Ausgabe 
15.7.1880
 
Einzelbild herunterladen

e

a

. ͤ Ä

*

einen Versuch der Störung der bestehenden Arrangements nicht für wahrscheinlich; sie sei einer Union mit Ostrumelien abgeneigt. Russische Unterofficiere seien seit dem Kriege mit Bulgarien fortwährend angekommen, auch wieder fortgereist. Am letzten April d. J. seien 163, im Mai 78 russische Unterofficiere in Bulgarien ange⸗ kommen. Auf eine Anfrage Mac Ivers erwiederte Dilke: Von Einführung der surtaxe d'entrepöôt in Deutschlaud würde England weniger betroffen werden als Holland und Belgien. Uebrigens sei die surtaxe d'entrepöt durchaus keine Ver⸗ letzung des Artikels über die meistbegünstigte Nation. Gladstone zog im weiteren Verlaufe der Sitzung die Bill über die Wahlreform in Irland zurück. Die übrigen Bills werden von Gladstone aufrechterhalten. Gladstone sprach die Hoffnung aus, die Geschäfte des Parlamentes würden noch vor der letzten Woche des August erledigt werden können. Das Oberhaus nahm in erster Lesung die Volkszählungs-Bill ohne Debatte an. Von mehreren Seiten wurden Ausstellungen gegen die Fortlassung der Con fessionsfrage erhoben.

Türkei. Constantinopel. Osman Pascha verbleibt in Constantinopel als Palastmarschall. Weitere Veränderungen im Ministerium werden erwartet.

Griechenland. Athen. Die Vertreter Englands und Frankreichs theilten Trikupis mit, daß momentan, also noch vor der Ueberreichung

der Collectiv-Note, vertrauliche Verhandlungen der Mächte mit der Pforte stattfänden, um die

selbe zur Annahme der Conferenzbeschlüsse zu bestimmen. Dieselben ersuchten demzufolge Tri kupis die Mobilisirung der Reserve einige Tage aufzuschieben, um der Pforte keinen Vorwand für die Ablehnung zu liefern. Trikupis hat diesem Verlangen entsprochen, ohne jedoch die Vorbereitungen zu der Mobilisirung zu sus⸗ pendiren.

Aus Stadt und Land.

*

U. Schwalheim, 12. Juli. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, feierten gestern Georg Fritzel und dessen Ehe⸗ frau, Katharine Fritzel geb. Bingel, das seltene Fest der goldenen Hochzeit; es war ein Fest für die ganze Gemeinde, in welcher ein solches seit unvordenklichen Zeiten nicht gefeiert worden war. In aller Frühe schon trug der Musitverein Concordia vor dem Hause des Jubelpaares zwei Choräle vor, die die ganze Gemeinde festlich stimmten. Nach 1 Uhr Mittag setzte sich der Zug der Festtheilnehmer, unter Vorantritt des Jubelpaares, nach der Kirche in Bewegung, woselbst der Geistliche eine vortreffliche Rede zu Ehren des Festtages hielt. Nach Absingung zweier Verse aus dem Liede:Nun danket alle Gott war die kirchliche Feier beendigt, und das Jubelpaar mit den Festtheilnehmern versammelten sich zum fröhlichen Gast mahle in der Wohnung der Ersteren, in welcher die Geschenke der Verwandten und Freunde in sinniger Weise aufgestellt waren. Der Burgermeister von Schwalheim beglückwünschte Namens der Gemeinde das Jubelpaar und überreichte Namens des Kirchenvorstandes, dessen Mitglied der Jubilar schon eine Reihe von Jahren ist, ein hübsches Geschenk. Völlerschüsse und einige gut vor getragene Musikstücke des Musikvereins Concordia beendeten die Feier des Tages und die Festtheilnehmer verließen in beiterster Stimmung erst gegen Morgen das gastliche Haus. Es sei noch erwähnt, daß auch der Armen durch Ver⸗ theilung von 100 Laiben Brod und dergl. gedacht wurde. Möge es den Gefeierten vergönnt sein, dereinst auch die diamantene Hochzeit zu feiern.

Hungen. Mit welcher Strenge man in Oberhessen anfängt gegen die Lebensmittelfälscher einzuschreiten, dürfte folgender Fall klar genug beweisen. In Gießen wurde nämlich durch Schutzmänner bei mehreren Milchlieferanten eine Milchverfälschung constatirt und in Hungen abgeur theilt; eine Milchlieferantin wurde mit 250 Mark Geld strafe und 20 Tagen Arrest, das Dienstmädchen, welches bierbel behülflich sein mußte, zu 20 Mark Geldstrafe und 4 Tagen Arrest, eine andere mit 150 Mark Geld strafe und 14 Tagen Arrest bestraft. Solch unprofitable Aussichten werden wohl die Lust am Verwässern der Milch und ähnlichen Bereicherungs-Experimenten gründ⸗ lich verderben. s

Allerlei. Laupheim, 6. Juli. Heute die Schreckenskunde in der Ste David Betzeler, evangelischer K Sobne, der auf einen vermeintl

abfeuerte, erschossen worden sei.

früh verbreitete sich daß der Seifensieder enältester, von seinem Dieb einen Revolver

Familie des Betz

ir ichen

e schon einige mal bemerkt, d e in den wollten, und der ahl dem Der vischen 9 u der Gesel m. Sobn und zu Beke, d der Vater schaute

7

zum Fenster hinaus eine Cigarre rauchend. Der Sohn im oberen Stocke hörte Geräusch, vermuthete Diebe im Laden, schoß von oben nach unten gegen die Schaufenster und dem Vater durch den Kopf, der nach wenigen Minuten den Geist aufgab. Der unglückliche Sohn bat sich dem Gericht gestellt.

München, 11. Juli. Heute wurde durch den Staats⸗ rath v. Dillis die feierliche Eröffnung der anläßlich des vierten deutschen Brauertages im Glaspalaste veranstalteten Special⸗Ausstellung der gesammten Brau-Industrie voll⸗ zogen. Die Zahl der Aussteller beträgt uber 400, die Zahl der Theilnehmer an dem Brauertage bis jetzt mehr als 1200 aus allen Theilen Deutschlands und des Aus landes.

Berlin, 12. Juli. Professor Th. Mommsen, in dessen Villa in Charlottenburg Feuer ausgebrochen war, wurde dabei an Gesicht und Händen verletzt. Ein großer Theil seiner Bibliothek und Manuseripte wurde zerstört.

Metz. DieLothr. Ztg. meldet, daß in der Nacht vom Samstag auf Sonntag Wölfe den Hund des Müllers von Ay aufgefressen haben. Des Abends vorher sah man sie schon um das Haus herumstreichen. Sonntag Morgens fand man etwa bundert Meter von der Mühle entfernt die Knochen und Pfoten des Hundes vor. Bemerkens⸗ werth ist, daß die Mühle sich am Ufer der Mosel befindet, sehr weit entfernt vom nächsten Walde. Man glaubt, daß der Fluß diese Raubthiere anzieht, da sich dieselben oft des Nachts an dessen Ufer einfinden.

Philadelphia. Lesseps zeigt an, die Ausführung des Panama⸗Canals erscheine gesichert. Dem Unter⸗ nehmen sei amerikanisches Capital beigetreten. Die Vollen⸗ dung des Canals sei innerhalb sieben Jahren zu erwarten.

Die Arzneipflanzen der Wetterau und des Taunus. Von A. Oertel. (Schluß.)

Von denjenigen Pflanzen, welche aus schließlich nur die Wurzel(abgesehen von

der botanischen Bedeutung dieses Wortes) in den Arzneischatz liefern, steht in erster Reihe der Baldrian, Valeriana, in unseren Wäldern und an Flußufern sehr häufig; die fast geruch losen Wurzelfasern haben in getrocknetem Zustande ein penetrantes, unangenehmes Aroma und gelten seit den ältesten Zeiten als werthvolles Arznei mittel. Die sogenannte Salepwurzel besteht aus den Wurzelknollen verschiedener Orchideen, von denen Orchis mascula und morio in unserem

Gebiet stellenweise massenhaft wachsen; der Salep

ist ziemlich hoch im Preis und kostet das Kilo im Engrosgeschäft 10 Mark. Der Eibisch, Althaea officinalis, kommt ebenfalls stellenweise in großer Menge vor und seine schleimhaltige, weiße Wurzel ist bekannt. Die Knollen des Arons, Arum maculatum, und die Zwiebeln der Zeitlose, Colchicum autumnale, werden noch häufig gebraucht, von Letzterer auch der Same. Von Bedeutung wäre noch der Bieber nell, Pimpinella saxifraga, die Quecke, Tri- ticum repens, die Seifenwurzel, Saponaria, das gemeine Farrukraut, Filix mas, die Hauhechel, Ononis spinosa, die Gichtrübe, Bryonia, der Cngelsüß, Polypodium, und der Kalmus, Acorus Calamus; letztere Beide scheinen aber bei uns weit seltener vorzukommen als im übrigen Deutschland. Fast nur noch in der Thierarzneikunde werden gebraucht: die Birk w ur z, Tormentilla, Haselwurz, Asarum, Schwalbenwurz, Vincetoxicum, Natter wurz,

Bistorta und die Wurzel der Klette, Bardana. Von Blüthen, die früher ebenfalls sehr zahl reich in den Apotheken vorhanden waren, find nur noch wenige im Gebrauch und fast nur eine Einzige bat einen wirklichen medicinischen Werth, es ist die bescheidene Kamille; sie steht eben⸗ falls hoch im Preis und wird der Ceutner, je nach Qualität, mit 90 bis 110 Mark berechnet, Beim Einsammelm muß man sehr vorsichtig sein um auch die richtige Pflanze, Matricaria Chamo-

die

milla, zu haben, da mehrere andere Pflanzenarten täuschend ähnliche Blätter und Blüthen tragen; das Hauptkennzeichen der ächten Kamille ist, außer dem bekannten, mild⸗aromatischen Geruch, der Fruchtboden, d. b. der, unmittelbar auf dem Blüthenstiel aufsitzende, kegelförmige Körper, um welchen die Theile der Blüthe gruppirt sind; dieser Fruchtboden ist bei der Kamille hohl, während derselbe bei sonst ganz ähnlichen Pflanzen mit Mark ausgefüllt ist. Das Trocknen der Kamillen-muß mit höchster Sorgfalt und zwar im Schatten geschehen, da sich an der Sonne Blüthen weiter entwickeln und zerfallen. 5 Mark)

2 7

3* 5

*

des Verbascum mit großer gesammelt werden, desgleichen die Blüthen der kleinen, blauen Mal ve, des rothen Klatschmohns und des weißen Bienensaugs(das Kilo 5 bis 8 Mark); zu bemerken ist, daß diese Blüthen ohne Kelche zu sammeln sind. Noch zu erwähnen wäre die Lindenblütbe, welche mit den dazu gehörigen Deckblättern gebrochen werden muß(Crt. 7580 Mark), sowie die Hol lunderblüthe, welche leicht zu sammeln aber auch geringer im Preise ist. Die frischen Blumenblätter der rothen Garten rosen sind oft ein gesuchter Artikel und werden gut bezahlt. Von Samen und Früchten wäre noch zu erwähnen

beide gering im Preis, wogegen Quittenkerne sehr gut bezahlt werden; getrocknete Wacholder⸗ beeren, Heidelbeeren, Hagebutten und Attichbeeren, letztere in einigen Gegenden Deutschlands noch in hohem Ausehen stehend; die Kreuzdornbeeren, ebenfalls noch officinell, werden von Rhamnus cathartica, einem auch bei uns häufigen Strauch, gesammelt. Auch die Rinden einiger Bäume und Sträucher sind im Gebrauch; dahin gehört der Faulbaum, Rhamnus PFrangula, die Eiche, die Roß⸗ kastanie, einige Weidenarten Seidelbast, Daphne Mezereum; diese letztere,

wird zwar in den Apotheken nur noch selten Rinde derselben eine Tinktur, die ich seit Jahren

rheumatischen Leiden jeder Art anwenden lasse. Vom Bittersüß, Solanum Dulcamara, an den Ufern unserer Flüsse häufig wachsend, werden die von Blättern und Blüthen befreiten Steugel gebraucht.

Zum Schluß sei noch eine Pflanze erwähnt, welche vielleicht noch in den Arzneischatz aufgenommen werden dürfte, nämlich die Barkhausia soetida(Crepis foetida L.); schon Prof. Richter sagt in seiner 1830 erschlenenen Flora von Leipzig:die ganze Pflanze, nament lich die milchende Wurzel, hat einen starken narkotischen Geruch und ist sicher heilkräftig. Ursache, warum dieselbe noch nicht näher geprüft wurde, mag wohl ihr bisheriges seltenes Vor⸗ kommen sein, ich habe aber während des letzten Jahrzehnts die Bemerkung gemacht, daß sie immer häufiger auftritt und in hiesiger Gegend oft ganze Strecken überzieht.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 14. Juli. Fruchtbericht. Weizen M. 25.25, Korn M. 22.50, Gerste M. 18., Hafer M. 15. bis M. 15. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpfund.

Friedberg, 15. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.901., Eier per Stück 6 Pf. Eier 2 Stück 11 Pf.

Gießen, 13. Juli. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 8595 Pf., Eier 1 Stück 56 Pf., 2 St. 0 Pf., Käse per Stück 4 9 Pf., Tauben das Paar 70100 Pf., Hühner per Stück M. 1.20 1.50, alte Habnen per Stüc M. 1.60 2.00, junge Hahnen 0,70 1.00 Pf., alte Enten per St. M. 1.602.00, junge Enten M. 1.30 1.70, Ochsenfleisch 68 Pf. per Pfund, Kuh⸗ und Nindfleisch 50 56 Pf., Kalbfleisch 40 45 Pf., Hammelsleisch 60 bis 70 Pf., Schweinefleisch 64 Pf. Alte Kartoffeln per. 100 Kilo M. 9. 0.00, neue Kartoffeln 100 Kilo M. 18 bis 20., Zwiebeln per Etr. M. 18. 20., Kirschen per Pfd⸗ 15 20 Pf.

Grünberg, 10. Juli. Auf heutigem Wochenmarkt kostete der Centner Waizen M. 12.50, Korn M. 11.05, Gerste N. 9.56, Hafer M. 8.28, Samen M. 12.69, Kartoffeln M. 4.06.

Frankfurt, 12. Juli. Viebmarkt. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen, 320 Kühe und Rinder, 280 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich pro 100 Pf.

Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. M. 6769., 2. Qual. M. 62.64., Kühe 1. Qual. M. 54 2. Qual M. 43.46., Kälber 1. Qual. M. 5254., 2 Qual. M. 40.50., Hämmel 1. Qual. M. 585.60., 2. Qual M. 40.50.

D. Frankfurt, 13. Juli. gestrigen Abendgeschäft von seinem Rückgang erholt hatte

7287 Stütze.

konnte heute auch bier eine bessere Tendenz Platz greifen. [Dieselbe fand in den höheren Wiener Vorbörs sowie in der Steigerung der Glasgow Eisenpreise eine Doch vermochte sich die allgemeine Besser⸗ ung nicht weiter auszudehnen, da es an irgend einer

sind die Wollblumen, die von sämmtlichen Arten gelber Blüthe

der Kümmel und der Wasserfenchel, Phellandrium,

und der in unseren Hochwäldern nicht seltene Pflanze, a gebraucht, ich bereite aber aus der frischen

schon mit außerordentlich günstigem Erfolg bel

1

Jut di

Bad⸗ Sault der kätbene!

senle die Jatahmu us Voll enelnen Augen! Kleidung, letzteren. kommen praktisch in seinet Das Geräuf die kle

2

10 des Sa eines v emem

den 19. berzogli Fri

One

2 5.

Ifweib.