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zum Justizminister und Generalmajor Graf Welsersheimb zum Landesvertheidigungsminister ernannt werden.
Belgien. Brüssel. Die Regierung wird in der außerordentlichen Kammer-Session ein Amnestiegesetz für die Fahnenflüchtigen der bel— gischen Armee einbringen, deren Zahl 15,000 bis 20,000 beträgt und die sich größtentheils im Norden Frankreichs aufhalten.
Frankreich. Paris, 24. Juni. Kammer der Deputirten. Die Amendements, welche auf Wiederherstellung der ehemaligen Ziffer der Besoldung der Prälaten und Cardinäle abzielen, werden verworfen; das Cultusbudget wird ange— nommen. Bei der Discussion des Kriegsbudgets beklagen sich mehrere Redner über die geringe Effectivstärke der Armee. Der Berichterstatter erwiedert: der Kriegs-Minister habe sich mit dieser Frage bereits beschäftigt und sei ent— schlossen, die Lücken in der Infanterie durch eine bessere Vertheilung des Contingents aus— zufüllen.— Im Senat fand die Discussion über den Bericht Demole's statt, welcher zu dem Antrage gelangt, die Petitionen gegen die Decrete vom 29. März einfach abzuweisen. Audiffret-Pasquier, ehemaliger Präsident des Senats, tadelt lebhaft die Decrete und beruft sich auf die Rechte des Gewissens und die Rechte der Familienväter; er beantragt die Rückver— weisung der Petitionen an den Präsidenten des Ministerconseils und den Justizminister. Broglie bekämpft ebenfalls die Decrete.
— 25. Juni. Senat. Freyceinet erklärt in Erwiederung auf die gestrigen Reden Audiffret's und Broglie's: nachdem der Senat den Art. 7 des von der Regierung vorgelegten Unterrichts— gesetzentwurfes, welcher einen Ausgleich anbahnte, zurückgewiesen hatte, war die Regierung genöthigt, die bestehenden Gesetze in Anwendung zu bringen, da die Majorität des Landes Garantien gegen die Congregationen verlangte. Bocher(rechtes Centrum) tritt leidenschaftlich für die Rechte der Familienväter ein. Der Antrag Audiffret— Pasquier, die Petitionen gegen die Märzdecrete dem Ministerium zu überweisen, wird mit 143 gegen 127 Stimmen abgelehnt und sodann die einfache Tagesordnung angenommen.
Großbritannien. London, 24. Juni. Unterhaus. Dilke erklärt auf Anfrage Otway's: Es liegt keine Meldung vor, daß Mukthar Pascha zum Oberbefehlshaber der türkischen Truppen in der europäischen Türkei ernannt sei. Die türkischen Truppen in Macedonien und Umgebung sind nicht 80,000 Mann stark.— Bradlaugh wird auf Northcote's Antrag in Frei— heit gesetzt.— Nach längerer Debatte wurde die Bill, betreffend die neuen Finanzvorschläge, ohne Abstimmung in zweiter Lesung angenommen. Im Laufe der Debatte wurde mehrseitig betont, es sei kein Grund vorhanden, Frankreich besser als andere Länder zu behandeln. England müsse für Zugeständnisse seinerseits Vortheile eintauschen. Gladstone erklaͤrt, er werde an den Grundsätzen seiner Vorschläge, betreffend die Weinzölle, festhalten.
— 26. Juni. Das Ober-Haus verwarf in zweiter Lesung mit 101 gegen 90 Stimmen die Bill wegen Zulässigkeit der Verheirathung des Wittwers mit der Schwester der verstorbenen Frau.— Unterhaus. Forster beantragt die zweite Lesung der Bill, welche die Richter ermächtigt, den Pächtern, die wegen Nichtzahlung der Pacht ausgesetzt wurden, eine Entschädigung zu ge— währen, wenn es erwiesen, daß Nothstand der Grund der Zahlungsunfäahigkeit gewesen sei. Chaplin beantragt die Verwerfung der Bill, welche geeignet sei, die Grundlagen des Grund— besitzes zu erschüttern. Die Debatte wurde schließlich vertagt. In der Abendsitzung nahm das Haus mit 153 gegen 117 Stimmen den von der Regierung bekaͤmpften Antrag an, die Schankwirthschaften in England und Wales, so weit irgend möglich, Sonntags ganz zu schließen. — Der„Morning Post“ zufolge versprach Gladstone, falls Bradlaugh vorlaufig auf den Anspruch verzichte, seinen Sitz im Unterhause
einzunehmen, Labouchere's Antrag zu unterstützen und die Annahme desselben als Vertrauens⸗ votum zu betrachten.
Italien. Rom, 26. Juni. In der gestrigen Nachmittags-Sitzung der Kammer schleuderte Cordigliani, ein Schneider aus Viterbo, 25 Jahre alt, zwei Steine von der Galerie aus auf die Ministerbank ohne jedoch den einzigen anwesen⸗ den Minister Baccarini zu treffen. Der Unfug⸗ stifter wurde sofort verhaftet, derselbe gab als Veranlassung für sein Thun Haß gegen das Parlament an. Nach dem ersten Verhöre scheint es sich nicht um eine individuelle That zu hau— deln. Cordigliani erklärte dem Richter bis zum Abend Enthuͤllungen machen zu wollen. Seine Aussagen lauten widersprechend. Einige com— promittirende Briefe und ein Messer fanden sich bei demselben vor.
Türkei. Constantinopel, 25. Juni. In einer Note vom gestrigen Tage beantwortet die Pforte den Montenegro betreffenden Theil der identischen Note der Signatarmächte; danach verlangt dieselbe Zeit zur Durchführung des Memorandums vom 14. April und spricht die Bereitwilligkeit aus, jeden andern Vorschlag anzunehmen, der geeignet sei, die obwaltenden Schwierigkeiten ohne Blutvergießen zu begleichen.
— Pariser und Philippopeler Briefe der „Pol. Corr.“ signalisiren übereinstimmend die Eventualität, daß Aleko Pascha, welcher am Samstag nach Constantinopel reist, nicht mehr als General-Gouverneur Ostrumeliens nach Philippopel zurückkehren wird.
Skutari, 25. Juni. Der britische Consul Green hat die Mission, die Albanesen zu beschwich— tigen, als gescheitert aufgegeben und kehrt nach Skutari zurück. Die Albanesen halten an dem Nationalitätsprincip fest und organisiren ihren Widerstand. Um die Abtretung Dulcignos zu verhindern, nehmen die Stämme wieder die Waffen auf.
Serbien. Belgrad, 26. Juni. Der Fürst ist heute Nachmittag nach Wien abgereist.
Griechenland. Athen. Man glaubt hier, die von der Conferenz tracirte Grenzlinie invol— vire die Theilung der zagoritischen Dörfer zwischen der Türkei und Griechenland. Das Littorale gegen— über Corfu verbleibe größtentheils der Türkei.
Egypten. Kairo, 25. Juni. Die erste Nedaction des Liquidationsgesetzentwurfes dürfte in nächster Woche beendet werden. Bezüglich der schwebenden Schuld wurde beschlossen, daß diejenigen, welche ein Urtheil gegen die Regier— ung erwirkt haben, 12 pCt. bis zum 15. April 1880 erhalten, die übrigen Gläubiger 5 pCt. — Das Steigen des Nil hat begonnen.— Der König von Abessinien hat Frieden mit Egypten geschlossen.
Amerika. Cincinnati, 24. Juni. Die demokratische Convention ernannte den General Hancock zum Candidaten der demokratischen Partei für das Unionspräsidium.
Rio de Janeiro. Man meldet aus Buenos— Ayres, daß am 22. Juni zwischen National— truppen und Provinzialtruppen ein Zusammen— stoß stattfand, wobei letztere geschlagen worden. Ein Sturmversuch ersterer auf die Stadt wurde vereitelt.— Ferner vom 26. Juni: Aus Buenos— Ayres wird gemeldet, daß zwischen den National— truppen und den Provinzialtruppen ein Waffen— stillstand abgeschlossen und Friedensunterhand— lungen eröffnet seien.
Aus Stadt und Land.
k. Friedberg, 26. Juni. Gestern Vormittag stürzten 2 Arbeitspferde an der böoͤchsten Stelle der Mauer des Abladeplatzes der Eisensteine auf die Chaussee herunter, glücklicherweise obne Schaden zu nehmen. Es ist dies letztere für deren Besitzer zwar sehr angenehm aber um so wunderbarer, als hier die Mauer etwa 18 Fuß hoch ist.
J. Friedberg, 28. Juni. Gestern fand das ange— kündigte Kirchenconcert unter außerordentlicher Betheilig⸗ ung des Publikums von Nah und Fern statt. Was das Fest zu einem ganz besonderen für uns Friedberger machte, das war die Anwesenheit S. K. Hoheit des Großherzogs bei demselben. ißer dem Großherzog beehrten uns noch mit ihrer Geger die Prinzessin Carl, der Erbgroß— herzog, die Prinzen Heinrich und Wilbelm. Im Gefolge befanden sich die Flügeladjutanten Major von Herff
und von Zangen, der Gouverneur des Erbgroßherzogs und die Hofdame der Prinzeß Carl, Frln. von Schäffer⸗ Bernstein. Unsere geräumige Stadtkirche konnte die Menge der Zuhörer kaum fassen. Die Ansprache hielt Pfarrer Dr. Sell von Darmstadt. Gesungen wurde durchweg gut, am beßten jedenfalls von dem Frankfurter Verein. Bei späteren Festen des Kirchengesangvereins dürfte es sich aber empfehlen, das Programm etwas zu kürzen. Die vielen einzelnen kleineren Nummern wirkten zuletzt ermüdend. Nach dem Coneerte verließen die hohen und höchsten Herrschaften sofort wieder unsere Stadt, wäbrend die Sänger und Sängerinnen ein frohes Mahl im Hotel Trapp vereinigte.
z. Reichelsheim. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni wurden auf der Staatsstraße von Reichelsheim bis Dorn-Assenheim ca. 70 junge Obstbäumchen von frevelhafter Hand abgeschnitten. Der Schaden ist auf über M. 250.— taxirt. Sofortige Untersuchung wurde eingeleitet und hat man bereits die Spur des Thäters.
Gießen. Verzeichniß der Sitzungen des Schwur— gerichts der Provtnz Oberhessen vom 2. Quartal 1880. 1. Montag den 28. Juni, Vorm. 9 Uhr, gegen J. Crispenz von Wolf wegen Brandstlftung; Staatsanw.: Zimmer- mann; Verth.: Baist. 2. Montag den 28., Vorm. 10½ Uhr, gegen H. Essel und J. Brand von Lindheim wegen Raub; Staatsanw.: Jockel; Vecth.: Dr. Reatz. 3. Dienstag den 29., Vorm. 8 Uhr, gegen A. Spahn und dessen Ehefrau und F. Köhler II. von Freiensteinau wegen Bankerott und Beihülfe. Staatsanw.: Schober; Verth.: Dr. Muhl und Dr. Schwarz. 4. Mittwoch den 30., Vorm. 8 Uhr, gegen Ph. Hörpel II. Ehefrau und Ph. Hörpel II. von Groß-Buseck wegen Brandstiftung und Beihülfe. Staatsaw.: Jöckel; Verth.: Lauer. 5. Donners⸗ tag den 1. Juli, Vorm. 8 Uhr, gegen J. F. Reuters Wittwe von Nieder-Wöllstadt wegen Kindesmord; Staats anw.: Zimmermann; Verth.: Weidig. 6. Freitag den 2., Vorm. 8 Uhr, gegen H. L. Kraft von Angersbach wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Staatsanw.; Schober; Verth.: Hirschhorn. 7. Samstag den 3., Vorm. 8 Uhr gegen W. Henrich von Hainchen wegen Wider— stand; Staatsanw.: Zimmermann; Verth.: Dr. Eckstein. 8. Samstag den 3., Vorm 11 Uhr, gegen M. Weber von Udenhausen wegen Kindesmord; Staatsanw.: Schober; Verth.: Lauer. 9. Montag den 5., Vorm. 9 Uhr, gegen J. Roth von Köddingen wegen Todtschlag; Staatsanw.: Zimmermann; Verth.: Metz. 10. Dienstag den 6., Vorm. 8 Uhr, gegen J. Messerschmidt von Kleeberg wegen Brandstiftung und Diebstahl; Staatsanw.: Jockel; Verth.: Labroisse.
Mainz, 25. Juni. Gestern begab sich ein hiesiger Schiffseigenthümer von Castel nach Amöneburg, als er plötzlich von vier Kerlen angefallen und niedergerissen wurde. Während zwei ihn festhielten, suchten die Anderen ihm Uhr und Portemonnaie zu entreißen. Der Ange— fallene, ein kräftiger Mann, setzte sich jedoch energisch zur Wehre und rief laut um Hülfe. Auf diese Rufe kamen denn auch zwei Pioniere herbei, bei deren An⸗ näherung die Räuber ohne ihren Zweck erreicht zu haben Fersengeld gaben. Der Schiffer ist jedoch so zugerichtet, daß er sich in ärztlicher Behandlung befindet.
Gabsheim. In der Wohnstube des Schuhmachers Peter Hammer befindet sich auf einer gehenden und schlagenden Uhr ein Schwalbennest mit Jungen. Gewiß eine Seltenheit.
Allerlei.
Weinheim. In Betreff des Pollack'schen Raub— mordes wird noch gemeldet, daß auch eine Frau, welche die geraubte Uhr in Verwahrung hatte, in Schriesheim verhaftet wurde. Wie der„D. T. A.“ aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist es keineswegs festgestellt, daß Peter Graf und Georg Wuͤrz von Schriesheim den Raubmord an Pollack verübt haben. Die beiden früher wegen dieses Verbrechens festgenommenen Handwerksburschen be finden sich immer noch in Haft.
Tübingen, 22. Juni. Der des Schwestermordes angeklagte Jakob Mast aus Bondorf wurde heute vom Schwurgericht zum Tode verurtheilt.
Verloosungen.
Ansbach⸗Gunzenhauser E.⸗B. fl. 7⸗Loose von 1857. Gewinn-Ziehung vom 15. Juni 1880.— Heimzahlung am 15. Dee. 1880. Serie 1767 Nr. 19 fl. 14,000. S. 1206 Nr. 16 fl. 2000. S. 1206 Nr. 41 fl. 500. S. 22 Nr. 12, S. 3107 Nr. 26, S. 3880 Nr. 35, S. 4016 Nr. 21, S. 4653 Nr. 14 à fl. 100. S. 46 Nr. 34, S. 450 Nr. 21, S. 1699 Nr. 29, S. 1767 Nr. 20 25, S. 3883 Nr. 7, S. 3889 Nr. 7 32, S. 4016 Nr. 35, S. 4971 Nr. 26 à fl. 50. S. 46 Nr. 30 S. 450 Nr. 47, S. 497 Nr. 31, S. 629 Nr. 29, S. 738 Nr. 50, S. 759 Nr. 3, S. 1391 Nr. 21, S. 1435 Nr. 27 49, S. 1699 Nr. 22, S. 1767 Nr. 13 9 S. 2269 Nr. 30, S. 2898 Nr. 3, S. 3110 Nr. 12 S. 3339 Nr. 14, S. 3883 Nr. 50, S. 3889 Nr. 45, S. 4277 Nr. 13, S. 4452 Nr. 16 à fl. 30. S. 46 Nr. 6, S. 497 Nr. 5 6, S. 629 Nr. 6 12 35, S. 759 Nr. 1 19, S. 793 Nr. 3, S. 1391 Nr. 17 48, S. 1438 Nr. 42, S. 1699 Nr. 37, S. 2137 Nr. 45, S. 2734 Nr. 30, S. 2898 Nr. 8 17 43, S. 3063 Nr. 14, S. 3107 Nr. 39, S. 3110 Nr. 9, S. 3339 Nr. 10 27, S. 3883
Nr. 10, S. 3889 Nr. 29, S. 4383 Nr. 44, S. 4489 Nr. 46, S. 4611 Nr. 29, S. 4890 Nr. 29, S. 4971
Nr. 20 46 à fl. 20. Auf alle übrigen Nummer in den am 15. Mai 1880 gezogenen Serien: entfällt der geringste Gewinn von fl. 10.
Stadt Mailand Fr. Serien⸗ und Gewinn
1866. 1880.
10-Loose Ziebung vom 16.
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