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Oesterreicher, in erster Reihe die Abgeordneten und verfassungstreuen Mitglieder des Herren— hauses, feste Grundlagen für Organisirung eines einträchtigen Vorgehens baldigst gewinneu und zunächst in gesetzmäßiger Bekämpfung der gegen— wärtigen Regierungspolitik ausharren werden.
— 15. Nov. Die Donau-Commission in Galatz hält heute ihre erste Sitzung ab. Alle Delegirte der Großmächte werden anwesend sein. Die Frage in Betreff der gemischten Commission wird längstens in 14 Tagen zur Verhandlung gelangen, nachdem an die Delegirten Serbiens und Bulgariens die Aufforderung zur Theilnahme an den Berathungen ergangen ist.
— Der„Wiener Abendpost“ zufolge wird der Reichsrath am 30. d. einberufen.
Belgien. Brüssel, 16. Nov. Der Senat nahm den Antrag, daß der Senat bis zu gegen— theiliger Entschließung in corpore keiner gottes— dienstlichen Handlung beiwohnen solle, mit 32 gegen 26 Stimmen an. Hierauf wurde die Adresse auf die Thronrede angenommen.
Frankreich. Paris, 15. Nov. Senat. Buffet bringt seine Interpellation über den
Cabinetswechsel ein und tadelt dabei lebhaft die Ausführung der Märzdecrete. Ministerpräsident Ferry widerlegt Buffet; er bezeichnet dabei aus— drücklich die Angabe, daß der Cabinetswechsel durch die auswärtige Politik hervorgerufen ge— wesen sei, als grundlos. Freyeinet legt die Ur— sachen seines Rücktrittes dar. Es habe sich nicht darum gehandelt, zu wissen, ob die Decrete ge— setzlich seien, sondern darum, ob es zeitgemäß sei, strenge Mittel in Anregung zu bringen. Er glaube, wenn er im Ministerium geblieben wäre, würde er die Unterwerfung Der Congregationen erlangt und sodann das Vereinsgesetz vorge— legt haben.
Großbritannien. London. Die„Times“ meldet aus Kapstadt: Vierhundert Boers vom Patonetstrom überfielen den Sheriff und raubten die wegen rückständiger Steuern abgepfändeten Wagen. Es wurden Truppen nach dem Schau⸗ platz der Unruhen beordert.
— 16. Nov. Nachrichten aus Kapstadt zu— folge schlugen die Colonialtruppen den Häuptling des Pondomessenstammes und erbeuteten 600 Stück Vieh. Die Lage in Tembuland ist weniger beunruhigend.
Italien. Rom, 15. Nov. In der Depu— tirtenkammer wurden die diplomatischen Schrift— stücke, betreffend die Berliner Conferenz über die griechisch-türkische Frage und betreffend die Madrider Conferenz über das Protectorat Ma rokkos, vorgelegt.
— 15. Nov. Der König und die Königin sind hierher zurückgekehrt, empfangen von den Ministern und Spitzen der Behörden.
— 15. Nov. Der Finanzminister brachte eine Gesetzvorlage, betreffend die Abschaffung des Zwangscourses, ein und ward ihm dabei von der Majorität des Hauses stark acclamirt; auf seinen Antrag wurde die Dringlichkeit so— fort votirt.
Türkei. Constantinopel. Die Offiziere,
welche den deutschen Botschafter belästigt haben, sind vom Kriegsgericht zu einjähriger Gefäng— nißstrafe verurtheilt. 5 16. Nov. Der Sultan sandte gestern seinen Adjutanten zu Graf Hatzfeldt, um die formelle Versicherung der demnächstigen Ueber— gabe Dulcigno's zu erneuern.
— 15. Nov.„Daily Telegraph“ meldet von gestern: Die Pforte beschloß Derwisch Pascha durch mehrere Bataillone zu verstärken, welche unverzüglich abgehen sollen.
Griechenland. Athen, 13. Nov. In der Deputirtenkammer erschien Minister-Präsident Kumunduros mit den von Trikupis verlangten diplomatischen Actenstücken. Trikupis erklärte: er verzichte auf Veroffentlichung der Actenstücke, welche dem Interesse Griechenlands nachtheilig seien; er wolle aber nicht ohne Beweise angeklagt werden. Kumunduros erwiederte: er habe die Ueberzeugung gewonnen, daß Trikupis eigen— mächtig handelte, indem er die Armee mobili—
sirte und die Kammer einberief; die internationalen Beziehungen rechtfertigen solche Maßregeln nicht. Kumunduros schloß mit der Erklärung, er werde dem Verlangen nach öffentlicher Vorlegung der bez. Actenstücke nicht entsprechen. Die Kammer erklärte sich hiermit einverstanden.
Rußland. Petersburg, 16. Nov. Der bekannte Urtheilsspruch des hiesigen Militär— kreisgerichts vom zeitweiligen Commandanten der Truppen des Petersburger Militär-Districts, General Kostanda, wurde mit einigen Milder— ungen bestätigt. Der Kaiser wandelte bei Schira— jeff, Tichonow und Okladsky die Todesstrafe in lebenslängliche Zwangsarbeit um. Heute früh um 8 Uhr wurden die zum Tode Verurtheilten, Kwatkowsky und Presmakoff, in der Festung gehängt.
Persien. Teheran, 15. Nov. Von hier wird gemeldet, daß die Kurden bei Sujbulagh sich unterwarfen. Der Kurdenführer Hamzehagha sei unweit Urumiah gefangen worden. Taimur Pascha hätte die Position des Scheiks Obejdallah bei Urumiah genommen, worauf Letzterer füuf— zehn Meilen zurückgegangen sei.
Aus Stadt und Land.
S. Friedberg, 16. Nov. In der heute statt⸗ gehabten öffentlichen Sitzung des Gemeinderaths wurde ein Gesuch des Vereins fuͤr Volksbildung auf Ueber— lassung des Rathhaussaales für öffentliche Vorlesungen bewilligt. Die gegenwärtig im Gange befindlichen Bahn— arbeiten der Friedberg-Hanauer Bau- Behörde haben bezüglich der Herstellung einiger Feldwege, sowie der Anlage des Zufuhrweges zu den neu projectirten Lager— und Verladeplätzen der Main-Weserbahn zu verschiedenen Bedenken Anlaß gegeben und beschloß der Gemeinderath den Ausführungen der genannten Baubehörde gegenüber auf entsprechenden Herstellungen und Vorlage von Spe— cialplänen zu beharren. An dieselbe Behörde soll eine Anfrage über Anlage eines Weges von den künftigen Lagerplätzen westwärts nach dem Haingraben gerichtet werden. Der von dem Stadtbaumeister vorgelegte Plan eines Wegs nach dem eisernen Steg am großen Viaduet wurde genehmigt und soll mit der Armen-Commission wegen pachtweiser Ueberlassung eines zu diesem Zweck erforderlichen Streifens Gelände Vertrag abgeschlossen werden. Auf eine Beschwerde des G. Steinhäußer und Genossen in Betreff des Durchlaßgrabens in dem Pfeiffer— schen Garten vor dem Mainzer Thor, beschloß der Ge— meinderath den Beschwerdeführern mitzutheilen, daß es sich hier um eine Rechtsfrage handele, zu deren Ent— scheidung der Stadtvorstand nicht zuständig sei. Auf eine beim Großh. Kreisamt eingereichte Beschwerde des Taubstummenlehrers Billasch über mangelhaften Abfluß des Wassers vor seinem in der Haagstraße gelegenen Haus, wurde mitgetheilt, daß der Stadtbaumeister be— reits beauftragt sei, eine entsprechende Vorrichtung zu treffen, deren Erfolg abzuwarten sei. Auf das Gesuch verschiedener Einwohner auf Errichtung neuer Straßen- laternen wurde beschlossen, daß eine Laterne in der Weed— gasse, eine jenseits des großen Eisenbahnviaduets, nächst den Gerbhäusern, errichtet und die vor dem Mainzer Thor befindlichen Laternen weiter südlich gerückt werden sollen. Der Voranschlag des Augustinerschulfonds wurde nach vorausgegangener Prüfung genehmigt.
m. Friedberg. Von einer Wohlthäterin wurd en der Kranken-Unterstützungs-Kasse 10 Mark zugewiesen. Wir unterlassen es nicht, unseren besten Dank für diese Gabe auf diesem Wege auszusprechen.
Allerlei.
Bonn, 11. Nov. Heute Morgen entgleiste der letzte Waggon des um 9 Uhr 40 Minuten hier fälligen Kölner Schnellzuges in der Nähe des Tannenbusches. Man brachte den Zug, welcher sich in voller Fahrgeschwindig— keit befand, alsbald zum Stehen und es zeigte sich, daß, obwohl der Wagen sehr gelitten hatte, die Passagiere doch glücklicherweise mit dem Schrecken davon gekommen waren. Ein Bandagenbruch soll die Veranlassung des Unglücks gewesen sein.
Essen, 16. Nov. Der gestern Abend 6 Uhr 25 Min. von hier nach Muͤhlheim a. d. Ruhr abgegangene Per— sonenzug der Bergisch Märkischen Bahn ist bei der Aus— fahrt aus dem hiesigen Bahnhof auf einen Rangirzug gestoßen. Nach einer der„Ess. Ztg.“ von amtlicher Seite zugegangenen Mittheilung sind zwei Güterwagen entgleist und leicht beschädigt. Die Locomotive des Personenzuges
Kapstadt. Ein eigenthümlicher Unglücksfall, jedoch ohne nachtheiligen Folgen für die Posfagier⸗ und
das Zugpersonal blieb, begeznete dem Zuge, der vor
einigen Tagen von Port Elizabeth nach Grahamstown fuhr. Etwa 40 engl. Meilen von Port Elizabeth fuhr die Locomotive wider eine Heerde Elephanten, welche sich auf dem Bahnkörper herumtummelten. Zwei Thiere wurden umgerannt und der Zug erhielt einen so ge⸗ waltigen Stoß, daß man für einige Augenblick halten mußte. Der Locomotivführer verjagte mit dem Stocher— eisen die Ungeheuer und man kam mit dem bloßen Schrecken davon. Weiterhin floh eine große Heerde der so gefährlichen Kap-Büffel.
Das Erdbeben in Croatien.
Die„Deutsche Ztg.“ berichtet aus Ag ram, 13. Nov.: Nach den zahlreichen und merkwürd— igen Nachrichten, welche von vielen Punkten der Umgebung jetzt hier einlaufen und die von Leuten überbracht werden, welche die Nachbarschaft be— suchten, könnte man fast bezweifeln, ob der Haupt— stoß des Erdbebens oder das Centrum der Er— schütterung in Agram zu suchen ist. So wird aus der Gegend von Sljeme gemeldet, daß sich dort der Berg dieses Namens und der Wald förmlich bewegten. Auch der Wald bei Grasanc ist nach verschiedenen gleichlautenden Meldungen in eine merkwürdige Bewegung gerathen. An vielen dieser Punkte sind Rauchsäulen aufgestiegen; die lebhafte Phantasie der Landbevölkerung will sogar Flammen und Feuerlohen gesehen haben. Das sei namentlich der Fall gewesen bei dem Oertchen Resnik, wo sich ein Riß im Erdboden gebildet hat und wo an einer anderen Stelle eine Anzahl von Diminutiv-Kratern zum Vorschein gekommen ist. Die gewaltige Länge jener Erd— spalte— man schätzt dieselbe auf 500 Klafter— läßt erkennen, daß die Gewalt der vulkanischen Elemente dort wahrscheinlich noch größer gewesen ist wie hier in Agram, wo man von Erdrissen bis jetzt nichts bemerkt hat. Aber es ist be— greiflich, daß in einer Stadt mit einer großen Anzahl von bewohnten Objecten sofort der Ruf sich verbreitet, daß nur hier das Centrum der Bewegung sein könne.
Wir wissen ebensowenig, ob nicht die Er— schütterung auf viele Meilen in der Runde eine gleich starke gewesen ist. So theilt mir ein Ingenieur, welcher eben aus Remete, einem Ze— kannten Wallfahrtsorte, eine halbe Meile von hier entfernt, zurückgekehrt ist, mit, daß die dortige festgebaute Kirche in Trümmern liegt. Auch die Häuser in der Nähe, so das größte derselben, das Pfarrhaus, sind ein Trümmer— haufen. In Garesina ist die Kirche von der Bewegung hin und her geworfen worden; es war gerade Gottesdienst. Als Alles zusammen— stürzte und die Leute flüchteten, vergaß man den Pfarrer, der erst nach einer Stunde aus den Trümmern, und zwar wunderbarer Weise mit heiler Haut, hervorgeholt werden konnte.
An drei Orten, bei Resnik, dann bei Gorica und in der Nähe des Agramer Bahnhofes wur— den Erdspalten und vulcanische Ausbrüche be— merkt. Der von der Landesregierung entsendete Geologe Gramberger hat die Erscheinung bei Resnik untersucht. Sein Bericht lautet in den Hauptstellen:„Oestlich von der Kirche in Resnik sind Spuren einer neunzehn Schritte lang und drei Schritte breit gewesenen Erdspalte bemerk— bar, welche sich von Ostnordost nach Westsuͤd— west hinzieht und nur mehr durch graue Färbung vom Straßenkothe absticht. Diese Spalte wird von andern, minder großen durchkreuzt. Ver⸗ folgt man nun die Straße etwa fünf Minuten weiter und biegt dann rechts ins Gestrüpp von Dubec ein, so erreicht man wieder die Haupt— spalte und gelangt zu einer, Anzahl radialer
ist ebenfalls nicht beschädigt. Personen sind nicht verletzt. Die Ursache des Unfalls ist Nichtbeachtung bestimmter instruetionsmäßiger Vorschriften.
Bruchsal, 16. Nov. Heute wurde hier E. Reif, Eisengießer aus Hausen, der seine beiden Kinder im Rheine ertränkte, in Folge Spruches des Karlsruher Schwurgerichtshofes mittelst des Fallbeiles hingerichtet. Agram, 13. Nov. Seit gestern ist keinerlei Erder⸗ schütterung erfolgt und Beruhigung wiedergekehrt.
Agram, 16. Nov. Die„N. Fr. Pr.“ meldet von bier: Um Mitternacht erfolgten zwei heftige Erdstöße unmittelbar aufeinander. Die Einwohner verließen er- schreckt ihre Häuser.
Spalten. Der Durchmesser des Spaltgebietes dürfte fast eine gute halbe Stunde betragen. Als nun am 9. November das Erdbeben statt— fand, wurden zuerst wellenförmige Bewegungen
wahrgenommen, deren Höhe ganz außergewöhn—
lich war. Man erzählte mir Folgendes: Der Bauer Filipovic äußerte seinem Nachbar Pirin gegenüber seine Verwunderung darüber, daß Pirin's Haus, jetzt nach dem Erdbeben, so hoch überstehe und sein(Filipovic') Haus so tief ge⸗
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