Ausgabe 
27.7.1880
 
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Deutsches Reich.

Darmstadt. Der Amtsrichter Oppermann

in Gießen wurde zum Landgerichtsrath in Gießen,

der Amtsrichter Pückel in Vilbel zum Amtsrichter in Gießen ernannt.

Militärdienstnachrichten. Moore, Unteroff. vom 1. Großh. Inf-⸗Regt. Nr. 115, zum Port. Fähnrich befördert; v. Zastrow, Hauptmann vom 3. Großh. Inf.⸗Rgt. Nr. 117, in das 3. Ostpr. Gren.⸗Rgt. Nr. 4, Retzlaff, Hauptm. vom 3 Ostpr. Gren.⸗Regt. Nr. 4 in das 3 Großh. Inf.⸗Rgt. Nr. 117 versetzt; Frhr. Rau von Holzhausen, Prm.⸗Lieut. vom 3. Großh. Inf.⸗Rgt. Nr. 147, unter Bef. zum Hauptm. in das 5. Rhein. Inf. Rgt. Nr. 65 versetzt; Geisel, Sec.⸗Lieut. vom 3. Großh. Inf.⸗Rgt. Nr. 117, zum Prem. Lieut. befördert; Kutsch, Vicefeldw. vom 1. Bat. 2. Großh. Landw.⸗Rgts. Nr. 116, zum Sec.Lieut. der Res. des 2. Großh. Inf. Regts. Nr. 116 befördert; Meridies, Pr.⸗Lt. von der Großh. Train⸗Comp. als Rittm. der Abschied bewilligt; Esselborn, Sec.⸗Lieut. von der Landw.-Inf. des 1. Bats. 1. Großh. Landw.⸗Reg. Nr. 115, Küster, Sec. Lt. von der Landw.⸗Fuß⸗Artillerie des 1. Bats. 2. Großh. Landw.⸗Regts. Nr. 116 der Abschied bewilligt.

Darmstadt. Das Regierungsblatt, Bei lage Nr. 20, enthalt:

1. Bekanntmachung über die Bestätigung von Stif tungen und Vermächtnissen.

11. Bekanntmachung über den Vorbereitungsdienst und die Prüfung der Gerichtsschreiber und Gerichts Vollzieher.

111. uUebersicht der für 1880 genehmigten Umlagen in den israel. Rel.⸗Gem. des Kr. Worms.

IV. Bekanntmachung über die Erbebung von Umlagen der Stadt Gießen für 1880.

V. Ordensverleihungen.

VI. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

VII. Namens veränderung.

VIII. Dienstnachrichten. Die zum Director und zu Lehrern des Gymnasiums Fridericianum zu Laubach vor⸗ geschlagenen Lehrer, nämlich: Dr. Ritsert als Director, Dr. Mohr, Matthäi, Dr. Wetzell, Dr. Römheld und Bergheimer als Lehrer dieser Anstalt, wurden bestätigt; dem evang. Pfarrer Neuroth von Hopfmannsfeld die Pfarrstelle zu Dietzenbach übertragen; der auf die evang. Pfarrstelle zu Kaichen präsentirte Pfarramtscandidat Schöner aus Erbach bestätigt; der Pfandmeister Herrmann zu Lauterbach an das Rentamt Lampertheim versetzt; dem Schullehrer Beyer zu Schaafheim eine Lehrerstelle zu Osthofen, dem Schullehrer Ditter zu Salz die Lehrer stelle zu Steinbach, dem Feldwebel Keller aus Büdingen die Stelle eines Verwalters am Hospitale zu Gießen übertragen; der auf die Lehrerstelle zu Seckmauern prä⸗ sentirte Schulamtsasp. Paulin aus Bensheim bestätigt; dem Schullehrer Landmann zu Groß-Steinheim die Lehrer stelle zu Staufenberg, dem Schullehrer Schwartz zu Ober⸗ Flörsheim die Lehrerstelle zu Allendorf, dem Schullehrer Klassert zu Eppertshausen eine Lehrerstelle zu Gau-Alges heim übertragen; der Conducteur bei der Main-Neckar⸗ Eisenbahn Rodrian zum Zugmeister, sowie die Hülfs⸗ conducteure Leichtweiß von Nieder-Beerbach und Walch von Salzungen zu Condueteuren ernannt; dem H. L. Betz aus Worms das Patent als Geometer 1. Kl. für den Kr. Bingen ertheilt; dem Schulamtsasp. Schmeel aus Heblos die Lehrerstelle zu Heisters übertragen; der auf die Lehrerstelle zu Bernshausen präs. Schullehrer Port bestätigt; der Schullehrer zu Hartershausen, Altstadt, von der ihm übertragenen Lehrerstelle zu Stockhausen auf Nachsuchen enthoben und auf seiner Stelle belassen; der auf eine Lehrerstelle zu Gadernheim präs. Schulamtsasp. Crößmann aus Bessungen bestätigt; dem C. Stumpf zu Kirtorf das Patent als Geometer 2. Kl. für den Kr. Alsfeld ertheilt; der Schulamtsasp. Pohl aus Beerfelden

um Lehrer an der Vorschule des Gymnasiums und der Realschule zu Worms ernannt.

IX. Dienstentlassung. Der Lehrer Kattenhorn zu Grünberg wurde auf Nachsuchen entlassen.

X. Ruhestandsversetzungen. Der Pedell am Gymna⸗ stum zu Mainz, Sommer, wurde unter Anerkennung seiner Dienste, der Schullehrer Schömer zu Seeheim auf Nach suchen in den Ruhestand versetzt.

XI. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Die evang.

Ifarrstelle zu Ulfa, Gehalt 2884 M.; das Präsentations- recht steht der Familie Schenk zu Schweinsberg zu. Die evang. Pfarrstelle zu Grüningen, Gehalt 2993 M.; das Präsentationsrecht steht dem Grafen zu Solms-Röͤdel⸗ heim zu. Eine Lehrerstelle zu Alsfeld, Gehalt 1150 M.; dem Stadtvorstande zu Alsfeld steht das Präsentations: zu. Die Lehrerstelle zu Rommelhausen, Gehalt 900 M. Die Lehrerstelle zu Flensungen, Gehalt 900 M.

recht. 1600 M.

Eine Lehrerinnenstelle

Eine Lehrerstelle zu Stockbausen, Gehalt 900 M.; die Frei⸗ berrn Riedesel zu Eisenbach besitzen das Präsentations⸗ Eine Lehrerstelle zu Bürstadt, Gehalt 1000 bis Eine Lehrerstelle zu Lich, Gehalt 1000 bis 1500 M.; dem Fürsten zu Solms-Lich steht das Präsen⸗ Viernheim,

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Gehalt 900 M. Eine Lehrerstelle zu Abenheim, Gehalt 900 M. Eine mit einer Lehrerin zu besetzende Lehrerstelle zu Seligenstadt, Gehalt 1200 M. a XII. Sterbefälle. Gestorben sind: der Schullehrer Flauaus zu Bickenbach; der Schullehrer Gundrum zu Alsfeld; der Förster Nieder zu Asbach; der Schullehrer Urich zu Etzengesäß; der Schullehrer Hirth zu Bürstadt; der Ober⸗Rechnungsrevisor Scharch zu Mainz; der Ge⸗ neralarzt Dr. Heidenreich zu Darmstadt; der Kreis wund⸗ arzt Orlemann in Worms; der Arresthaus⸗ Verwalter Neuhaus zu Darmstadt; der Landgerichtsrath Stein⸗ berger in Gießen.

Berlin. DerW. Pr. zufolge ist ein Einverständniß der Mächte über die Flotten⸗ demonstration wegen der montenegrinischen Frage erzielt. Jede Signatarmacht stellt zwei Panzer⸗ schiffe; das Geschwader erhält ein gemischtes französisch-englisches Commando und beobachtet vorläufig eine abwartende Haltung.

Der Mormonenmissionär Jurke, ameri⸗ kanischer Bürger, ist durch Verfügung der Re⸗ gierung aus dem preußischen Staate ausgewiesen worden, da er als Proselitenmacher lästig fiel. 24. Juli. Fürst Bismarck ist heute von Friedrichsruh hierher zurückgekehrt.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien. Der Kaiser wird bis zum 20. August in Ischl bleiben. Die Reise des Kaisers nach Schlesien ist aufgegeben worden. Der galizische Landtag hat eine Resolution angenommen, wonach der jüdische Religionsunterricht in polnischer Sprache er⸗ folgen soll. Der Landtag der Bukowina wurde heute geschlossen.

DasFr. J. erfährt positiv, daß eine europäische Verständigung wegen einer Flotten demonstration nunmehr perfect, Termin und Commandofrage jedoch noch unerledigt ist. Die Verständigung betrifft blos eine Demonstration. Truppenausladung oder Beschießung ist zunächst ausgeschlossen. Oesterreich entsendet zwei Kriegs⸗ schiffe, die anderen Mächte wahrscheinlich eben⸗ soviel. Zunächst soll die Antwort der Pforte auf die Collectivnote abgewartet werden. Wenn dieselbe ablehnend, ausweichend oder dilatorisch ausfällt, so wird schwerlich ein neuer diplo matischer Schritt, wohl aber ein unmittelbares Erscheinen der combinirten Flotte erfolgen und zwar zuerst, wenn bis dahin auch die mon tenegrinische Angelegenheit noch unerledigt ist, im adriatischen Meere; die Fortsetzung im ägäischen Meere ist vorgesehen und würde sich anschließen. Wenn zunächst bei der Flotten demonstration eine agressive Action nicht in Aussicht genommen ist, so bedeutet die That⸗ sache der Demonstration insofern eine Erhöhung des Ernstes der Situation, als der geringste die Flaggen der betheiligten Mächte berührende Zwischenfall zur sofortigen Action führen würde. Uebrigens sind die Verhandlungen der Mächte über die Eventualitäten des Ueberganges von der observirenden Haltung der combinirten Flotte zur Action für den Fall der Fruchtlosigkeit passiver Demonstration im Zuge.

Dänemark. Kopenhagen 24. Juli. Der Reichstag hat das Armee-Organisationsgesetz angenommen. Die Session des Reichstags wurde heute geschlossen.

Belgien. Brüssel, 24. Juni. Die vierte Kammer des Appellhofes bestätigte das Urtheil des Civiltribunals, wonach Simon Philippart wegen Irregularitäten in der Führung der Bücher und Börsenoperationen des einfachen Bankerots schuldig befunden, zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt worden war.

alle Beziehungen Belgiens zu dem

Einleitung Frere Orbans.

Großbritannien.

Man bereitet im Ministerium der aus wärtigen Angelegenheiten ein Expose vor über Vatican seit 1830 bis zum erfolgten Bruche, mit einer

Frankreich. Paris. DerW. Pr. zufolge hätte General Bourbaki unlängst um die Aufnahme in das russische Heer nachgesucht, erhielt aber aus politischen Gründen einen abschlägigen Bescheid. London, 23. Juli. Unterhaus. Auf eine Anfrage Wolff's antwortete

centrirung bulgarischer Truppen bei Schli nicht unterrichtet. Die Schriftstücke über d unionistische Bewegung in Bulgarien und Ost⸗ rumelien würden demnächst vorgelegt werden. Was den Schriftenwechsel mit Rußland über die Einführung russischer Offiziere und Waffen auf der Balkanhalbinsel betreffe, so konnten die russischen Mittheilungen ohne Zustimmung Ruß⸗ lands nicht vorgelegt werden. Es sei kein Grund zu glauben, daß Rußland seine Zustimmung verweigern werde. f 23. Juli. Meldung derDaily News Die Regierung ließ in der gestrigen Zusammen⸗ kunft afghanischer Häuptlinge erklären, die Königin erkenne Abdurrhaman als Emir von Afghanista an; die britischen Truppen würden sich demnäch hinter die durch den Vertrag von Gundamul bestimmten Grenzen zurückziehen. Die Häupt⸗ linge nahmen die Erklärung schweigend entgegen. Türkei. Constantinopel, 23. Juli. Der heutige Ministerialrath hat die Antwort der Pforte auf die Collectivnote der Mächte geneh⸗ migt. Die Antwort schlägt den Mächten vor, dieselben möchten im Princip annehmen, daß Larissa, Janina und Metzovo bei der Türkei verbleiben und auf dieser Basis Verhandlungen einleiten. 4 24. Juli. Der montenegrinische Ge⸗ schäftsträger ist in Folge seiner Abberufung nach Cettinje abgereist. f Rumänien. Sofia. Die angeblichen Ma-

növer-Vorbereitungen Rumäniens nehmen den Charakter eruster Rüstungen an. 4 Montenegro. Cettinje. DemW. Fr. Bl zufolge erklärte Montenegro den neuesten tür kischen Grenzvorschlag für unannehmbar. Rußland. Petersburg. Der russische Bol⸗ schafter in Constantinopel erinnerte an die Voll⸗ streckung der Todesstrafe gegen Vali Mohamed, den Mörder des Oberstlieutenants Kummaroff.

Aus Stadt und Land. Friedberg, 25. Juli. Zum Frankfurter Turnfest kamen gestern Abend 3 Extrazüge hier durch. Der erste brachte die nordwestdeutschen Turner und die Amerikaner in geschmückten Waggons. Zur Begrüßung hatten sech vie hiesigen Gesangvereine am Bahnhofe eingefunden, denen sich eine große Menschenmenge anschloß. Die hies. Turner reisten ebenfalls mit diesem Zuge zum Feste. Friedberg, 26. Juli. Der gestrige Nachmittag brachte uns ein heftiges Gewitter mit strömendem Regen und Hagel. Zum Glücke waren die Körner nicht groß, so daß ein nennenswerther Schaden an der Frucht, die in der ganzen Umgegend sehr schön steht, nicht zu ver zeichnen ist. 05 C. T. Friedberg. Von den Männern, welche das sogenannte Bade-Quartett bilden,(Koch, Trapp, Schwarz und Walter) war an die Bewohner Friedberg's eine Einladung zu einer Versammlung gerichtet worden, um die Frage, auf welche Weise das Volksbald durch eine Genossenschaft oder Aetien-Gesellschaft übernommen und weiter geführt werden kann, zu besprechen und im Falle des Zustandekommens derselben ihr bezüglich der Pflege des materiellen Wohls einen größeren Wie. kungs⸗Kreis zu geben. Diese Versammlung hat am 22. Juli Abends in Binzel's Gartensaal stattgefunden; leider war die Betheiligung eine schwache und bewies, daß unser Publikum von dem genossenschaftlichen Geiste der Selbsthülfe und Selbstverwaltung noch wenig durchdrungen ist. Von dem Vorsitzenden, Carl Trapp, wurde die Entstehungs-Geschichte des Volksbades kurz angegeben; danach hat den Unternehmern der Badeanstalt niemals die Absicht vorgeschwebt, ein Geschäft damit zu machen. Es galt ihnen, nachdem die öffentliche Anregung zur Gründung einer Bade-Anstalt im vorigen Sommer erfolgt war, rasch eine solche zu schaffen und nicht die beste Zeit mit Abhaltung von Versammlungen, Statuten Berathungen und dgl. zu verlieren. Das Unternehmen hat seine Probezeit gut bestanden; wie von G. Schwarz mit Ziffern nachgewiesen wurde, gibt auch seine Rentabilität zu keinerlei Bedenken Anlaß. Das Volksbad wird mit jedem Jahre mehr Bedürfniß aller Klassen werden; eine Steigerung der hieraus sich ergebenden Einnahmen wird die natürliche Folge sein. E. Ermus gibt zu erwägen anheim, ob nicht im Falle der Gründung der projektirten Genossenschaft größeres Interesse und größere Betheiligung seitens der Einwohuerschaft Friedberg's hier⸗ für zu erwarten sein würde, wenn der Zweck derselben weiter gegriffen würde. Nachdem der Vorsitzende hervor gehoben, daß ein derartiges Vorgehen mit der Absicht der Besitzer des Volksbades übereinstimme, fanden die von Dr. Weckerling gestellten Anträge einstimmige Annahme. Die Anträge gehen dahin, 1) in Friedberg eine Geno ssen⸗ schaft zur Förderung der öffentlichen Ge⸗ sundbeitspflege ins Leben zu rufen, welche zunächst das Volksbad erwirbt und ihre Thätigkeit nach der

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Gehalt 1000 M.

Die Lehrerstelle zu Ober-Laudenbach,

Unterstaatssecretär Dilke, er sei von einer Con

erwähnten Richtung hin erweitert; 2) den gegenwärtigen