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Rußland. Petersburg. Durch kaiser⸗ lichen Ukas wird die Zahl der im Jahre 1880 zur Completirung des Heeres und der Flotte einzuberufenden Mannschaften auf 235,000 fest⸗ gesetzt. Ein zweiter Ukas betreffend die Ein⸗ führung der Institution der Friedensrichter in den Gouvernements Livland, Esthland und Kur— land verfügt, daß diese Institution im Laufe des ersten Halbjahres von 1881 in Kraft treten soll.
Amerika. Washington. Die mexikanische Regierung erklärte auf Anfrage des Staats⸗ secretärs Evarts, sie würde den Truppen der Vereinigten Staaten von Amerika nicht gestatten, indianische Marodeure auf mexikanischem Gebiete zu verfolgen.
Cincinnati, 22. Juni. Die demokratische Nationalconvention trat heute zusammen, wählte Oadely zum provisorischen Präsidenten, nahm
ela ihre Organisirung vor und vertagte sich hierauf
auf morgen.
— 23. Juni. Die demokratische Conven— tion hat die erste Abstimmung behufs Ernennung des Candidaten für das Unionspräsidium vor⸗ genommen; dieselbe führte zu keinem Resultate.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 23. Juni. Ein junger irrsinniger Mensch von Weilburg, welcher seinen Vater mit einem Terzerol zu erschießen versucht hatte, wurde gestern dahier verhaftet.
Gießen. Nach dem Verzeichniß der Studirenden unserer Hochschule besuchen dieselbe im laufenden Sommer⸗ semester 374 Studirende gegen 353 im Wintersemester. Es widmen sich der Theologie 33, Rechts wissenschaft 78, Mediein 65, Thierheilkunde 12, Zahnheilkunde 2, Cameral⸗ wissenschaft 1, Forstwissenschaft 24, Mathematik 43, elass. Philologie 28, neueren 23, Philosophie, Geschichte und Naturwissenschaften 35, Pharmacie 19, Chemie 11 Stu⸗ dirende. Von obigen 374 Personen sind 290 Hessen und 84 Nichthessen. Außer diesen Studirenden besuchen noch 20 nicht immatrikulirte Hörer die Vorlesungeu.
Bensheim. Der Rektor und Oberlehrer des hiesigen Gymnasiums und Lehrerseminars, Lippert, ein geborener Mainzer, wird am 30. d. M. sein 50jähriges Amts⸗ jubiläum feiern.
Allerlei. Weinheim. Die wahren Urheber des Raubmordes an dem Goldarbeiter Pollack aus Hamburg sind nun
endlich ermittelt worden. Zeit verbafteten Schlächter K. Ferd. Handke und Klempner Friedrich Schwenn, sondern zwei Bursche aus dortiger Gegend: der 18jährige Peter Graf und der 20jährige Georg Würtz aus Schriesheim. 8
Breslau. Nach amtlicher Feststellung des Land⸗ raths des Kreises Lauban sind bei der Ueberschwemmung 51 Personen ums Leben gekommen und 105 Wohnhäuser eingestürzt.
Handel und Verkehr. Frankfurt, 23. Juni. Marktbericht. der Centner je nach Qual. M. 2.50—4., bis 3.50. Butter im Großen(50 Kilogr. im Detail erste Qaul. M. 1.10, zweite Q Eier das Hundert M. 4.60—6. Kart Gescheid 16 Pf., neue das Pfund 18 Pf., das Pfund 20 Pf., neue Bohnen 100
Heu kostete Stroh M. 2.50 80—85 Pf., M. 1.
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Kohlrabi 5—8 Pf., Romainsalat das Stück 30 Pf., Gelberüben das Bund 6— 10 Pf., 5 in 6 Pf., Kopfsalat das Stück 3—5 Pf., das
Pfund 60—70 Pf., Kuh⸗, Rind⸗ und 45—60 Pf., Kalbfleisch 40—55 Pf., 42—65 Pf., Hahn M. 2.— 2.30,
Farrenfleisch
Hammeklfleisch
Huhn M. 2.
Ente M. 2.70—3.20, Taube 60 Pf., Gans M. 4.50—8., Wälsche Hahnen M. 6.— 10., Rehbock 75—80 Pf.,
Kaisers und der Kaiserin in der Düsseldorfer Kunst⸗ und Gewerbe⸗Ausstellung:„In der Stollwerck'schen Ausstellung ließen sich die Majestäten von einem der Herren Stoll⸗ werck Erklärungen über die Fabrikation geben und als Se. Majestät der Kaiser äußerte:„Das sieht ja Alles so blank und appetitlich aus, daß es zu einer Tasse Chocolade einladet“, benutzten zwei junge Damen den Moment, den Majestäten Trink⸗Chocolade und Chocoladen⸗ Bonbons anzubieten, welche auch huldvollst entgegen⸗ genommen wurden. Se. Majestät sagte:„Das ist Uns cin ganz erwünschtes Frühstück, die Chocolade ist aus⸗ gezeichnet, so eine Tasse wünsche Ich jedem Meiner Landeskinder zum Sonntag“. Dann fragte Se. Majestät, ob die Chocolade, die unter den Walzen und in den Retorten augenblicklich fabrieirt werde, gleich vorzüglich sei, was Herr Stollwerck bejahte, da am Kaisertage natürlich auch Kaiser⸗Chocolade, d. h. das Beste, was gemacht werden kann, fabricirt werde. Eine Bismarck⸗ Statuette in Chocolade betrachtend, sagte Se. Ma⸗ jestät:„Das ist ja Mein Bismarck!“ In heiterster Laune sah sich dann Se. Majestät das Arrangement der Ausstellung an und richtete lächelnd an eine der jungen Damen die Scherzfrage, ob der Fabrikant Stoll⸗ werck auch so süß sei, wie seine bier ausgestellten
Bonbons. Ihre Majestät die Kaiserin fanden den darge⸗
Es sind nicht die seit einiger reichten braunen Trank ebenfalls delikat und ließen die
Prinzen von Hohenzollern, sowie die zunächst stehenden Personen des Gefolges auch davon versuchen“.— An⸗ gesichts der Vorliebe für fremdländische Etiketten, womit die deutsche Chocoladen-Industrie im eigenen Lande an⸗ dauernd zu kämpfen hat, ist die Allerhöchste Anerkennung besonders bemerkenswerth. Weßhalb sollte die deutsche Gründlichkeit nicht in diesem Fabrikationszweige die Oberhand gewinn 2223
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Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Evangelische Gemeinde. Sonntag nach Trinit. Pfarramtswoche: Herr Pfarrer Diegel. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 9½ Ubr: Herr Pfarrer Meyer. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Baur. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Pfarrer Baur. Katechismuslehre.
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Wegen des Kirchengesangfestes fällt der Nachmittags- gottesdienst in der Stadtkirche aus.
Katholische Gemeinde. 6. Sonntag nach Pfingsten. Samstag 6 Uhr: Beicht. Sonntag ½9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Briefkasten.
J. M. in Usingen. Wir haben durchaus nicht die Absicht, Ihretwegen das Bänkelchen im Schöffengerichts⸗ saal zu zieren. Wenden Sie sich doch einmal an unsere Collegin in Butzbach. Wir bezweifeln aber sehr, daß
man dort geneigt sein wird, Ihren„Sängerfestbericht“ aufzunehmen. Die Redaetion. R. Södel. Das Eingesandt kann in dieser Form
keine Aufnahme finden, da ja in demselben Bezug auf einen früheren Artikel, der in demselben Blatte stand, welches auch das Eingesandt zuerst brachte, genommen ist. Sodann können wir aber auch einen Artikel nicht mehr bringen, der in einem anderen Blatte 8 Tage früher bereits Aufnahme fand. Mindestens können wir bean⸗
spruchen, daß man uns gleichzeitig mit anderen Blättern beehrt. Wollen Sie uns einen Bericht in
anderer Form einsenden, so findet dieser sehr gerne Aufnahme in den Spalten unseres Blattes. Die Redaction.
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