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Bekanntmachung,
den Remonte- Ankauf pro 1881 betreffend.
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei und 7
ausnahmsweise vier Jahren sind im Bereiche
Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgens 8 Uhr beginnende
Märkte anberaumt worden, und zwar:
den 7. Juli in Alsfeld, Ri „„ Nieden Wöllstadt „ 17. August, Lampertheim, „ een ii,„ Groß Sede , een,
2 5 Goddelau.
* Die von der
„ 5 2 1 Remonte-Ankaufscommission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und sofort gegen Quittung baar bezahlt.
des Großherzogthums
Pferde uit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkaͤufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer vom Ankauf ausgeschlossen.
Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und eine Kopf— halfter von Leder oder Hauf mit 2 mindestens zwei Meter langen starken hanfenen Stricken ohne besondere Vergütung mitzugeben.
Um die Abstammung der vorgeführten Pferde feststellen zu können, ist es erwünscht, daß die Deckscheine möglichst mitgebracht werden. Berlin den 3. März 1881.
Kriegs-Ministerium,
Abtheilung für das Remonte-Wesen. gez. von Rauch. Graf Klinckowström.
Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat durch Verfügung vom 25. laufenden Monats zu Nr. 61079 dem katholischen Kirchenvorstand zu Friedberg zur Aufbringung von Mitteln zum Kirchenbau die Verloosung von Bildern und den Vertrieb der Loose im Großherzogthum unter der Bedingung gestattet, daß höchstens 15,000 Loose à 50 Pf. ausgegeben werden.
Anton Kern von Lorsbach bei Wiesbaden, Statur schlank, Schnürschuhe, graue Hosen, seidene zerrissene Mütze, schwarzer Rock, blondes Haar, wurde am 29. März l. J. zu Okarben wegen Bettelns verhaftet, ent⸗
sprang aber daselbst und wurde noch an demselben Tage in Nieder- Wöllstadt gesehen.
Im Betretungsfalle ist
derselbe festzunehmen, in das nächste Amtsgerichtsgefängniß einzuliefern und beschleunigter Bericht zu erstatten.
Friedberg den 30. März 1881.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
Dr. Braden.
Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Johann Fey von Gelnhausen; Nicolaus Wolf von Kirchen, Bezirksamt Engen; Alwin Martin von Schondar, Kreis Brückenau.— Wegen Bettels bestraft: Wilhelmine Schultheis von Langenselbold, Pauline Petschmann von Bockenheim.
Volksbildungsverein. (Schluß des Artikels in Nr. 36.)
Ich gehe zu Schenkendorf über, bei welchem wir wie bei Arndt und Körner, die deutsche Vaterlandsliebe im Bunde mit christlicher Frömmigkeit finden. Ferdinand Gottfried Max von Schenkendorf war am 11. Dezember 1783 in Tilsit geboren und starb als Regierungsrath in Coblenz auf seinen Geburtstag 1817, also im Alter von 34 Jahren. Seine politische Thätig keit begann er in Königsberg, wo er vom Juni 1807 an mit seinem Freunde Ferdinand von Schrötter eine politische Zeitschrift herausgab, deren Sprache als eine sehr kühne erscheint, wenn man bedenkt, daß ihr Er⸗ scheinen mit dem Einzug der Franzosen in Königsberg zusammenfiel; nach halbjährigem Bestehen wurde sie durch französische Gewalt unterdrückt. Die Kunde von Preußens Erhebung und den Aufruf des Königs vernahm er in Karlsruhe, wo er am 15. Dezember 1812 getraut worden war; er verließ im Mai 1813 seine Gattin, um zu dem preußischen Heere zu ziehen. Jedes wichtige Ereigniß des deutschen Krieges gegen Napoleon klingt fortan in Schenkendorf's Liedern nach. Er machte nach dem Waffen— stillstande den Feldzug mit, wenn er auch mit seiner durch einen Schuß gelähmten rechten Hand die Waffen nicht zu führen vermochte. In der Schlacht bei Leipzig wurde sein Pferd verwundet, aber er selbst blieb unver— sehrt. Nach dem großen Siege ward Schenkendorf von dem um das Vaterland so verdienten Freiherrn v. Stein bei der deutschen Centralverwaltung angestellt. Mit den Edelsten des Volkes theilte er die Besorgniß, daß der Wiener Congreß durch sein kleines Menschenwerk das große Gotteswerk der Befreiung verunstalten werde, und betrachtete Napoleons Rückkehr als eine Züchtigung Gottes. Nach der zweiten Besiegung Napoleons fand er für die noch übrige kurze Zeit seines Lebens die er sehnte friedliche Thätigkeit in der angegebenen Stellung in Coblenz.
In Schenkendorf's Liedern spricht sich die gleiche Wärme für die Sache des Vaterlandes, die gleiche Hin- gabe für die Rettung und das Wohl desselben aus, wie in den Liedern von Arndt und Körner; aber ihr Ton ist milder und inniger. Durch seine Lieder geht kein Ton des Hasses und der Rache, überall hören wir die milde, sanfte, aber zugleich starke und tüchtige Gesinnung des deutschen Mannes, der Nichts will, als daß das Vater— land aus den Kämpfen rein, stark, einig, deutsch hervor— gehe. Mit dem Blick in große Zeiten der Vergangenheit des Vaterlandes verbindet er die Hoffnung auf eine glück liche Zukunft desselben; in dieser Hoffnung aber dringt er entschiedener als Körner und selbst als Arndt auf die
innere Reinigung des deutschen Sinnes durch den christ— lichen Glauben. Er gibt dem Gefühle der gemeinsamen Verschuldung Ausdruck, welche zur tiefen Erniedrigung des Vaterlandes geführt, und hofft, indem er auf innere Erneuerung dringt, auf die Erstehung eines deutschen und zugleich christlichen Reiches. Neben seinen vater— ländischen Liedern hat Schenkendorf, wie Arndt, auch geistliche Lieder gedichtet; aber auch seine vaterländischen Lieder, auch seine Kriegslieder sind fromme Lieder, Lieder, in welchen mit der deutschen Kraft die christliche Milde sich verbindet und mit dem deutschen Geist der christliche Geist seinen Ausdruck findet.
Was die poetische Begabung anlangt, so ist von den Dichtern der Befreiungskriege der erste Friedrich [Rückert, geboren am 16. Mai 1789 zu Schweinfurt, gestorben am 31. Januar 1866 zu Neuseß bei Coburg; aber er hat nicht so unmittelbar wie Arndt, Körner und Schenkendorf in der deutschen Volkserhebung mitgewirkt. Als er 1809, im Begriffe in die Oesterreichische Armee einzutreten, nach Dresden kam, war Friede geschlossen; beim Wiederausbruche des Krieges vermochten ihn nur die eindringlichsten Bitten und Vorstellungen der Eltern wegen seiner vom Studiren geschwächten Gesundheit von der persönlichen Theilnahme am Kampfe abzuhalten. So trat er nur mit der Leyer, nicht mit dem Schwerte, in den Kampf des Vaterlandes ein. Auch Rückert's vater— ländische Dichtung hat einen religiös-sittlichen Gehalt. Wir finden darin eine hohe Auffassung des Ganzen und einen scharfen Blick für das Einzelne. Seine Auffassung der Weltverhältnisse beruht auf dem schristlichen Gedanken, wonach die ganze Menschheit wie das einzelne Volk als ein durch alle Glieder zusammenhängender Leib erscheint. Die Geschichte der Menschheit erscheint ihm als die Stätte, auf welcher der ewige Gott im Laufe der Zeiten seine Gedanken der Liebe, der Gerechtigkeit, der schönen Ord— nung, der brüderlichen Gemeinschaft verwirklicht. Napo— leon betrachtet er nur als Störer der gottgewollten Ord nung, des friedlichen Nebeneinanderlebens und sieht darum auch den Sturz Napoleons als eine Sache Gottes; im Namen Gottes ruft auch er das Volk gegen den Störer des Friedens der Menschheit auf und die Siege über den Unterdrücker preist auch er als Thaten Gottes. So finden wir es in den 1814 erschienenen„deutschen Ge— dichten“, besonders in den„geharnischten Sonetten“ und in den 1817 unter dem Titel„Kranz der Zeit“ erschtenenen Gedichten. In den geharnischten Sonetten stimmt Rückert einen Ton an, den man bisher aus Sonetten erklingen zu hören nicht gewohnt war; kühn und gewaltig spricht in ihnen die vaterländische Begeisterung. Doch fehlt bei dem tiefen sittlichen Ernste in Rückert's Zeitgedichten auch der Spott und Humor nicht— und ein ungemeiner
Reichthum von Gedanken über Deutschland und die Völker, insbesondere auch über die Neugestaltung des be— freiten Vaterlandes, ist in Rückert's Gedichten niedergelegt.
Die Neugestaltung der Dinge im befreiten Vaterlande entsprach den Hoffnungen der edelsten und treuesten Freunde des Vaterlandes nicht, den Hoffnungen, wie sie von den Dichtern der Befreiungskriege vornehmlich Schenkendorf und Rückert ausgesprochen hatten. Doch blieb die Hoff— nung, Deutschland einig und groß zu sehen, in den deutschen Herzen, während in Frankreich wiederholt das Geluͤste sich kund gab, Deutschland zu verkleinern und den Rhein zur Grenze zwischen Frankreich und Deutsch— land zu machen. Als dieses Gelüste 1840 laut wurde, rief es das Lied von Max Schneckenburger:„Die Wacht am Rhein“ hervor, sowie das Lied von Nik. Becker: „Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein“ und das Lied des 71jährigen Arndt mit der Loosung: „Alldeutschland in Frankreich hinein!“ Jenes Gelüste des französischen Volkes und seiner Führer drängte 1870 Napoleon den dritten zum Kriege— und dieser Krieg führte für uns zur Erfüllung alter schöner Hoffnungen, zur Gründung eines deutschen Reiches unter Preußens Führung. Auch dieser Krieg hatte seine Dichter und brachte seine Lieder, und es gilt auch hier Uhland's Worte: Nicht an wenig stolze Namen ist die Liederkunst gebannt, ausgestreuet ist der Samen über alles deutsche Land. Vergleichen wir den alten und den neuen Lieder— schatz im Ganzen, so müssen wir sagen, daß die Lieder aus 1870—71 die aus den Jahren 1813-15 an Geist und Kraft, an Volksthümlichkeit und religtös-patriotischem Gehalt nicht erreichen, wiewohl auch die neuen Kriegs- lieder nicht nur tiefen Ernst, sittliche Entrüstung, opfer⸗ freudige Vaterlandsliebe, sondern auch religiöse Erhebung bekunden und besonders die brüderliche Einigkeit, mit welchen die verschledenen Volksstämme an dem Kampfe theilnahmen, freudig begrüßen und rühmen. Finden wir doch unter den Dichtern des letzten Krieges solche, deren Namen in der deutschen Lyrik schon lange einen guten Klang haben. Ich nenne nur Emanuel Geibel, den ersten unserer heutigen Lyriker, und Freiligrath, Bodenstedt, Sturm, Gerock.
Auf die Angabe der Lieder, welche mitgetheilt wur— den, um das über die Dichter der Befreiungskriege und über die neueren Dichter Ausgesprochene zu bezeugen, muß hier verzichtet werden. Möge die in den Liedern der besprochenen Dichter zum Ausdruck gekommene Durch- dringung des deutschen Geistes mit dem christlichen auch in der Gegenwart und Zukunft zum Heil unseres Volkes nicht nur in unserer Dichtung, sondern auch in unserm gemeinsamern Leben immer entschiedener zum Ausdruck kommen!
Arbeits- Versteigerung.
1291 Montag den 4. April, Morgens um 10 Uhr, sollen
auf dem Bürgermeisterei-Büreau zu Nieder-Mörlen die Anschaffung neuer Schulmöbel an den Wenigstnehmenden
öffentlich in Accord gegeben werden: Schreinerarbeit laut Kostenüberschlag 342 M. Weißbinderarbeit 64 Butzbach den 31. März 1881.
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Metzger, Bezirks⸗Bauaufseher.
6 Meter Bucheuscheitholz 1. Qual.
1250 Lehrer Volk.
hat zu verkaufen Bönstadt.
Kealschule und Progymnasium zu Homburg v. d. H.
Das neue Schuljahr beginnt am 25. April.
55 An⸗ 1266 bei
meldungen nimmt der Unterzeichnete am 22. April, von
912 Uhr Vormittags, im Schulgebäude entgegen. zulegen sind Geburts- und Impfschein nebst Schulzeugniß. Der Director:
Professor W. Goepel.
ie gegen Dantel Schütz dahier ausgesprochene
Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Klein⸗Karben den 29. März 1881. 1232 Jakob Michael Gruner.
127
5 D
Vor⸗ ö
1 Lrische Gratbückinge
(per Stück 6 Pf.) Wilhelm Fertsch.
Nohnen, Erben, Linen 1 407 52 ender Waare bei 285 Grob. 1
Wein und pesachwaaren
empfiehlt Prima-Qualität 1264
L. Adler.


