Ausgabe 
25.5.1880
 
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Großbritannien. Londou, 20. Mai.

22. Mai. Sicherem Vernehmen nach

Daily News erfahren, ein zweites Rundschreiben wird in diesen Tagen eine identische Aufforder

Grauvllle's schlage den Zusammentritt internationalen Commission zur Berichtigung der griechischen Grenze in Berlin vor.

Pforte zugehen.

einer ung der Mächte zur Regelung der armenischen,

montenegrinischen und griechischen Frage der Von der Antwort der Pforte

Im Uuterhause erklärt sich anläßlich der auf die gemeinschaftliche Forderung der Mächte

Adreßdebatte Northcote mit der Throurede lich

einverstanden, wünscht indeß Aufschluß über die Frage zu beschäftigen haben wird. Pression auf die Principe von den Mächten bereits acceptirte lusbesondere ob Gewalt Nachconferenz ist bis jetzt die erste Halfte des

Befugnisse Göschen's, welche Pforte beabsichtigt, beabsichtigt sei. Er wünscht auch Aufschluß, was mit der Schaffung von Institutionen in Afgha nistan beabsichtigt sei und hofft, daß das Resultat der Aufhebung des Ausnahme-Gesetzes in Irland den damit übernommenen Verantwortlichkeiten entsprechen werde. Gladstone vertheidigt die Kürze des Regierungsprogramms bezüglich der inneren Gesetzgebung. Betreffs Irlands sei die Zeit seit Antritt seines Amtes zu kurz, um eine so wichtige Frage zu prüfen. Göschen habe keine anderen Befugnisse als ein gewöhnlicher Bot schafter. Was den auszuübenden Druck auf die Pforte betreffe, so solle Göschen auf Erfüll ung des Vertrages bestehen.

21. Mai. Oberhaus. Adreß-Debatte. Beaconsfield kritisirt die Thronrede in ähnlichem Sinne wie Northeote im Unterhause und tadelt insbesondere die Aufhebung des Ausnahms zustandes in Irland. Grauville gibt im Allge meinen die gleichen Erklärungen wie Gladstone im anderen Hause ab: die irische Frage sei reiflich erwogen. Betreffs Afghanistans sei ter noch nicht genau informirt; doch glaube er, die sanguinischen Hoffnungen der vorigen Regierung betreffs einer schleunigen Lösung seien nicht berechtigt gewesen. Hinsichtlich der auswärtigen Lage gibt Redner das Vorhandeusein von Fragen großer Bedeut ung zu, deren Lösung von Seiten der Mächte Festigkeit, große Mäßigung und gemeinsame Action erheische. Durch Göschen wünsche die Regierung die Regelung der unerfüllten Bestim mungen des Berliner Vertrages zu erlangen, die durch Layard's Vorstellungen bisher nicht erreicht sei; die wichtigsten darunter seien die betreffs der griechischen und der montenegrinischen Grenze und der Reformen in Armenien. Gran ville bemerkt: behufs Sicherung der Ausführ ung des Berliner Vertrages werde ein energisches Zusammengehen der Mächte für nothwendig gehalten. Daher sei ein weiteres Circular an die Machte exlassen, welches vorschlage, an die Pforte eine identische Note über diese Punkte zu richten. Sobald diese überreicht sein werde, könne die Vorlegung der bez Schriftstücke erfolgen. Die Mächte hatten herzlich ermuthigend geant wortet. Das beabsichtigte europäische Concert besprechend, behauptet Salisbury, ein solches Concert sei stets von Schwierigkeiten umgeben. Er hoffe, die Regierung werde nicht eine russen freundliche Politik adoptiren. Der Staats Secretär der Colonien, Kimberly bezeichnet Salisbury's Angriffe auf die auswärtige Politik der Regierung als verfrüht; dieselben bezweckten, derselben zu präjudiciren.

bezüg⸗ dürfte es abhängen, der auswärtigen Politik im Allgemeinen Berlin stattfindet,

Im Unterhaus antwortete Gladstone auf eine Anfrage: Ueber 60,000 Mann Truppen einschließlich der Garnison von Peschawur stünden in Afghanistan. Bis jetzt seien an Kriegskosten

annähernd 7,155,000 Pfund Sterl. und über drei Millionen Pfund Sterl, für Eisenbahn Communication verausgabt worden. Sobald

die Häuptlinge einen Herrscher von Kabul erwählt hätten, dessen Autorität eine dauernde Freund schaft gegen England verheiße, würden die Truppen allmählich zurückgezogen werden. Duff antwortete Dillwyn auf eine Aufrage, es sei erwünscht, daß Bartle Frere das Werk der Confoöderation im Caplande vollende. Hierauf folgt die Adreßdebatte. Der Unterstaatssecretär des Aeußeren, Dilke, sagt, es sei Aussicht vor handen, daß die griechische Grenzfrage auf der Basis des Berliner Protokols geregelt werde. In Betreff Montenegros hatten sich die Machte bezüglich der Compromißvorschläge des Grafen Corti geeinigt.

ö

ob die Nachconferenz in welche sich mit der griechischen Für die im

Juli in Aussicht genommen.

Spanien. Madrid, 21. Mai. Im Senate erklärte die Regierung in Erwiederung einer bezuͤglichen Anfrage, der kleinen Schaar Auf ständischer in der Provinz Castellon sei keinerlei Bedeutung beizulegen.

Griechenland. Athen, 20. Mai. Der König und die Königin sind heute abgereist. Der König geht von Venedig nach Paris, die Königin nach St. Petersburg. Die griechische Regierung hat anläßlich der Bewegung in Alba

nien Truppenzusammenziehungen an der türkisch

griechischen Grenze und in Korfu angeordnet. Der hiesige französische Gesandte Tissot reist morgen nach Konstantinopel, um als Botschafter an Fournier's Stelle zu treten.

Rußland. Petersburg, 21. Mai. Durch kaiserlichen Befehl wird dem Stadthauptmann Surow ein viermonatlicher Urlaub wegen zer rütteter Gesundheit ertheilt; derselbe wird gleich zeitig von seinem gegenwärtigen Amte entbunden und fortan dem Ministerium des Innern zuge zählt. Der Kaiser hat Surow seinen Dank für die zweijährigen Dieuste in dem bisherigen Amte ausgedrückt. Ein Nachfolger ist noch nicht ernannt.

Aus Stadt und Land.

t. Oppershofen. Am 11. d. Mts. feierten die Ehe⸗ leute Andreas Wolf J. das so seltene Fest der goldenen Hochzeit. Gegen 8 Uhr morgens bewegte sich ein großer Zug die Jubilare in Begleitung einer Anzahl Enkel voraus zur Kirche, wo die nochmalige Einsegnung er folgte. Hierauf war feierlicher Gottesdienst, welchem die Mehrzahl der Gemeinde-Glieder beiwohnte. Nachmittags fand alsdann ein gemüthliches Familienfest statt.

Darmstadt, 21. Mal. Das Reichsgericht in Leipzig hat gestern die Revision des zum Tode verurtheilten Muttermörders Ph. Pfaff von Nieder-Ramstadt verworfen.

Mainz. Die diesjährige Delegirten- und General versammlung des Landeslehrervereins findet am 2. Juli dahier statt. Neben den geschäftlichen Angelegenheiten kommen zwei pädagogische Gegenstände zur Verhandlung. Lehrer Schuhmacher von Worms wird über die moderne Volksschule, ihrer Freunde und Feinde, und Lehrer Backes von Ober-Eschbach über die obligatorische Fortbildungs schule im Großherzogthum Hessen nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen sprechen.

Worms, 20. Mai. Ein Gerücht will wissen, daß

in dem nahen Pfeddersheim ein grausiges Verbrechen In einem dortigen Hofraithe-Gebiete sei die Leiche eines Mannes aufgefunden worden, der vor

entdeckt worden sei.

etwa sieben Jahren daselbst spurlos verschwunden sei. Alle Recherchen sollen damals erfolglos geblieben sein.

Allerlei.

Stuttgart, 10. Mai. württembergische Londesgewerbe- Ausstellung bestimmten Gewerbehalle dahier, hat sich diesen Mittag ein schreck liches Unglück ereignet.

darauf stehenden Arbeiter. todt, mehrere erlitten starke Verletzungen. Berlin, 21. Mai. Bitter, ist heute gestorben. Barcelona, 22. Mai. und zwar durch meuterische Arbeiter, welche Maschinen zerstͤrten. alle Arbeitervereine in Catalonien von dem aufgelöst. Die Ordnung ist wieder hergestellt.

Verloosungen. Finnländische Thlr. 10 Loose Gewinn Ziehung vom 1. Mai 1880. 1. Aug. 1880.

von 1868

Serie 4776 Nr. 2 Thlr. 30000. S

Nr. 18 Thlr. 3000. S. 2317 Nr. 12, S. 16132 Nr. 11 à Thlr. 600. S. 2242 Nr. 1, S. 2476 Nr. 17, S. 7404 Nr. 18, S. 9953 Nr. 15, S. 10995 Nr. 11 a Thlr. 300 S. 1190 Nr. 17, S. 1586 Nr. 18, S. 2494 Nr. 3 S. 6479 Nr. 5, S. 7317 Nr. 2, S. 10995 Nr. 14 à Thlr. 80 Auf alle übrigen Nummern in den am

1. Februar 1880 gezogenen Serien entfällt der geringste] k. 2.50 0 8

Hewinn von Hessische

Thlr. 12.

Ludwigs⸗Eisenb. Apt. Prior.

Oblig. Ziehung vom 4. Mai 1880. Heimzahlung am 1. Juli 1880. Prioritäts Anlehen von 1863. Nr. 254 107 723 44 850 916 1253 400 645 992 2037

Bei dem Bau der für die

ö Unter donnerähnlichem Krachen fiel ein Theil des Gerüstes zusammen, mit ihm sämmtliche Zwei derselben waren sofort

Der Präsident der Seehandlung,

Die hiesige Baumwoll spinnerei Marzell ist ein Raub der Flammen geworden, auch die Die Anstifter wurden verhaftet und Präfecten

Heimzahlung am 929

129 2721 per Pfd. M. 1.20 1.30, Eier 9 10 Stück 40 Pf., Sala

126 603 21757 884 3649 895 907 19 1048 270 302 91 511 99 827 38 5084 618 757 877 6302 17 67 443

160 287 468 669 876 959 u fl. 250. Prioritäts⸗Anlehen von 1865. Nr. 9216 413 504 60 606 17 895 10030 52 179 84 413 68 654 835 11293 515 847 12080 114 72 405 562 648 790 13027 54 379 494 645 720 14064 à fl. 350.

Landwirthschaftliches. E. Bei einer Wanderung durch den früheren Kreis Vilbel gewahrte ich mehrorts den Gebrauch niedriggehender Wagen und statt der sonstigenPflug⸗ schleifer den Gebrauch kleiner mit dem Vorderpflug in Verbindung gebrachter Karren, die Hinterpflug und Egge zu tragen hatten. Diese Einführung fand ich hoͤchst praktisch und ermangele nicht, sie auch anderwärts zur Nachahmung zu empfehlen. Der Nutzen genannter Wagen besteht hauptsächlich darin, daß sich ihrer schwächliche Personen, selbst Kinder bedienen können. Wie leicht lassen sich hierbei Dung, Futter und sonstige Felderzeug nisse auf- und abladen; oft bedarf es nur einer Kuß

oder nach Haus zu bringen. Es kann somit des schweren Wagens und eines weiteren Stückes Zugvieh entbehrt werden. Anlangend den Pflugwagen, so lassen sich dessen Hauptvortheile dahin zusammenfassen: Er zerreißt nicht

der frischen, noch nicht fest gefahrenen Bedeckung von Nutzen ist. In dem Kasten des Hinterpfluges lassen sich Saatfrüchte aller Art u. A. mitführen, was sonst der Rücken des Pferdes oder der Ackersmann tragen müßte. Ebenso bleibt der Rücken des Pferdes von der Last des reitenden Arbeiters verschont, der bequem auf dem Karren seinen Sitz genommen hat, welche Ruhe gewiß

wohl zu gönnen ist.

und dergl. Vortheile mehr. Man sehe sich die Sache nur einmal recht an, und die Lust zur Nachahmung wird sogleich erwachen.

E. Sollen die Saatkrähen geduldet oder ausgerottkt, resp. vermindert werden? Die Beantwortung dleser Frage wird erst nach Vergleichung ihres Nutzens und Schadens am Platze sein. Die Zahl ihrer Freunde ist keine geringe. Die Gründe, die sie zu deren Schonung vorbringen, sind: Die Saatkrähen sind die besten Vertilgerinnen der Mai- und Brachkäfer, der Engerlinge und Nacktschnecken, wie auch treffliche- Mäusejägerinnen. Auf Würmer und Engerlinge machen sie emsig Jagd, entweder dicht hinter Pflug und Egge, oder sie bohren sie mit ihren kräftigen Schnäbeln aus der Erde. Man betrachte nur ihre Schnabel, man wird finden, wie sich an deren Wurzeln eine Lederhaut gebildet hat, die man in ihrer Jugend nicht antraf, die also in Folge ihres emsigen Bohrens entstand. Nun vernehme man auch die Stimmen ihrer Feinde: Hinter dem Säeman schreiten ste einher und verschlingen große Mengen Saaktkörner, vorzugsweise Walzen- und Roggenkörner. Selbst die mit Erde bedeckten sind nicht sicher vor ihnen, denn mit Vorliebe verschlingen sie den Milchbrei der aufkeimenden Körner, die sie an den frisch aufgesproßten Hälmchen herausziehen. Hiermit wie mit Kirschen und andern

weichen Obstarten füttern sie meist ihre Jungen. Nicht minder sind sie Erbsen- und Maisdiebinnen. Von belden Fruchtsorten stellen sie sowohl den ausgesäten und

gekeimten als auch den jungen in Schoten und Kolben, die sie geschickt aufzuhacken und zu erbeuten verstehen, eifrig nach. Was ist nun überwiegend, ihr Nutzen oder Schaden? Die richtige Beantwortung wird schließlich so formulirt werden müssen: Wo sie in Massen nisten, suche man mit Nachdruck Razzia unter ihnen zu halten. Als Radikalmittel schlagen wir vor:

Fleisch gefallener Thiere und hänge Portionen davon an die Bäume ihrer Nistung, und dies ganz besonders zur Zeit, in welcher auch die junge Kolonie in den Nestern mitvergiftet werden kann.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 22. Mal. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.051.20, Eier per Stück 5 Pf. 4

Gießen, 22. Mai. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 0.98 1.10, Eier 2 Stück 9 Pf., Käse per Stüc 5-12 Pf., Tauben das Paar 6075 Pf., Hühner per Stück M. 1. 1.30, Hahnen per Stück M. 1.20 1.50, Wälsche M. 6.7., Enten per Stück M. 2.703. Kar⸗ toffeln per 100 Kilo M. 6. Ochsenfleisch 68 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 50 56 Pf., Kalbfleisch 4046Pf., Hammelfleisch 66- 70 Pf., Schweinefleischho Pf.

Frankfurt, 22. Mal. Marktbericht. Heu kostete der Centner je nach Qual. M. 2.503.50, Stroh M. 2.3.20. . Butter im Großen 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M.., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Eier das Hundert M. 4. 4.50. Ochsenflelsch das Pfund 6570 Pf., Kuh, Rind- und Farrenfleisch 4560 Pf., Schweinefleisch 65 70 Pf., Kalbfleisch 45 55 Pf. Hammelfleisch 4565 Pf. Kopfsalat das Stück 1012 Pf.,

Radieschen 34 Pf., Romain⸗Salat 3050 Pf., neue Kartoffeln per Pfund 30 40 Pf.,

3., junge Erbsen das Pfund 50 Pf., Huhn [M. 2. 2.50, Hahn M. 2.40 2.60, Ente M. 2.70 3.20, Taube 50 60 Pf., Kapaune M. 3. 3.50, Wälsche M. 5.12., junge Gänse M. 5. 8. 0

Marburg, 22. Mai. Wochenmarkt. Butter kostett

7 denselben zu bewegen, wie oft ist nur Weniges zu Feld

wie derPflugschleifer die Landstraßen, was namentlich

dem Ermüdeten während der Hinaus- und Hineinfahrt Gelegentlich kann, da man den Hinterpflug im Feld läßt, Futter mit heimgebracht werden

Auf Kosten der angrenzenden Gemeinden ihrer Brutstätte vergifte man

896 947 7078 263 347 659 790 95 829 959 8057 67 1

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neuer Blumenkohl M.., frische Kohlrabi 20 Pf., Bohnen 100 Stück

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