Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. In Nr. 98 des Oberh. Anzeigers gibt sich ein Herr 5. den Anschein, als sei er berufen, die irrigen Angaben eines ganz wohlmeinenden Correspon⸗ denten in Nr. 96 zu berichtigen, verfällt aber dabei selbst in den Fehler, unrichtige Thatsachen vorzuführen und die finanzielle Lage unserer Stadt in einem so rosenfarbigen Lichte darzustellen, daß man bald versucht wäre, die Sache zu glauben, wenn nicht die besten Beweise vom Gegentheil, die Steuerzettel, in Jedermanns Händen wären. Die projeetirte Straße steht weder im Stadtplan noch ist sie vom Ministerium genehmigt. Thatsache ist, daß die im Stadtplan verzeichnete Straße, welche weiter nach der Bahn zu ihren Ausgang nehmen sollte als die jetzt pro⸗ jectirte, von dem Gemeinderath in seiner Sitzung vom 8. resp. 15. Januar 1877 schon aufgegeben, vom Kreis— Ausschuß die Aufgabe der Straße befürwortet und vom Ministerium auf das die Zustimmung erbittende Gesuch des Stadtvorstandes verfügt worden war, die Zustimm⸗ ung der angrenzenden Guͤterbesitzer einzuholen. Diese erklärten auf Befragen, daß sie nicht eher ihre Zustimm⸗ ung zu der Aufgabe der Straße geben wollten, bis ihnen die Richtung der neuprojectirten Straße angegeben werden könne. Da nun die jetzt projectirte Straßenrichtung Sei— tens des Gemeinderaths in nächster Zeit bestimmt ange— geben werden kann, so steht wohl zu hoffen, daß die Nebenläger keinen Widerspruch erheben werden, da die neu bestimmte Richtung offenbar mehr Vortheil für die Stadt bietet und die Richtung der neu projeetirten Straße im Stadtplan festgestellt werden kann. Ob nun diese Straße sofort erworben resp. eröffnet und ein todtes Kapital von 1011000 Mark hingelegt werden soll, ist eine finanzielle Frage der Stadt, die wohl erwogen zu werden verdient. Der große Finanzmann in Nr. 98 des Oberh. Anzeigers, für den 4000 Mark, also 10 pCt. der Communalumlagen, keine erhebliche Vermehrung zu sein scheinen, wird kein Bedenken tragen, diese kleine Summe zu opfern, ehe auch nur die geringste Aussicht dazu vor— handen ist, daß nur 1 pCt. der Summe durch neues Steuerkapital gedeckt wird. Die ganze Anlage der Hanau⸗ Friedberger-Bahn scheint uns aber viel eber dazu ange— than, uns Geschäfte zu entziehen, als solche zu bringen und die Erbauer der Bahn hätten gewiß der Erweiterung des Bahnhofs keine so verzwickte Gestalt gegeben, wenn sie'hier große Verkehrsentwickelungen vermutheten; nament-
lich aber nach der Seite hin, wo die Zukunft der Stadt liegen soll, wollen sie soviel als gar Nichts thun. Wir wollen nun hoffen und wünschen, daß wir uns geirrt und durch spätere Erfahrungen eines Besseren belehrt werden, dann sind wir aber uͤberzeugt, daß in allen Branchen soviel Geschäftsleute mit Sehnsucht warten auf den neuen Zuzug respektive Ersatz für den Abgang vom halben Seminar ꝛc., daß wir gar keine Vermehrung der Ge⸗ schäfte nöthig haben, und sollte es um die Bedürfnisse zu befriedigen noch besser kommen und sich wirklich einmal einige Häusererbauer melden, dann meinen wir, wäre es immer noch Zeit, die neue Straße zu eröffnen, vielleicht wird
auch dann die Eisenbahndirektion durch den großen Ver⸗ kehr, den sie nicht vermuthete, geneigtere, der Stadt ent⸗ gegenkommendere Offerten und Bewilligungen machen. Bis zu diesem Zeitpunkte bitten wir aber die Herren Stadträthe den Stadtsäckel fest zu zu halten. Wenn sie das erhalten und aufbringen was zur Wohlfahrt der Stadt unbedingt nöthig ist, dann haben sie gerade genug gethan, und wir können uns nur trösten mit gar vielen Landstädtchen, wenn wir bei der Zeitströmung sagen können, daß wir nicht rückwärts gegangen und uns in unseren kleinen bescheidenen Verhältnissen vielleicht glück⸗ licher fühlen, als manche rapid groß gewordene Stadt, welche über die Bedürfnisse hinaus gebaut wurde und die durch die Ueberproduction den Wohlstand der Bewohner eher gemindert als vermehrt hat.
Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichtshofes des 4. Quartals werden am 27. September unter dem Vorsitze des Landgerichtsraths von Schmalkalder beginnen.
Mainz, 25. Aug. Heute Morgen wurden die ersten Anstalten getroffen, um die Pfeiler der Brücke Karls des Großen aus dem Rheinboden zu heben, da sie bei ungünstigem Wasserstand das Fahrwasser beeinträchtigen. Diese Arbeit, welche durch Taucher besorgt wird, wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Auch unsere Schiffmühlen müssen alsdann den Platz räumen, da sie genau die Stelle einnehmen, unter welcher die Pfähle eingerammt sind.
.
an den Vortagen zu bezeichnen. Nach Bekanntwerden des Reichsbankausweises machte sich indeß eine leichte Verstimmung bemerklich, da man aus der Verminderung des Metallbestandes auf eine erneute Goldausfuhr schließen
wollte. Gegen Schluß war die Tendenz wieder ent⸗ schieden fest und die Course vermochten auf's Neue an⸗ zuziehen. Creditaetien, gestern Abend 2488, bewegten
sich zwischen 248½¼—248¾—248 und 248 /; Staatsbahn⸗ actien, gestern Abend 24438, variirten à 244¾ und 246. Lombarden notirten 69—688/k. Oesterr. Bahnen waren
recht belebt und meist anziehend. In regem Begehr auf auswärtige Kaufordres zeigten sich besonders Dux⸗Boden⸗ bacher, die 3 fl. stiegen. Elbthal besserten sich 2 fl. Deutsche Bahnen sind wenig verändert. Oesterr. Priori⸗⸗ täten still. Ausländische Fonds fest. Oesterr.:ungarische Renten eher schwächer. Banken ruhig. Deutsche Fonds fest. Von Wechseln London matter. Privatdisconto 2/0/0. ö
Für die Hagelbeschädigten 1 in Hungen und Umgegend gingen weiter ein: Von 4
Decan Buchhold in Ossenheim M. 3. Gesammelt in der Gemeinde Fauerbach bei Friedberg durch Bürgermeisten
Allerlei.
Bern, 26. Aug. Der im Bieler See versunkene Dampfer„Neptun“ wurde letzte Nacht gehoben. Heute findet die Beerdigung der dreizehn Extrunkenen statt.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 25. Aug. Marktbericht. Heu kostete je nach Qualität(altes) M. 4, neues M. 2.50— 3, Stroh M. 3 der Centner, Butter im Großen 1. Qual. 90, 2. Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10, Eier das Hundert M. 5— 7, Ochsenfleisch das Pfd. 65—70 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50 bis 60 Pf., Kalbfleisch 4555 Pf., Hammelfleisch 45—65 Pf., Schweinefleisch 70 Pf., Bohnen zum Einmachen M. 8 10 der Centner, Gurken das Hundert zum Einmachen 4 bis 2.50, Weißkraut das Hundert M. 18-20, Prima⸗ waare, Kohlkraut 12—15 Pf., Rothkraut 30 Pf., Salat⸗ Gurken 12—15 Pf., Kohlrabi 5—8 Pf., A. 2. 0,
30 Pf., Zwiebel das Bund 20 Pf., Hahn M. 2.— 2.30, Huhn M. 1.90— 2.40, Ente M. 2.70 3.20, Taube 50 Pf., Welsche Hahn M. 5—11, Kapaun M. 3.— 3.50.
D. Frankfurt a. M., 26. Aug. Trotz der schwächeren Glasgowpreise eröffnete die Börse in recht fester Haltung, die sich im Laufe des Verkehrs für verschiedene Werth— gebiete noch intensiver zu gestalten vermochte. Die günstige Strömung wurde namentlich durch das Sesseln
Interesse an jungen österr. Bahnen, wie an Staats bahnen befördert. Das Geschäft selbst ist als weit lebhafter wie
Russische Imperiales.
Helfrich M. 13.50. N. N. M. 1. Volksbad. Wasserwärme am 25. Aug. Morgens: 180 Reaumur. Walter. Geld⸗Cours.
Frankfurt am 26. August 1880.
20 ⸗Frankenstüͤcjʒr e M. 16 17—21
do. in/ 5 16 17—21 Englische Sovereigns. 20 38—42 14 16 71-76 14 9 58—63 9 58—63 420—23
Kirchliche Anzeigen für Friedberg Ebangelische Gemeinde. 14. Sonntag nach Trinit. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Köhler.
. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: Herr Candidat Grünewald. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Meyer.
Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Diegel.
Katechismuslehre.
0 atholische Gemeinde. 15. Sonntag nach Pfingsten. Samstag 6 Uhr: Beicht. Sonntag /ô8 Uhr: Beicht. ½9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.
* 2
Ducaten. al mareo. Dollars in Golde.
*
W Bauartikel in Sandstein,
als: Treppentritte, Fensterbänke, Gewänder, Gossen⸗ steine, Schleifsteine, große Auswahl in Platten von allen Dimensionen hält stets vorräthig zu den billigsten
Preisen. Friedberg. Melchior Boll, Steinhauer.
Werkstätte im vormals Ruths'schen Dielhof am
usathor. a a 918 Häcksel-Maschinen,
* 0 Excentriee, Leistungsfähigkeit, Stab⸗ und Gußeisen, sowie alle sonstigen Eisenwaaren empfiehlt billigst 1564 Bad⸗ Nauheim. Gg. Ph. Ludwig.
Eine Dampfmaschine
von 6 Pferdekraft, liegender, kräftiger Construetion, mit Expansionsschieber-Steuerung(selbstthätig) nebst Kessel und vollständiger Armatur, alles sehr gut erhalten, ist veränderungshalber preiswürdig abzugeben. Näheres durch die Expedition des Anzeigers. 2713
Engl. Dampfi-Dresch-Maschine
gl. Dampi-Dresch- Maschinen, deren wir schon an 100 Satz abgesetzt haben; in Paris mit der goldenen Medaille prͤmiirt sind, halten grosses Lager und liefern unter Garantie mit Zahlungserleich- terungen.— Kleine Dampf- Dresch- Maschinen von M. 2450. an. 1357
PH. MATFARTH& Co., Maschinenfabr. in Frankfurt a. H.
S l 4 g 8 Prima Falzziegel habe fortwährend vorräthig. Preise billigst, ab Lager und frei Waggon. Drainröhren-Muster vorräthig. 5 David Max, Gr. Karhen (427%/öOII.) bei Frankfurt a. UM.
Ein Schuhmachergeselle wir gesucht von g Ossenheim. 2839 Mein in der Judengasse stehendes
größere
erkaufe aus freier Hand.
Mina Garde.
Huus
Scheuer, Stallung u. Chaisen⸗ Remise, sogleich beziehbar, 2725⁵
Ein Logis,
hat zu vermiethen Friedberg. Heinrich Hanstein L.
Familien-Pensionat Droescher. Homburg v. d. Höôh˖ie. Anfang des Winter⸗Semesters am 1. October.
Näheres durch Prospeete ertheilen gef. die Herren: Seminardirektor Schäfer und Seminarlehrer Link in Friedberg. 2764
Hofapotheke zum Engel.
Schottische Hafergrütze mit bestem Erfolg als billigste Kindernahrung empfohlen. 2789
Große Auswahl
in weißen Unterröcken für Damen und Kinder, gestickten Schürzen, Beinkleidern und Nachtjacken, gehäkelten Tisch⸗ und Bettdecken zu billigen Preisen bei
2858 M. Holler, zunächst der Burg.
„Exped. d. Anz.
ssynmmas era Tardesasoar Grummelgras-Versteigerung von zum Familieneigenthum des Großh. Hauses gehörigen Wiesen.
2843 Mittwoch den 1. September, Vormittags 10 Uhr,
wird in der Höres'schen Wirthschaft zu Bauernheim
das Grummetgras von eirea 60 ba die Markwiese, Ge⸗
markung Bauernheim und Ossenheim, und eirea 2012 qm
Wiese im Straßheimer Grund, Gemarkung Friedberg,
versteigert.
Ober⸗Ros bach, 26. August 1880. Großherzogliche Oberförsterei Ober-Ros bach. Strack.
Ein Kinderwagen (noch neu) ist billig zu verkaufen. Zu erfragen bei der 2862
2816 Ein braves reinlsches
Dienstmädchen
wird sogleich gesucht. Zu erfragen Kaiserstraße Nr. 468.
Vidderthal-Fängerbund.
Um den am 18. Juli d. J. in Kaichen proßeetirten „Nidderthal⸗Sängerbund“ in's Leben zu rufen, fand Sonntag den 22. d. Mts. in Heldenbergen eine noch⸗ malige Zusammenkunft der Delegirten von den in Kaichen anwesenden Gesangvereinen statt.
Nach längerer Berathung wurden die Statuten fest⸗ gestellt und dann auch zur Vorstandswahl geschritten.
Diejenigen Vereine, welche gesonnen sind dem Bunde noch beizutreten, wollen sich gefälligst an den Vorstand wenden, der ihnen dann auf Verlangen die Statuten. stellen wird. 2832
Für Landwirthe.
2860 Bestellungen auf Hasenabfall werden von heute bis zum 15. September entgegengenommen. Da nur kleiner Vorrath vorhanden, koͤnnen verspätete Aufträge nicht mehr ausgeführt werden. N 2 Friedberg. Gebrüder Arnstein. 600 Mark liegen in hiesiger Gemeindekasse gegen gerichtliche Sich er⸗. heit zu 5% zum Ausleihen bereit. 1 Nieder⸗Wöllstadt den 22. August 1880. 1 Der Vorsteher 1 Goldschmidt. ö
1 .
0 1
5
2838 1846 Die im
sisel-Unlerjacken,
0
U
2825 Ein noch gut erhaltenes N Tafel⸗Clavier
verkaufen Philipp Rack.
nen Regenschirme
von den gewöhnlichsten bis zu den feinsten billigst bei 2837 Geschwister Schloß.
empfiehlt zu den billigsten Preisen
6


