereine noch nicht als solche beigetreten sind, hiermit auf merksam, dieß einerseits des edelen Prinzips der Sache wegen nicht unterlassen, wie andererseits die durch Mitgliedschaft erworbene Annehmlich⸗ keit gewinnen zu wollen, in Krankheitsfällen bei Bedarf der Pflegerin des Vereins mit einer geringeren Pflegetaxe, wie dieß bei Nichtmit⸗ gliedern der Fall ist, bedient zu werden. 1

Das Comité des Alice-Frauen-Vereins für Krankenpflege

Ortsfremde und 7 auf Einheimische fallen. Civil⸗ trauungen fanden 34 statt.

daselbst gestern Nachmittag 20 Minuten nach 2 Uhr ein elnmallger Erdbebenstoß verspürt wurde.

zu Friedberg. 325

500 eln Keftru

18